Aktuelles

forschen, produzieren, heilen / 26.01.2023
Fähre in die Zelle

Dr. Merle Fuchs beim Weconomy-Wettbewerb 2022 (Foto: Wissensfabrik/Bert Willer)
Dr. Merle Fuchs beim Weconomy-Wettbewerb 2022 (Foto: Wissensfabrik/Bert Willer)

Interview mit Dr. Merle Fuchs, Gründerin und Geschäftsführerin der PRAMOMOLECULAR GmbH, einem Start-up auf dem Campus Berlin-Buch

Wie ist PRAMOMOLECULAR entstanden?

Als Mikro- und Molekularbiologin habe ich fast 25 Jahre als selbständige Unternehmensberaterin für Hightech-Start-ups und Grown-ups gearbeitet. Daneben war ich auch Scout für den High-Tech-Gründerfonds, im EXIST-Sachverständigenrat des Bundeswirtschaftsministeriums tätig und habe sieben weitere Start-ups mitgegründet. Dabei habe ich einen Ansatz für die Entwicklung neuartiger Wirkstoffe identifiziert. Zusammen mit meinen Mitgründern Ida Shaef und Dr. Thomas Hiller haben wir Fördergelder über EXIST-Forschungstransfer akquiriert und an der TU Berlin bewiesen, dass unser Ansatz grundsätzlich funktioniert. Außerdem belegen Preise bei internationalen Life-Sciences-Wettbewerben, dass unser Gründungsansatz zukunftsfähig ist.

Was bedeutet der Name PRAMOMOLECULAR?

Pramo bedeutet „Fähre“ auf Esperanto. Wir verfügen über patentgeschützte „Fährmoleküle“. Damit gelingt es uns, innovative Arzneimittel auf Basis von therapeutischen Oligonukleotiden – sogenannten siRNAs– in die Zellen ausgewählter Organe zu transportieren, in die man sie bisher nicht einschleusen kann. Diese siRNAs sind Wunderwaffen, denn man kann mit ihnen theoretisch jedes krankmachende Protein herunterregulieren. Fehlt das krankmachende Protein, heilt man die Krankheit. Das funktioniert jedoch nur, wenn man die siRNA im lebenden Organismus in die Zielzelle einschleusen kann. Bisher gelingt dies nur in Leberzellen. Wir können die siRNA-Wirkstoffe in Zellen von Lunge, Herz oder Bauchspeicheldrüse einschleusen.
Damit können wir anderen Entwicklern von therapeutischen Oligonukleotiden helfen, ihre Wirkstoffe in eines der drei Zielorgane einzuschleusen, um Krankheiten, die ihre Ursache dort haben, zu heilen. Wir können aber auch selbst innovative Wirkstoffkandidaten entwickeln und später an Pharmaunternehmen auslizenzieren. Aktuell arbeiten wir an siRNA-Wirkstoffen zum Herunterregulieren von Krebsproteinen im Lungen- oder Pankreaskarzinom sowie von krankmachenden Proteinen im Herzen.

Wie gelingt es Ihnen, als Start-up selbst Wirkstoffkandidaten zu entwickeln?

Wir designen unsere Wirkstoffkandidaten auf rationale Weise. Das bedeutet, wir müssen nicht wie bei klassischen Pharmawirkstoffen riesige Molekülbibliotheken erst synthetisieren und dann auf Wirksamkeit überprüfen. Unsere Wirkstoffe können wir fast mit Bleistift und einem Blatt Papier entwerfen. Auch müssen wir für die arzneimittelkonforme Herstellung unserer Wirkstoffkandidaten keine neue Synthese-Infrastruktur aufbauen und zertifi zieren. Unsere erfahrenen Partner können dies vollautomatisch – auf bestehender Infrastruktur.
Wir könnten uns zum Beispiel sehr gut vorstellen, innovative Wirkstoffkandidaten zusammen mit der Silence Therapeutics zu entwickeln. Silence, unser Nachbar im BiotechPark, ist das wichtigste siRNA-Unternehmen in Europa. Silence versteht sehr viel von der präklinischen Optimierung und der klinischen Entwicklung von siRNA-Wirkstoffen – und wir bringen die patentgeschützten Transportmoleküle mit.

Welche Meilensteine wollen Sie mittelfristig erreichen?

Unser Ziel ist, eine eigene Wirkstoffpipeline aufzubauen. Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Jahr die Leitstruktur von mindestens zwei Wirkstoffkandidaten entwickelt haben. Diese wollen wir präklinisch charakterisieren und dann 2025 mit der ersten klinischen Studie beginnen.

Was gab den Ausschlag für den BiotechPark Berlin-Buch?

Berlin ist ein hervorragender Start-up- und Healthtech-Standort. Die Region bietet einen ausgezeichneten Verkehrsanschluss und die IBB sehr gute Förderbedingungen. Auch kommt jeder unserer Geschäftspartner mindestens einmal pro Jahr sowieso in die Hauptstadt. Unsere Räume im BiotechPark Berlin-Buch sind ideal. Und wir arbeiten bereits mit CELLphenomics, PROSION, EPO, FyoniBio und HealthTwiSt zusammen, die ebenfalls auf dem Campus sitzen. Zukünftig sehen wir die Chance, mit weiteren Campus-Partnern zu kooperieren.
Vor allem genießen wir aber die tolle Campusatmosphäre in der parkartigen Landschaft voller Kunstwerke – und die professionelle Betreuung vor Ort!

Interview: Christine Minkewitz / Campus Berlin-Buch GmbH

Das Interview erschien zuerst im Standortjournal buchinside.

forschen / 24.01.2023
ERC-„Proof of Concept“-Grant für Mina Gouti

Foto: Dr. Mina Gouti  (© Pablo Castagnola, Max-Delbrück-Center)
Foto: Dr. Mina Gouti (© Pablo Castagnola, Max-Delbrück-Center)

Damit sich Organoide gut entwickeln können, müssen sie gehegt und gepflegt werden. Bisher geschieht das vor allem von Hand – ein Prozess, der sich nicht für die Wirkstoffsuche in der Industrie eignet. Mit einem „Proof of Concept“-Grant des ERC will Mina Gouti ihn nun skalieren und reproduzierbar machen.

Dr. Mina Gouti und ihre Kolleg*innen entwickeln hochkomplexe Organoide aus umprogrammierten Stammzellen von Patient*innen, die an neuromuskulären Erkrankungen wie zum Beispiel spinaler Muskelatrophie (SMA) leiden. „Die Kinder bekommen während der ersten Lebensmonate Lähmungen. Am Ende können sie nicht einmal atmen“, sagt die Leiterin der Arbeitsgruppe „Stammzell-Modellierung der Entwicklung und Erkrankung“ am Max Delbrück Center. „Mit Hilfe unserer neuromuskulären Organoide, wir nennen sie NMOs, wollen wir verstehen, warum genau die Motoneuronen der Kinder absterben und Wege finden, das Leiden aufzuhalten. Und das ist nur eine von vielen Krankheiten, die man mit NMOs untersuchen kann.“  

Aber um neue Therapien zu entwickeln – und verlässliche Daten zu gewinnen – muss ihr Labor Tausende NMOs produzieren, alle in der gleichen Qualität und alle zur gleichen Zeit. Die Forscher*innen stehen damit vor denselben Herausforderungen wie das gesamte Feld: Reproduzierbarkeit und Skalierbarkeit. „Damit modernste 3D-Zellkultursysteme wie unseres ihr volles Potenzial ausschöpfen können, müssen wir automatisierte, verlässliche Verfahren für Hochdurchsatz-Experimente entwickeln, die die Industrie ebenfalls einsetzen kann“, sagt Gouti. Der Europäische Forschungsrat ERC teilt diese Einschätzung und finanziert nun ihr Vorhaben zur Automatisierung mit einem „Proof of Concept“-Grant (PoC) in Höhe von 150.000 Euro. Gouti ist eine von 90 Forscher*innen aus ganz Europa, die der ERC in diesem Jahr so unterstützt und den Weg dafür ebnet, dass ihre Ergebnisse aus ERC Consolidator-Grant-Projekten in breit verfügbare Lösungen übersetzt werden können.

Standardisierte Pflege für Organoide 

Organoide sind ein bisschen wie Babys: Sie müssen ständig gefüttert und gepflegt werden, damit sie glücklich sind und sich gut entwickeln. „Im Moment ist der größte Teil meines Labors damit beschäftigt, diese komplexen Organoide von Hand zu erzeugen“, sagt Gouti. „Das ist arbeitsintensiv und teuer. Außerdem können die Ergebnisse je nach Betreuer*in variieren.“  Sie möchte jeden Schritt dieses Prozesses automatisieren und eine besser kontrollierte Umgebung schaffen.

Um einem Roboter beizubringen, wie man Organoide heranzieht, arbeitet sie mit der Technologieplattform für pluripotente Stammzellen von Dr. Sebastian Diecke zusammen. Dort ist bereits ein geeignetes System vorhanden. Während die Organoide wachsen, wird außerdem ein Hochdurchsatz-Bildgebungssystem aus ihrem Labors immer wieder Fotos aufnehmen. Künstliche Intelligenz soll dann die Morphologie und Größe des jeweiligen Organoids bewerten. „Kooperationen wie diese machen die Arbeit am Max Delbrück Center aus“, sagt Gouti. „Wir können unsere Forschung gemeinsam vorantreiben. Und wenn wir erfolgreich sind, haben wir nicht nur robuste Daten. Wir haben auch viel mehr Zeit, um Krankheitsmechanismen zu analysieren.“ 

Ein Wirkstoffscreening im Hochdurchsatzverfahren ist jedoch mit einer weiteren Herausforderung verbunden. Sobald die Organoide 50 bis 100 Tage alt sind – und gerade ausgereift genug, um neuromuskuläre Krankheiten nachzubilen – sind sie mit fünf bis sechs Millimetern zu groß, um in die Standard-Mikrotiterplatten mit 96 Näpfchen zu passen. „Wir müssen die Organoide miniaturisieren“, sagt Gouti. „Eine Frage ist also, wie wir kleine, aber trotzdem funktionstüchtige Versionen züchten können. Die andere Frage lautet: Können wir die Reifung beschleunigen, wenn die Organoide nicht mehr so sehr mit Wachsen beschäftigt sind?“ 

Schritt für Schritt verbessern Gouti und ihre Kolleg*innen die Technologie, um sie anderen Laboren in Berlin und letztlich Big Pharma zur Verfügung zu stellen. „Ich bin sehr glücklich, dass wir diesen Prozess jetzt beginnen“, sagt Gouti. „Unser oberstes Ziel ist es, NMOs als neues präklinisches Modell für die Arzneimittelprüfung zu etablieren. Ich bin überzeugt, dass sie dazu beitragen können, Tierversuche zu reduzieren. Und, was noch wichtiger ist, viele Patientinnen und Patienten mit seltenen neuromuskulären Erkrankungen warten verzweifelt auf Therapien.“

Weiterführende Informationen 

AG Gouti

forschen / 24.01.2023
Paul Ehrlich-Stiftung zeichnet Leif Ludwig aus

Foto: privat
Foto: privat

Für seine Analysemethode zur Neubildung von Blutzellen erhält Leif S. Ludwig, Forscher am Max Delbrück Center und am Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis 2023. Das gab der Stiftungsrat der Paul Ehrlich-Stiftung heute bekannt.

Der Biochemiker und Arzt Dr. Leif S. Ludwig (40) hat ein Verfahren entwickelt, das die lebenslange Neubildung der Zellen des menschlichen Blutes bis zu 1,000-mal preiswerter, schneller und zuverlässiger analysieren kann als bisher möglich. Damit versetzt er die Medizin zum ersten Mal in die Lage, die Aktivität einzelner Blutstammzellen beim Menschen mit vertretbarem Aufwand zu bestimmen. Für diese Forschung bekommt er im März 2023 den Paul Ehrlich und Ludwig Darmstaedter-Preis. Ludwig leitet eine Emmy Noether-Forschungsgruppe im gemeinsamen Forschungsfokus „Single-Cell-Ansätze für die personalisierte Medizin“ des Berlin Institute of Health (BIH), des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie des Max Delbrück Centers (MDC-BIMSB) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Wie der Körper Blutkörperchen ersetzt

Unser Blut erneuert sich ständig. In jeder Sekunde fließen ihm Millionen neuer Zellen zu, die absterbende Blutkörperchen ersetzen. Sie entspringen aus blutbildenden (hämatopoetischen) Stammzellen im Knochenmark und reifen dann Schritt für Schritt über mehrere Vorläuferstufen aus. Dabei werden traditionell vier große Entwicklungslinien unterschieden: Die erste Linie produziert die roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff transportieren. Die zweite liefert die Thrombozyten, die Blutungen stoppen und Wunden heilen lassen. In der dritten Linie entwickeln sich die weißen Blutkörperchen, die die Zellen der angeborenen Immunabwehr bilden, wie beispielsweise die Granulozyten, und in der vierten Linie entstehen die B- und T-Zellen, auf deren Einsatz unsere im Infektionsfall erworbene Immunabwehr gründet. Je weiter die Forschung voranschritt, desto undeutlicher ließen sich diese Linien jedoch gegeneinander abgrenzen.

Die hämatopoetischen Stammzellen wurden 1961 entdeckt, was in den 1970er Jahren Knochenmarkstransplantationen ermöglichte, mit denen bestimmte Formen von Blutkrebs behandelt werden. Weil dazu zuvor die patienten-eigenen Blutstammzellen mit Strahlen- oder Chemotherapie zerstört werden, konnte man nun sehr gut beobachten, wie sich transplantierte Zellen im Organismus des Empfängers verhalten. Daraus gewannen Wissenschaftler*innen viele neue Erkenntnisse darüber, wie das Blut gebildet wird.

Zellkraftwerke verraten den Ursprung der Blutzellen

Allerdings waren die Ergebnisse nur eingeschränkt aussagekräftig, denn die transplantierten Stammzellen waren ja zuvor ihrem natürlichen Zusammenhang entrissen worden. Mit Hilfe von genetischen Markern gelang es seit den 1980er Jahren, die Entwicklung von Blutzellen auch in ihrem natürlichen Kontext im gesunden Organismus zu erforschen. Dieses Lineage Tracing wandten Forscher*innen in den folgenden Jahrzehnten mit immer größerer Präzision an – allerdings in Tierversuchen, denn es verbietet sich von selbst, Menschen mit künstlichen genetischen Markern auszustatten.

Im menschlichen Blut ist Lineage Tracing nur durch die Beobachtung natürlicher Mutationen in der DNA möglich, die nach einer Zellteilung in der einen Tochterzelle vorkommen, in der anderen aber nicht, und sich so nur in bestimmten Zellfamilien (Klonen) weiterverbreiten. In den 2010er Jahren wurde versucht, solchen Mutationen im gesamten Erbgut von Blutzellen auf die Spur zu kommen. Das ist aber angesichts der mehr als drei Milliarden „Buchstaben“ (Basenpaaren) unseres Erbguts trotz modernster Methoden sehr teuer und fehleranfällig.

Leif Ludwig verlegte sich daher auf den Nachweis natürlicher Mutationen in den Zellkraftwerken der Blutzellen, den Mitochondrien. Diese verfügen über ein eigenes, viel kleineres Erbgut von rund 16.600 Basenpaaren. Leif Ludwig verknüpfte deren Analyse mit neuesten Einzelzell-Sequenzierungstechnologien (Single Cell-Omics). Dadurch konnte er gleichzeitig Aussagen über den aktuellen Gesundheitszustand der untersuchten Zellen treffen. Inzwischen haben er und sein Team die von ihnen entwickelte Methode so verfeinert, dass sie in Knochenmarks- und Blutproben eines Patienten oder einer Patientin viele Zehntausende Zellen analysieren können.

Unübersichtliche Verwandtschaftsverhältnisse

Seit langem wird vermutet, dass die Blutstammzellen keine einheitliche Quelle sind, sondern vielmehr einen heterogenen Pool bilden, aus dem bei der unaufhörlichen Bildung neuen Blutes verschiedene, sich vielfältig verzweigende Entwicklungsflüsse entspringen. Aus einer Stammzelle könnten etwa nur Thrombozyten entstehen, aus einer anderen alle möglichen Blutzellen. Die Verwandtschaftsverhältnisse in unserem Blut sind also sehr unübersichtlich. Leif Ludwigs Analyseverfahren erlaubt nun, sie besser zu entwirren, um zum Beispiel zu erkennen, an welcher Abzweigung eine Leukämiezelle oder eine degenerative Veränderung entsteht. Es eröffnet der Humanmedizin erstmals die Möglichkeit, solche Untersuchungen in Zukunft im klinischen Alltag vorzunehmen und daraus therapeutische Konsequenzen abzuleiten. Beispielsweise um den Erfolg einer Stammzelltransplantation vorherzusagen oder auch Zellersatz- und Gentherapien gezielt zu verbessern.

Dr. Leif Si-Hun Ludwig studierte ab 2003 zunächst Biochemie an der Freien Universität Berlin, dann Humanmedizin an der Charité Universitätsmedizin Berlin. Als Doktorand der Biochemie forschte er von 2011 bis 2015 am Whitehead Institute of Biomedical Research, als Post-Doc von 2016 bis 2020 am Broad Institute of MIT and Harvard, beide in Cambridge/USA. Seit November 2020 leitet er eine Emmy Noether-Forschungsgruppe im Bereich des gemeinsamen Forschungsfokus „Single-Cell-Ansätze für die personalisierte Medizin“ vom Berlin Institute of Health (BIH), dem Berliner Institut für Medizinische Systembiologie des Max Delbrück Centers (MDC-BIMSB) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. 2021 erhielt Ludwig bereits den Hector Research Career Development Award.

Der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis wird seit 2006 von der Paul Ehrlich-Stiftung einmal jährlich an einen in Deutschland tätigen Nachwuchswissenschaftler oder eine in Deutschland tätige Nachwuchswissenschaftlerin verliehen, und zwar für herausragende Leistungen in der biomedizinischen Forschung. Das Preisgeld von 60.000 € muss forschungsbezogen verwendet werden. Der Preis wird – zusammen mit dem Hauptpreis 2023 – am 14. März 2023 um 17 Uhr vom Vorsitzenden des Stiftungsrates der Paul Ehrlich-Stiftung in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

 

Text: BIH, Paul Ehrlich-Stiftung

 

Weiterführende Informationen

Arbeitsgruppe Ludwig „Stammzelldynamiken und Mitochondriale Genomik

Single-Cell-Ansätze für die personalisierte Medizin

forschen / 23.01.2023
Angeborene Immunschwäche entdeckt – und aufgeklärt

Credit: Prof. I. Anagnostopoulos, Pathologie der Uniklinik Würzburg
Credit: Prof. I. Anagnostopoulos, Pathologie der Uniklinik Würzburg

Wie der Austausch eines einzelnen Bausteins im Erbgut einen bisher unbekannten Immundefekt beim Menschen auslöst, berichten internationale Forscher*innen – darunter ECRC-Forscher Stephan Mathas – in „Science Immunology“. Sie haben eine Punktmutation am Transkriptionsfaktor IRF4 entdeckt.

Bei sieben Kindern mit ausgeprägter Immunschwäche entdeckte ein internationales Konsortium von Forschenden eine übereinstimmende T95R-Mutation im Gen für den Interferon-Regulations-Faktor 4 (IRF4). IRF4 ist ein Transkriptionsfaktor, das Protein steuert also, wieviel Boten-RNA eine Zelle herstellt. Er ist aber auch wichtig während der Entwicklung und Aktivierung von Immunzellen. Die Patient*innen stammen aus sechs nicht verwandten Familien, die auf vier unterschiedlichen Kontinenten leben. Das Team, zu dem die Gruppe von Professor Stephan Mathas und Dr. Martin Janz vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung des Max Delbrück Centers und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, gehört, konnte außerdem aufklären, wie sich die Mutation auf das Immunsystem auswirkt. Ein bisher unbeschriebener Mechanismus führt zu einem angeborenen, kombinierten Immundefekt. Darüber berichtet das Konsortium im Fachmagazin „Science Immunology“.

Zum Konsortium gehören neben zwei deutschen Arbeitsgruppen – von der Charité / dem Max Delbrück Center und der Universität Ulm – Forschende der Kinderkliniken und Universitäten in Canberra (Australien), Shanghai (China), Vancouver (Kanada), Paris (Frankreich), Nashville (USA) und der National Institutes of Health in Betheseda (USA).

Immer wieder Infekte der oberen Atemwege

Angeborene Immundefekte sind selten und oft unterschiedlich stark ausgeprägt. „Immundefiziente Kinder leiden immer wieder an Infekten der oberen Atemwege“, erklärt Stephan Mathas, Spezialist für die Molekularbiologie von Transkriptionsfaktoren und Leiter der Arbeitsgruppe „Biologie maligner Lymphome“ am ECRC. Es sind häufig Infektionen mit dem Epstein-Barr- oder Zytomegalie-Virus oder mit Pneumocystis jirovecii, einem Erreger, der Lungenentzündungen auslöst; allesamt Infektionen, die Mediziner*innen gut von anderen immungeschwächten Patient*innen kennen.

Auch die sieben Patient*innen leiden unter diesen Infektionen. Bei genauer Untersuchung hat darüber hinaus ihr Immunsystem Gemeinsamkeiten: „Es fiel auf, dass alle Kinder zu wenig Antikörper im Blut haben und sehr wenig B-Zellen, die normalerweise diese Antikörper produzieren. Zudem ist die Zahl ihrer T-Zellen und deren Funktionen im Vergleich zu Gesunden reduziert“, sagt Mathas. T-Zellen sind neben den B-Zellen und Antikörpern ein wichtiger Arm des Immunsystems.

Bei vielen Kindern mit angeborener Immunschwäche ist die Ursache des Defekts unbekannt, kann aber heutzutage durch Sequenzierung des Genoms ermittelt werden. Auf diese Weise kam auch die IRF4-Mutation T95R zutage. Durch engen Austausch unter Kollegen in internationalen Netzwerken wurde klar, dass es sich bei der genetischen Ursache der Erkrankung dieser Kinder, deren Familien nicht verwandt sind, um die gleiche Punktmutation handelt. Sie sind die Indexpatient*innen, bei denen der Defekt nun erstmals beschrieben wird. Dem internationalen Konsortium ist es zudem gelungen, das gleiche Krankheitsbild auch durch gezielte Mutation des Irf4-Gens bei der Maus zu erzeugen, wodurch es gelang, die durch die IRF4 ausgelösten Fehlfunktionen im Immunsystem im Detail besser zu verstehen.

Spontane Mutation in der Keimbahn

Die Mutation T95R liegt immer nur auf einer der beiden Kopien des Erbguts. Und obwohl die Patient*innen auch immer die gesunde Form von IRF4 bilden, entwickeln sie alle diese Immunschwäche. „Die Biologie der Mutation schlägt quasi die der gesunden Form“, sagt Stephan Mathas. Wie Genomanalysen der Familien ergaben, erbten die Indexpatient*innen die Genveränderung nicht von ihren Eltern, sondern sie trat spontan (de novo) in der Keimbahn oder der frühen embryonalen Entwicklung auf. 

Die Mutation liegt genau an der Stelle des Transkriptionsfaktors IRF4, mit der dieses Protein an die DNA bindet. Statt der ursprünglichen Aminosäure Threonin (T) sitzt dort nun Arginin. „Durch die Mutation verändert sich im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren die Affinität von IRF4 für die DNA“, erklärt Stephan Mathas. Das mutierte IRF4 Protein bindet deshalb nicht nur an bekannte DNA-Bindungsstellen je nach Kontext stärker oder schwächer, sondern zudem auch an Stellen des Genoms, wo es gar nicht binden sollte; also Stellen, an denen die normale Variante des Proteins – der Wildtyp – nie haften würde. Durch bioinformatische Analysen gelang es den Forschenden, diese neuen Bindungsstellen zu identifizieren. Die Forschenden beschreiben die Mutation in ihrer Publikation deshalb als „multimorph“, weil nicht nur bestimmte Gene blockiert, sondern andere und sogar neue aktiviert werden.

In den Katalog für die Gendiagnostik aufgenommen

Je nach Art und Ausprägung einer angeborenen Immunschwäche erhalten Betroffene beispielsweise Stammzelltransplantationen oder lebenslange, regelmäßige Injektionen mit Antikörpern. „Die nun publizierte Arbeit lässt vermuten, dass man die Bindungsstellen von mutierten Transkriptionsfaktoren verändern könnte, ohne dabei die gesunde Variante zu beeinflussen“, sagt Stephan Mathas. 

Die IRF4-Mutation T95R wird nun jedenfalls in den Katalog der Gene kommen, die zur Diagnostik der angeborenen Immunschwäche gehören. Interessanterweise spielt IRF4 auch bei der Entstehung von bestimmten Blutkrebsarten, an denen Mathas Arbeitsgruppe forscht, eine wichtige Rolle.

Weiterführende Informationen
AG Janz/ Mathas am Experimental and Clinical Research Center

Literatur
IRF4 International Consortium (2023): „A multimorphic mutation in IRF4 causes human autosomal dominant combined immundeficiency“. Science Immunology, DOI:10.1126/sciimmunol.ade7953

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin
Angeborene Immunschwäche entdeckt – und aufgeklärt

forschen, produzieren, heilen / 20.01.2023
Gemeinsam für die Gesundheitswirtschaft

v.l.: Dr. Christina Quensel, CBB; Agnes von Matuschka, Potsdam Science Park; Staatssekretär Tino Schopf, Staatssekretär Hendrik Fischer und Dr. Ulrich Scheller, CBB (Foto: Peter Himsel)
v.l.: Dr. Christina Quensel, CBB; Agnes von Matuschka, Potsdam Science Park; Staatssekretär Tino Schopf, Staatssekretär Hendrik Fischer und Dr. Ulrich Scheller, CBB (Foto: Peter Himsel)

Tino Schopf, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin, und Hendrik Fischer, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie (MWAE) des Landes Brandenburg informierten sich heute auf einem Rundgang über den Wissenschafts- und Biotech-Campus am Zukunftsort Berlin-Buch. Mit Dr. Christina Quensel, Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführende der Campus Berlin-Buch GmbH (CBB), und Agnes von Matuschka, Geschäftsführerin des Standortmanagements Golm GmbH, tauschten sich die Staatssekretäre über Möglichkeiten zur Stärkung des Clusters Gesundheitswirtschaft der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg aus. Für das Cluster waren Antonia Jung, Cluster-Managerin HealthCapital, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH und Florian Schlehofer, Clustermanager Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH dabei.
 

leben, heilen / 12.01.2023
Erneut geburtenstarkes Jahr für das Helios Klinikum Berlin-Buch

© Helios Klinikum Berlin-Buch
© Helios Klinikum Berlin-Buch

Das Team der Geburtshilfe im Helios Klinikum Berlin-Buch half im vergangenen Jahr 2.993 Kindern auf die Welt. Darunter waren 91 Zwillingsgeburten und eine Drillingsgeburt. Der Trend der hohen Geburtenzahlen am Bucher Standort zeigt den guten Ruf des Geburtenzentrums in der Region.

Das Geburtenjahr 2022 in Zahlen

Unter den 2022 in den Kreißsälen des Helios Klinikums Berlin-Buch geborenen Kindern sind 1.551 Jungen und 1.441 Mädchen (1x Geschlecht ohne Angabe). 62 Babys hatten ein Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm und wurden im Perinatalzentrum versorgt. Die Sommermonate Juni, Juli und August waren wieder die geburtsstärksten.

“Ich bin stolz auf unser hervorragend eingespieltes Team. Wir freuen uns sehr, dass sich weiterhin so viele werdende Eltern aus der Region für eine Geburt bei uns im Klinikum entscheiden“, betont Prof. Dr. Michael Untch, Chefarzt der Geburtshilfe und Gynäkologie im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Babyglück im Dreierpack

Am 22. August erblickten bei uns Elano, Fernando und Gino das Licht der Welt und machten ihre Eltern Nadja und Steven aus Wandlitz zu stolzen Drillingseltern. Die Familie ist jetzt eine richtige Großfamilie: Mit den Drillingen haben sie nun sieben Kinder zwischen 0 und 15 Jahren.

Was wir bieten

Das Geburtshilfe-Team sorgt gemeinsam mit dem Neonatologieteam und dem Anästhesieteam für eine liebevolle Betreuung der Schwangeren und der Neugeborenen – von der normalen, komplikationslosen Geburt bis zur Hochrisikoschwangerschaft. Wenn das Baby tatsächlich Hilfe brauchen sollte, bietet unser Perinatalzentrum Level 1 den höchstmöglichen Sicherheitsstandard: Hier ist rund um die Uhr ein interdisziplinäres Spezialistenteam einsatzbereit um Risikoschwangerschaften, kranke Neugeborene und unreife Frühgeborene bestmöglich medizinisch zu versorgen.

Das Helios Klinikum Berlin-Buch gehört zu den größten und modernsten Geburtenzentren Deutschlands mit einem erfahrenen Team aus Hebammen, pflegerischem und ärztlichem Fachpersonalder Gynäkologie und Geburtshilfe, Neonatologie, Kinderchirurgie und der Anästhesie sowie Babylotsinnen.

“Unser Kreißsaal-Team ist ganz hervorragend eingespielt und meistert jede Geburt mit der notwendigen Ruhe und Zuwendung. Jede Geburt ist ein neues, individuelles Wunder. Auch wenn es unser Alltag ist, Babys auf die Welt zu helfen, wird es nie zur Routine. Unser Kreißsaal, Tür an Tür zur Wochenbettstation und Kinderklinik, bietet eine gute und entspannte Atmosphäre ein Kind zu gebähren. Und es ist ein toller Ort zum Arbeiten“, sagt Yvonne Schildai, Leitende Hebamme im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Babynamen-Trends 2022 in Berlin-Buch

Die Gesundheit des Kindes ist für alle werdenden Eltern der allergrößte Wunsch! Auch nicht ganz unbedeutend – die Wahl des Babynamens. Auch für das vergangene Jahr haben wir wieder eine Hitliste der Top 10 Babynamen im Helios Klinikum Berlin-Buch zusammengestellt.

Die beliebtesten Mädchen-Namen

  1. Mia
  2. Charlotte
  3. Lena
  4. Leni/Leonie/Marie
  5. Anna/Ella/Emma/Hanna

Die beliebtesten Jungen-Namen

  1. Leon
  2. Emil
  3. Louis
  4. Theodor/Ben/Felix
  5. Liam/Elias/Lio

2022 wurden auch Babys geboren, die einen nicht so gängigen Vornamen tragen. Zu unseren außergewöhnlichsten Namen gehören:

Die ungewöhnlichsten Mädchen-Namen:

  • Rital (muslimisch für Meeresperle)
  • Wendo Wairimu
  • Heavenly Sharon (bedeutet paradiesisch, himmlisch)

Die ungewöhnlichsten Jungen-Namen:

  • Dino (bedeutet “der Rat der Elfen”, “der ratgebende Elf” und “der von Elfen Beratene”)
  • Ernest Above
  • Landmark (Wahrzeichen, Meilenstein)

Kreißsaal-Live-Chat

Um werdende Eltern bestmöglich über das umfangreiche, individuelle Angebot, aktuelle Maßnahmen und Regelungen in der Geburtshilfe zu informieren, bieten unsere Hebammen einmal im Monat einen Kreißsaal-Live-Chat an. Dieser findet auf Facebook und Instagram statt.

Wissenswertes rund um die Geburt im Helios Klinikum Berlin-Buch finden Sie hier.

Quelle: PM des Helios-Klinikums Buch vom 11.01.2023

www.helios-gesundheit.de

forschen, produzieren, heilen, bilden / 12.01.2023
Experimentieren im Gläsernen Labor: Ein Ferientag rund um das Thema Hefe

Die Hefe arbeitet! Wieviel Gas setzt sie frei? (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)
Die Hefe arbeitet! Wieviel Gas setzt sie frei? (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)

Am Montag, 30. Januar sind noch Plätze in den Forscherferien im Gläsernen Labor frei. Mitmachen können Kinder von 10 bis 14 Jahren. An diesem Tag dreht sich alles ums Thema Hefe:

Was ist eigentlich Hefe? Wie funktioniert das mit dem Hefeteig? Was braucht Hefe zum Wachsen? Finde es mit uns gemeinsam heraus. Zum Mittagessen backen wir Pizza und zum Nachmittag etwas Süßes.

Zeit: 09:00 bis 16:00 Uhr

Kosten für den Ganztagskurs inklusive Mittagessen: 30,00 €

leben, bilden / 09.01.2023
Bildungs- und Teilhabepaket – Bezirk Pankow kooperiert mit der BuT-Beratung

Familien erhalten finanzielle Unterstützung z.B. für Kita-Essen, Nachhilfe oder Klassenfahrten

Anfang Januar hat das Bezirksamt Pankow als erster Berliner Bezirk eine Kooperationsvereinbarung mit der BuT-Beratungsstelle unterzeichnet, um gemeinsam noch mehr Familien mit der Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket finanziell entlasten zu können.

Steigende Preise, eine unsichere Zukunft, Existenzängste – diese Sorgen betreffen momentan vor allem Eltern und junge Menschen. Die gute Nachricht: Es gibt Extragelder für Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre, deren Familien Sozialleistungen empfangen. Über das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) können sie finanzielle Unterstützung für viele kostspielige Dinge bekommen: Schulbedarf und Nachhilfe, Baby-, Sport- und Musikkurse, Fahrtkosten, Ausflüge und Klassenfahrten, Mittagessen in Kita und Schule…

BuT-Beratungsstelle gibt kostenlos Orientierung in fünf Sprachen
Das Problem: Viele wissen nichts von diesen Hilfen oder wie sie zu beantragen sind. Ein Berliner Beratungsteam schafft hier Abhilfe. Die BuT-Beratung ist eine unabhängige, mehrsprachige und niedrigschwellige Anlaufstelle. Sie erklärt Familien und jungen Leuten, welche Gelder sie wie und auf welche Weise beantragen können. „Wichtig ist auch, dass wir alles in eine leichter verständliche Sprache übersetzen. Oft ist das Amtsdeutsch schwer zu verstehen, vor allem auch für Nicht-Muttersprachler“, sagt Olivia Kaut, Leiterin der Beratungsstelle. Deshalb berät das Team nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Russisch, Englisch, Türkisch und Arabisch. Auch auf der Webseite www.but-beratung.de sind alle Informationen übersichtlich gestaltet und in diesen fünf Sprachen zu finden.

Bezirk Pankow schließt als erster Berliner Bezirk eine Kooperation mit der BuT-Beratung ab
Um noch mehr Familien gezielt über die Unterstützungsmöglichkeit aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu informieren und die Inanspruchnahme der Leistungen zu erhöhen, hat das Bezirksamt Pankow nun eine Kooperationsvereinbarung mit der BuT-Beratungsstelle abgeschlossen. Im Rahmen der Kooperation werden u.a. das Pankower Sozialamt und das BuT-Beratungsteam eng miteinander verzahnt. Darüber hinaus unterstützt das Bezirksamt Pankow die Bekanntmachung der BuT-Beratung, indem es an Orten und bei Veranstaltungen, die von Familien aufgesucht werden, über das Angebot informiert – darunter Bibliotheken, Familien- und Stadtteilzentren, Jugendfreizeiteinrichtungen und natürlich die zahlreichen Dienstgebäude der Verwaltung. Bezirksbürgermeister Sören Benn betont: „Damit die finanziellen Hilfen auch bei den Menschen ankommen, die sie dringend benötigen, müssen wir alle Mittel und Wege nutzen, um diese Familien zu erreichen. Ich freue mich sehr, dass das Team der BuT-Beratung und unsere Bezirksverwaltung nun mit vereinten Kräften an diesem Ziel arbeiten!“

BuT auf einen Blick:

Wer kann Leistungen aus dem das Bildungs- und Teilhabepaket bekommen?
Kinder und junge Menschen von 0 bis 25 Jahre aus Familien, die Sozialleistungen erhalten (ALG II / Bürgergeld, Sozialgeld, Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag, Leistungen nach dem AsylbLG).

Wie können sich Interessierte beraten lassen?
• entweder Kontaktformular auf der Website www.but-beratung.de ausfüllen und auf Rückruf warten,
• oder telefonisch unter 030 - 5771 3004 0 von Mo.-Fr. 9-15 Uhr (Deutsch, Russisch, Englisch, Türkisch und Arabisch),
• oder per E-Mail an info@but-beratung.de

 

Weitere Infos:
www.but-beratung.de

 

 

 

 

 

forschen, produzieren, heilen, bilden / 09.01.2023
Campus Berlin-Buch richtet wieder „Jugend forscht“ aus

Wettbewerbsplakat für 2023 © Jugend forscht
Wettbewerbsplakat für 2023 © Jugend forscht

"Mach Ideen groß“ – so lautet das diesjährige Motto des bundesweiten Wettbewerbs Jugend forscht. Auf dem Campus Berlin-Buch findet er in diesem Jahr in Präsenz statt.

Die Pateneinrichtungen am Zukunftsort Berlin-Buch betreuen in diesem Jahr 29 Projekte junger Berliner MINT-Talente. Es wird wieder sehr spannend zu sehen, welche neuen Denkansätze und Problemlösungen eingebracht werden!

Am 14. und 15. Februar 2023 lädt der Campus zum Wettbewerb nach Buch ein. Mit dabei sind Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren. Am ersten Tag stellen die Teilnehmenden ihre Projekte an Ständen der Jury, der Presse und der Öffentlichkeit vor - ein wichtiger Teil, der nach der Pandemie endlich wieder stattfinden darf. Die Jury bewertet die Beiträge und gibt am Tag darauf die Gewinner:innen bekannt, die sich damit für den Berliner Landeswettbewerb qualifiziert haben.

Der Campus Buch ist einer der vier Standorte von Jugend forscht in Berlin. Als Paten richten den Wettbewerb aus: das Max Delbrück Center, das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), die Campus Berlin-Buch GmbH und – assoziiert – das Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von MDC und Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sie organisieren gemeinsam den Regionalwettbewerb – von der Einführungsveranstaltung über die Gestaltung der Präsentationen und deren Bewertung durch die Jury, bis hin zur Siegerehrung.

 „Es gibt jedes Mal überraschende Ideen und Ansätze“, sagt Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der Campus Berlin-Buch GmbH. „Der Wettbewerb bietet die einmalige Chance für junge Menschen, Ideen tatsächlich umzusetzen – zu schauen, ob es funktioniert und auch andere begeistert. Auf unserem Campus können die Jugendlichen zudem Tuchfühlung mit der Forschung aufnehmen. Ich kann nur empfehlen, sich bei diesem Wettbewerb auszuprobieren.“

Über den Wettbewerb
„Jugend forscht“ ist der größte und bekannteste naturwissenschaftlich-technische Nachwuchswettbewerb Deutschlands. Er ist eine gemeinsame Initiative von Bundesregierung, der Zeitschrift „stern“, Wirtschaft, Wissenschaft und Schulen. Ziel ist es, besondere Leistungen und Begabungen von Jugendlichen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu fördern. In sieben Fachgebieten treten jährlich junge Forscherinnen und Forscher an. Ab Klasse 4 können talentierte Kinder in der Juniorensparte „Schüler experimentieren“ teilnehmen. Jugendliche ab 15 Jahren starten in der Sparte „Jugend forscht“. Veranstaltet wird der Wettbewerb von der Stiftung Jugend forscht e.V.
www.jugend-forscht.de
https://jufo-berlin.de/#

Über den Campus Berlin-Buch
Der Campus Berlin-Buch ist ein moderner Wissenschafts-, Gesundheits- und Biotechnologiepark und einer der elf Berliner Zukunftsorte.
Alleinstellungsmerkmale sind der klare inhaltliche Fokus auf Biomedizin und das enge räumliche und inhaltliche Zusammenwirken von Forschungsinstituten, Kliniken und Biotechnologie-Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erforschung molekularer Ursachen von Krebs,- Herzkreislauf- und neurodegenerativen Erkrankungen, eine interdisziplinär angelegte Grundlagenforschung zur Entwicklung neuer Therapien und Diagnoseverfahren, eine patientenorientierte Forschung und die unternehmerische Umsetzung biomedizinischer Erkenntnisse.
Dank exzellenter Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen im BiotechPark hat der Campus ein herausragendes Innovations- und Wachstumspotenzial. Dazu gehören als Einrichtungen der Grundlagenforschung das Max Delbrück Center und das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), das gemeinsam von MDC und Charité – Universitätsmedizin Berlin betriebene und auf klinische Forschung spezialisierte Experimental and Clinical Research Center (ECRC) sowie das Berlin Institute of Health (BIH).
Der BiotechPark Berlin-Buch gehört mit über 70 Unternehmen, 820 Beschäftigten und rund 31.000 Quadratmetern Büro- und Laborfläche zu den führenden Technologieparks in Deutschland.
Seit 1992 sind über 600 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln durch die EU, den Bund und das Land Berlin in den Campus Berlin-Buch investiert worden, um diese Synergien zu unterstützen.

leben / 06.01.2023
Repair-Café und “Bibliothek der Dinge” in Buch

Im Repair-Café (Foto: Kristiane Spitz, Bucher Bote)
Im Repair-Café (Foto: Kristiane Spitz, Bucher Bote)

Es ist nachhaltig, die Dinge so lange wie möglich zu benutzen - das Repair-Café im Bürgerhaus macht es möglich. Hier kann man auch Geräte leihen.

Wie oft überlegt man, ältere Dinge zu reparieren, weiß dann aber nicht genau, wer das könnte und schiebt die Sache auf. Dies lässt sich jetzt anders angehen. Die „Selbsthilfe in Buch“ hat seit einiger Zeit im Bucher Bürgerhaus ein „Repaircafé“ eingerichtet. Hier findet man handwerklich geschickte Menschen, die die Dinge vielleicht wieder zum Laufen bekommen. Bei Kaffee und Kuchen bekommt man auf Spendenbasis Rat und Tat - und handelt dabei im besten Sinne nachhaltig.

Am  16. und 30. Januar findet das Repair-Café von 14:30 – 17:30 Uhr statt, und zwar im 1. OG des Bürgerhauses.

Ein weiteres neues Projekt, das auch auf Spendenbasis arbeitet, klingt fast poetisch: „Die Bibliothek der Dinge“. Was steckt dahinter? „Wir wollen, dass sich Nachbarn gegenseitig unterstützen. Das Ziel ist, weniger zu kaufen und wegzuschmeißen, sondern lieber zu tauschen, zu leihen, zu reparieren. In der 'Bibliothek der Dinge' versammeln wir all das, was jeder irgendwann mal braucht, es sich aber nicht unbedingt selbst anschaffen sollte – kostspielige Haushaltsgeräte, Tapeziertische, Gartengeräte etc. Wer so etwas gekauft hat, aber nicht mehr braucht, kann es gerne bei uns abgeben. Wir verleihen es dann an die Nachbarschaft. Momentan ist unsere Bibliothek im Wachsen begriffen. Neben zwei Gitarren, einem Dampfentsafter, einem Dörrgerät haben wir auch schon einige andere technische Geräte“, so Julia Scholz.

Leiter der "Bibliothek" wird Wolfgang aus Karow sein. Er freut sich über Ideen und Geräte, die für die Bibliothek der Dinge abgegeben werden können. Auch wer selbst mitmachen will, kann sich melden.

Kontakt: selbsthilfeinbuch@albatrosggmbh.de; telefonische Kontakt ab Februar.

Selbsthilfe in Buch <https://www.selbsthilfe-nord.berlin/>

Selbsthilfe in Buch
Im Bucher Bürgerhaus, 1. OG
Franz-Schmidt Str. 8 – 10
13125 Berlin

Autorin: Kristiane Spitz, Bucher Bote
 

leben / 05.01.2023
Baubeginn zur Wiedererrichtung des Turms der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch

Doppelt so hoch im Stadtbild, heller und mit neuem Klang im Innenraum - so wird sich die Schlosskirche verändern. Die Glocken werden wieder von hoch oben läuten.(Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)
Doppelt so hoch im Stadtbild, heller und mit neuem Klang im Innenraum - so wird sich die Schlosskirche verändern. Die Glocken werden wieder von hoch oben läuten.(Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)

Die Bucher Schlosskirche ist eine von nur vier barocken Kirchen in Berlin. Sie wurde 1736 von Friedrich Wilhelm Diterichs (1702-1782) unter dem Patronat des preußischen Staatsministers Adam Otto von Viereck (1684-1758) erbaut und ist ein schönes und wichtiges Zeugnis des preußischen (Berliner) Barocks.

Am 19. November 1943 wurde sie von einer Brandbombe getroffen. Der Turm brannte und stürzte in das Kirchgebäude, das dadurch ebenfalls ausbrannte. Unter schwierigen Nachkriegsbedingungen in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist es Buch gelungen, die Kirche vor dem Abriss zu bewahren. Sie wurde mit einem Notdach gedeckt und wurde damit als Gotteshaus wieder nutzbar.

Danach wurden mehrere restoratorische und substanzerhaltende Maßnahmen notwendig. Bisher war es jedoch nicht gelungen, den schönen barocken Turm wieder aufzubauen.

Deshalb gründeten im Dezember 2007 zehn Bucher Bürger den Förderverein zum denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch e.V. mit dem Ziel, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, Buch sein Wahrzeichen und Identifikationspunkt wiederzugeben.

Seit also 15 Jahren setzt sich nun der Förderverein, der zeitweise über 220 Mitglieder hatte, durch Einwerbung von Fördermitteln und Spenden für den Wiederaufbau des Turmes ein.

Hoher Einsatz für das Ziel - für das der Förderverein 2022 den Ehrenamtspreis von Pankow erhielt

In dieser Zeit wurden rund 800 Tausend Euro durch Mitgliedsbeiträge und Spenden eingeworben. Ein wesentliches Spendenaufkommen (ca. 100 T€) wurde durch einen Bauteil-Spenden-Katalog und eine Zuwendung der Stiftung Preußisches Kulturerbe (100 T€) erreicht. Zahlreichen Privatspendern, Privaten Stiftungen und Institutionen verdanken wir den größten Anteil. Darüber hinaus führten Benefizveranstaltungen (bis zu 12 Benefizkonzerte, Ausstellungen, Lesungen und Vorträge pro Jahr) zu weiteren Einnahmen und bereicherten das kulturelle Leben in Berlin-Buch.

Nach 10 Jahren häufig wiederholter Antragsstellung wurde im Jahr 2018 schließlich durch Förderzusagen durch die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) und das Land Berlin (in Höhe von insgesamt 4,35 Mio.€) die Sanierung des Gesamtensembles Schlosskirche Buch möglich.

Durch die gute Zusammenarbeit von Förderverein und Kirchengemeinde konnte das Gesamtprojekt „Umfassende Sanierung der Schlosskirche Buch mit Kirchturm und Kirchhof“ auf den Weg gebracht werden.

Die Fördermittel konnten erst im Dezember 2021 freigegeben werden. Damit konnten aber die Ausführungsplanungen und Ausschreibungen, nicht nur für den Wiederaufbau des Turmes, sondern auch der Sanierung des Kirchraumes und der Außenanlagen umgesetzt werden.

Grundlagenuntersuchungen, die in den Jahren 2009-11 von DESCHAN und HANNUSCH in Zusammenarbeit mit der damaligen Beuth-Hochschule für Technik durchgeführt worden waren, führten zu dem Ergebnis, dass der Wiederaufbau des Turmes technisch möglich und mit vertretbarem Aufwand ausführbar ist.

Die Vorplanungen und Kostenschätzungen wurden von dem Potsdamer Architekturbüro BERND REDLICH übernommen.

Die Ausführungsplanungen liegen in der Hand der Berliner Architekten JORDI & KELLER.

Beide Architekturbüros arbeiten seit Febr.2021 sehr intensiv mit der Bauherrin, der Evangelischen Gemeinde, den Fördermittelgebern (BKM und Bezirksamt Pankow), dem Denkmalschutz sowie mit den bauüberwachenden und beratenden Institutionen (BBR und Kirchliches Bauamt) zusammen.

In der 43. Kalenderwoche 2022 soll nun der erste Bauabschnitt, die Wiedererrichtung des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch, mit dem Aufstellen von Gerüsten eingeleitet und damit endlich sichtbar werden.

2023 soll der Turm fertiggestellt sein und mit den weiteren Sanierungsarbeiten begonnen werden.

Teuerung erfordert weiterhin dringend Spenden

Da wir mit erheblichen Preissteigerungen rechnen müssen, sind zur Realisierung des Projektes weitere Spenden dringend notwendig.

Weitere Informationen, so über die Entwicklung der Baumaßnahmen, erhalten Sie künftig beim:

1. Gemeindekirchenrat der Ev.KG Buch

2. Förderverein Kirchturm Buch

Spenden erbitten wir weiterhin:

Ev. KG Buch
DE36 1005 0000 4955 1927 05
BELADEBEXXX
Berliner Sparkasse
Sanierung Schlosskirche Buch

Förderverein Kirchturm Buch e.V.
DE76 1009 0000 2101 7710 00
BEVODEBB
Berliner Volksbank eG
Wiederaufbau Kirchturm Buch

www.schlosskirche-berlin-buch.de/kirchensanierung

forschen, produzieren / 03.01.2023
Mit Expertise und Mut - MyoPax startet am Zukunftsort Berlin-Buch

(V.L.) PROF. DR. MED. SIMONE SPULER UND DR. MED. SCHÖWEL-WOLF (Foto: Felix Petermann, MDC)
(V.L.) PROF. DR. MED. SIMONE SPULER UND DR. MED. SCHÖWEL-WOLF (Foto: Felix Petermann, MDC)

MyoPax entwickelt regenerative Therapien für bisher unheilbare Muskelkrankheiten. Ein Interview mit den Gründerinnen, Prof. Dr. med. Simone Spuler und Dr. med. Verena Schöwel-Wolf, CEO


MyoPax ist aus dem Max Delbrück Center und der Charité hervorgegangen. Was zeichnet Ihr Start-up aus?

Dr. Schöwel-Wolf: Muskelerkrankungen können die Lebensqualität dramatisch senken und lebensbedrohliche Folgen haben. In der Arbeitsgruppe von Prof. Simone Spuler am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) hat unser Team eine innovative Stammzelltechnologie entwickelt, die das fundamental ändern könnte. Mit der neuen Methode ist es jetzt möglich, reine und hochregenerative Muskelstammzellen herzustellen, die das Potenzial haben, einen menschlichen Muskel und dessen Stammzellen-Pool langfristig wiederaufzubauen. Wir verbinden Zell- und Gentechnologie und entwickeln erstmals Therapien für lokale Muskeldefekte, akuten Muskelschwund und genetisch bedingte Muskeldystrophien, die bisher nicht heilbar oder nicht ausreichend behandelbar sind.
Prof. Spuler: Unser Start-up beschreitet völlig neue Wege, das erfordert Mut. Unser Modell gibt noch nicht. Aber unser Team verbindet seit vielen Jahren Muskel-Forschung und die Arbeit in der Hochschulambulanz für Muskelkrankheiten. Es ist klinisch und wissenschaftlich erfahren und verfügt über die nötige regulatorische sowie Herstellungsexpertise.
 

Wie wurden Sie bei der Ausgründung unterstützt?

Dr. Schöwel-Wolf: Das Max Delbrück Center hat unser Projekt in seinem Inkubator mit den Programmen PreGoBio und SPOT vorangetrieben. Die Therapieentwicklung wurde über das SPARK-Programm des Berlin Institute of Health (BIH) elementar gestärkt und beschleunigt. Die Unterstützung reichte von der Technologieplattform des ECRC über den Helmholtz-Validierungsfonds, die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung und die Stiftung Gisela-Krebs bis hin zum Bundesministerium für Bildung und Forschung, das die erste klinische Studie finanziert. Bei der Patentierung haben uns Ascenion und der Technologietransfer der Charité begleitet.
 

MyoPax hat die Aufnahme in den Inkubator der Stiftung BioInnovation Institute (BII) in Kopenhagen geschafft.

Dr. Schöwel-Wolf: Wir sind sehr froh, ein zusätzliches inspirierendes Netzwerk in Europa gefunden zu haben. Über unsere zweite Firma MyoPax Denmark ApS haben wir von der Stiftung BII ein Wandeldarlehen über 1,3 Millionen Euro erhalten. Das ist der Startpunkt, um MyoPax zu einem international wettbewerbsfähigen Unternehmen aufzubauen. Die BII unterstützt uns zusätzlich strategisch bei der Geschäftsentwicklung.
 

Mit welchem Projekt starten Sie?

Dr. Schöwel-Wolf: Wir werden 2023 eine Studie beginnen, die auf eine seltene Krankheit von Kindern fokussiert, bei der der Blasenschließmuskel unvollständig ausgebildet ist. Dieser Muskeldefekt beruht auf einer verzögerten Zellmigration in der embryonalen Entwicklung und bewirkt eine lebenslange Inkontinenz. Wir wollen diesen Muskel wiederherstellen, indem wir Muskelstammzellen aus einer Muskelbiopsie herstellen und sie dort injizieren, wo sie fehlen. Weil es sich um einen definierten Muskeldefekt handelt, ist diese Krankheit gut geeignet, um die Sicherheit und Wirksamkeit unseres therapeutischen Ansatzes erstmalig zu prüfen.
Prof. Spuler: Dazu kommt, dass bei seltenen Erkrankungen eine vorläufige Marktzulassung bereits nach einer ersten klinischen Studie beantragt werden kann. Seltene Krankheiten sind von den Zulassungsbehörden besonders geschützt, insbesondere vor Wettbewerbern. 2026 werden wir diese erste Studie abgeschlossen haben.
 

Welche Meilensteine sollen folgen?

Prof. Spuler: Wir entwickeln drei Plattformen. Die erste Technologie arbeitet mit patienteneigenen natürlichen Muskelstammzellen, um muskuläre Defekte zu beheben, die nicht auf einer genetischen Störung beruhen. Die zweite Plattform entwickeln wir für erblich bedingte Muskelkrankheiten. Hier wollen wir einzelne Muskeln mit patienteneigenen Zellen therapieren. Der genetische Defekt der Zellen wird dabei außerhalb des Körpers mittels Gene-Editing korrigiert. Anschließend werden die geheilten Zellen in den Muskel injiziert. So wird für jeden Patienten ein eigenes Therapeutikum hergestellt. Die dritte Plattform ist noch am weitesten entfernt von einer klinischen Studie. Hier werden die Muskelstammzellen aus induzierten pluripotenten Stammzellen generiert. Grundlage dafür sind Blutzellen, die patientenunabhängig in hoher Zellzahl verfügbar sind. Somit ist das Verfahren schneller und kostengünstiger.

Interview: Christine Minkewitz / Campus Berlin-Buch GmbH


Das Interview erschien zuerst im Standortjournal buchinside 02/2022.

myopax.com

leben / 21.12.2022
Solidaritätspartnerschaft mit westukrainischer Stadt Riwne

Nach Kontaktaufnahme wird jetzt dringend um Spenden gebeten

Spendenaufruf im Rahmen der Solidaritätspartnerschaft mit der westukrainischen Stadt Riwne
Die Bezirksverordnetenversammlung Pankow hat auf ihrer Dezembertagung das Bezirksamt ersucht, eine Solidaritätspartnerschaft mit der westukrainischen Stadt Riwne einzugehen. Das Bezirksamt hat daraufhin unmittelbar mit der Kontaktaufnahme begonnen und ein Spendenkonto eingerichtet.

Bezirksbürgermeister Sören Benn: „Seit über 300 Tagen hält die Ukraine der russischen Invasion stand und ringt darum, den Invasoren zurückzuschlagen. Russland zerstört dabei mit Dauerbombardements systematisch die ukrainische Infrastruktur und löst mit seinem Krieg millionenfache Fluchtbewegungen aus, die nicht nur ins Ausland gehen, sondern auch in Städte der Westukraine wie Riwne.
Dies stellt die Menschen dort vor enorme Herausforderungen. Gebraucht werden Medikamente, Medizinprodukte, Ersatzteile, Generatoren, Powerbanks, Winterkleidung, Transportkapazitäten und Vieles mehr.
Ich bitte Sie daher, helfen Sie uns dabei, der Stadt Riwne ganz konkret zu helfen. Das können Sie durch eine Spende auf das folgende Konto tun:

Bezirkskasse Pankow,
IBAN DE06 1005 0000 4163 6100 01,
Verwendungszweck: 0833000220971 / Ukraine-Riwne

Wir werden in Absprache mit der Stadt Riwne und in Kooperation mit anderen Hilfestrukturen das Spendengeld zielgerichtet zum Erwerb und Transport dringend notwendiger Hilfsgüter einsetzen und darüber transparent Rechenschaft ablegen. Gleichzeitig wollen wir zwischenmenschliche Kontakte und  zivilgesellschaftliche Brücken aufbauen, die Riwne nicht nur  bei der Integration Geflüchteter unterstützen können, sondern auch dabei helfen, Perspektiven für die Stadtentwicklung über die Zeit des Krieges hinaus zu schaffen.“

Bezirksbürgermeister Benn hat dem Bürgermeister der Stadt Riwne einen entsprechenden Brief übersandt, in dem er u.a. die Absicht erklärt, Riwne so bald wie möglich besuchen zu wollen, um sich ein eigenes Bild von der Lage der Menschen und den Bedarfen vor Ort machen zu können.


 

produzieren / 20.12.2022
Wechsel im Aufsichtsrat der Eckert & Ziegler AG

Die Eckert Wagniskapital und Frühphasenfinanzierung GmbH hat die Strahlenphysikerin Paola Eckert-Palvarini als ihre neue Vertreterin in den Aufsichtsrat der Eckert & Ziegler AG (ISIN DE0005659700, SDAX) entsendet. Sie ersetzt die Sinologin Jutta Ludwig, die zum 01.01.2023 als Asienbeauftragte in den Vorstand der Eckert & Ziegler AG wechselt.

Frau Eckert-Palvarini studierte Physik in Mailand und war in der Vergangenheit u.a. Verwaltungsrätin der an der Brüsseler EURONEXT notierten Eckert & Ziegler BEBIG SA. Die gebürtige Italienerin ist Gesellschafterin des Eckert & Ziegler Hauptaktionärs Eckert Wagniskapital und Frühphasenfinanzierung GmbH und mit der Gruppe seit langem vertraut.

www.ezag.com

produzieren / 19.12.2022
Veränderungen im Vorstand der Eckert & Ziegler AG

Der Gründer und Vorstandsvorsitzende der Eckert & Ziegler AG (ISIN DE0005659700, SDAX), Dr. Andreas Eckert, hat der Gesellschaft heute mitgeteilt, dass er zur Hauptversammlung Mitte 2023 aus dem Vorstand ausscheiden und in den Aufsichtsrat der Gesellschaft wechseln möchte. Zuvor hatte der Aufsichtsrat für jeweils zwei Jahre zwei zusätzliche Vorstände ab dem 1.1.2023 berufen, Dr. Hakim Bouterfa für die klinische Entwicklung und Jutta Ludwig für das Asien-Geschäft. Beide sind dem Unternehmen schon lange verbunden und sollen nunmehr auf Vorstandsebene zur Entlastung von Dr. Harald Hasselmann beitragen, den Eckert als künftigen CEO vorschlug.

Anlass für die Umstrukturierung gab die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde, der Eckert & Ziegler AG die Durchführung einer Zulassungsstudie der Phase III zu erlauben. Sie machte eine Neuadjustierung der Aufgabengebiete notwendig. Zugleich bot sie Gelegenheit, einen anstehenden Generationswechsel vorzubereiten. Eckert leitet als einer der dienstältesten Vorstandsvorsitzenden einer börsennotierten deutschen Publikumsgesellschaft das Unternehmen seit nunmehr über 30 Jahren und will sich aus dem unmittelbaren operativen Geschäft zurückziehen.

Die Eckert Wagniskapital und Frühphasenfinanzierung GmbH, die mehr als 30% der Aktien an der Eckert & Ziegler AG hält und ein Entsendungsrecht für den Aufsichtsrat besitzt, wird den Wechsel von Eckert unterstützen, so dass dem Übergang weder das Aktienrecht noch die Empfehlungen des Kodex guter Unternehmensführung entgegenstehen.

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forschen / 14.12.2022
Die Schwelle zur Krankheit verstehen

Proben in der Biobank. © Max Delbrück Center/David Ausserhofer
Proben in der Biobank. © Max Delbrück Center/David Ausserhofer

Forschende der Charité und des Max Delbrück Centers bringen europäischen Verbund auf den Weg

Was wäre, wenn Krankheiten gar nicht erst entstünden? Wie genau verläuft der Übergang von Gesundheit zu Krankheit? Was sagen uns entzündliche Vorboten von Erkrankungen? Und wie beeinflussen Ernährung und Darmmikrobiom zusammen das Immunsystem? Unter der Leitung von Forschenden der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max Delbrück Centers suchen Teams in Deutschland und mehreren europäischen Ländern nach Strategien der Gesunderhaltung sowie nach Möglichkeiten, Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Die Europäische Union fördert das Projekt IMMEDIATE in den kommenden vier Jahren mit mehr als sieben Millionen Euro.

Am Anfang vieler organischer Krankheiten steht eine chronische Entzündung. Was bei diesem Übergang von gesund zu krank auf molekularer Ebene im Körper passiert, ist jedoch weitgehend unbekannt. Mit dem Vorhaben namens IMMEDIATE wollen europäische und israelische Forschende das im Verborgenen ablaufende Geschehen nun näher beleuchten und herausfinden, inwieweit es sich durch die Ernährung und das Mikrobiom des Darms so verändern lässt, dass sich Erkrankungen gar nicht erst entwickeln. Die Bezeichnung IMMEDIATE steht für „Imminent Disease Prediction and Prevention at the Environment Host Interface“, übersetzt „Unmittelbare Krankheitsvorhersage und -prävention an der Schnittstelle zwischen Umwelt und Wirt“.

Um individuelle Krankheitsrisiken abschätzen und rechtzeitig eingreifen zu können, sollen im Zuge der Arbeiten messbare Indikatoren, sogenannte Biomarker, gefunden werden, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Friedemann Paul, Direktor des Experimental and Clinical Research Center (ECRC), eine gemeinsame Einrichtung von Charité und Max Delbrück Center: „Wir möchten zunächst die entzündlichen Prozesse, die der Fehlfunktion oder Schädigung eines Organs vorausgehen, besser verstehen. Außerdem wollen wir Biomarker identifizieren, anhand derer wir Prozesse nachweisen können, noch ehe es zu Krankheitssymptomen kommt.“ Hierfür werden die Forschenden unter anderem modernste Omics-Technologien anwenden und klinische Daten sowie Bioproben aus drei laufenden Beobachtungsstudien nutzen. „Dabei handelt es sich um die deutsche NAKO Gesundheitsstudie und um eine Kohorte von Patientinnen und Patienten der multizentrischen KTx360°-Studie an Transplantationszentren, denen eine Niere transplantiert und somit die Nierenfunktion neu gestartet wurde. Hinzu kommt eine spezifische israelische Kohorte“, so Privatdozentin Dr. Chotima Böttcher vom ECRC, die das Projekt mitkoordiniert.

Mit umfangreichen Proteom-Analysen wird eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Tobias Pischon am Max Delbrück Center zu dem Vorhaben beitragen. Eine Vielzahl von Entzündungsmarkern will das Team bestimmen und Signaturen identifizieren, die mit Änderungen der Herz-Kreislauf- und Nierenfunktion sowie des Stoffwechsels in Zusammenhang stehen. Anschließend werden die Forschenden prüfen, ob sich diese Signaturen bei verschiedenen Erkrankungen ähneln oder voneinander unterscheiden. Parallel dazu wird sich unter der Leitung von Dr. Sofia Forslund eine Arbeitsgruppe am Max Delbrück Center und ECRC mit der Frage beschäftigen, ob ein bestimmter Darmkeim Entzündungen lindern kann. „Unser Ziel ist es, zu verstehen, wie und warum Interventionen wie eine bestimmte Ernährung oder die Gabe spezieller Mikrobiotika die Zusammensetzung des Darmmikrobioms verändern – und wie Stoffwechselprodukte der Mikroben das Immunsystem beeinflussen“, sagt Dr. Forslund. Dieses Wissen soll es zukünftig ermöglichen, Krankheiten zu verhindern und Gesundheit gezielt zu fördern. Das Team um Dr. Forslund wird die erforderlichen Infrastrukturen und Analysemethoden entwickeln, um die riesigen Mengen an Daten, die mit Omics-Technologien generiert werden, zu sammeln und mithilfe künstlicher Intelligenz auszuwerten. Weitere Forschende der Charité und Arbeitsgruppen am Campus Berlin-Buch sind an dem umfangreichen Analysevorhaben beteiligt, darunter die Gruppen „Proteomics“ um Dr. Philipp Mertins, „Metabolomik“ um Dr. Jennifer Kirwan, „Immun-mikrobielle Dynamiken bei kardiorenalen Erkrankungen“ um Dr. Nicola Wilck und die Clinical Research Unit von Dr. Anja Mähler.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in einem weiteren Schritt in der Praxis erprobt werden. Dazu plant das IMMEDIATE-Konsortium eigene Interventionsstudien – etwa eine Untersuchung mit rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die in einem Krankenhaus arbeiten. „Da unsere Probandinnen und Probanden aufgrund ihres Jobs häufig viel Stress haben sowie meist unregelmäßig und eher ungesund essen, gehen wir davon aus, dass ihre Entzündungswerte erhöht sind“, vermutet Privatdozentin Böttcher. Die Forschenden wollen unter anderem herausfinden, ob sich durch die Gabe der entzündungshemmenden Mikrobe Akkermansia muciniphila sowohl die Biomarker als auch das Wohlbefinden der Probandinnen und Probanden zum Positiven verändern lassen. Helfen sollen dabei mobile Apps, die das IMMEDIATE-Team in Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen entwickelt hat. Diese geben Feedback und liefern Anleitungen, um erprobte gesundheitsfördernde Maßnahmen leichter ins eigene Leben zu integrieren – auf dass ihre Nutzerinnen und Nutzer bereits vor der Schwelle zur Krankheit stehenbleiben und umkehren.

Über IMMEDIATE
Koordiniert wird der Verbund, an dem insgesamt zwölf europäische Einrichtungen beteiligt sind, von Prof. Dr. Friedemann Paul, Direktor des Experimental and Clinical Research Center (ECRC), eine gemeinsame Einrichtung von Charité und Max Delbrück Center. Prof. Paul ist Prodekan für Forschung mit klinischem Schwerpunkt an der Charité und Wissenschaftler am NeuroCure Clinical Research Center. Finanziell unterstützt wird das neue Vorhaben im europäischen Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe mit insgesamt rund 7,2 Millionen Euro. Die Charité erhält davon gut 1,6 Millionen Euro, das Max Delbrück Center rund eine Million Euro. Das European Research and Project Office (Eurice) ist an der Planung und Umsetzung des Großprojekts ebenfalls beteiligt. IMMEDIATE wird am 1. Januar 2023 starten und hat eine Laufzeit von 4 Jahren. Die Grant Agreement No. ist 101095540.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Charité und des Max Delbrück Centers
Die Schwelle zur Krankheit verstehen

investieren / 13.12.2022
Glycotope mit südkoreanischem Partner gegen Brustkrebs

Glycotope entwickelt mit einer firmeneigenen Technologieplattform monoklonale Antikörper mit verbesserter Tumorspezifität für die (Immun-)Onkologie, die auf die Zucker-Anhänge an Proteinen gerichtet sind (sogenannte GlycoTargets). Nun kann das Berliner Unternehmen, das im Wesentlichen von den Gebrüdern Strüngmann sowie dem Berliner Seriengründer Andreas Eckert (Eckert & Ziegler AG) finanziert wird, eine neue Kooperation mit der südkoreanischen Stammzellfirma Therabest vermelden.

Lesen Sie auf www.transkript.de den vollen Artikel:

https://transkript.de/news/glycotope-mit-suedkoreanischem-partner-gegen-brustkrebs.html

forschen, produzieren, leben, heilen, bilden / 13.12.2022
Die neue Ausgabe des Standortjournals buchinside ist erschienen

Titelbild der buchinside 2022/02
Titelbild der buchinside 2022/02

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

wer heute unseren Forschungscampus besucht, erlebt Aufbruch. Nach den zwei Pandemiejahren pulsiert wieder das Leben: Der BerlinBioCube, ein Gründerzentrum für die Start-up-Szene, wächst und soll 2023 eröffnet werden. Darauf freuen wir uns sehr. Neue Häuser entstehen, bestehende Gebäude werden modernisiert, und aufgerissene Straßen zeugen von der Erneuerung unserer Infrastruktur. Arbeitsgruppen ziehen um und viele neue Teams richten ihre Labore ein. Junge Menschen aus aller Welt strömen jeden Morgen mit Bahn, Bus oder auf dem Rad hierher, um zu forschen. Mit viel Energie und jeder Menge Ambition starten sie hier bei uns ihre wissenschaftliche Karriere oder setzen diese fort. Eine wunderbare Sprachenvielfalt klingt auf der Wiese, in den Laboren und in der Mensa. Kein Zweifel: Der Campus Berlin Buch ist ein Anziehungspunkt für die internationale biomedizinische Community. Und mittendrin sind wir – das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der´Helmholtz-Gemeinschaft (Max Delbrück Center) und das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) – als Herz dieser Gemeinschaft.

Ob vor 30 Jahren eine ähnliche Aufbruchsstimmung zu spüren war? Jedenfalls sind seit 1992, als unsere beiden Institute gegründet wurden, zwei großartige Zentren gewachsen, beide der molekularen Grundlagenforschung verschrieben, welche die dynamische Entwicklung der Biomedizin und der molekularen Pharmakologie von hier aus und in nationalen wie internationalen Netzwerken beschleunigen. Wir treiben Erkenntnis und technologischen Fortschritt voran und tragen so dazu bei, dass Volkskrankheiten wie Krebs, Herzkreislauf- oder neurodegenerative Erkrankungen, aber auch manch seltene Erkrankung besser verstanden, möglichst früh erkannt und behandelt werden können. Langfristig setzen wir auf Prävention. Wir wollen Ärztinnen und Ärzten mit unserem Wissen und unseren Innovationen, mit von uns entwickelten Wirkstoffen und Therapien die Möglichkeit geben, Krankheitsprozesse zu stoppen, bevor überhaupt gravierende Symptome auftreten, und gesundes Altern zu ermöglichen. FMP und Max Delbrück Center eint diese Vision: Mit exzellenter Grundlagenforschung und neuen Technologien wollen wir hier von Berlin aus die Gesundheit der Menschen verbessern. Und dafür arbeiten wir intensiv zusammen.

Unsere Teams haben dabei immer wieder Neues probiert und Brücken in die Anwendung, also zu den Patientinnen und Patienten, geschlagen. Unsere Ausgründungen – ob Omeicos, T-knife, MyoPax oder Tubulis und PROSION – erzählen davon eigene Geschichten. Auch unsere enge Verflechtung mit Kliniken sind ein Beleg dafür. Die Kinder, Jugendlichen und Lehrer:innen, die gemeinsam mit unseren Forscher:innen im Gläsernen Labor oder während der Langen Nacht der Wissenschaften die Biomedizin kennenlernen dürfen und von denen wir sicherlich einige für die Lebenswissenschaften begeistern konnten, bestärken uns in unserer Arbeit.

Doch wir bleiben nicht stehen. In diesem agilen internationalen Zentrum der biomedizinischen Forschung, das sich auf dem Campus entwickelt, verstehen wir uns als Taktgeber, die Innovationen fördern. Deshalb setzen wir alles daran, unsere Synergien noch besser zu nutzen und die Zusammenarbeit über Fächer- und Institutsgrenzen hinweg zu vertiefen.

Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet. Denn vieles, das es braucht, ist schon da: exzellente Ausstattung, ausgewiesene Expert:innen der verschiedenen Disziplinen und dazu unzählige junge, neugierige, aufgeschlossene Menschen aus aller Welt. Ihr Spirit und ihre Begeisterung für die Medizin von morgen wird uns tragen!
 

Prof. Dr. Volker Haucke
Direktor am FMP

 

Prof. Dr. Maike Sander
Wissenschaftliche Vorständin des Max Delbrück Center

 

Hier geht es zur neuen Ausgabe: www.berlin-buch.com/de/buchinside

forschen / 12.12.2022
Max Delbrück Center feiert 30-jähriges Bestehen

(v.l.) Wissenschaftssenatorin Ulrike Gote, Wissenschaftliche Vorständin des Max Delbrück Center, Maike Sander, Vorsitzende des MDC-Aufsichtsrats Veronika von Messling und Thomas Sommer, ehem. Vorstand (Foto: David Ausserhofer, MDC)
(v.l.) Wissenschaftssenatorin Ulrike Gote, Wissenschaftliche Vorständin des Max Delbrück Center, Maike Sander, Vorsitzende des MDC-Aufsichtsrats Veronika von Messling und Thomas Sommer, ehem. Vorstand (Foto: David Ausserhofer, MDC)

Mit der Amtseinführung von Maike Sander als neue Wissenschaftliche Vorständin hat das Max Delbrück Center in Berlin am 7. Dezember seinen 30. Geburtstag gefeiert. Die Diabetesforscherin wirbt dafür, wissenschaftliche Spitzenleistung und Innovationen besser mit medizinischer Anwendung zu verzahnen.

Discovery for tomorrow’s medicine

Zum Fest kamen rund 300 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft: Am Mittwoch, dem 7. Dezember 2022 hat das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft unter dem Motto „Discovery for tomorrow’s medicine“ sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Die neue Wissenschaftliche Vorständin, Professorin Maike Sander, entfaltete zum Amtsantritt ihre Vision für das Max Delbrück Center: „Grundlagenforschung, wie wir sie hier am Max Delbrück Center vorantreiben, erschließt Neuland für die Medizin. Sie macht Therapien nicht nur passgenauer, sie ermöglicht ganz neue Perspektiven“, sagt Sander.

 „Mit Publikationen in Spitzenjournalen ist es allerdings nicht getan. Innovation entfaltet erst ihre Wirkung, wenn sie ihren Weg in die Anwendung findet. Hier in der Gesundheitsstadt Berlin haben wir dafür beste Voraussetzungen: starke klinische Partner wie die Charité, das Berlin Institute of Health, eine aufstrebende Biotech-Szene, Inkubatoren für Start-ups.“ Wie wichtig ein solches Umfeld ist, betont Maike Sander mit Blick auf ihre Erfahrungen und die Biotech-Branche im Silicon Valley und in San Diego. Die Diabetesforscherin hat fast drei Jahrzehnte in den Vereinigten Staaten gearbeitet. „Kein Labor, kein Zentrum kann seine Ideen allein verwirklichen. Wir arbeiten Hand in Hand, und der Gedankenaustausch beflügelt. Meine Priorität wird sein, gemeinsam mit den Partnern Hürden für die medizinische Anwendung zu senken und die Transfer-Infrastruktur zu stärken. So legen wir den Grundstein für die Medizin von morgen.“

Die menschliche Gesundheit verbessern

Sander unterstrich die Exzellenz der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Max Delbrück Center: „Hier wird organübergreifend geforscht. Unsere Teams widmen sich der Systemmedizin, und dieser Ansatz ist zukunftsweisend. Ständige Innovation gehört für uns selbstverständlich dazu: Wir sind führend in DNA-, RNA- und Protein-Technologien und wir wollen es künftig auch in der optischen Bildgebung sein. Forscher*innen hier und an vielen anderen Orten der Welt werden schon bald exakte Karten von der gesamten DNA und RNA, von Proteinen und Stoffwechselprodukten in Gesundheit und Krankheit in Einzelzellauflösung erstellen. Diese Technologien erlauben uns, die Komplexität des Lebens genauer zu erfassen als jemals zuvor. Wir können beobachten, wann eine Zelle vom gesunden Pfad abweicht und analysieren, warum das Gleichgewicht in Richtung Krankheit kippt. Und wir bleiben nicht auf dieser Ebene stehen. Mit Organoiden – also Mini-Organen in der Petrischale – können wir Krankheitsprozesse im Gewebe nachvollziehen. Und natürlich ist der Blick auf den ganzen Organismus ein ebenso zentraler Bestandteil unserer Forschung. Auf all diesen Ebenen entdecken wir neue Ansätze für die Prävention, für die Diagnostik und die Therapie. Dieses Wissen wird helfen, die menschliche Gesundheit entscheidend zu verbessern. Und darin besteht unsere Herausforderung für die kommenden Jahrzehnte: Wir wollen dieses Versprechen einlösen und die Therapien der Zukunft entwickeln helfen.“

Zu den Gratulant*innen gehörte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger. Sie sagte in ihrer Grußbotschaft: „Ich gratuliere dem Max Delbrück Center herzlich zum Geburtstag! 30 Jahre biomedizinische Spitzenforschung, 30 Jahre Entwicklung zu einem international führenden Life-Science-Institut. Das MDC genießt schon länger auch international einen hervorragenden Ruf. Besonders freut mich, dass mit Maike Sander nun erstmals eine Frau an der Spitze des MDC steht. Sie vereint in besonderer Weise, was zur Mission des MDC gehört und unser Ziel in der Forschungsförderung ist: Neue Erkenntnisse aus der Grundlagenwissenschaft möglichst schnell in die Anwendung und damit zu den Patientinnen und Patienten zu bringen. Maike Sander ist ein großer Gewinn für den Forschungsstandort Deutschland. Ich wünsche ihr einen guten Start und dem gesamten MDC weiterhin viel Erfolg."

Geschichte des Gelingens nach der Wiedervereinigung

Ulrike Gote, Berliner Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, betonte in ihrer Rede: „Die Geschichte des Max Delbrück Centers ist eine Berliner Erfolgsgeschichte, eine Geschichte des Gelingens nach der Wiedervereinigung. Von Beginn an war das Zentrum ein Magnet für internationale Spitzenforscher*innen. Viele ambitionierte junge Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt starten hier ihre Karriere. Mit seinen inzwischen fast 1800 Beschäftigten und seinem exzellenten Ruf in der molekularmedizinischen Grundlagenforschung ist das MDC ein zentraler Akteur für die Gesundheitsstadt Berlin. Dass es uns gelungen ist, Professorin Maike Sander aus San Diego als Wissenschaftliche Vorständin für das MDC zu gewinnen, zeigt, wie attraktiv Berlin als Standort der Biomedizin ist. Am Max Delbrück Centrum stehen jetzt zwei Frauen an der Spitze. Als Gleichstellungs- und Wissenschaftssenatorin freut mich das natürlich besonders. Es ist wegweisend in einer immer noch männlich dominierten Forschungswelt, in der das Ziel der Parität noch recht weit entfernt ist.“

„Enorme Brain Power, unglaubliches Know-How“

Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und Christopher Baum, Vorstandsvorsitzender des BIH; im Hintergrund ist Jutta Koch-Unterseher (Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung) im Gespräch mit Volker Haucke, Direktor am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) (von links nach rechts).

Professor Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, sagte: „Happy Birthday, Max Delbrück Center! Auf die nächsten 30 Jahre erfolgreiche Gesundheitsforschung. Seit seiner Gründung ist das Zentrum zu einem Key Player in der Gemeinschaft und zu einer international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtung gereift. Hier kommen enorme Brain Power und ein unglaubliches Know-how zusammen. Die Kolleginnen und Kollegen schaffen mit ihrer Forschung die Grundlagen für neue medizinische Therapien und Diagnosen. Professorin Sander ist nicht nur eine exzellente Medizinerin und Diabetesforscherin, sondern auch eine herausragende, inspirierende Führungspersönlichkeit. Sie hat ein besonderes Auge für Talente, sie steht für Zusammenarbeit auf Augenhöhe, und sie verfügt über ein besonderes Gespür für medizinische Innovation. Für die spannende Aufgabe, die vor ihr liegt, wünsche ich Maike Sander von Herzen viel Erfolg und viel Freude.“

Prävention, Diagnostik und Therapien verbessern

Seit drei Jahrzehnten widmen sich Forscher*innen des Max Delbrück Center ihrer Mission, die molekularen Grundlagen von Krankheit und Gesundheit zu verstehen und ihre Erkenntnisse möglichst schnell in die klinische Anwendung zu bringen, also Prävention, Diagnostik und Therapien zu verbessern. Ihr Fokus ist nicht ein einzelnes Organ oder eine einzelne Krankheit, sondern gilt der Systemmedizin. Die Teams untersuchen bis in die kleinste Ebene der Gene, Proteine oder Moleküle, was das Gleichgewicht in einer Zelle, einem Organ oder dem ganzen Körper steuert oder stört. Gegründet wurde das Zentrum im Jahr 1992 von Detlev Ganten auf dem Campus Buch, damals mit rund 350 Wissenschaftler*innen aus Ost und West. Heute arbeiten hier und am zweiten Standort in Berlin Mitte, dem Berliner Institut für Medizinische Systembiologie, rund 1800 Menschen (Beschäftigte und Gäste) aus mehr als 70 Ländern. „Es sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer Leidenschaft und ihrer ganz eigenen Kreativität und Motivation, die unser Zentrum, unsere Kultur und unsere Erfolge ausmachen“, sagte Heike Graßmann, Administrative Vorständin beim Festakt.

Start-Ups und 571 Patente

Erfolgsgeschichten

Publikationen, Therapien und Spin-Offs

Unsere ERC Grants

Geförderte Wissenschaftler*innen

Wenngleich Grundlagenforschung einen langen Atem braucht, gibt es erhebliche Erfolge: Die Teams am Max Delbrück Center gehören zur internationalen Spitze in der Einzelzellbiologie, der vaskulären Medizin, der Immunologie oder auch der Erforschung von neurologischen Erkrankungen und Schmerz. Sie sind maßgeblich beteiligt an der Kartierung des menschlichen Herzens, dem Human Heart Atlas. Zwei Medikamente, eines gegen Leukämie und eines gegen eine erbliche Blutgerinnungsstörung, wurden am Max Delbrück Center entwickelt und sind im Einsatz. Mehrere Spin-Offs des Max Delbrück Center bereiten die Marktzulassung von Therapien vor – etwa eine Immuntherapie gegen Krebs oder eine Stammzelltherapie, die das Leid von Patient*innen mit Muskeldystrophien lindern soll. Das Zentrum verfügt über 86 Patentfamilien für Technologien (Produkte und Anwendungen; weltweit wurden damit insgesamt 571 Patente angemeldet und erteilt. Während der Pandemie haben sich die Wissenschaftler*innen außerdem in der Corona-Forschung engagiert, über Fachgrenzen hinweg. Insgesamt 26 Wissenschaftler*innen des Zentrums erhielten einen begehrten ERC-Grant.

Weiterführende Informationen


Foto: Ulrike Gote, Berliner Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Maike Sander, Wissenschaftliche Vorständin des Max Delbrück Center, Veronika von Messling, Vorsitzende des MDC-Aufsichtsrats und Thomas Sommer, ehemaliger kommissarischer Vorstand (Foto: David Ausserhofer, MDC)

Zur Pressemitteilung auf der Website des Max Delbrück Centers

leben / 12.12.2022
Helfen, füreinander einstehen, Verantwortung übernehmen – Ehrenamtspreise 2022 verliehen

Foto: Bezirksamt Pankow
Foto: Bezirksamt Pankow

Die Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin hat am 9. Dezember 2022 im Rahmen einer Festveranstaltung im Rathaus Pankow den Pankower Ehrenamtspreis 2022 verliehen.

Anderen helfen, füreinander einstehen, Verantwortung übernehmen – von diesen Kriterien ist das vielfältige Engagement der Pankower:innen geprägt, die für den diesjährigen Ehrenamtspreis vorgeschlagen worden sind und die sich  in den unterschiedlichsten Bereichen des Zusammenlebens in unserem Bezirk freiwillig, selbstlos und ohne direktes Eigeninteresse unentgeltlich für das Gemeinwohl engagieren.
In besonderer Anerkennung und Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit zeichnet die Bezirksverordnetenversammlung die folgenden ehrenamtlich Tätigen aus:

  • Christa Engl für das Engagement im Senioren Internetcafé "Weltenbummler"
  • Hannelore Sigbjoernsen für das Engagement im Freundeskreis der Chronik Pankow e.V.
  • Förderverein Kirchturm Buch e.V. für das große Engagement zum denkmalgerechten Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch
  • Monika Bergen für das unermüdliche ehrenamtliche Engagement im Flüchtlingsrat, im Willkommensnetzwerk "Pankow hilft" und im Pankower Integrationsbeirat
  • Ortsverband Pankow des Technischen Hilfswerks für das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement
  • Ursula Kriese und Angelika Deinert für die Arbeit im Café La Boheme, einer generationsübergreifenden und multikulturellen Kiezeinrichtung

Der Preis ist mit jeweils 500 Euro dotiert, alle Preisträger:innen erhielten eine Urkunde und trugen sich in das Goldene Buch des Bezirks Pankow ein.

forschen / 08.12.2022
Die Gene des sechsten Sinns

Zellpopulationen von sensorischen Neuronen in einem Spinalganglion des Rückenmarks (rechts) und ihre Axone im Rückenmark (links) © Stephan Dietrich, AG Zampieri, Max Delbrück Center
Zellpopulationen von sensorischen Neuronen in einem Spinalganglion des Rückenmarks (rechts) und ihre Axone im Rückenmark (links) © Stephan Dietrich, AG Zampieri, Max Delbrück Center

Ohne sie wäre gezielte Bewegung unmöglich: Nur dank spezieller Sensoren in den Muskeln und Gelenken weiß das Gehirn, was der Rest des Körpers tut. In „Nature Communications“ beschreibt ein Team um Niccolò Zampieri molekulare Marker dieser sensorischen Neurone, um ihre Funktionen besser zu verstehen.

Sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen – mit diesen fünf Sinnen, die wohl jedem von uns geläufig sind, nehmen wir Menschen unsere Umwelt wahr. Ähnlich wichtig, aber weit weniger bekannt, ist der sechste Sinn. „Seine Aufgabe ist es, Informationen aus den Muskeln und Gelenken über Bewegungen sowie die Haltung und Position unseres Körpers im Raum zu sammeln und an das zentrale Nervensystem weiterzuleiten“, erklärt Dr. Niccolò Zampieri, Leiter der Arbeitsgruppe „Entwicklung und Funktion neuraler Netzwerke“ am Berliner Max Delbrück Center. „Nur mithilfe dieser Propriozeption genannten Fähigkeit ist es dem zentralen Nervensystem möglich, unseren Muskeln über die Motoneurone für eine bestimmte Bewegung die richtigen Signale zu senden.“

Dem sechsten Sinn, der anders als die restlichen fünf Sinne völlig unbewusst abläuft, ist es somit zu verdanken, dass wir nachts, selbst wenn es völlig dunkel ist, nicht hinfallen oder die Tasse Kaffee am Morgen auch mit geschlossenen Augen zum Mund führen können. Doch nicht nur das: „Menschen ohne Propriozeption sind zu keiner wirklich gezielten Bewegung fähig“, erläutert Zampieri. Im Fachblatt „Nature Communications“ beschreiben er und sein Team jetzt molekulare Marker der am sechsten Sinn beteiligten Zellen. Sie sollen dabei helfen, die Funktionen dieser propriozeptiven sensorischen Neurone, kurz pSN, künftig noch besser zu verstehen.

Ohne präzise Verbindungen geht es nicht

Lokalisiert sind die Zellkörper der pSN in den Spinalganglien des Rückenmarks. Über ihre langen Nervenfasern sind sie mit den Muskelspindeln und Golgi-Sehnenorganen verbunden, die permanent die Dehnung und die Spannung aller Muskeln im Körper erfassen. Die pSN senden diese Informationen an das zentrale Nervensystem, wo sie genutzt werden, um die Aktivität der Motoneurone zu steuern und somit zielgerichtete Bewegungen zu ermöglichen.

„Eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass die pSN präzise mit den verschiedenen Muskeln unseres Körpers verbunden sind“, sagt Dr. Stephan Dietrich aus Zampieris Arbeitsgruppe. Molekulare Programme, die solch exakte Verknüpfungen gewährleisten und den muskelspezifischen pSN ihre ganz eigene Identität verleihen, waren bislang jedoch weitgehend unbekannt. „In unserer Studie haben wir daher nach molekularen Markern gesucht, durch die sich die pSN der Bauch-, Rücken- und Beinmuskulatur bei Mäusen voneinander unterscheiden“, erläutert Dietrich, der Erstautor der am Max Delbrück Center vorgenommenen Arbeit ist.

Wachsenden Nervenfasern den Weg weisen

Mithilfe der Einzelzell-Sequenzierung untersuchte das Team, welche Gene in den pSN der Bauch-, Rücken- und Beinmuskulatur jeweils abgelesen und in RNA übersetzt werden. „Tatsächlich konnten wir für die pSN der unterschiedlichen Muskelgruppen charakteristische Gene identifizieren“, berichtet Dietrich. „Außerdem haben wir gezeigt, dass diese Erbanlagen bereits im Embryonalstadium aktiv sind und auch nach der Geburt zumindest noch eine Zeit lang angeschaltet bleiben.“ Es gebe also festgelegte genetische Programme dafür, dass bestimmte Propriozeptoren entweder die Bauch-, Rücken- oder Beinmuskulatur ansteuern, sagt Dietrich.

Gefunden haben die Berliner Forschenden unter anderem mehrere Gene für Ephrine und deren Rezeptoren. „Von diesen Proteinen weiß man, dass sie daran beteiligt sind, wachsenden Nervenfasern im sich entwickelnden Nervensystem den richtigen Weg zu weisen“, erklärt Dietrich. In Mäusen, die das Ephrin A5 nicht herstellen können, beobachtete das Team, dass bei diesen Tieren die Verbindungen zwischen den Propriozeptoren und der hinteren Beinmuskulatur beeinträchtigt sind.

Ein Ziel sind bessere Neuroprothesen

Geheimnisvolle Sensoren im Rückenmark

Pressemitteilung Nr. 24 / 24. Mai 2022 / Berlin

„Die in unserer Arbeit identifizierten Marker sollen nun helfen, die Entwicklung und Funktion von individuellen muskelspezifischen sensorischen Netzwerken weiter zu erforschen“, sagt Dietrich. „Mit den Methoden der Optogenetik zum Beispiel können wir Propriozeptoren per Licht entweder einzeln oder als Gruppe gezielt an- und ausschalten – so dass ihre konkrete Aufgabe beim sechsten Sinn ersichtlich wird“, ergänzt Zampieri.

In Zukunft solle das neu gewonnene Wissen zum Beispiel Patient*innen zugute kommen, die eine Rückenmarksverletzung erlitten haben, sagt Zampieri: „Wenn wir die Details der Propriozeption besser verstehen, kann man das Design von Neuroprothesen optimieren, die die eingeschränkten motorischen oder sensorischen Fähigkeiten der verletzten Menschen übernehmen.“

Krummer Rücken wegen veränderter Muskelspannung

Darüber hinaus hätten Forschende in Israel kürzlich herausgefunden, dass eine gut funktionierende Propriozeption auch wesentlich für ein gesundes Knochenskelett sei, sagt Zampieri. Manche Jugendliche entwickeln zum Beispiel während des Wachstums eine Skoliose, bei der die Wirbelsäule verkrümmt und zugleich verdreht ist. „Dies liegt vermutlich daran, dass aufgrund einer gestörten Propriozeption die Muskelspannung im Rücken verändert ist und die Wirbelsäule sich dadurch verformt“, erläutert Zampieri.

Auch eine Hüftdysplasie, eine Fehlstellung des Hüftgelenks, sei womöglich die Folge einer mangelhaften Propriozeption. Der Forscher hat somit noch ein weiteres Ziel vor Augen: „Wenn wir den sechsten Sinn besser durchschauen, lassen sich neue Therapien entwickeln, die solchen und anderen skelettalen Schäden effektiv entgegenwirken.“

Text: Anke Brodmerkel

Abbildung: Zellpopulationen von sensorischen Neuronen in einem Spinalganglion des Rückenmarks (rechts) und ihre Axone im Rückenmark (links): Die Zellen, die grün dargestellt sind, erfassen propriozeptive Informationen; die rot angefärbten Zellen in Rot Wärme und Berührung.

© Stephan Dietrich, AG Zampieri, Max Delbrück Center

investieren / 07.12.2022
OMEICOS Therapeutics Announces Expansion of OMT-28 Clinical Development Program into Primary Mitochondrial Diseases

OMT-28’s established safety profile, biomarker data, and funding secured from existing investors enable swift transition into a Phase II clinical study

OMEICOS, a biopharmaceutical company developing first-in-class small molecule therapeutics based on the reimagining of omega-3 fatty acid metabolism and physiology, announced the closing of a new financing round and the expansion of its clinical development activities into an indication with high unmet medical need - Primary Mitochondrial Disease (PMD). The financing, led by Remiges Ventures, Vesalius Biocapital and SMS group GmbH, will allow OMEICOS to advance its lead program, OMT-28, into a first Phase II study in PMD patients in H1 2023. OMT-28 had shown an excellent safety profile in two clinical trials and 162 individuals in total and profound effects on key biomarkers of metabolic and inflammatory stress such as GDF-15, IL-6, PTX-3 and hs-CRP.

“The expansion of OMT-28’s clinical development program into PMD will allow us to gain further evidence on the compound’s capability to target mitochondrial dysfunction and associated inflammation as well as to obtain first clinical response data from this group of severely affected patients that still have very limited treatment options”, commented Dr. Robert Fischer, CEO/CSO of OMEICOS Therapeutics. “With the initiation of the upcoming Phase II study in PMD, OMEICOS is immediately positioned as a clinical-stage developer in an attractive rare disease market with a significant unmet medical need. In this indication, OMEICOS benefits from the unique blend of expertise in cardiology and muscle cell physiology combined with the profound understanding of the multimodal effects of our molecules in metabolic and inflammatory stress pathways.”

Defects of the mitochondrial oxidative phosphorylation system (OXPHOS) results in oxidative and reductive stress and chronic activation of pro-inflammatory pathways, leading to disease progression and ultimately reduced life expectancy in many indications, including PMD. While PMD’s are a highly heterogeneous group of diseases, high energy requiring tissue and organs are most affected and as a consequence, myopathies and cardiomyopathies represent two of the key hallmarks in several PMD patient populations.

About OMEICOS
OMEICOS Therapeutics has discovered a series of metabolically robust synthetic analogues of omega-3 fatty acid-derived epoxyeicosanoids that have the potential to treat mitochondrial dysfunction, inflammatory, cardiovascular and other diseases. Epoxyeicosanoids activate cell type-specific endogenous pathways that promote organ and tissue protection. OMEICOS’ small molecules are orally available and show improved biological activity and pharmacokinetic properties compared to their natural counterparts. For more, please visit: www.omeicos.com

forschen / 02.12.2022
Von Kalifornien nach Berlin: Maike Sander

Diabetesforscherin Maike Sander (Foto: Peter Himsel/MDC)
Diabetesforscherin Maike Sander (Foto: Peter Himsel/MDC)

Am 1. November 2022 hat Professorin Maike Sander den Wissenschaftlichen Vorstand des Max Delbrück Centers übernommen. Die Diabetesforscherin löst Professor Thomas Sommer ab, der das Zentrum seit 2019 kommissarisch geleitet hat.

Als Medizinstudentin in Heidelberg hatte Maike Sander gerade ihre Dissertation begonnen, als sie 1991 ein Forschungsaustausch nach San Francisco führte. Vier Monate wollte sie in Kalifornien bleiben. Es wurden fast 30 Jahre daraus, zunächst an der University of California in San Francisco, später in Irvine und ab 2008 in San Diego. „Ich habe in den USA zwei Dinge erkannt: Ich liebe die Wissenschaft und ich löse gern gemeinsam mit klugen Menschen aus aller Welt Probleme. Unabhängig von Hierarchie-Ebenen“, sagt sie. Die offene Atmosphäre beflügelte sie.

Bekannt wurde Sander mit wegweisender Diabetes-Forschung insbesondere zu den insulin-produzierenden Beta-Zellen. Beta-Zellen sind in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse zu finden und spielen eine zentrale Rolle bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Bei Typ-1 Diabetes zerstört das Immunsystem die Betazellen, bei Typ-2 Diabetes dagegen verlieren die Betazellen ihre Funktion und verursachen so einen Insulinmangel.

Im Fokus: Beta-Zellen

Um zu verstehen wie sich die Betazellen entwickeln, welche molekularen Mechanismen zu Diabetes führen und wie man Fehlfunktionen dieser Zellen korrigieren kann, kombiniert ihr Team Methoden aus Genetik, Genomik, Stammzellforschung und Biotechnologie. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler produzieren aus menschlichen pluripotenten Stammzellen Bauchspeicheldrüsen-Inseln. Diese Organoide bilden die natürliche Mikroumgebung der Beta-Zellen in der Petrischale nach und erlauben detaillierte Analysen. Betazellen zu regenerieren oder mithilfe von menschlichen pluripotenten Stammzellen zu ersetzen, könnte in Zukunft für beide Formen von Diabetes ein Therapieansatz sein.

„Noch ist nicht geklärt, wie man Menschen aus Stammzellen gewonnene Betazellen transplantieren und im Körper vor der Abstoßung schützen kann“, sagte Sander, als ihr zuletzt die European Society for the Study of Diabetes (EASD) für diese Arbeit den Albert-Renold-Preis 2022 verlieh. „Um Antworten auf diese Fragen zu finden, müssen Wissenschaft und Industrie intensiv zusammenarbeiten.“ Am Pediatric Diabetes Research Center an der University of California in San Diego, das sie als Direktorin leitete, ist das gelebte Praxis. Diese Erfahrung bringt sie mit: „Eines meiner Ziele ist, die Hürden für die Translation von Grundlagenforschung zu senken. Ich sehe großes Potenzial in Berlin und will gemeinsam mit unseren Partnern darauf aufbauen.“

„Max Delbrück Center war immer innovativ“

Das Max Delbrück Center habe weltweit einen sehr guten Ruf: „Das Zentrum war immer innovativ. Es wagt, anders zu sein und hat sich so einen Namen erarbeitet. Ich habe die Leidenschaft für die Wissenschaft, das unermüdliche Streben nach Exzellenz, die ganze Energie hier bereits während meines Sabbaticals vor sechs Jahren erlebt und freue mich, nun Teil dieser Gemeinschaft zu werden.“

Die Voraussetzungen für Forschung und Innovation seien hervorragend – von der wissenschaftlichen Infrastruktur über die Ausrichtung auf organübergreifende Krankheitsmechanismen bis hin zur Internationalität. Das Umfeld mit starken Partnern wie der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Berlin Institute of Health in der Charité und dem Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), aber auch mit einer aufstrebenden Biotech-Branche stimme in Berlin. „Wir haben die Chance, die Medizin von morgen zu prägen“, sagt sie. „Mit dem Max Delbrück Center als Forschungsmotor.“

Pressemitteilung auf der Webseite des Max Delbrück Center:
https://www.mdc-berlin.de/de/news/news/von-kalifornien-nach-berlin-maike-sander

 

forschen, produzieren, heilen / 30.11.2022
Campus Buch wird Dritter bei „Wer radelt am meisten?“

Siegerkleinteam "Rolling Organoids" (Foto: Peter Himsel/Campus Berlin-Buch)
Siegerkleinteam "Rolling Organoids" (Foto: Peter Himsel/Campus Berlin-Buch)

Vierundzwanzig Berliner Landesunternehmen traten im August und September 2022 im Wettbewerb „Wer radelt am meisten?“ gegeneinander an. Gewonnen haben die Berliner Wasserbetriebe vor der BVG. Der Campus Berlin-Buch wurde in diesem Jahr Dritter. Die 205 Radlerinnen und Radler des Bucher Wissenschafts- und Biotechcampus & Max Delbrück Center/BIMSB erradelten gemeinsam 124.412,5 Kilometer.

Campus-intern verteilten sich die besten Fahrerinnen und Fahrer über verschiedene Campuseinrichtungen: Günther Pätz, Celares GmbH, belegte mit 5211 km den ersten Platz, Theda Bartolomaeus, ECRC, errang mit 3224,1 km den zweiten Platz und Thomas Gladytz, Max Delbrück Center, mit 2641,5 km den dritten Platz.

Der Teamwettbewerb fand in diesem Jahr erstmals in veränderter Form statt. Neben den bekannten Dreierteams konnten Gruppenteams (bis 10 Personen) und Megateams (ab 11 Personen) gebildet werden. Bei den Campus-Dreierteams siegte das Team „Rolling Organids“ mit Alina Pflaume, Cellphenomics GmbH, Jürgen Loskutov, Cellphenomics GmbH und Larissa Ruhe, ASC Oncology GmbH. Bestes Gruppenteam des Campus wurde „Die Tanke kann uns mal“ mit Nic&Ole, Marion Rösch, Carina Richter, Isabell Becker, alle Max Delbrück Center. Den ersten Platz bei den Megateams erreichten die „Titin-Biker“ mit Victor Badillo, Carmen Judis, Zee Azizah, Simone Jung, Rene Jüttner, Michael Gotthardt, Michael Radke, Lorena Suárez Artiles, Janine Fröhlich, Jacobo Lopez Carballo, Elisabeth Fritsch, Claudia Crocini, Christel Andree, Giuliano Ballacchino, Andra Eisenmann, alle Max Delbrück Center. Sie waren auch in der Wertung des Gesamtwettbewerbs erfolgreich – als zweitbestes Megateam.

Der Wettbewerb ist aus einer Radfahraktion der Berliner Verkehrsbetriebe mit der Berliner Stadtreinigung und den Berliner Wasserbetrieben entstanden und wird von der Initiative „mehrwert“ ausgetragen. Insgesamt sammelten 1925 Beschäftigte ihre Radkilometer. Der Wettbewerb fördert nicht nur eine umweltfreundliche und gesunde Mobilität, sondern möchte Lebensqualität bei gleichzeitiger Kosteneinsparung aufzeigen.

10 Jahre – 10 Aktionen
Im Jubiläumsjahr wurde der Wettbewerb von einer Reihe von Aktionen wie Ergonomieworkshop, Fahrsicherheitstraining und Feierabendrunden bis Fotowettbewerb begleitet.

Im kommenden Jahr gibt es eine Neuerung, der Wettbewerb wird zum Auftakt der Radsaison in den Monaten Mai und Juni stattfinden.

Mehr zum Wettbewerb

forschen, produzieren, leben, heilen, bilden / 29.11.2022
CAMPUSart lädt ein

Foto: David Ausserhofer
Foto: David Ausserhofer

Rundgänge zu Kunst, Wissenschaft und Botanik bereichern den Campus Berlin-Buch

CAMPUSart heißt ein neues Projekt auf dem Gelände des Campus Berlin-Buch, das auf faszinierende Weise Wissenschaft mit Kunst und Botanik verbindet. Zu CAMPUSart gehören sechs Bereiche, die auf dem Campusgelände verteilt zu finden sind: Wissenschaftsgeschichtliche Angebote, botanische Besonderheiten, eine Jeanne-Mammen-Ausstellung, Skulpturen im Park und ein Campusmuseum mit Mikroskop-Sammlung.

Innerhalb dieser Themenbereiche erwarten interessierte Besucher:innen faszinierende Ausstellungen und Hintergrundgeschichten, die zum Teil sowohl vor Ort als auch virtuell bestaunt werden können. Neu angelegte Rundgänge auf dem Campusgelände führen zu Skulpturen und Installationen renommierter Künstler:innen oder zu seltenen Baumarten oder Kräutern mit besonderen sensorischen Eigenheiten.

Kunst und Wissenschaft

Kunst und Wissenschaft haben viel gemeinsam, sowohl historisch als auch bezogen auf ihre Beobachtungsgabe für die Rätsel des Lebens. Stellvertretend für diese Verbindung steht auch die langjährige und enge Freundschaft zwischen dem Physiker Max Delbrück und der Künstlerin Jeanne Mammen. Ein Ergebnis davon ist unter anderem die weltweit größte öffentlich ausgestellte Sammlung an Kunstwerken der Berliner Künstlerin Jeanne Mammen im Torhaus des Campus Berlin-Buch. Die Nähe zwischen Kunst und Wissenschaft vermitteln auch die 18 Skulpturen und Installationen namhafter internationaler Künstler:innen, die sich verteilt auf dem Gelände des Campus befinden. Interessierte können sie in einem etwa einstündigen Spaziergang entdecken und genießen.

Natur und Medizin

Den Bucher Campus zeichnet nicht nur sein einzigartig naturverbundener und grüner Standort aus. Im Rahmen des CAMPUSart-Projektes werden nun auch die botanischen Besonderheiten auf dem Gelände herausgestellt und für Besucher:innen erlebbar gemacht. Auf einem Rundgang von einer Stunde können Naturfreunde an 25 Stationen eine Auswahl an seltenen oder für die Naturheilkunde wichtigen Gehölzen und Gewächsen entdecken.

Persönlichkeiten

Der Campus in Berlin-Buch steht in einer langen Tradition für exzellente biomedizinische Grundlagen- und klinische Forschung sowie klinische Expertise. Berühmte Wissenschaftler:innen wie Max Delbrück, Oskar und Cécile Vogt oder Timoféeff-Ressovsky haben hier geforscht und ihr Leben der Suche nach Erkenntnis gewidmet. Auf dem Campusgelände kann man nun auf den Spuren einiger der berühmtesten Persönlichkeiten aus der Wissenschaftsgeschichte des Standorts wandeln.

Geschichte bewahren

Das Campusmuseum im Oskar-und-Cécile-Vogt-Haus präsentiert wissenschaftliche Geräte aus einem Jahrhundert biomedizinischer Forschung. Integriert ist eine einzigartige Mikroskopausstellung. Unter dem Titel "Unsichtbar-Sichtbar-Durchschaut" zeigt sie die Verbindung von Wissenschaft und optischer Industrie, die sich in der Region Berlin/Brandenburg am Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte.

Begleitend zu den thematischen Bereichen des Projekts bieten eine Reihe von Publikationen, Rundgänge, im Internet verfügbare Audioguides und eine umfassende Webseite zusätzliche Informationen und Hintergrundgeschichten.

Foto: Ein aufrechtstehender, dreibeiniger Mann aus Bronze streckt seine Arme zu beiden Seiten aus und grüßt als erste Skulptur auf dem Rundgang. „L‘Homme“, zu Deutsch: der Mann, ist ein Kunstwerk des französischen Bildhauers, Zeichners, Aquarellisten und Schriftstellers Jean Ipoustéguy.

Text: Edda Simon

Zuerst erschienen in der buchinside 2/22

Website von CAMPUSart

28.11.2022
Mit den Augen der Jeanne Mammen

Blick in den Jeanne-Mammen-Saal (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)
Blick in den Jeanne-Mammen-Saal (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)

Die Welt sehen mit den Augen von Jeanne Mammen – das war das Motto eines feierlichen Abends auf dem Campus Buch anlässlich des 132. Geburtstags der Künstlerin und Freundin von Max Delbrück. Mit der Lesung wurde das Projekt CampusArt – Wissenschaft und Kunst auf dem Campus offiziell eröffnet.

Dr. Martina Weinland, Beauftragte für kulturelles Erbe vom Stadtmuseum Berlin, nahm die rund 30 Gäste im Jeanne-Mammen-Saal in Berlin-Buch am 21. November mit auf eine eindrückliche Reise durch das Berlin von 1915 bis 1976. In dieser Zeit lebte die Malerin Jeanne Mammen in ihrem Atelier im Gartenhaus am Kurfürstendamm 29. Hier wirkte sie, und von hier aus teilte sie ihre Gedanken jahrzehntelang in einem Briefwechsel mit Max Delbrück. Der Biophysiker, Genetiker und spätere Nobelpreisträger hatte Mammen 1935 bei einem Hauskonzert der Ehepaare Gaffron und Wohl in deren Villa am Schlachtensee kennengerlernt: die Herren Gaffron und Wohl waren Naturwissenschaftler, Grete Wohl ausgebildete Pianistin. Jeanne Mammen (21. 11.1890 bis 22. 4. 1976) gehört heute mit ihren Bildern der 1920er Jahre zu den bekanntesten Berliner Malerinnen und Grafikerinnen.

Ein Gang durch Berlin

Umgeben von Mammens Gemälden und Skulpturen tauchten die rund 30 Teilnehmer*innen gemeinsam mit Martina Weinland ein in die Welt der Künstlerin, in das Berlin der Kaiserzeit, die 20er Jahre, ins Berlin des Nationalsozialismus. Sie hörten von der Zerstörung der Stadt, den schweren Jahren danach, in denen Mammen von Delbrück, der inzwischen in Amerika forschte, mit Care Paketen versorgt wurde. Sogar aus der Paketschnur zauberte sie Kunstwerke. Im Kabarett der „Badewanne“ (1949) gewann sie mit den jungen Dichtern Lothar Klünner und Johannes Hübner weitere Freunde fürs Leben.

Jeanne Mammen erlebt eine wunderbare Zeit, von der sie ein Jahr vor ihrem Tod im August 1975 in einem Brief an Max Delbrück sagt: „[…] damals hatten wir alle noch Mumm in den Knochen und es war in Berlin direkt eine Explosion von Witz, Verstand und Poesie. Jetzt wird das Leben immer blöder, man kann sich nur in seiner Bude verschanzen als Solokrebs, um sich von der allgemeinen Krankheit nicht anstecken zu lassen.“

Zwei Ausstellungen

Jeanne Mammens Atelier am Berliner Kurfürstendamm, ihre „Zauberbude“, ist bis heute erhalten und seit 2018 in der Obhut des Stadtmuseums Berlin. Es kann in Führungen oder in Absprache mit Dr. Martina Weinland (martina.weinland@stadtmuseum.de) besichtigt werden. Darüber hinaus ist es möglich, Jeanne Mammens Lebens- und Wirkungsstätte auch in einem 360 °-Rundgang virtuell zu erleben.

Die virtuelle Jeanne-Mammen-Ausstellung auf dem Campus Buch führt die Besucher*innen durch die Sammlung mit Dutzenden ihrer Gemälde und Skulpturen, präsentiert im Torhaus. Die Schau ist Teil des CampusArt-Projekts, das von der LOTTO-Stiftung gefördert und vom Max Delbrück Center unterstützt wird.

Text: Dana Lafuente

Weiterführende Informationen

 

leben / 27.11.2022
Advent- und Weihnachtskonzert

Der Förderverein Dorfkirche Schwanebeck e.V. lädt ein zum Advent-/ Weihnachtskonzert am 27. 11. 2022 um 16:00 in der Dorfkirche Schwanebeck.
Es singen die Westend-Gospel-Singers aus Eberswalde

Der Eintritt ist kostenlos, um eine Spende für die Erhaltung der Kirche wird gebeten.

Ort:

Dorfkirche Schwanebeck
Dorfstraße 23A
16341 Panketal

heilen / 24.11.2022
Impfaktion gegen Covid-19 im Bucher Bürgerhaus am 30.11. und 01.12.2022

Das Impfteam des Pankower Gesundheitsamtes bietet wieder Impfungen gegen Covid-19 an. Geplant sind u.a. mehrere Aktionen im Bucher Bürgerhaus in der Franz-Schmidt-Straße 8, 13125 Berlin. Im Angebot ist der angepasste Impfstoff von BioNTech gegen die Omikron-Varianten BA.4-5. Die nächsten Impftermine finden statt am Mittwoch, dem 30. November 2022, von 09.30 bis 13.30 Uhr sowie am Donnerstag, dem 1. Dezember 2022, von 15.00 bis 18.00 Uhr.

Ohne Termin vorbeikommen
Jede:r ab zwölf Jahren kann sich spontan ohne vorherige Terminabsprache seine Erst-, Zweit-, oder Boosterimpfung abholen. Auf Nachfrage können auch die digitalen Impfzertifikate ausgestellt werden.

Ausweis und Impfpass nicht vergessen
Interessierte bringen bitte ihren Impfpass und Personalausweis mit. Weitere Informationen erteilt die Impfstelle des Gesundheitsamts Pankow per E-Mail an impfstelle@ba-pankow.berlin.de oder unter Tel.:  030 90295-2947.

Website der Impfstelle: www.berlin.de/ba-pankow/impfstelle

forschen / 22.11.2022
ERC Starting Grants für Berliner Wissenschaftler

Sie haben schwerwiegende Krankheiten im Visier: Gabriele G. Schiattarella untersucht die Mechanismen der Herzschwäche, Simon Haas möchte Immuntherapien gegen Leukämie verbessern und Michael Sigal würde gern Darmkrankheiten verhindern. Nun zeichnet der ERC die Forscher mit einem Starting Grant aus.

Der Starting Grant des Europäischen Forschungsrates ERC gilt als Ritterschlag für Nachwuchsforscher*innen. Neben Prestige geht er mit einer Förderung in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre einher, er öffnet Türen und zieht gute Bewerber*innen für Doktoranden- und PostDoc-Stellen an. Der Europäische Forschungsrat sucht nach ungewöhnlichen Ansätzen, die – sofern sie funktionieren – erheblichen Fortschritt ermöglichen („high risk, high reward“). Die Kandidat*innen müssen seit ihrer Promotion zwei bis sieben Jahre Erfahrung gesammelt haben und vielversprechende Erfolge vorweisen. Am Max Delbrück Center können sich nun drei Gastwissenschaftler über die begehrte Auszeichnung freuen: Dr. Gabriele G. Schiattarella, Dr. Simon Haas und Professor Michael Sigal.

Gabriele G. Schiattarella leitet eine DZHK-geförderte Gastgruppe „Translationale Ansätze bei Herzinsuffizienz und kardiometabolischen Erkrankungen“ am Max Delbrück Center in Buch und arbeitet an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Der ERC Starting Grant ermöglicht ihm, sein Projekt „KetoCardio“ umzusetzen. Damit geht er der Frage nach, wie sich Ketonkörper – das sind Abbauprodukte des Fettstoffwechsels – auf die Herzinsuffizienz mit konservierter Auswurfleistung – kurz HFpEF (kurz für: heart failure with preserved ejection fraction) – auswirken.

Simon Haas leitet die Nachwuchsgruppe „Systemische Hämatologie, Stammzellen & Präzisionsmedizin“ des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) im gemeinsamen Forschungsfokus „Single Cell-Ansätze für die personalisierte Medizin“ des BIH, des Max Delbrück Centers und der Charité. Sein Team ist als Gastgruppe am Berliner Institut für Medizinische Systembiologie des Max Delbrück Centers (MDC-BIMSB) angesiedelt. Mithilfe des ERC Starting Grants will er im Projekt „InteractOmics“ das Zusammenspiel von Immun- und Leukämiezellen untersuchen und herausfinden, warum die Immuntherapie bei Leukämie in manchen Fällen wirkt, in anderen jedoch versagt.

Michael Sigal ist Arzt und Wissenschaftler an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie der Charité und leitet als Gastwissenschaftler am MDC-BIMSB die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Gastrointestinale Barriere, Regeneration und Karzinogenese“. Mit seinem Projekt „Revert“ will er aufklären, wie sich das Gewebe des Magen-Darm-Trakts bei einer Schädigung verändert. Das könne ein Grundstein für die Therapie entzündlicher Darmkrankheiten sein und zur Prävention von Darmkrebs beitragen.

Die Projekte im Detail:

Den Herzstoffwechsel neu starten

HFpEF ist eine sehr häufige Form der Herzschwäche – weltweit sind mehr als 30 Millionen Menschen daran erkrankt. „In den kommenden Jahren wird sie zur häufigsten Form der Herzinsuffizienz werden“, sagt Gabriele G. Schiattarella. Dabei ist nicht die Pumpkraft des Herzens wesentlich beeinträchtigt, sondern seine Dehnbarkeit. Deshalb kann der Herzmuskel nicht genug Blut aufnehmen, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Die Betroffenen sind weniger belastbar, lagern Wasser in der Lunge und im übrigen Körper ein, werden kurzatmig. Über die molekularen Mechanismen der Krankheit ist wenig bekannt; Medikamente dagegen gibt es kaum.

Schiattarellas Team hat herausgefunden, dass bei Patient*innen mit HFpEF der Ketonspiegel im Blut erhöht ist. Ketone sind Abbauprodukte des Fettstoffwechsels. Wenn Körperzellen nicht ausreichend Glukose erhalten – etwa beim Fasten oder beim Sport –, verbrennt der Körper Fett statt Glukose. Dabei entstehen Ketone oder Ketonkörper, die die Zellen nutzen können, um ihren Energiebedarf zu decken. „Sie sind ein starker Treibstoff für den Zellstoffwechsel“, sagt Gabriele G. Schiattarella. „Die Zellen kommunizieren außerdem mit ihrer Hilfe Veränderungen in ihrem Stoffwechsel.“ 

Schiattarella will untersuchen, was den Keton-Stoffwechsel bei HFpEF ankurbelt und warum. „Möglicherweise will der Körper auf diese Weise die in Mitleidenschaft gezogenen Herzmuskelzellen mit mehr Energie versorgen oder ihre Schäden kompensieren“, vermutet der Forscher. Außerdem will er klären, ob und wie Ketone, insbesondere das häufigste Keton namens ß-Hydroxybutyrat (ß-OHB), die Chromatinstruktur, Gentranskription und Signalübertragung in den Herzmuskelzellen regulieren und so beispielsweise ihre Elastizität beeinflussen. Und er will therapeutische Strategien entwickeln, um den Keton-Spiegel bei HFpEF weiter zu erhöhen – sei es durch eine angepasste Ernährung, ein spezielles Bewegungstraining oder Medikamente. 

Am Max Delbrück Center steht dem Wissenschaftler und seinem Team eine breite Palette an Technologien zur Verfügung. „Wir werden verschiedene Tiermodelle entwickeln und Proteomik-, Transkriptomik- und Genomikansätze miteinander verknüpfen“, sagt der Forscher. „Das und die drei Säulen des Projektes – der Keton-Stoffwechsel, ihre Signalübertragung plus die Entwicklung Keton-basierter therapeutischer Strategien – machen KetoCardio zu einem ‚big deal‘ der kardiovaskulären Forschung.“

Wie sich Leukämie- und Immunzellen begegnen

Leukämie entsteht aus unreifen Immunzellen, die sich nicht weiterentwickeln, sondern sich ständig teilen und das Blut überschwemmen. Sie treffen dort auf reife und aktive Immunzellen, die sie entweder erkennen und abtöten oder aber entkommen lassen. Bislang ist wenig darüber bekannt, wie die Immunzellen mit den Leukämiezellen interagieren. „Das wäre aber wichtig, um zu verstehen, warum das Immunsystem in manchen Fällen die Leukämiezellen besiegt und in anderen versagt“, sagt Simon Haas. „Und warum bei manchen Patient*innen die Immuntherapie gut anschlägt, bei anderen dagegen nicht.“

Simon Haas möchte die Einzelzell-Analyse so weiter entwickeln, dass sie das Zusammenspiel und die Kommunikation aller Immunzellen mit Krebszellen erfassen kann. Er ist mit seinem Team am MDC-BIMSB untergebracht, das dafür hervorragende technische Voraussetzungen bietet. „Wir möchten statt Einzelzellen Millionen von Zellpaaren untersuchen, die gerade miteinander interagieren. Diese Doubletten verraten uns, wer an wen bindet und was dabei passiert.“

Die Wissenschaftler*innen untersuchen dafür zunächst das Blut von Mäusen, die an Leukämie erkrankt sind. Bei ihnen können sie verfolgen, wie sich die Krankheit zu verschiedenen Zeitpunkten entwickelt, wie sie voranschreitet oder gestoppt werden kann. Seine klinischen Kooperationspartner an der Charité stellen ihm außerdem Proben von Leukämiepatient*innen zur Verfügung. „Wenn wir verstehen, in welchem Stadium der Krankheit sich die Zellen begegnen, und in welchem Stadium der Entwicklung sich die Immunzelle und die Krebszelle jeweils befinden, können wir besser nachvollziehen, wie die Immunabwehr vorgeht und wie sich die Leukämie dagegen wehrt“, erklärt Simon Haas.

Immuntherapien, die das Immunsystem des eigenen Körpers nutzen, um den Krebs zu bekämpfen, werden bereits für die Leukämie-Therapie eingesetzt. Allerdings funktioniert dieser Ansatz nur bei einem Bruchteil der Patient*innen. „Wenn wir nun die Zellpaare aus dem Blut der erfolgreich behandelten Patienten mit denen der Patienten vergleichen, bei denen die Immuntherapie leider nicht funktioniert hat, können wir hoffentlich lernen, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit das Immunsystem gegen die Leukämie gewinnt.“ Er will vorhersagen, bei welchen Patient*innen sich der Einsatz der sehr aufwändigen und kostspieligen Immuntherapie voraussichtlich lohnt. Und wie man die Immuntherapie so weiterentwickeln kann, dass sie bei noch mehr Patient*innen gut wirkt.

Die Schwelle zum Darmkrebs verstehen

Magen und Darm sind einer Vielzahl äußerer Einflüsse ausgesetzt. Daher sind sie mit einer schützenden Innenwand ausgekleidet, die sich fortwährend regeneriert, dem Epithel. Michael Sigal beschäftigen insbesondere Stammzellen, die für die kontinuierliche Erneuerung eben jener Barriere zwischen Körper und Umwelt verantwortlich sind. Eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe unter seiner Leitung erforscht, wodurch diese Stammzellen möglicherweise geschädigt werden, und wie die Schäden zum Entstehen infektiöser und entzündlicher Erkrankungen oder Krebs beitragen.

Das Team konnte bereits zeigen, dass eine Verletzung der Darmschleimhaut zu einer neuen Aufgabenteilung führt. Stammzellen, die sich tief im Inneren der Schleimhaut befinden, sterben ab und werden von ausdifferenzierten Zellen der Oberfläche ersetzt. Diese werden zu Stammzellen reprogrammiert und beginnen, sich immer wieder zu teilen, um so die Schleimhaut neu aufzubauen. Zwar verhindert dieser Regenerationsprozess, dass nach einer Verletzung Bakterien aus dem Darm in die Blutbahn gelangen. Jedoch vermutet Sigal, dass hier auch der erste Schritt auf dem Weg zu Darmkrebs getan wird.

„Zellen an der Oberfläche des Epithels kommen mit dem Mikrobiom, also den im Darm lebenden Bakterien, und ihren Stoffwechselprodukten in Berührung, die mitunter ihre DNA-schädigen können“, sagt er. „Werden sie zu Stammzellen, können sich Mutationen im Epithel festsetzen und die komplexen Prozesse, die normalerweise für ein Gleichgewicht zwischen Zellteilung und Ausdifferenzierung sorgen, durcheinanderbringen – ein Vorstadium der Krebsentwicklung.“

In den kommenden fünf Jahren will er mit dem Projekt „Revert“ aufklären, wie sich das Gewebe des Magen-Darm-Trakts bei einer Schädigung verändert. Um die Tochterzellen von normalen Stammzellen mit solchen von „Ersatz-Stammzellen“ zu vergleichen, nutzt er die Einzelzellsequenzierung und erstellt für die einzelnen Zellen Stammbäume („lineage-tracing“). Sie dokumentieren die genetischen Veränderungen im Laufe der Zeit. Mithilfe solcher Technologien will Sigal ein grundlegendes Verständnis dafür entwickeln, welche Faktoren dazu beitragen, dass chronisch-entzündliche und maligne Erkrankungen des Darms sich manifestieren.  Dieses Wissen könnte den Grundstein für die Entwicklung ursachengerichteter Therapien für entzündliche Darmkrankheiten legen und zur Prävention von Darmkrebs beitragen.

Text: Charité, BIH, Jana Ehrhardt-Joswig

Weitere Informationen

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (Max Delbrück Center) gehört zu den international führenden biomedizinischen Forschungszentren. Nobelpreisträger Max Delbrück, geboren in Berlin, war ein Begründer der Molekularbiologie. An den Standorten in Berlin-Buch und Mitte analysieren Forscher*innen aus rund 70 Ländern das System Mensch – die Grundlagen des Lebens von seinen kleinsten Bausteinen bis zu organ-übergreifenden Mechanismen. Wenn man versteht, was das dynamische Gleichgewicht in der Zelle, einem Organ oder im ganzen Körper steuert oder stört, kann man Krankheiten vorbeugen, sie früh diagnostizieren und mit passgenauen Therapien stoppen. Die Erkenntnisse der Grundlagenforschung sollen rasch Patient*innen zugutekommen. Das Max Delbrück Center fördert daher Ausgründungen und kooperiert in Netzwerken. Besonders eng sind die Partnerschaften mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin im gemeinsamen Experimental and Clinical Research Center (ECRC) und dem Berlin Institute of Health (BIH) in der Charité sowie dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Am Max Delbrück Center arbeiten 1800 Menschen. Finanziert wird das 1992 gegründete Max Delbrück Center zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin.

Quelle: Pressemitteilung Max Delbrück Center
ERC Starting Grants für Berliner Wissenschaftler

produzieren / 17.11.2022
Dr. Lucile Bonnin, CEO von Camrium, ist neues "Face of Future"

Dr. Lucille Bonnin (Foto: Cambrium GmbH)
Dr. Lucille Bonnin (Foto: Cambrium GmbH)

Lernen Sie Persönlichkeiten kennen, die die Berliner Zukunftsorte prägen.

Dr. Lucile Bonnin ist promovierte Chemikerin und Leiterin der Forschung & Entwicklung bei Cambrium GmbH. Bevor die gebürtige Französin dort anfing, war sie bereits für L’Oreal, Henkel und zuletzt iconmobile tätig. Dort beriet sie große Unternehmen der Schönheits- und Lebensmittelbranche hinsichtlich ihrer Innovationsstrategien in F&E und trieb die Einführung, Entwicklung und Umsetzung von KI und prädiktiven Analysen voran.

Mit Cambrium – einem Startup auf dem Campus Berlin-Buch am Zukunftsort Berlin-Buch, will sie Innovationen in der Entwicklung von Proteinen zur Kreation von Biomaterialien anstoßen.

Hier geht es zum ausführlichen Interview: https://zukunftsorte.berlin/faces-of-future/lucile-bonnin/