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forschen, investieren, produzieren, heilen, bilden / 23.06.2022
Platz für neue Quartiere und Unternehmen in Berlin-Buch

So könnte das Quartier am Sandhaus in Berlin-Buch einmal aussehen(Abb.: Studio Wessendorf / Grieger Harzer)
So könnte das Quartier am Sandhaus in Berlin-Buch einmal aussehen(Abb.: Studio Wessendorf / Grieger Harzer)

Herr Benn, der Stadtteil Buch soll in den nächsten Jahren um bis zu 4.000 Wohnungen wachsen. Wie beurteilen Sie aus bezirklicher Sicht die Planungen zur Wohnbebauung?

Ich bin sehr froh, dass uns in Buch Flächen für den dringend benötigten Bau neuer Wohnungen zur Verfügung stehen, und zwar insbesondere von bezahlbarem Wohnraum. Hier bietet sich die Chance, moderne und nachhaltige Quartiere zu errichten, die mit einem Ausbau des Angebots von Handel, Dienstleistungen und sozialer Infrastruktur einhergehen.
Wenn Sie von 4.000 Wohnungen sprechen, sind die rund 500 zusätzlichen Wohnungen im Ludwig Hoffmann Quartier eingeschlossen. In Buch Süd und Am Sandhaus können bis zu 3.500 Wohnungen entstehen. In den nächsten Jahren werden am Standort unterschiedlichste Wohnungsangebote entstehen, so dass es für mehr Beschäftigte in Buch attraktiv werden könnte, Wohnen und Arbeiten zu verbinden.
Bereits jetzt zeigt sich, wie komplex die jeweiligen Planungsaufgaben und Zusammenhänge sind. Im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerung“ werden frühzeitig Infrastrukturbedarfe mitgeplant und Planungen für den Ausbau integriert behandelt. Als Bauherren sollen landeseigene Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften, Baugruppen und private Investoren zum Zuge kommen.
Der Großteil der Planungen wird unter Beteiligung der Öffentlichkeit durch den Bezirk vorgenommen und koordiniert – nur das Quartier „Am Sandhaus“ liegt in der Verantwortung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Der Senat arbeitet hier eng mit uns zusammen.

Für das Quartier Am Sandhaus wurde bereits unter Beteiligung der Öffentlichkeit ein Masterplan entwickelt. Welchen Anspruch soll dieses Quartier erfüllen?

Auf circa 57 Hektar sollen dort rund 2.700 Wohnungen entstehen. Ziel ist es, ein städtebaulich und architektonisch attraktives Stadtquartier zu schaffen, das den Anforderungen an die Nachhaltigkeit, den Klimaschutz und an eine soziale Mischung Rechnung trägt.

Wie sollen diese Ziele erreicht werden?

Der Siegerentwurf plant ein zusammenhängendes Siedlungsband, das ländliche Qualitäten und urbane Strukturen gut vereint. Durch flächensparendes und naturschonendes, verdichtetes Bauen, eine Regenwasserbewirtschaftung und nachhaltige Baustoffe wie Holz soll das Ziel Berlins zur Klimaneutralität bis 2045 unterstützt werden. Dazu dienen auch Maßnahmen für ein autoarmes Quartier sowie Maßnahmen im Energiebereich.
Um eine soziale Mischung zu erzielen, schaffen wir Wohnraum in verschiedenen Segmenten, sowohl mietpreis- und belegungsgebunden sowie gemeinwohlorientiert, als auch für Menschen mittleren Einkommens. Wir setzen verschiedene Bautypologien ein, fördern gemischte Nutzungen und sozio-kulturelle Angebote, damit ein lebendiges Quartier entsteht.

Welche Infrastruktur wird das Quartier erhalten?

Geplant sind eine Grundschule mit Sport- und Multifunktionshalle, zwei Kitas und Einrichtungen für Jugendliche. Es soll drei Quartiersgaragen geben, verkehrsberuhigte Abschnitte sowie Ladezonen. Im Übergangsbereich zur Landschaft werden mehrere Spielplätze und Sportflächen entstehen, der Naturerfahrungsraum und der Archäologiespielplatz Moorwiese bleiben erhalten. Derzeit prüfen wir, ob es möglich ist, am S-Bahnhof ein Fahrradparkhaus und eine Jelbi-Station zu errichten.

Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen?

Der Entwurf wird nun in den Rahmenplan integriert, der bis zum Sommer fertiggestellt werden soll. Parallel findet die Abstimmung mit den öffentlichen und privaten Eigentümern statt. Zudem bereitet die Senatsverwaltung das förmliche Bebauungsplanverfahren mit dem Aufstellungsbeschluss als Grundlage für das Plan- und Baurecht vor.

In Buch Süd sollen weiterer Wohnraum, Schulen, eine Kita sowie forschungsnahes Gewerbe für den Campus entstehen. Eine Erweiterungsfläche in unmittelbarer Nähe des Campus ist für uns sehr bedeutsam. Wie ist der Stand der Planungen?

Eine vertiefende städtebauliche Studie steht vor dem Abschluss, die Öffentlichkeit soll im Sommer 2022 beteiligt werden. Wir streben eine Beschlussfassung für das dritte Quartal dieses Jahres an. Danach kann das Bebauungsplanverfahren starten.

Insgesamt soll in Buch Süd ein gemeinwohlorientiertes Wohnungsangebot mit 650 Wohneinheiten in eher aufgelockerter Bebauung entstehen. Die Umsetzung soll durch ein landeseigenes Wohnungsunternehmen erfolgen. Auch dieses Quartier wird nachhaltig und weitgehend ohne Autoverkehr angelegt, weshalb eine Quartiersgarage zum Konzept gehört. Um das Quartier gut zu erschließen, soll die Max-Burghardt-Straße bis zur Kleinen Wiltbergstraße verlängert werden. Geplant ist, einen umgrenzenden Grünsaum zu schaffen, der zugleich Spiel- und Sportflächen integriert und Wegebeziehungen in den angrenzenden Pankepark sichern soll. Das Konzept für die Qualifikation des Pankeparks wird aktuell zum Abschluss gebracht. Für den Wissenschafts- und Biotech-Campus ist eine Erweiterungsfläche von insgesamt neun Hektar auf dem südlichen Teil der ehemaligen Brunnengalerie ab Wolfgang-Heinz-Straße vorgesehen sowie entlang des Kappgrabens.

Auf dem nördlichen Teil der Brunnengalerie sollen eine Kita mit 150 Plätzen und ein Schulcampus entstehen. Dieser sieht eine Gemeinschaftsschule mit Grundschule und Sekundarstufe vor. Eine Machbarkeitsstudie für den Schulcampus wurde 2021 fertiggestellt. Er ist bereits als Teil der Investitionsplanung des Landes Berlin bestätigt und soll im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive realisiert werden.

Wann kann die bauliche Umsetzung starten?

Eine bauliche Umsetzung ist etappenweise möglich. Die vorhandene Druckwasserleitung muss vor Beginn zwingend verlegt werden, ebenso ist die Verlegung und Bündelung der Medientrasse in einem neuen Korridor erforderlich. Dies gilt auch für die Erweiterungsfläche des Campus auf der Brunnengalerie.

Buch braucht ein lebendiges kulturelles Zentrum. Wie steht es um das geplante innovative Bildungs- und Integrationszentrum?

Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da durch die derzeitige vorläufige Haushaltswirtschaft eine Beauftragung schwierig ist. Somit ist ein Termin für den Baubeginn in der zweiten Hälfte 2023 geplant. Sollte es noch Änderungen im Haushalt geben, könnte sich der Termin auch noch weiter verschieben. Die Bauzeit soll zwei Jahre betrage

Interview: Dr. Ulrich Scheller / Campus Berlin-Buch GmbH

Das Interview erschien zuerst im Standortjournal buchinside.

 

Quelle: Campus Berlin-Buch GmbH

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