Aktuelles

forschen, produzieren / 26.01.2022
Vereint gegen Krebs: ASC Oncology erhält ab 2022 hochkarätig besetzten Beirat

Die Verbesserung der Behandlung von Krebspatienten ist ein zentrales Thema für Betroffene, Angehörige, Onkologen und Forscher weltweit. Die
grenzüberschreitende, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Etablierung personalisierter Behandlungsmethoden sind hierfür essenzielle Schritte. Durch die Gründung des mit internationalen Experten besetzten Beirates eröffnet ASC Oncology zusätzliche Perspektiven mit dem Ziel, das Reverse Clinical Engineering® für Krebspatienten in die Regelversorgung zu integrieren.

Das hochkarätig besetzte Gremium setzt sich für die Jahre 2022/2023 aus Vor- und Nachdenkern zusammen, die mit ihrer herausragenden Expertise in verschiedenen relevanten Bereichen strategisch unterstützend tätig werden:

Vorsitzende: Prof. Dr. med Angela Brand (Utrecht, Niederlande)
Die Kinderärztin und Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen ist Professorin an der medizinischen Fakultät der Universität Maastricht, am Maastricht Wirtschafts- und Sozialforschungsinstitut für Innovation und Technologie der Vereinten Nationen sowie an der Fakultät für Lebenswissenschaften an der Universität Manipal in Indien. Ihre mehrjährige berufliche Erfahrung im klinischen, ministeriellen und akademischen Bereich im In- und Ausland bringt sie derzeit als Direktorin und Beiratsmitglied in diversen internationalen Gremien ein, wie etwa der Digital Health Society, dem global Health Foresight der Weltgesundheitsorganisation sowie des internationalen Konsortiums zur personalisierten Medizin.

Dr. med. Dr. rer. nat. Saskia Biskup (Tübingen, Deutschland)
Als Fachärztin für Humangenetik führt sie in Tübingen eine Praxis für Humangenetik und ist die Mitgründerin der CeGaT GmbH. Sie forscht an genetischen Erkrankungen und deren Diagnostik, einer ihrer weiteren Schwerpunkte ist die Anwendung neuer Methoden im klinischen Alltag.

Prof. Tony Ng (London, Vereinigtes Königreich)
Tony Ng ist Leiter der Fakultät für Krebs und Pharmazeutische Wissenschaften sowie Richard Dimbleby Professor für Krebsforschung am King’s College London. Darüber hinaus ist er Professor für molekulare Onkologie am University College London Cancer Institute. Seine Expertise als Wissenschaftler umfasst u.a. die Fachbereiche Medizin, Immunologie, Krebszellbiologie, Biochemie, optische Bildgebung und Zellbiophysik.

Bettina Ryll, MD, PhD (Uppsala, Schweden)
Dr. Ryll ist Ärztin und promovierte Wissenschaftlerin der Biomedizin. Sie ist Gründerin des Melanoma Patient Network Europe und war zwischen 2015 und 2018 Vorsitzende der ESMO Patient Advocacy Working Group - das erste Mal, dass diese Position von einer Nicht-Onkologin besetzt wurde. Seit Oktober 2019 ist sie Mitglied des Cancer Mission Board der Europäischen Kommission. Als Patientenfürsprecherin hat sie ein besonderes Interesse an evidenzbasierter Patientenfürsprache und der aktiven Beteiligung von Patienten an aktueller Forschung.

Till Willebrand, M.Sc. (Berlin, Deutschland)
Till Willebrand ist als Senior-Unternehmenskundenbetreuer Gesundheitswirtschaft bei der Berliner Sparkasse tätig. In dieser Funktion unterstützt er Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie Medizintechnik- und Pharmaunternehmen mit Finanzierungslösungen. Er bereichert als Finanzexperte den Beirat und ASC Oncology in wirtschaftsstrategischen Fragen.

Gemeinsam mit allen Mitgliedern des neu konstituierten Beirates arbeitet ASC Oncology daran, die personalisierte Behandlung von Patienten als neuen Standard in der Krebstherapie zu etablieren. Die herkömmliche Leitlinientherapie, nach der Krebspatienten behandelt werden, zeigt in lediglich 30 bis 80 Prozent der sogenannten Erstlinientherapien Wirkung. Bei der zweiten und dritten Therapierunde nimmt die Erfolgsquote drastisch ab. Das Reverse Clinical Engineering®-Testverfahren von ASC Oncology ist deshalb der konsequente, nächste Schritt der personalisierten Medizin. Onkologen und Betroffene werden von Behandlungsbeginn an mit evidenzbasierten, wissenschaftlichen Daten bei der Wahl der bestmöglichen individuellen Therapie unterstützt.

Über ASC Oncology
ASC Oncology wurde von neun führenden Wissenschaftlern der Kompetenzfelder Pathologie, Tumorbiologie, Biochemie, Biotechnologie und Molekularbiologie 2019 mit dem Ziel gegründet, sich der wichtigsten Herausforderung der modernen Onkologie anzunehmen: Patienten zur richtigen Zeit mit der richtigen Therapie zu versorgen. Dabei treten die Wissenschaftler von ASC Oncology an, durch das Reverse Clinical Engineering®-Verfahren mehr Patienten besser zu versorgen als je zuvor in der Geschichte der Onkologie. ASC Oncology - Rethink Oncology.

forschen, produzieren, leben, bilden / 24.01.2022
Ausstellung würdigt Pionierinnen

Gudrun Erzgräber vor ihrem Porträt in der Ausstellung „Berlin – Hauptstadt der Wissenschaftlerinnen“ © Sabine Gudath
Gudrun Erzgräber vor ihrem Porträt in der Ausstellung „Berlin – Hauptstadt der Wissenschaftlerinnen“ © Sabine Gudath

Dass die Nobelpreisträgerin Emmanuelle Charpentier in Berlin forscht, ist bekannt. Doch welche Forscherinnen haben die Stadt ebenso geprägt? All diesen Pionierinnen ist eine Ausstellung des BIH und der Senatskanzlei Berlin gewidmet, die bis zum 9. März am MDC und jederzeit online zu sehen ist.

Die Wanderausstellung „Berlin – Hauptstadt der Wissenschaftlerinnen“ stellt insgesamt 22 außergewöhnliche Forscherinnen vor, die Berlin als Stadt und Wissenschaftsstandort geprägt haben und heute noch prägen. Es sind Pionierinnen ihres Faches und Wegbereiterinnen für künftige Generationen von Wissenschaftlerinnen: von Agnes Harnack, die sich im Jahr 1908 als erste Studentin der Stadt offiziell immatrikulieren durfte, über Marlis Dürkop-Leptihn, die nach 118 männlichen Vorgängern im Jahr 1992 zur ersten Präsidentin der Berliner Humboldt-Universität gewählt wurde, bis zur Chemie-Nobelpreisträgerin des Jahres 2020, Emmanuelle Charpentier.

Die Inhalte können alle Interessierten auf deutsch in der Mediathek der BIH-Website abrufen. Beschäftigte des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) sowie Besucher*innen des Gläsernen Labors haben außerdem vom 24. Januar bis zum 9. März 2022 die Chance, sich die Ausstellung vor Ort im Foyer des MDC.C anzuschauen. Leider ist aufgrund der Omikron-Welle kein weiterer Besuchsbetrieb möglich.

„Die Welt der Wissenschaft gehört Euch“

Die Ausstellung ist eine Initiative des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, und des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH). Um Wissenschaftlerinnen in der öffentlichen Wahrnehmung mehr Sichtbarkeit zu geben, haben BIH-Expertinnen gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern in sogenannten Edit-a-thons neue Wikipedia-Einträge von Berliner Hochschullehrerinnen und Forscherinnen erstellt oder bestehende Einträge überarbeitet.

Zur Vernissage am 19. Oktober im Roten Rathaus sagte Müller: „Viele großartige Wissenschaftlerinnen haben Berlin über Jahrzehnte zu der führenden Innovationsmetropole gemacht, die sie heute ist. Wir wollen nicht nur informieren, sondern besonders die kommenden Generationen inspirieren und jeder Schülerin und jungen Frau zurufen: Die Welt der Wissenschaft gehört Euch!“ Auch zwei Wissenschaftlerinnen, die auf dem Campus Berlin-Buch wirkten, sind auf den Tafeln der Ausstellung gewürdigt: Dr. Cécile Vogt und Dr. Gudrun Erzgräber.

Dr. Cécile Vogt und Dr. Gudrun Erzgräber

Cécile Vogt (1875-1962) war promovierte Neurologin und gilt gemeinsam mit ihrem Ehemann Oskar Vogt als eine der Begründerinnen der modernen Hirnforschung. Sie leistete herausragende Arbeit am Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung, das 1929 in Buch einen modernen Forschungsbau in Buch bekam. Ihre bahnbrechenden Arbeiten trugen zur Aufklärung des Gehirnaufbaus bei, außerdem erforschte sie Erkrankungen des Nervensystems. Nach Angaben der Nobelstiftung war Vogt die erste Frau, die für einen Nobelpreis in Medizin oder Physiologie nominiert war, insgesamt 13-mal zwischen 1922 und 1953. 1932 nahm sie die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina zusammen mit Oskar Vogt als Mitglied auf, eine hohe Auszeichnung in Deutschland.

Gudrun Erzgräber (*1939) ist Kernphysikerin. Sie promovierte am Zentralinstitut für Molekularbiologie der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin-Buch, lebte und arbeitete etliche Jahre in der Sowjetunion. Mitte der 1980er Jahre kehrte sie nach Buch zurück und begann eine Karriere als Wissenschaftsmanagerin, 1992 am Campus Berlin-Buch. Hier war sie maßgeblich an der Entwicklung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) beteiligt. Sie warb 66 Millionen Euro an Fördermitteln von Bund, Land und EU für die Entwicklung des Wissenschafts- und Technologiestandorts Buch ein und baute mit großem Engagement den Biotechnologiepark auf. Unter ihrer Leitung entstand zudem das Gläserne Labor. Das Land Berlin und die Bundesrepublik Deutschland haben Gudrun Erzgräber für ihre herausragenden Leistungen jeweils mit einem Verdienstorden geehrt. Über die Ausstellung freut sie sich: „Ich denke, das ist das auch ein kleines Element dafür, dass Frauen mehr in die Wissenschaft gehen, mehr in Führungspositionen gehen, in Vorstände, in Aufsichtsräte.“

Weiterführende Informationen

Pressemitteilung auf der Webseite des Max Delbrück Centrums für Molekulare Medizin (MDC)
Ausstellung würdigt Pionierinnen

bilden / 24.01.2022
Naturwissenschaften hautnah

Foto: Peter Himsel
Foto: Peter Himsel

Das Lernen von zu Hause fiel manchen Kindern und Jugendlichen während der COVID-19-Pandemie besonders schwer. Für diese Schülerinnen und Schülern aus Buch bietet das Gläserne Labor deshalb ab Februar Arbeitsgemeinschaften (AGs) und Projektwochen, um naturwissenschaftliche Inhalte nachzuholen und anschaulich zu vermitteln. Über den Dachverband der Schülerlabore „Lernort Labor“ wird dies vom Bundeswirtschafts- und vom Bundesfamilienministerium gefördert und ist daher kostenfrei.

Angewandter 3D-Druck und Biodiversität
Für Jugendliche aus der Hufeland-Schule gibt es zwei AGs mit je 10 Plätzen, Anmeldungen sind noch möglich. In der AG „3D-Druck“ dürfen sie einen 3D-Drucker aufbauen, lernen Kunststoffe kennen und können eigene Modelle entwerfen und drucken. Dabei kommen Chemie und Mathe zum Einsatz, auch die Wiederverwendbarkeit von Kunststoffen ist Thema. Die zweite AG beschäftigt sich mit Insekten und der rückläufigen Biodiversität. Welche Insekten lassen sich auf dem Campus und in dessen Umgebung finden, und wie viele sind auf definierten Teilbereichen der Wildblumenwiesen zu zählen? Biologie wird auch greifbar, wenn Honig der Campusbienen untersucht wird, insektenfreundliche Pflanzen gepflanzt und Insektenhotels gebaut werden.

Grundschul-Kinder entdecken Naturphänome
Mit 10 Kindern der Evangelischen Grundschule kann die „Forscher-AG“ starten. Hier steht im Mittelpunkt, mit allen Sinnen die Naturphänomene und den eigenen Körper zu entdecken. Bei letzterem wird es um Ernährung gehen, um Tastsinn und Sehvermögen. Im Labor wird dazu experimentiert, das Programm folgt auch den Interessen der Kinder. Am Ende gibt es ein Forscherdiplom.

Spannende Projektwochen
Je 12 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die von den Lehrkräften empfohlen werden, können sich für die drei Projektwochen zur Systembiologie, zu Verfahren der Klonierung und zur Genschere CRISPR/Cas bewerben. Sie schlüpfen in dieser Zeit in die Rolle von Wissenschaftler:innen und Technischen Assistent:innen. Im Labor planen sie die Experimente, führen sie durch, protokollieren den Verlauf, werten sie aus und präsentieren die Ergebnisse vor Experten. Die Projektwochen vermitteln auch berufliche Möglichkeiten in der Molekular- und Systembiologie, Biotechnologie sowie Bioinformatik: Von Ausbildungen wie Technische Assistent:in, Chemie- oder Biologie-Laborant:in bis hin zu Studienfächern wie Biologie, Biotechnologie und Medizin.

Weitere Informationen zu den Arbeitsgemeinschaften: https://www.glaesernes-labor.de/de/arbeitsgemeinschaften

Weitere Informationen zu den Projektwochen: https://www.glaesernes-labor.de/de/fit-studium

leben / 21.01.2022
Der Opfer gedenken, neuen Faschismus verhindern

Lichterkette zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2022

Die Lichterkette vor dem ehemaligen Jüdischen Waisenhaus in der Berliner Straße 120-121 in 13187 Berlin findet am 27. Januar 2022 ab 18 Uhr statt. Die Veranstaltung anlässlich des Holocaust-Gedenktags führt die Kommission für Bürgerarbeit in Pankow in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Alt-Pankow und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) durch. Bezirksbürgermeister Sören Benn eröffnet die Lichterkette um 18 Uhr. Anschließend findet in der Alten Pfarrkirche Pankow um 19 Uhr eine kleine Andacht mit Pfarrerin i.R. Ruth Misselwitz statt.

Weitere Informationen unter www.lichterkette-pankow.de.

bilden / 21.01.2022
MINT-Berufe kennenlernen und ausprobieren

Abb.: Schülerlabornetzwerk Genau
Abb.: Schülerlabornetzwerk Genau

Welche Berufsbilder bieten Naturwissenschaft und Technik? Das Gläserne Labor hilft Jugendlichen bei der Orientierung

Schülerinnen ab Klasse 9 bietet das Gläserne Labor seit dem vergangenen Jahr die Chance, in der Reihe „NATürlich Ausbildung!“ Berufe in den Naturwissenschaften und mit Technik-Bezug kennenzulernen. Sie lernen dort Frauen kennen, die in MINT-Ausbildungsberufen arbeiten, können selbst experimentieren und sich mit anderen naturwissenschaftlich Interessierten austauschen. Die Reihe wird bis 2023 fortgesetzt und findet abwechselnd im NatLab der Freien Universität Berlin, im Gläsernen Labor und im Mikroskopierzentrum des Naturkundemuseums statt. Hier erfolgt die Anmeldung über das NatLab. 

Am 16. und 17. März 2022 findet auf dem Campus Buch im Max-Delbrück-Communications Centrum die Ausbildungsmesse vocatium Berlin focus statt. Unter anderem gibt dort das Gläserne Labor Einblicke in MINT-Ausbildungsberufe auf dem Campus Berlin-Buch, stellt die Reihe „NATürlich Ausbildung!“ vor und lädt zu Workshops ein, die den Berufsalltag von Biologie- und Chemielaborant:innen zeigen.

Entdecken Sie das Programm von "NATürlich Ausbildung!“

News auf der Website des Gläsernen Labors
MINT-Berufe kennenlernen und ausprobieren

forschen, produzieren / 21.01.2022
Angriff auf das zelluläre Netzwerk von Krebs - Neue Option für die Entwicklung wirksamer Therapien bei Lungenkrebs?

Die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs stellt trotz wesentlicher Fortschritte nach wie vor eine große medizinische Herausforderung dar. Die zur Verfügung stehenden Therapieoptionen bedeuten in der Regel zwar eine Verlängerung der Lebenszeit können aber die tödliche Krankheit in den meisten Fällen nur für einen begrenzten Zeitraum aufhalten. Tumore können als Organe verstanden werden, die aus einem interaktiven Netzwerk verschiedener Zelltypen mit unterschiedlichen biologischen Funktionen aufgebaut sind. Tumorzellen programmieren in diesem Netzwerk gesunde Zellen um und ermöglichen damit das Wachstum und das Streuen des Krebses. Ebenso kann dieses Netzwerk auch ein Grund für das Versagen von Krebsmedikamenten sein, die nur einen Mechanismus des Tumorwachstums angreifen.

Wissenschaftlern um Stefan Langhammer, der Firma Experimentelle Pharmakologie und Onkologie in Berlin-Buch und der Universität Kiel ist es nun gelungen, mit einer Kombination aus bereits zugelassenen Arzneimitteln dieses zelluläre Netzwerk bei therapieresistenten Tumoren des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms zu durchbrechen. In experimentellen Modellen zeigte sich bei allen behandelten Tumoren unterschiedlicher Gewebetypen eine vollständige Unterdrückung des Tumorwachstums. Darüber hinaus konnte in der Mehrzahl der behandelten Tumore ein anhaltender Rückgang der Größe um bis zu 58% unter Therapie beobachtet werden, bei gleichzeitig guter Verträglichkeit. Die jetzt in einer Fachzeitschrift veröffentlichten Ergebnisse belegen die hohe Wirksamkeit einer Kombinationstherapie, die das zelluläre Netzwerk von Krebs an verschiedenen Stellen gleichzeitig angreift und bieten einen Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Therapieoptionen bei Lungenkrebs mit bereits zugelassenen Medikamenten.

www.epo-berlin.com

leben / 19.01.2022
Verteilung von kostenlosen FFP2-Masken für Bedürftige im Bezirk Pankow

Ausgabe an den drei Rathausstandorten ab 20. Januar 2022

Im Land Berlin gilt derzeit wieder eine verschärfte Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Der Bezirk Pankow verteilt ab dem 20. Januar 2022 die vom Berliner Senat zur Verfügung gestellten FFP2-Masken an Personen mit geringem Einkommen. Dazu gehören zum Beispiel:

• Personen mit Anspruch auf den Berlinpass
• Bezieher:innen von Leistungen nach dem SGB II
• Bezieher:innen von Leistungen nach SGB XII
• Empfänger:innen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)
• Empfänger:innen des Kinderzuschlags nach Bundeskindergeldgesetz (BKGG) etc.

Die Verteilung erfolgt in den Rathäusern Pankow (Breite Str. 24a-26, 13187 Berlin), Weißensee (Berliner Allee 252-260, 13088 Berlin) und Prenzlauer Berg (Fröbelstraße 17, 10405 Berlin) jeweils im Eingangsbereich in der Pförtnerloge während der Öffnungszeiten der Rathäuser (Mo. bis Fr. 8 bis 18 Uhr, außer an Feiertagen).

Am ersten Ausgabetag (20.01.2022) beginnt die Ausgabe voraussichtlich erst ab 10:00 Uhr.

Pro berechtigter Person können bis zu fünf Schutzmasken ausgegeben werden. Die Ausgabe erfolgt solange der Vorrat reicht. Die Bedürftigkeit ist durch geeignete Dokumente (BerlinPass, BaFög, ALG, Grundsicherung u. ä.) zu belegen.

forschen / 13.01.2022
Omikron hat Berlin im Griff

Abwasserprobe vor der Sequenzierung (Foto: Felix Petermann, MDC)
Abwasserprobe vor der Sequenzierung (Foto: Felix Petermann, MDC)

Der Anteil von Omikron liegt in Berlin bei 90 Prozent. Das zeigen jüngste Abwasser-Analysen des Max-Delbrück-Centrums und der Wasserbetriebe. Anfang Dezember lag der Anteil noch bei fünf Prozent. MDC-Teams haben ein computerbasiertes Werkzeug für solche Untersuchungen entwickelt.

Wer sich mit Corona ansteckt, scheidet das Erbgut der Viren unweigerlich aus. Unabhängig davon, ob Symptome da sind oder nicht, und auch nicht nur mit der Atemluft oder dem Speichel: Im Stuhlgang infizierter Menschen ist die RNA von SARS-CoV-2 ebenfalls zu finden. Und von der Toilette aus gelangt sie mit dem Abwasser zügig in die Kläranlage.

Im Februar 2021 begannen mehrere Teams des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), im Berliner Abwasser nach dem Erbgut des Coronavirus zu suchen. Sie sequenzierten es, interpretierten die erhaltenen Daten und visualisierten die Ergebnisse in anschaulichen Grafiken. Das Resultat der gemeinsamen Arbeit haben Vic-Fabienne Schumann und Dr. Rafael Cuadrat von der Technologie-Plattform „Bioinformatics and Omics Data Science“ von Dr. Altuna Akalin, der das Projekt koordiniert hat, jetzt gemeinsam mit ihren Kolleg*innen veröffentlicht. Das am MDC entwickelte Tool ist dadurch anderen Wissenschaftler*innen, die mit ihm arbeiten wollen, zugänglich.

Von fünf auf 90 Prozent in vier Wochen

Seit Dezember fahnden die die MDC-Forscher*innen auch nach der neuen Omikron-Variante. Erste Zwischenergebnisse liegen nun vor: So stieg der Anteil von Omikron in den Abwasserproben, die das MDC untersucht hat, bereits im Laufe des Dezembers 2021 rasant: von fünf Prozent am 8. Dezember über 40 Prozent am 23. Dezember bis hin zu 65 Prozent am 29. Dezember. Am 5. Januar 2022 lag der Anteil bei 90 Prozent, Delta war praktisch verdrängt. Das Ergebnis bestätigt Analysen, die das Labor der Berliner Wasserbetriebe gemacht hat. Auch sie zeigen im Verlauf des Dezembers steigende Anteile der Omikron-Variante.

Die trübe Flüssigkeit der Berliner Kanalisation zu nutzen, um schnelle und detaillierte Informationen zur Verbreitung des Coronavirus in der Hauptstadt zu erhalten, war die Idee von Professor Nikolaus Rajewsky. Der Direktor des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des MDC nahm vergangenes Jahr Kontakt zu den Berliner Wasserbetrieben auf, die ihr Abwasser gerne zu Forschungszwecken zur Verfügung stellten.

Auf der Preprint-Platform „medRxiv“ stellen die Forscher*innen um Akalin, der Letztautor der Studie ist, das Werkzeug namens „PiGx SARS-CoV-2“ nun detailliert vor. „Es handelt sich um ein computergestütztes Tool, mit dem wir die Infektionsdynamik und die zirkulierenden Varianten von SARS-CoV-2 zeitgleich an verschiedenen Standorten grafisch darstellen können“, erläutert Schumann. „Das Wichtigste, was man in diese End-to-End-Pipeline einspeisen muss, sind die Resultate der RNA-Sequenzierungen aus dem Abwasser, die Informationen über die zu untersuchenden Varianten und ein paar Nebeninformationen zu den Daten.“

Die Ergebnisse, die „PiGx SARS-CoV-2“ in Grafiken präsentiert, sind zum einen unabhängig von der Zahl der Coronatests und der symptomatischen Krankheitsverläufe. Zum anderen können sie der Frühwarnung dienen: „Sie sagen verlässlich vorher, ob die Inzidenz in den kommenden Tagen zu- oder abnehmen wird“, sagt Schumann.

Neue Varianten frühzeitig entdecken

Um ihre Pipeline zu prüfen, analysierten die Forscher*innen von Februar bis Juni 2021 insgesamt 38 Abwasserproben aus vier Berliner Klärwerken. „Wir konnten mit unserem Werkzeug die Dynamik der besorgniserregenden Alpha-Variante rekonstruieren und haben zudem die charakteristische Mutation der Delta-Variante und deren Anstieg Anfang Juni entdeckt“, berichtet Schumann. „Somit haben wir gezeigt, dass die Pipeline funktioniert.“ 

Für die Abwasser-Sequenzierungen am MDC ist insbesondere die BIMSB-Arbeitsgruppe „RNA Biologie und Posttranscriptionale Regulation“ von Professor Markus Landthaler verantwortlich. „Der große Vorteil unserer computergestützten Methoden besteht darin, dass wir zeitgleich nach allen bekannten Variationen des Virus suchen und neue Mutationen womöglich früher als bisher erkennen können“, erläutert Dr. Emanuel Wyler, Postdoktorand in der AG Landthaler. „Mithilfe der von uns entwickelten mathematischen Modelle lassen sich bedenkliche Varianten vielleicht sogar aufspüren, bevor sie klinisch relevant werden.“

Abgeordnetenhaus debattiert

Aktuell verfeinert das Team die gezielte Suche nach Varianten wie Omikron im Abwasser und rekonstruiert die Infektionsdynamik. „Denn noch ist umstritten, wie gut sich völlig neue Virusvarianten mit unseren Methoden aufspüren lassen“, erklärt Schumann: „Bislang ist nicht ganz klar, ob die Viren-RNA im Abwasser ähnlich vollständig ist wie im Blut von Patientinnen und Patienten.“

Untersuchungen des Abwassers sind in Deutschland noch nicht als Teil eines Corona-Frühwarnsystems etabliert – weder für bekannte noch für ganz neue Virusvarianten. Dennoch überwachen die Berliner Wasserbetriebe seit Juli 2021 regelmäßig und aus eigenen Mitteln an mehreren Stellen das Abwassernetz und stehen dazu im Austausch mit dem Berliner Senat und dem LAGeSo. Derzeit berät die Politik, ob ein bundesweites Monitoring-Programm aufgelegt und mit EU-Geldern gefördert werden soll – und welche Rolle Berlin dabei spielen kann. Am 19. Januar 2022 soll es dazu eine Anhörung im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses geben – mit den Wasserbetrieben und Daten aus dem MDC.

„Andere Länder, beispielsweise Schweden, die Niederlande und Italien, sind da sehr viel weiter“, sagt MDC-Forscherin Schumann. „Vielleicht hilft unser Tool aber dabei, die Situation auch hierzulande zu verändern.“

Literatur

Vic-Fabienne Schumann, Rafael Ricardo de Castro Cuadrat, Emanuel Wyler et al. (2021): „COVID-19 infection dynamics revealed by SARS-CoV-2 wastewater sequencing analysis and deconvolution“. MedRxiv, DOI: 10.1101/2021.11.30.21266952

Hinweis: Es handelt sich um Zwischenergebnisse und ein Manuskript, das auf einem Preprint-Server der Wissenschaft zur Verfügung steht. Bislang gab es noch keine wissenschaftliche Begutachtung der Methode (Peer Review). Bis zur offiziellen Veröffentlichung kann noch einige Zeit vergehen, möglicherweise müssen die Autor*innen das Manuskript anpassen und / oder erweitern. Da das Thema aufgrund der besorgniserregenden Omikron-Variante derzeit sehr dringlich ist, stellt das MDC es dennoch hier vor.

Weiterführende Informationen

 

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft gehört zu den international führenden biomedizinischen Forschungszentren. Nobelpreisträger Max Delbrück, geboren in Berlin, war ein Begründer der Molekularbiologie. An den MDC-Standorten in Berlin-Buch und Mitte analysieren Forscher*innen aus rund 60 Ländern das System Mensch – die Grundlagen des Lebens von seinen kleinsten Bausteinen bis zu organübergreifenden Mechanismen. Wenn man versteht, was das dynamische Gleichgewicht in der Zelle, einem Organ oder im ganzen Körper steuert oder stört, kann man Krankheiten vorbeugen, sie früh diagnostizieren und mit passgenauen Therapien stoppen. Die Erkenntnisse der Grundlagenforschung sollen rasch Patient*innen zugutekommen. Das MDC fördert daher Ausgründungen und kooperiert in Netzwerken. Besonders eng sind die Partnerschaften mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin im gemeinsamen Experimental and Clinical Research Center (ECRC ) und dem Berlin Institute of Health (BIH) in der Charité sowie dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Am MDC arbeiten 1600 Menschen. Finanziert wird das 1992 gegründete MDC zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin. www.mdc-berlin.de

bilden / 13.01.2022
Noch Plätze für kleine Forscher im Ferienprogramm des Campus Berlin-Buch

Foto: Campus Berlin-Buch GmbH
Foto: Campus Berlin-Buch GmbH

Das Gläsernen Labor lädt Ferienkinder wieder ein, selbst zu Forschern zu werden:

Normalerweise experimentiert ihr bei uns zusammen mit Wissenschaftlern im Labor. Doch auch in diesem Winter werden wir online mit euch experimentieren. Wir vom Labor aus, und ihr von zu Hause. Damit wir genügend Zeit haben, auf Entdeckungsreise in den Naturwissenschaften zu gehen, werden wir drei Stunden mit euch gemeinsam verbringen. Und damit bei all dem Forschen die Bewegung nicht zu kurz kommt, wollen wir mit euch auch eine halbe Stunde Sport machen. Lasst euch überraschen, was wir alles für euch vorbereitet haben.

So ist der Ablauf geplant:
10:00 - 11:00 Uhr Experimentieren
11:00 - 11:30 Uhr Pause
11:30 - 12:00 Uhr Sport am Platz
12:00 - 13:00 Uhr Experimentieren


31. 01. Schillernde Welt der Seifenblasen

10:00 bis 13:00 Uhr, für Kinder von 6 bis 10 Jahren

Stelle mit uns eine Seifenblasen-Lösung her, damit wir viele Fragen Rund um die Seifenblasen klären können. Sind sie immer rund und wie kann man sie haltbarer machen? Und was hat das Dach des Münchner Olympiastadions mit Seifenblasen zu tun? Wie kann man sich einen Seifenblasenautomat basteln?

 

01. 02. Das Gute in der Milch

10:00 bis 13:00 Uhr, für Kinder von 6 bis 11 Jahren

Was steckt alles in der Milch? Warum ist sie so gesund? Warum ist die Milch eigentlich weiß und was kann man alles aus Milch herstellen? Das probierst du mit uns gemeinsam aus.


02. 02. Luftballon Experimente

10:00 bis 13:00 Uhr, für Kinder von 6 bis 11 Jahren

Luftballons sind sehr dekorativ und man kann mit diesen elastischen Hohlkörpern eine Menge spannender Experimente machen.
Wusstest du, dass der erste Ballon aus Rohgummi 1824 in London von dem Naturforscher Michael Faraday für seine Experimente zum Einsatz kam? Lass' uns gemeinsam spannende Experimente mit Luftballons machen.


03. 02. Lustige Küchenexperimente

10:00 bis 13:00 Uhr, für Kinder von 6 bis 12 Jahren

Die Küche ist das beste Chemielabor. Probiert es mit uns gemeinsam aus wie viel Spaß Küchenchemie machen kann. Nur wenige "Zutaten" werden benötigt.


04. 02. Was steckt in deiner Nahrung?

10:00 bis 13:00 Uhr, für Kinder von 8 bis 12 Jahren

Mineralstoffe, Vitamine, Kohlenhydrate - das soll alles in unserer Nahrung drin sein?! Was ist das eigentlich und wie kann man das nachweisen? Mit einfachen Lösungen aus der Apotheke können wir dem auf der Spur sein. Wir wollen verschiedene Lebensmittel untersuchen.

www.forscherferien-berlin.de

Zur Buchung geht es hier

heilen / 12.01.2022
Geburtenanstieg im Helios Klinikum Berlin-Buch setzt sich fort

Das Team der Geburtshilfe im Helios Klinikum Berlin-Buch half im vergangenen Jahr 3.381 Kindern auf die Welt. (Foto: Thomas Oberländer/Helios Klinikum
Das Team der Geburtshilfe im Helios Klinikum Berlin-Buch half im vergangenen Jahr 3.381 Kindern auf die Welt. (Foto: Thomas Oberländer/Helios Klinikum

Erneut wurde ein historischer Entbindungsrekord in Berlin-Buch erreicht: Das Team der Geburtshilfe im Helios Klinikum Berlin-Buch half im vergangenen Jahr 3.381 Kindern auf die Welt. Darunter waren 97 Zwillingsgeburten und zwei Drillingsgeburten.

„Unsere Freude ist riesig. Das sind nochmal 80 Kinder mehr als in 2020 und da hatten wir bereits einen Babyboom zu verzeichnen. Trotz Corona-Pandemie waren in 2020 so viele Kinder auf die Welt gekommen, wie seit der Wende nicht mehr. Das zeigt den guten Ruf unseres Geburtenzentrums in der Region. Ich bin stolz auf mein Team und bedanke mich bei allen Familien, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben“, betont Prof. Dr. Michael Untch, Chefarzt der Geburtshilfe und Gynäkologie im Helios Klinikum Berlin-Buch. Und weiter: „Der größte Dank geht an unsere Hebammen, die Pfleger und Pflegerinnen sowie Ärzte und Ärztinnen in den Sprechstunden und insbesondere in unseren Kreißsälen und auf den Stationen der Geburtshilfe, weil sie immer das Wohl der Kinder und Mütter als oberste Priorität sehen, auch in Coronazeiten. Das ist nicht selbstverständlich und ging durch zusätzliche Herausforderungen wie Streiks in anderen Häusern an die Belastungsgrenzen unserer Teams. Umso mehr ist es ein Ansporn die Bedürfnisse unserer Teams genauso wichtig zu nehmen, wie das Sicherheitsbedürfnis und das Bedürfnis nach Geborgenheit der Schwangeren und Gebärenden sowie ihrer Kinder.“

Das Helios Klinikum Berlin-Buch gehört zu den größten und modernsten Geburtskliniken Deutschlands. Monatlich kommen hier mehr als 250 Babys zur Welt. Seit 2007 mit Eröffnung des Neubaus an der Schwanebecker Chaussee in Berlin-Buch ist ein stetiger Anstieg der Geburtenzahlen zu verzeichnen.

Das Geburtenjahr 2021 in Zahlen

Unter den 2021 in den Kreißsälen des Helios Klinikums Berlin-Buch geborenen Kindern sind 1.708 Jungen und 1.673 Mädchen. 67 Babys hatten ein Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm und wurden im Perinatalzentrum versorgt.

Neben den Geburten im Klinikum gab es im letzten Jahr auch elf außerhäusliche Geburten. Die Kinder sind überraschend schon zu Hause oder im Krankenwagen auf dem Weg ins Klinikum geboren worden. Die Sommermonate Juni, Juli und August waren wieder die geburtsstärksten.

Was wir bieten

Das Geburtenzentrum ist mit vier Kreißsälen und zwei Vorwehenzimmern ausgestattet. Moderne Entbindungsbetten ermöglichen verschiedene Gebärhaltungen. Neben einer Gebärwanne für Wassergeburten gibt es Pezzibälle, Gebärhocker, Geburtsseile und Entbindungsmatten.

Auch Risikoschwangerschaften, Mehrlingsgeburten und Frühgeborene werden umfassend versorgt. Im zertifizierten Perinatalzentrum mit der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) können auch Frühgeborene unter 1.500 Gramm Geburtsgewicht versorgt werden. Diese Neugeborenen bedürfen einer besonderen, hoch qualifizierten Medizin und Pflege. Die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendmedizin und der Kinderchirurgie garantiert eine optimale Versorgung von Mutter und Kind rund um die Uhr.

Entbinden in Zeiten von Corona

„Wir freuen uns sehr, dass sich weiterhin so viele werdende Eltern aus der Region für eine Geburt bei uns im Klinikum entscheiden, gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Das ist ein tolles Signal für das gesamte Geburtshilfe-Team, das sich trotz aller notwendigen Einschränkungen in der Pandemie liebevoll und professionell für unsere Patientinnen und Kinder einsetzt“, sagt Leitende Hebamme Yvonne Schildai.

Trotz der aktuellen Besuchseinschränkungen unterstützt das Geburtenzentrum werdende Mütter bei dem Wunsch, ihren Partner oder eine andere Begleitperson zur Geburt mitzunehmen. Um größtmögliche Sicherheit zu schaffen erhält die Schwangere bei der Ankunft einen PCR-Abstrich. Außerdem erhalten Schwangere und die Begleitung bei Ankunft einen Corona-Schnelltest. Das gilt auch für Genesene und Geimpfte Personen.

Um werdende Eltern bestmöglich über das umfangreiche, individuelle Angebot, aktuelle Maßnahmen und Regelungen in der Geburtshilfe zu informieren, bieten die Hebammen in Kürze wieder einen Kreißsaal-Live-Chat an. Dieser findet auf Facebook und Instagram (@heliosberlinbuch) statt.

Bei Fragen rund um die Geburt informieren wir auch unter:  Fragen rund um die Geburt (helios-gesundheit.de)


Über das Helios Klinikum Berlin-Buch

Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in mehr als 60 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren sowie einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 55.000 stationäre und über 144.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Hauttumorzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DDG“ zertifiziert.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.
Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 120.000 Mitarbeitenden. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika und die Eugin-Gruppe mit einem globalen Netzwerk von Reproduktionskliniken. Rund 20 Millionen Patient:innen entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2020 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,8 Milliarden Euro.
In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, rund 130 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patient:innen behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland 73.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
Quirónsalud betreibt 53 Kliniken, davon sechs in Lateinamerika, 70 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15 Millionen Patient:innen behandelt, davon 14,1 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 40.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro.
Das Netzwerk der Eugin-Gruppe umfasst 33 Kliniken und 38 weitere Standorte in zehn Ländern auf drei Kontinenten. Mit rund 1.500 Beschäftigten bietet das Unternehmen ein breites Spektrum modernster Dienstleistungen auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin an.
Helios gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch

bilden / 12.01.2022
Gläsernes Labor: Neue Lehrerweiterbildung zur Kohlenhydratchemie

Foto: Peter Himsel
Foto: Peter Himsel

Laborkurs für Chemielehrerinnen und Lehrer für die Sekundarstufen I & II

Das Gläserne Labor auf dem Campus Berlin-Buch bietet eine neue Lehrerweiterbildung zur Kohlenhydratchemie an, mittels einer Reihe von Versuchen wird die vielfältige Naturstoffgruppe der Kohlenhydrate vorgestellt. Dabei werden Fragen wie, Was sind Kohlenhydrate? Welche gibt es und wie kann man sie unterscheiden? besprochen. Schwerpunkt des Kurses ist das praktische Arbeiten im Labor.

In der Ernährung ist die Rolle von Kohlenhydraten gut bekannt. Kohlenhydrate bilden aber auch Polymere, so ist die Cellulose ein wichtiger nachwachsender Rohstoff, der in großen Mengen aus Holz gewonnen wird. Mit Hilfe chemischer Reaktionen der Cellulose können Celluloseester gebildet werden, die vielseitig eingesetzt werden.

Ein weiteres Produkt aus chemischen Reaktionen der Cellulose sind Cellulosenitrate, die für Sprengstoffe und Pyrotechnik eingesetzt werden, aber auch für Nitrolacke, Celluloid (Tischtennisbälle) und Klebstoffe gefragt sind. Im Laborkurs wird gemeinsam Cellulosetrinitrat (Schießbaumwolle) hergestellt und die Reaktion besprochen.

Die Arbeit mit dem Polarimeter, einem optischen Messinstrument, steht im Mittelpunkt eines weiteren Versuchs. Dort wird die Mutarotation von Glucose und die Rohrzuckerinversion polarimetrisch untersucht und protokolliert.

Der Kurs richtet sich an Chemielehrerinnen und Lehrer für die Sekundarstufen I & II. Ein Fortbildungsschwerpunkt ist der Aspekt des sicheren Experimentierens mit Schülerinnen und Schülern im Chemieunterricht. Geplant ist, für das kommende Schuljahr für Schülerinnen und Schüler Laborkurse zur Kohlenhydratchemie zu entwickeln. Die Teilnehmenden der Lehrerweiterbildung sind eingeladen, ihre Ideen und Wünsche einzubringen und das Programm der geplanten Schülerkurse mitzugestalten.

Das neue Weiterbildungsangebot ist für Lehrkräfte kostenfrei. Alle Versuche werden protokolliert. Das Kursmaterial wird gestellt.

Hier geht es zur Kursbuchung. Der erste Termin findet am 15. Februar statt.

Quelle: Gläsernes Labor
Chemie: Neue Lehrerweiterbildung zur Kohlenhydratchemie

www.glaesernes-labor.de

leben, heilen / 11.01.2022
Erfolgreiche Impfwoche in Pankow

Dr. Cordelia Koch, Bezirksstadträtin für Gesundheit, und Cornelius Bechtler, Bezirksstadtrat für Jugend (Foto: Bezirksamt Pankow)
Dr. Cordelia Koch, Bezirksstadträtin für Gesundheit, und Cornelius Bechtler, Bezirksstadtrat für Jugend (Foto: Bezirksamt Pankow)

584 Covid-19-Impfungen verabreicht

Das Bezirksamt Pankow organisierte vom 3. – 7. Januar 2022 eine dezentrale Impfwoche im Bezirk. In Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Berlin und der Pankower Zivilgesellschaft gelang es durch diese Form des aufsuchenden Impfangebotes 584 COVID-19-Impfungen zu verabreichen. Die Angebote konzentrierten sich auf den Norden des Bezirks. Der allergrößte Teil der Impfungen waren Drittimpfungen. Pankows Bezirksstadträtin für Gesundheit Dr. Cordelia Koch erklärt dazu: „Ich freue mich, dass so viele Menschen unser Angebot angenommen haben. Kurze Wege, nah am Zuhause der Menschen und ohne Anmeldung fiel es den Menschen leicht, sich für das Impfen zu entscheiden. Gerade auch die Zahl der Erstimpfungen zeigt dies.“

heilen / 10.01.2022
„Beste Empfehlung“: Tagesspiegel-Ärzteumfrage zeichnet drei Chefärzte im Helios Klinikum Berlin-Buch aus

Prof. Dr. Georg Hagemann, Chefarzt der Neurologie (li), Prof. Dr. Marc Bloching, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Mitte) und Prof. Dr. Daniel Kendoff, Chefarzt der Orthopädie (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken
Prof. Dr. Georg Hagemann, Chefarzt der Neurologie (li), Prof. Dr. Marc Bloching, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Mitte) und Prof. Dr. Daniel Kendoff, Chefarzt der Orthopädie (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken

Gleich drei Fachbereiche im Helios Klinikum Berlin-Buch haben bei der TagesspiegelÄrzteumfrage 2022/2023 in insgesamt 14 Kategorien eine »beste Empfehlung« von den niedergelassenen Berliner Ärztinnen und Ärzten erhalten.

Niedergelassene Medizinerinnen und Mediziner schätzen ihre Kollegen im Helios Klinikum Berlin-Buch: Die Klinik für Neurologie, die Klinik für Orthopädie sowie die Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde wurden im Rahmen der Tagesspiegel-Ärzteumfrage mit dem Siegel “Beste Empfehlung” ausgezeichnet.

Prof. Dr. Georg Hagemann, Chefarzt der Neurologie, Prof. Dr. Marc Bloching, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Prof. Dr. Daniel Kendoff, Chefarzt der Orthopädie, sind stolz auf die Tagesspiegel-Auszeichnungen.

“Wir freuen uns ganz besonders, dass uns die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen auch in diesem Jahr wieder so gut bewertet haben. Wir sind stolz, dass unsere medizinische Versorgung diese Wertschätzung erfährt“, betont Prof. Dr. Georg Hagemann.

Auch Prof. Dr. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im Helios Klinikum Berlin-Buch, zeigt sich erfreut über die Auszeichnung seiner Kollegen:

“Die Auszeichnungen sind eine schöne Bestätigung unseres Engagements, unsere Patientinnen und Patienten täglich auf hohem medizinischem Niveau zu versorgen und ihnen die bestmögliche Behandlung in allen Bereichen bieten zu können.“

Orthopädie

Die Klinik für Orthopädie wurde in den Kategorien Knochenbrüche, Hüft-TEP, Knie-TEP, Bandscheibenvorfall und Schultergelenk ausgezeichnet.

Bei orthopädischen Beschwerden bietet das Expertenteam rund um Chefarzt Prof. Dr. Daniel Kendoff im Helios Klinikum Berlin-Buch alle Verfahren der modernen Orthopädie an. Prof. Kendoff ist u.a. ausgewiesener Experte für Revisionsendoprothetik für Knie- und Hüftgelenke. Jährlich werden hier über 1.400 Kunstgelenke eingesetzt. Im Rahmen der operativen und konservativen Behandlung aller orthopädischen Erkrankungen bietet die orthopädische Fachabteilung zahlreiche Spezialverfahren an.

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Die Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde erhielt in den Kategorien Gaumenmandeln, Nasennebenhöhlen, Mund-Rachenkrebs, Trommelfell, Hörimplantat und Vestibularfunktion eine Auszeichnung. Die HNO-Experten rund um Chefarzt Prof. Dr. med. Marc Bloching stellen mit einem spezialisierten Team und einem umfangreichen Therapieangebot den Erhalt und die Wiederherstellung des Gehörs, der Stimme und der Nase in den Mittelpunkt ihres Handelns.

Als Kopf-Hals-Chirurg und Leiter des Hörzentrums Berlin-Brandenburg hat sich Prof. Bloching auf eine interdisziplinäre, ambulante und chirurgische Behandlung von HNO-Erkrankungen sowie die plastisch-rekonstruktive Gesichtschirurgie im Besonderen der Nase spezialisiert. Zudem hat er das Helios Klinikum Berlin-Buch zum „meistempfohlenen“ Zentrum für Krebs im Rachenraum entwickelt. Die HNO-Klinik ist Teil des zertifizierten Krebszentrums Berlin-Buch.

Neurologie

Die Klinik für Neurologie wird bestens empfohlen bei Alzheimer, Parkinson, und Epilepsie. Das Team der Neurologie rund um Chefarzt Prof. Dr. Georg Hagemann behandelt sämtliche neurologische Erkrankungen kompetent mit modernster Diagnostik und Therapie. Das Team ist unter anderem spezialisiert auf Schlaganfall (überregional zertifizierte Stroke Unit), Multiple Sklerose, Parkinson, Epilepsien und Schwindel.

Tagesspiegel-Ärzteumfrage

Seit 2005 befragen der Tagesspiegel und das Hauptstadtnetzwerk „Gesundheitsstadt Berlin“ die Berliner Ärzteschaft, welche Kliniken sie bei ausgewählten stationären Behandlungen empfiehlt.

An der neuen Umfrage des Tagesspiegels haben sich knapp 2.400 Ärztinnen und Ärzte beteiligt und die empfehlenswerten Krankenhäuser für 53 Krankheitsbilder genannt, die eine stationäre Therapie nötig machen: von der Augenheilkunde über Geburtshilfe, Dermatologie, HNO und Kinderheilkunde bis hin zu Orthopädie und Urologie. Die Ergebnisse der aktuellen Befragung wurden jetzt im Magazin „Tagesspiegel Kliniken Berlin 2022/2023“ veröffentlicht.

www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch

forschen / 10.01.2022
Die Rolle des größten Organells in Nervenzellen verstehen – Marijn Kuijpers erhält 1,5 Millionen Euro Förderung vom Europäischen Forschungsrat (ERC)

Dr. Marijn Kuijpers vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) erhält einen der prestigeträchtigen Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC). Kuijpers wird die mit 1,5 Millionen Euro dotierten Fördermittel nutzen, um das Endoplasmatische Reticulum (ER) in Nervenzellen zu untersuchen, ein großes intrazelluläres Organell.

Das Innere einer Zelle ist in voneinander getrennte Abschnitte, die Organellen unterteilt, die alle bestimmte Aufgaben zu erfüllen haben. Der Zellkern beherbergt zum Beispiel unser genetisches Material, während die Mitochondrien die für Zellprozesse benötigte Energie erzeugen. Das Endoplasmatische Retikulum (oder ER) ist das größte Zellorganell und erfüllt zahlreiche Aufgaben. So spielt es eine zentrale Rolle bei der Synthese und dem Transport von Proteinen und Lipiden sowie bei der Speicherung von Kalzium. Obwohl eine Fehlfunktion des ER mit der Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen in Verbindung gebracht wird, wissen wir nur sehr wenig darüber, wie dieses riesige Organell die einzigartige Funktion der Zellen unseres Nervensystems unterstützt.

Nervenzellen sind verantwortlich für unsere Fähigkeit, uns zu erinnern und alle notwendigen Lebensfunktionen zu koordinieren. Und sie haben ganz besondere Eigenschaften. Sie sind z.B. sehr groß, denn ihre Hauptaufgabe ist die Übertragung von Impulsen über extrem lange Strecken. Diese wichtige Aufgabe der Signalübertragung spiegelt sich auch in der Asymmetrie der Nervenzellen wider: Sie haben Dendriten genannte Fäden, die Impulse von anderen Nervenzellen empfangen, und einen dünnen, sehr langen Faden, das Axon, welches das Signal an andere Zellen weiterleitet. Um diese großen, funktionell sehr unterschiedlichen Strukturen wachsen zu lassen und zu erhalten, sind Nervenzellen auf die richtige Sortierung von Proteinen, Lipiden und eine korrekte Verteilung anderer zellulärer Elemente angewiesen – alles Prozesse, bei denen das ER wahrscheinlich eine entscheidende Rolle spielt. Darüber hinaus hängt die Übertragung von Nervenimpulsen in hohem Maße von Veränderungen der Kalziumkonzentration ab, was wiederum darauf hindeutet, dass das ER in diesen Zellen eine zusätzliche Rolle spielen könnte.

Das Team um Marijn Kuijpers wird innovative bildgebende Verfahren einsetzen, welche die Visualisierung von ER-ansässigen Proteinen, ER-Dynamik und ER-Prozessen, wie der Kalziumspeicherung, innerhalb der Nervenzelle ermöglichen. Im geförderten Projekt „synERgy“ erforschen die Wissenschaftler:innen die Rolle des ER in Nervenzellen, um letztlich zu verstehen, wie Defekte in der Funktion des ER zur Neurodegeneration beitragen.

Über die ERC-Grants: Das Förderprogramm des Europäischen Forschungsrats (ERC) ist eines der renommiertesten in Europa. Starting Grants unterstützen exzellente Forscher:innen, die mit einem eigenen unabhängigen Team oder Programm beginnen.  Die Grants sind mit bis zu 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre dotiert.

Zur Pressemitteilung auf der Webseite des FMP

leben / 10.01.2022
Pankow-News des Bezirksamts erschienen

Motiv des Titelbildes: Blick auf die die Alte Pfarrkirche "Zu den Vier Evangelisten" in der Breiten Straße (Foto: Bezirksamt Pankow)
Motiv des Titelbildes: Blick auf die die Alte Pfarrkirche "Zu den Vier Evangelisten" in der Breiten Straße (Foto: Bezirksamt Pankow)

Ausgabe Winter 2021/2022 am 5. Januar 2022 erschienen

Seit der Herbstausgabe hat sich im Bezirksamt Pankow viel bewegt. Anfang November wurden alle Bezirksamtsmitglieder sowie der neue Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung gewählt und haben ihre Ämter angetreten. In dieser Ausgabe stellen sich der Bezirksbürgermeister, die Bezirksstadträt:innen und der BVV-Vorsteher ausführlich vor. Ebenso erklären wir, was zwischen dem Wahlabend und der Vereidigung der neuen “Bezirksregierung” passiert. Freuen Sie sich zudem auf Kultur- und Service-Infos.

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produzieren / 10.01.2022
Eckert & Ziegler unterzeichnet exklusiven Liefervertrag für Ytterbium-176

10.01.2022 / Insiderinformation gemäß Artikel 17 MAR

Die Eckert & Ziegler Radiopharma GmbH (EZR), der radiopharmazeutische Produktionszweig von Eckert & Ziegler, hat mit Atom Mines LLC (Texas, USA), einem Hersteller von Ytterbium und mit einem Tochterunternehmen der Pointsman Foundation (Texas, USA), einen Joint-Venture-Vertrag und exklusiven langfristigen Liefervertrag für Ytterbium-176 abgeschlossen. Die Vereinbarung hat eine strategische Dimension, da sich Krebstherapien auf der Basis von Lutetium-177 als hochwirksam erwiesen haben, der weltweite Vorrat am unverzichtbaren Vorprodukt Ytterbium-176 jedoch bisher in Gramm pro Jahr gemessen wurde. Ein neues Herstellungsverfahren, das teilweise von EZR finanziert und von Atom Mines entwickelt wurde, soll nun diesen Engpass lösen: die ersten ausgelieferten Proben erfüllten die relevanten Qualitätskriterien, insbesondere die Isotopenreinheit. EZR wird damit in die Lage versetzt, Lutetium-177 in großen Mengen für Pharmaunternehmen in aller Welt und darüber hinaus für Hunderttausende von Patienten pro Jahr anzubieten.

Obwohl sich Lutetium-177 basierte Radiotherapeutika in klinischen Studien als hochwirksam erwiesen haben, beschränkten sich die behördlichen Zulassungen bisher auf seltene Krebsarten wie neuroendokrine Tumore. Vor kurzem haben die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA und andere Aufsichtsbehörden die Zulassungen für Radiotherapeutika auf Lutetium-177-Basis auf Prostatakrebs, der zweithäufigsten Todesursache bei Krebs, ausgeweitet. Bei Arzneimittelherstellern führte dies zu Lieferunsicherheiten, insbesondere wegen der begrenzten Verfügbarkeit von Ytterbium-176.

"Wir sind begeistert von den bisherigen Ergebnissen und dem Potenzial der neuen Herstellungstechnologie", kommentierte Lutz Helmke, COO von EZR. "Atom Mines schließt eine wichtige Lücke in der Lieferkette für Lutetium-177 nca und stärkt unsere Position als Partner für globale radiopharmazeutische Unternehmen wie Novartis, Bayer oder Telix."

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört mit rund 900 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet weltweit an seinen Standorten Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Radiopharmazie an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.

www.ezag.de

forschen / 10.01.2022
ERC Starting Grant geht an Stefanie Grosswendt

Porträt von Stefanie Grosswendt (Foto: Felix Petermann, MDC)
Porträt von Stefanie Grosswendt (Foto: Felix Petermann, MDC)

Zellen tauschen ständig Informationen aus und sie beeinflussen sich gegenseitig – während der Entwicklung, im gesunden Gewebe und auch in Tumoren. Dr. Stefanie Grosswendt will die Prinzipien dieser Kommunikation verstehen und erhält dafür einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrates ERC.

Mit dem ERC Starting Grant bekommt das erst 2021 etablierte Labor der Nachwuchsforscherin Stefanie Grosswendt einen Schub: Die begehrte Auszeichnung ist mit einer Förderung in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre verbunden. Die Gutachter*innen des Europäischen Forschungsrates suchen nach ungewöhnlichen Ansätzen, die – sofern sie funktionieren – Türen aufstoßen und erheblichen Fortschritt ermöglichen können („high risk, high reward“). Die Kandidat*innen müssen außerdem seit ihrer Promotion zwei bis sieben Jahre Erfahrung gesammelt haben und vielversprechende wissenschaftliche Erfolge vorweisen können. In diesem Jahr erhalten 397 europäische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen ERC Starting Grants.

Dr. Stefanie Grosswendt leitet eine BIH-Nachwuchsgruppe, die zum gemeinsamen Fokusbereich „Single-Cell-Ansätze für die personalisierte Medizin“ des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) gehört. Ihr Labor ist ko-affiliiert mit der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie von Frau Professorin Angelika Eggert der Charité und am Berliner Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des MDC angesiedelt. In ihrem Projekt „Cellmates“ will Stefanie Grosswendt untersuchen, welche Zellen Nachbarn im Gewebe sind, wie genau sie Informationen austauschen und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. 

Wer soll ich werden und wo soll ich hin?

Wie wandelbar Zellen sind, ist während der Entwicklung eines Embryos offensichtlich. Nach und nach bildet sich aus einer befruchteten Eizelle ein ganzer Organismus. „Aber dazu muss jede einzelne Zelle erst einmal wissen, was sie werden soll und zum Teil auch wohin sie eigentlich noch wandern muss“, sagt Stefanie Grosswendt. „Deshalb bekommt eine Zelle immer wieder Signale aus ihrer unmittelbaren Umgebung – wir wollen dieses Zusammenspiel entziffern und verstehen, wie es dazu beiträgt, dass sich Zellen spezialisieren und so ihren Weg finden.“ 

Diesen fein austarierten Prozess analysiert die Nachwuchsforscherin anhand von Zellen der Neuralleiste von Mäuseembryonen. Diese Zellen sind zunächst multipotent; sie entwickeln sich dann in ganz unterschiedliche Zelltypen, von Pigmentzellen der Haut über Knorpelelemente des Kiefers bis hin zum Nebennierenmark. Geht etwas schief, können bereits vor der Geburt zum Beispiel Krebszellen des Neuroblastoms entstehen. 

„Bisher wissen wir nicht, wie komplex die Wechselwirkungen zwischen Zellen sein können und welche Auswirkungen das jeweils auf das Zellschicksal hat“, sagt Grosswendt. Sie will daher die Technologien der Einzelzellanalyse so weiterentwickeln, dass man benachbarte Zellen im Gewebe präzise identifizieren und gleichzeitig ermitteln kann, welche Signale sie sich senden und wie sie dadurch gegenseitig ihre Eigenschaften beeinflussen.

Enormes Potenzial für die medizinische Forschung

„Ein und dasselbe Signal kann unterschiedliche Antworten auslösen, je nach Zelltyp“, sagt Grosswendt. Die Zellen lesen danach andere Gene ab als zuvor, ändern mitunter sogar ihre Identität. „Diese Prinzipien der Zellkommunikation kommen nicht nur während der Entwicklung oder im gesunden Gewebe zum Tragen. Die Zellen innerhalb eines Tumors beeinflussen sich ebenfalls gegenseitig. Das kann die Genaktivität einiger Krebszellen so verändern, dass sie schwerer zu therapieren sind.“

Substanzielles Potenzial für die medizinische Forschung sahen auch die ERC-Gutachter*innen. „Das hat mich besonders gefreut, dass sie unseren wissenschaftlichen Ansatz ebenso spannend fanden wie unsere Gruppe“, sagt Grosswendt. „Wir werden unsere Methoden vielfältig anwenden können: auf Modelorganismen, Organoide – also organähnliche Mikrostrukturen – und auf Proben von Patient*innen.“ Genau deshalb passen sie so gut in den gemeinsamen Fokusbereich „Single-Cell-Ansätze für die personalisierte Medizin“ von BIH und MDC. „Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die ich im Vorfeld hatte – und meinen PhD-Studierenden, deren erste Datenanalysen bereits in die Bewerbung eingeflossen sind. Wir legen jetzt richtig los.“

Weiterführende Informationen

Pressemitteilung des ERC

AG Grosswendt

Einzelzellforscherin Stefanie Grosswendt ausgezeichnet

Vier neue Gruppen nutzen Einzelzellmethoden für die Medizin

Fokusbereich „Single-Cell-Ansätze für die personalisierte Medizin“ 


Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft gehört zu den international führenden biomedizinischen Forschungszentren. Nobelpreisträger Max Delbrück, geboren in Berlin, war ein Begründer der Molekularbiologie. An den MDC-Standorten in Berlin-Buch und Mitte analysieren Forscher*innen aus rund 60 Ländern das System Mensch – die Grundlagen des Lebens von seinen kleinsten Bausteinen bis zu organübergreifenden Mechanismen. Wenn man versteht, was das dynamische Gleichgewicht in der Zelle, einem Organ oder im ganzen Körper steuert oder stört, kann man Krankheiten vorbeugen, sie früh diagnostizieren und mit passgenauen Therapien stoppen. Die Erkenntnisse der Grundlagenforschung sollen rasch Patient*innen zugutekommen. Das MDC fördert daher Ausgründungen und kooperiert in Netzwerken. Besonders eng sind die Partnerschaften mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin im gemeinsamen Experimental and Clinical Research Center (ECRC) und dem Berlin Institute of Health (BIH) in der Charité sowie dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Am MDC arbeiten 1600 Menschen. Finanziert wird das 1992 gegründete MDC zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin. www.mdc-berlin.de 

 

Berlin Institute of Health in der Charité (BIH)

Die Mission des Berlin Institute of Health (BIH) in der Charité ist die medizinische Translation: Erkenntnisse aus der biomedizinischen Forschung werden in neue Ansätze zur personalisierten Vorhersage, Prävention, Diagnostik und Therapie übertragen, umgekehrt führen Beobachtungen im klinischen Alltag zu neuen Forschungsideen. Ziel der rund 400 Wisenschaftler*innen ist es, einen relevanten medizinischen Nutzen für Patient*innen und Bürger*innen zu erreichen. Dazu etabliert das BIH als Translationsforschungsbereich in der Charité ein umfassendes translationales Ökosystem, setzt auf ein organübergreifendes Verständnis von Gesundheit und Krankheit und fördert einen translationalen Kulturwandel in der biomedizinischen Forschung. Das BIH wurde 2013 gegründet und wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu zehn Prozent vom Land Berlin gefördert. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) waren bis 2020 eigenständige Gliedkörperschaften im BIH. Seit 2021 ist das BIH als so genannte dritte Säule in die Charité integriert, das MDC ist Privilegierter Partner des BIH.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von MDC und BIH in der Charité
ERC Starting Grant geht an Stefanie Grosswendt

forschen, heilen / 10.01.2022
Teilnehmende für Studien zu Effekten von Fasten und natürlicher Blutdrucksenkung gesucht

Das Experimental & Clinical Research Center in Buch führt Studien zu den Effekten von Fasten und zu natürlicher Blutdrucksenkung durch.

1. Fasten mit wissenschaftlich-ärztlicher Begleitung

Sie wollten schon immer mal Fasten? Hier ist Ihre Gelegenheit!
Für die klinische Studie LEANER am Experimental & Clinical Research Center (ECRC) in Berlin Buch suchen wir

  • Gesunde Männer und Frauen
  • Normal- bis übergewichtig
  • Alter 20 bis 50 Jahre

Untersucht werden die Effekte eines 5-Tage Buchinger-Fastens auf Stoffwechsel, Blutdruck, Darmmikrobiom, Immunsystem,  Emotionsverarbeitung und nahrungsbezogenen Belohnungsaufschub.

Sie erhalten:

  • Einen ausführlichen Gesundheits-Check
  • Eine angeleitete Fastenwoche
  • Individuelle Informationen zu einer Reihe von Stoffwechselparametern
  • Eine angemessene finanzielle Aufwandsentschädigung


Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Charité.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann melden Sie sich bitte bei uns.

Tel.: (030) 450 540 234 | leaner@charite.de

 

2. Studie zu Blutdrucksenkung mit Probiotika

Ist Ihr Blutdruck entweder behandelt oder unbehandelt über 140/90? Sind Sie zwischen 50 und 75 Jahren alt? Suchen Sie nach einer alternativen Behandlung, die Ihren Blutdruck senken kann?

Dann wäre unsere HYPRO-Studie genau das richtige für Sie! Dort untersuchen wir den Einfluss eines Probiotikums (Zubereitung lebensfähiger Bakterien) auf den Blutdruck, das Darmmikrobiom und den Glucose-Stoffwechsel.

Nähere Informationen finden Sie im Studien-Flyer und auf der Internetseite der Charité.

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter 030 450 540 234 oder hypro@charite.de .

bilden / 06.01.2022
Gläsernes Labor: Neuer Schülerkurs zu Gen-Mutationen buchbar

Arbeiten im Labor (Foto: Peter Himsel)
Arbeiten im Labor (Foto: Peter Himsel)

Das Gläserne Labor auf dem Campus Berlin-Buch bietet einen neuen Schülerkurs an, der am Beispiel einer seltenen Erbkrankheit einen praktischen Einstieg in gängige molekularbiologische Labormethoden wie PCR und Gelelektrophorese gibt. Fast nebenbei werden die theoretischen Grundlagen aus der Schule zu Arten und Auswirkungen von Mutationen sowie Stammbaumanalyse wiederholt.

Die Erbkrankheit, die untersucht wird, ist die Kinderdemenz NCL (Neuronale Ceroid Lipofuszinose). Bei NCL-Patienten kommt es durch eine Mutation zu krankhaften Protein- und Lipidablagerungen in den Zellen. Es folgt ein massives Absterben von Nervenzellen. Die Ursache für die juvenile NCL (auch CLN3 genannt) ist meist eine Deletion im CLN3-Gen auf Chromosom 16.

Im Schülerkurs wird die Weitervererbung dieser Krankheit bei einer betroffenen Familie nachgestellt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten (fiktive) Speichelproben von verschiedenen Familienmitgliedern, isolieren die DNA aus diesen Proben und weisen mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) die Mutation im CLN3-Gen nach. Eine Gelelektrophorese im Anschluss an die PCR gibt Auskunft, welche Familienmitglieder betroffen sind. Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer lernen den Unterschied zwischen heterozygot und homozygot kennen und erfahren, was dies für den jeweiligen Träger und den Ausbruch der Erkrankung bedeutet.

Die Experimente des Kurses werden von den Schülerinnen und Schülern in Zweiergruppen selbstständig durchgeführt.

Der Kurs eignet sich für Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse.

Das neue Kursangebot ist dank der Förderung der Hamburger NCL-Stiftung und der Berliner Sparkassenstiftung Medizin für alle Termine im laufenden Jahr kostenfrei.

News auf der Webseite des Gläsernen Labors:
Molekularbiologie: Neuer Schülerkurs zu Gen-Mutationen buchbar

produzieren / 05.01.2022
T-knife Therapeutics Appoints Ronald Krasnow, J.D., as General Counsel

T-knife Therapeutics, Inc., a biopharmaceutical company dedicated to developing novel therapeutics to fight cancer, today announced the appointment of Ronald Krasnow, J.D., who brings over thirty years of legal counsel and executive management experience to T-knife.

“I am pleased to welcome Ron to the senior leadership team at T-knife,” stated Thomas M. Soloway, Chief Executive Officer of T-knife. “Ron is a seasoned executive who has led the legal, compliance and business operations functions at several innovative biotech companies, and additionally has specialized expertise in patent law. As a rapidly growing organization with multiple pipeline programs, his contributions will be instrumental as we pursue our mission of developing best-in-class T-cell receptor (TCR) therapies to transform patient outcomes.”

Mr. Krasnow was most recently the Chief Operating Officer of Arch Oncology, a company dedicated to antibody therapies for the treatment of cancer. Previously, he was General Counsel, Secretary and Chief Compliance Officer at Menlo Therapeutics. Prior to Menlo, he served as Senior Vice President, General Counsel and Secretary of Relypsa, Inc. At Relypsa, he helped the company grow from start-up, through IPO, commercialization and acquisition as it invented, developed and marketed Veltassa, the first new drug to treat hyperkalemia approved by the FDA in more than 50 years. Earlier in his career, he focused on intellectual property and was at Symyx Technologies, Inc. where he spent 10 years in various positions, including Senior Vice President of Intellectual Property. Prior to Symyx, he was an attorney at Fish & Neave representing clients in complex patent litigation and interferences. He has also been a patent examiner at the U.S. Patent and Trademark Office. He holds a B.S. in Materials and Metallurgical Engineering from The University of Michigan and a J.D. from The George Washington University Law School. He is admitted to practice in California, New York and the U.S. Patent and Trademark Office.

Mr. Krasnow added, “I am excited by the cutting-edge science being deployed at T-knife to generate differentiated treatments for cancer patients. Their HuTCR platform has been successful in the identification of novel TCR engineered T cell therapies, and I look forward to building upon this great momentum.”

About T-knife Therapeutics

T-knife Therapeutics is a biopharmaceutical company dedicated to developing novel therapeutics to fight cancer, initially focused on T cell receptor (TCR) engineered T cell therapies (TCR-Ts), a modality that holds the potential to generate transformative responses in patients with solid tumors. The Company’s unique approach leverages its proprietary HuTCR mouse platform, a next-generation T cell receptor and epitope discovery engine that produces fully human, tumor-specific TCRs, naturally selected in vivo for optimal affinity and high specificity.

T-knife is advancing a portfolio of TCR-T product candidates against targets with high unmet medical need, including cancer testis antigens, oncoviral antigens and commonly shared tumor-driving neoantigens. T-knife was founded by leading T-cell and immunology experts using technology developed at the Max Delbruck Center for Molecular Medicine together with Charité – Universitätsmedizin Berlin. For additional information, please visit the company’s website at www.t-knife.com.

Contact

T-knife Therapeutics, Inc.

Camille Landis
Chief Business Officer / Chief Financial Officer
media@t-knife.com

Quelle: T-knife Therapeutics, Inc.
T-knife Therapeutics Appoints Ronald Krasnow, J.D., as General Counsel

produzieren / 04.01.2022
Eckert & Ziegler kauft argentinischen SPECT-Spezialisten

Eckert & Ziegler hat 100% der Anteile des argentinischen Nuklearmedizinspezialisten Tecnonuclear S.A., einem Hersteller von Technetium-99-Generatoren und einem Portfolio verwandter Biomoleküle, erworben. Diese so genannten "Cold Kits" dienen als Vehikel bei der Injektion von Technetium-99 und binden an das zu diagnostizierende Zielorgan. Zusammen mit den Generatoren werden diese generischen Tracer häufig auch als SPECT-Diagnostika bezeichnet. Sie stellen weltweit die am häufigsten verwendete Klasse nuklearmedizinischer Produkte für den Nachweis von Krebs und kardiovaskulären Anomalien dar.

Tecnonuclear mit Sitz in Buenos Aires beschäftigt 60 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2021 einen Umsatz von rund 10 Millionen USD. Die Produkte wurden in der Vergangenheit bereits von Eckert & Ziegler in Brasilien vertrieben, wo sie zusammen mit den Generatoren als Verbrauchsmaterial für die Singlephotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT) verkauft werden. Tecnonuclear deckt zwar einen wesentlichen Teil der Wertschöpfungskette für SPECT-Biomoleküle ab, doch wurden die Produkte außerhalb Lateinamerikas bisher nicht verkauft.

Der Kaufpreis orientierte sich in erster Linie an der Ertragskraft von Tecnonuclear und wurde vollständig aus dem Cash Flow von Eckert & Ziegler bezahlt. Die Transaktion erfolgte ohne Fremdfinanzierung.

"In Kombination mit unserem globalen Netzwerk an Produktionsstätten, unseren finanziellen Ressourcen und unserer Expertise bei Herstellung und Vertrieb von Radioisotopen ist Tecnonuclear bestens positioniert, um uns den Einstieg in den globalen SPECT-Markt zu eröffnen", erklärt Frank Yeager, Mitglied der Konzernleitung Eckert & Ziegler und zuständig für das SPECT-Geschäft. "Die in Argentinien entwickelte Technologie wollen wir nun Patienten überall auf der Welt zur Verfügung stellen".

"Die Akquisition ermöglicht uns, die gesundheitliche Versorgung in Brasilien entsprechend den jüngsten gesundheitspolitischen Beschlüssen in Brasilien und in ganz Südamerika auszubauen", ergänzt Claudia Goulart, Mitglied der Konzernleitung Eckert & Ziegler und zuständig für das Lateinamerikageschäft. "Damit können wir regionale Gesundheitseinrichtungen bei Forschung, Entwicklung und Patientenversorgung auf Weltklasseniveau unterstützen".

Derzeit werden jährlich rund 25 Millionen Patienten mit SPECT-Diagnostik untersucht, was einem Weltmarktvolumen von rund 1,7 Mrd. USD entspricht. Mit dem Aufkommen neuer proprietärer SPECT-Tracer wird die Nachfrage voraussichtlich dynamisch steigen und 2027 ein Volumen von etwa 2,7 Mrd. USD erreichen. Abgesehen von einem kleinen Umsatzvolumen in Brasilien ist Eckert & Ziegler derzeit nicht im SPECT-Segment aktiv.

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört mit über 800 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet weltweit an seinen Standorten Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Radiopharmazie an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
 

Quelle: Pressmitteilung EZAG
Eckert & Ziegler kauft argentinischen SPECT-Spezialisten

 

leben, heilen / 01.01.2022
Neujahrsglück im Doppelpack

Die Zwillinge Lotta (re) und Jonah (li) sind die Neujahrsbabys im Helios Klinikum Berlin-Buch (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)
Die Zwillinge Lotta (re) und Jonah (li) sind die Neujahrsbabys im Helios Klinikum Berlin-Buch (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

Am 01.01.2022 um 0:49 Uhr erblickte die kleine Lotta und um 0:59 Uhr ihr Bruder Jonah im Geburtenzentrum des Helios Klinikums Berlin-Buch das Licht der Welt. Beide Babys erfreuen sich bester Gesundheit.
 
Im Bucher Klinikum haben sich die kleine Lotta und der kleine Jonah als erste Babys des Jahres 2022 auf den Weg gemacht.
„Zwillinge am Neujahrsmorgen, das ist was Tolles. Wir heißen die Zwillinge herzlich willkommen und wünschen der jungen Familie alles Gute für die Zukunft!“, sagt Leitende Hebamme Yvonne Schildai vom Team des Geburtenzentrums. Jonah wiegt 2950 Gramm und ist 50 Zentimeter groß, seine Schwester Lotta wiegt 2830 Gramm und ist 49 Zentimeter groß.

Für Mama Eva und Papa Andreas aus Berlin-Pankow eine schöne Neujahrsüberraschung. Auch die 4-Jährige Frida freut sich sehr über die Geburt und kann es nun kaum erwarten, ihre Geschwisterchen bald kennenzulernen. Mama Eva hat die Zwillinge in der 38. Schwangerschaftswoche spontan entbunden. Von der Geburt ist sie noch ganz schön geschafft, aber wohlauf: „Gestern am Silvester-Nachmittag wurde die Geburt dann eingeleitet. Wie beim ersten Kind war es eine schnelle und unkomplizierte Geburt. Nun freuen wir uns, dass sie da sind und sind sehr glücklich!“

Gut zu wissen:
Das Helios Klinikum Berlin-Buch hat eines der größten und modernsten Geburtenzentren Deutschlands. Monatlich kommen hier mehr als 250 Babys zur Welt. Das Perinatalzentrum Level 1 (höchster Stufe) ist pflegerisch und medizinisch auf die Versorgung von kleinsten Frühgeborenen und kranken Kindern spezialisiert. Entsprechend groß ist die Erfahrung bei der Versorgung von Mehrlingen.

www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch/

leben, heilen / 01.01.2022
Gesundheitsstadträtin organisiert Impfwoche

Arbeiter-Samariter-Bund impft vom 3. – 7. Januar 2022 an verschiedenen Orten

Auf Initiative der Pankower Gesundheitsstadträtin Cordelia Koch wird es vom 3. – 7. Januar 2022 ein Impfangebot für die Pankower Bevölkerung geben.

„Ich freue ich mich sehr, dass ich wie versprochen in verschiedenen Pankower Ortsteilen Termine zum Impfen oder Auffrischen der COVID-19-Impfung anbieten kann. Von Blankenburg über Heinersdorf bis Buch ist ein qualifiziertes Impfteam des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) von Montag, den 3. Januar 2022 bis Freitag, den 7. Januar 2022 unterwegs, um zu impfen“, erklärt Cordelia Koch.

Wer über 30 Jahre alt ist, kann einfach ohne Anmeldung zu den Impfstationen kommen. Geimpft wird von 10 bis 18 Uhr mit dem Vakzin von Moderna. Ein Personaldokument (Ausweis, Pass) und wenn vorhanden ein Impfausweis sind bitte mitzubringen.

Montag, 3. Januar 2021:
Ev. Kirchengemeinde Berlin-Blankenburg, Alt-Blankenburg 17, 13129 Berlin

Dienstag, 4. Januar 2021:
Ev. Kirchengemeinde Rosenthal-Wilhelmsruh, Hauptstraße 153, 13158 Berlin

Mittwoch, 5. Januar 2021:
Zukunftswerkstatt Heinersdorf, Romain-Rolland-Strasse 112, 13089 Berlin

Donnerstag, 6. Januar 2021:
Ev. Gemeindehaus Karow, Alt-Karow 55, 13125 Berlin

Freitag, 7. Januar 2021:
Bucher Bürgerhaus, Franz-Schmidt-Straße 8 - 10, 13125 Berlin

Die Gesundheitsstadträtin Cordelia Koch weiter:
„Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Unterstützerinnen und Unterstützern in den Zentren und Gemeinden, die dieses Angebot für die Nachbarinnen und Nachbarn möglich machen. Mein Dank gilt zudem den Zuständigen bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, die uns mit Mensch und Material unterstützen.

Ohne das Impfen wird der Kampf gegen das Coronavirus länger dauern als nötig. Die Argumente, die für eine Impfung sprechen und von der überwältigenden Mehrheit der Menschen weltweit geteilt werden, sind hinreichend bekannt. Als Stadträtin für Gesundheit würde ich mich freuen, wenn Sie, Ihre Nachbar:innen, Freund:innen und Kolleg:innen reichlich Gebrauch von diesem bezirklichen Angebot machten“.

Rückfragen sind möglich per Mail an: lokales-impfzentrum@ba-pankow.berlin.de.

Alle Informationen auch im Internet auf www.berlin.de/pankow .

forschen, produzieren / 30.12.2021
Life Science Lab 4.0

Einen Einblick in das smarte, vernetzte Labor 4.0 gab Ann-Claire Foetsch, Digital Solutions, Eppendorf (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)
Einen Einblick in das smarte, vernetzte Labor 4.0 gab Ann-Claire Foetsch, Digital Solutions, Eppendorf (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)

Die Akademie des Gläsernen Labors bot Technischen Angestellten (TAs) und Laborant*innen einen Weiterbildungstag zu Labortrends in den Life Sciences

Auf dem Campus Berlin-Buch fand Ende September 2021 der Weiterbildungstag „Labor 4.0 für Technische Angestellte und Laborant*innen“ in Präsenz statt. 50 Teilnehmende erweiterten ihr Wissen rund um die Themen Digitalisierung, Automatisierung und Miniaturisierung in den Life Sciences. Aus einem vollen Programm mit drei Sessions konnten sie Vorträge, Workshops, Methodentrainings oder Laborführungen wählen. Besonders gefragt waren die Themen CRISPR/Cas, Bioinformatik, Next Generation Sequencing sowie Miniaturisierung.

Für den Einführungsvortrag zum Labor 2030 konnte Dr. Peter Quick, Vorsitzender im Vorstand der Fachabteilung Life Science Research im Verband der Diagnostica-Industrie, gewonnen werden. Als ausgewiesener Experte gab er einen Überblick über die Trends und Innovationen in Diagnostik, Forschung und Analytik, die die Arbeit im Labor künftig verändern werden. Er zeigte auf, welche Qualifikationen der Fachkräfte im Labor gefordert sein werden und welche neuen beruflichen Perspektiven sich abzeichnen.
Eine Industrieausstellung ermöglichte den Teilnehmenden in den Pausen, sich zusätzlich über neue Technologien und Methoden zu informieren, wie Liquid Handling, Miniaturisierung beim„fluid lab“ oder das elektronische Laborbuch. Die Aussteller gestalteten das Programm auch durch Vorträge oder Workshops mit. Ein Workshop behandelte zum Beispiel das portable „fluid lab“ der Zukunft – mit digitaler holografischer Mikroskopie und Spektrometrie in einem „handheld device“.

„Wir bieten in Kooperation mit unseren verschiedenen Anbietern ein Programm, das speziell für TAs konzipiert wurde. Eine derart kompakte Wissensvermittlung für Technische Angestellte und Laborkräfte in den Life Science gibt es bundesweit sonst
nicht“, so Dr. Uwe Lohmeier, Leiter der Akademie des Gläsernen Labors. „Neben dem Blick über das eigene Labor hinaus, bieten wir den Labor-Fachkräften auch die Möglichkeit zur Vernetzung und thematisieren wichtige Aspekte wie Resilienz im Laboralltag. Dieses Themenspektrum und die Möglichkeit des Austauschs untereinander kommen sehr gut an.“

Margareta Herzog, Labormanagerin und TA am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), nahm erstmals am Weiterbildungstag teil: „Alle Sessions, die ich gewählt habe, waren sehr gut. Es wurden die wichtigsten Techniken vermittelt: CRISPR/Cas, Next Generation Sequencing (NGS) oder die Arbeit mit Organoiden. Auf dem TA-Tag wird kondensiertes Wissen sehr gut verständlich vermittelt – alles, was wichtig ist. Das hat mir eine mehrtägige Recherche und Lektüre erspart. Mir hat dieser Tag sehr gut gefallen. Schade, dass er nur alle zwei Jahre stattfindet.“

Bereits zum dritten Mal dabei war Andrea Rodak, Biologisch-Technische Assistentin, die viele Jahre am MDC gearbeitet hat: „Die Atmosphäre war locker und freundlich, und ich habe wieder sehr gute Vorträge gehört. Die Führungen in die Forschungsinstitute in kleinen Gruppen ermöglichten einen intensiven Austausch mit den Wissenschaftlern und auch untereinander. Am MDC erwartete uns beispielsweise eine spannende Präsentation zu Proteomics, in der die Möglichkeiten der Proteinanalyse mittels Massenspektrometrie erläutert wurden. Anschließend wurden uns die Geräte im Labor vorgestellt. Wichtig war mir, dass die Gespräche auf Augenhöhe stattfanden.“

Der Artikel erschien zuerst im Standortjournal buchinside.

www.glaesernes-labor-akademie.de

leben, heilen / 28.12.2021
Schutzimpfungen im Bucher Klinikum – erfolgreicher Jahresrückblick

Johanna (9) war die erste beim Kinderimpfen: „Ich gehe so gerne zur Schule und möchte weiter mit meinen Freundinnen jeden Tag zusammen sein können.“ (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)
Johanna (9) war die erste beim Kinderimpfen: „Ich gehe so gerne zur Schule und möchte weiter mit meinen Freundinnen jeden Tag zusammen sein können.“ (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

Über 10.000 Dosen Corona-Impfstoff sind im Helios Klinikum Berlin-Buch im Laufe des Jahres 2021 verimpft worden. Ein besonderes Jubiläum in Pandemiezeiten. Der Impfstoff wurde durch geschultes Fachpersonal der Krankenhausapotheke vor Ort aufbereitet und eigenes medizinisches Fachpersonal verimpft.

Das Helios Klinikum Berlin-Buch startete genau vor einem Jahr mit den ersten Corona-Schutzimpfungen. Inzwischen konnten über 10.000 Dosen verimpft werden. „Erst- und dann Zweitimpfungen waren im ersten Halbjahr nicht nur bei unseren eigenen Mitarbeitern gefragt. Auch Patienten, Angehörigen, Personal aus Kitas und Schulen sowie einigen Firmen vom Forschungscampus Berlin-Buch waren Impfungen wichtig. Vielen konnten wir helfen und spezielle Impftermine entsprechend der Richtlinien bei uns organisieren. Die Impfungen erfolgten jeweils im Haus durch eigenes medizinisches Fachpersonal“, berichtet Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Aufgrund begrenzter Impfstoffverfügbarkeit am Anfang des Jahres war nach Maßgabe der durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erlassenen Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) sowie der Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) eine Priorisierung bestimmter Personengruppen bei der Impfung vorgesehen, die auch das Helios Klinikum Berlin-Buch beachtete. Prof. Dr. Henning. T. Baberg sagt: „Über den ersten Impftag bei uns im Hause am 30. Dezember 2020 habe ich mich sehr gefreut. Aber noch mehr über die große Impfbereitschaft bei unseren Mitarbeitern und die vielen Anfragen aus unseren Nachbareinrichtungen - und das quer durch alle Berufsgruppen.“ Aufgrund der derzeitigen Pandemielage ist jetzt vor allem das Boostern gefragt. Auch hier konnte das Klinikum bereits Termine anbieten.

Start der Kinderimpfungen

Ein besonderer Moment war für das gesamte Impfteam der Start der Kinderimpfungen in diesem Jahr Mitte Dezember entsprechend der STIKO-Empfehlung. „Wir konnten unseren kleinen Patienten und auch Mitarbeiterkindern erste Impfungen anbieten. Viele Eltern hatten schon in den letzten Wochen immer wieder nach Impfterminen für ihren Nachwuchs gefragt“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Patrick Hundsdörfer, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch. „Impfen bleibt der einzig sinnvolle Ausweg aus der Pandemie und ist entsprechend der STIKO-Empfehlung und aufgrund der derzeitigen Lage auch für Kinder und Jugendliche wichtig.“  

Im neuen Jahr werden über den Berliner Senat wieder Impfdosen geliefert. Dann geht es weiter mit den Schutzimpfungen gegen Corona für Pflegeteams, medizinisches und weiteres Personal. Und sicher auch für Interessierte aus der „Nachbarschaft“, für Kinder und Jugendliche. Die große Bereitschaft, dabei zu sein bzw. weiterzumachen, ist beim Team im Helios Klinikum Berlin-Buch spürbar.

www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch/

heilen / 28.12.2021
Allergie oder Intoleranz?

Die Untersuchung mittels confokaler Laser-Endomikroskopie wird vorbereitet (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)
Die Untersuchung mittels confokaler Laser-Endomikroskopie wird vorbereitet (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine neue Technologie ermöglichen, die genauen Ursachen für Beschwerden durch Nahrungsmittel zu finden

Immer häufiger kommt es durch Nahrungsmittel zu Allergien und Intoleranzen bis hinzu entzündlichen Vorgängen, die sich beim Betroffenen im Magen-Darm-Trakt äußern. Die Ursache der Beschwerden wird oft nur schwer oder nicht gefunden, weil unter anderem einseitig fokussiert diagnostiziert wird. Ein neuer fachübergreifender Ansatz mit allergologischer und gastroenterologischer Diagnostik kann helfen.

In einem standardisierten Verfahren werden Typ-I-Allergien, Zöliakie und Intoleranzen abgeklärt und organische Erkrankungen ausgeschlossen. Dann folgt die innovative, bislang wenig verbreitete Austestung von Nahrungsmitteln auf der Dünndarmschleimhaut mit gleichzeitiger Untersuchung mittels confokaler Laser-Endomikroskopie (CLE): Nahrungsmittel werden direkt auf der Dünndarmschleimhaut auf Verträglichkeit getestet. In der Zusammenschau aller Befunde werden die  Patient:innen abschließend beraten, ob und welche Nahrungsmittel strikt oder vorübergehend zu meiden sind und welche individuellen Therapiemöglichkeiten es gibt.

Das neue fachübergreifende Rund-um-Diagnostikverfahren zwischen den Experten der Dermatologie/Allergologie und Innerer Medizin/Gastroenterologie richtet sich an Menschen mit unklaren Bauchbeschwerden, fraglichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien.

Auskunft geben Dr. med. Kerstin Lommel, Chefärztin Dermatologie/Allergologie, und Prof. Dr. med. Frank Kolligs, Chefarzt Innere Medizin/Gastroenterologie, Helios Klinikum Berlin-Buch:

Dr. Lommel:
„Beschwerden in zeitlichem Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme können sich viele Betroffene nicht eindeutig erklären – es gibt Menschen, die gleichzeitig verschiedene Symptome unterschiedlicher Ursachen haben. Typische Beispiele sind Kribbeln im Mund, Hautreaktionen wie Quaddelbildung oder Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, eventuell bereits als Reizdarmsyndrom diagnostiziert. Aufgrund von vermuteten Unverträglichkeiten oder Allergien befinden sich die Betroffenen in einer Art Dauerschleife aus Untersuchungen und selbstgewählten Karenzdiäten. Ob eine bestimmte Körperreaktion allergisch bedingt ist oder eine andere Ursache hat – zum Beispiel eine Intoleranz, weil Enzyme fehlen oder eine Empfindlichkeitsreaktion auf Nahrungsmittel vorliegt – ist zunächst differenziert abzuklären und damit fester Diagnostikbaustein des neuen Angebotes. Diese intensive„Detektivarbeit“ umfasst eine gründliche Befragung sowie eine erweiterte allergologische Diagnostik.“

Prof. Kolligs:
„Nach der allergologischen Abklärung folgt eine umfassende Diagnostik des Magen-Darm-Traktes, um organische Störungen auszuschließen, bevor die neue Untersuchungsmethode in der Gastroenterologie zum Einsatz kommt. Die confokale Laser-Endomikroskopie (CLE) wird in Deutschland erst in wenigen Kliniken angeboten. Sie ist das erste endoskopische Bildgebungsverfahren, welches in Echtzeit mikroskopische Einblicke in die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes ermöglicht. Die vorher durch die Dermatologie/Allergologie bestimmten, möglichen beschwerdeauslösenden Nahrungsmittel werden während einer Endoskopie direkt auf dieDünndarmschleimhaut aufgebracht. Ohne eine Gewebeprobe zu entnehmen, wird über ein gut verträgliches Kontrastmittel während der Untersuchung direkt sichtbar, ob die Schleimhaut empfindlich reagiert. Wenn alle Befunde vorliegen, werden die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet und mit dem Betroffenen individuelle Therapiemöglichkeiten besprochen.

Text: Susanne Hansch/Helios Klinikum Berlin-Buch

www.helios-gesundheit.de/berlin-buch

bilden / 23.12.2021
VHS Pankow - Programmheft für Frühjahrssemester erschienen

1500 Volkshochschul-Kurse im Angebot, viele davon auch online

Das neue Programmheft für das am 3. Januar 2022 beginnende Frühjahrssemester der Volkshochschule Pankow ist jetzt erschienen. Knapp 1.500 Kursangebote warten auf bildungshungrige Menschen. Bis auf weiteres gilt die 2G-Regel. Bei Kursen in den Bereichen Grundbildung und Deutsch gilt die 3G-Regel. Immer mehr Kurse können aber auch online durchgeführt werden und in Zukunft wird es möglich sein, auch von zuhause aus am Präsenzkurs teilzunehmen.
Aktuelles zum Thema, die Öffnungszeiten für die persönliche Anmeldung und weitere nützliche Informationen finden Interessierte auf der Startseite unter www.vhspankow.de.

"Bildungsurlaub" heißt jetzt "Bildungszeit". Das und was es sonst noch Neues gab, gibt es im Vorspann des Programmheftes zu lesen. Ebenso neu: die FAQ sind auf Wunsch der Teilnehmenden deutlich umfangreicher. Vorträge und Exkursionen sind für den Überblick tabellarisch zusammengefasst.  Das gesamte Programmheft gibt es zum Download hier: https://www.berlin.de/vhs/volkshochschulen/pankow/service/downloads/

forschen, produzieren, heilen / 21.12.2021
Grüner Park für Wissenschaft und Hightech

Kurze Wege gehören zu den Vorzügen des Campus in Buch (Foto: David Ausserhofer/CBB)
Kurze Wege gehören zu den Vorzügen des Campus in Buch (Foto: David Ausserhofer/CBB)

Schritte zu mehr Nachhaltigkeit

Auf dem Campus Berlin-Buch arbeiten rund 3.000 Beschäftigte in Wissenschaftseinrichtungen, Biotech-Unternehmen und weiteren Firmen. Ihre Labore verbrauchen enorme Energiemengen: Sie benötigen regelmäßigen Luftaustausch, Kälte- oder Wärmezufuhr für biologische Proben, Server und Laborgeräte. Welche Energie verbraucht wird, liegt zu großen Teilen in den Händen der Campus-Betreiberin Campus Berlin-Buch GmbH (CBB). Zur Frage, wie der Campus umweltfreundlich und nachhaltig entwickelt werden kann, gehören neben einem effizienten Energieeinsatz auch die Mobilität der Beschäftigten und die Nutzung des Grünraums.
Diese drei Schwerpunkte treibt die CBB in enger Abstimmung mit den Campus-Einrichtungen voran. Zur umweltfreundlichen gesunden Mobilität und zum nachhaltigen Energiemanagement fanden in diesem Herbst Workshops mit Beteiligten aus den Campuseinrichtungen statt.
Welche Vorhaben lassen sich umsetzen, und wie ist der Stand?

Umweltfreundliche Mobilität

Zukunftsorte wie Buch messen sich mit Technologie- und Wissenschaftsstandorten weltweit, und Exzellenz in der Forschung setzt einen attraktiven Standort voraus. Dazu gehört eine gute Verkehrsanbindung. „Dieses Thema ist für uns ein zentrales Handlungsfeld. Wir setzen uns für einen Regionalbahnhof in Buch, die Verkürzungen der Taktfrequenzen der S-Bahn und für Fahrradschnellwege nach Buch und zum Campus ein. Erste Erfolge sind frühestens in fünf Jahren zu erwarten. Umso wichtiger sind Mobilitätsprojekte, die kurzfristig die Wege zum Campus erleichtern können“, so Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der Campus Berlin-Buch GmbH. Die Mobilitätsumfrage von 2019, an der sich ein Drittel der Campusbeschäftigten beteiligten, erbrachte neben einer Analyse der Wegebeziehungen der Beschäftigten viele Vorschläge und Ideen zur verbesserten Verkehrsverbindung des Campus mit dem S-Bahnhof sowie zur Stärkung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer auf dem Campus.

Was ist seitdem passiert? Seit Mai dieses Jahres gibt es zwei feste Station für E-Scooter auf dem Campus. Sechs Ladesäulen für E-Autos wurden eingeweiht. Die Campusbikes werden so gut genutzt, dass weitere Stationen auf dem Campus eingerichtet wurden. Auch die Zahl der kostenlosen Leihräder ist gestiegen. Das Bezirksamt hat ein externes Planungsbüro beauftragt, um ein verbessertes Radwegekonzept für die letzte Meile zwischen S-Bahnhof Buch und Campus zu erarbeiten. „Im nächsten Jahrsollen auf dem Campus in Kooperation mit der BVG ein bis zwei „Jelbi“-Hubs installiert werden für Mieträder, E-Scooter, E-Mopeds und E-Car-Sharing. Korrespondierend sind weitere Hubs in Buch geplant. Hierfür sind wir in finalen Gesprächen mit der BVG und verschiedenen Mobilitätsanbietern.“

Ergebnisse des Workshops

Die Akteure des Campus Buch sind sich einig, dass die Rad- und E-Mobilität auf dem Campus gestärkt werden soll. Die Verkehrssicherheit und die Parksituation auf dem Campus zu verbessern, gehört ebenfalls zu den Schwerpunkten. Darüber hinaus sollen die Anreize für die Beschäftigten erhöht werden, umweltfreundliche Mobilität zu nutzen.
Geplant ist ein„Shared-Space-Konzept“ für den Campus, für das zum Teil Straßen verbreitert und Bus- und Radspuren angelegt werden sollen. Der Lieferverkehr soll präzise geführt und möglichst an die Peripherie des Campus verlegt werden. Das Zentrum des Campus soll autofrei werden, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und noch stärker zum Verweilen und Kommunizieren einzuladen.
Ein Ring- und Einbahnstraßensystem soll sich an künftigen Achsen des Campus ausrichten. Dieses Achsenkonzept wird gerade im Rahmen der Fortschreibung des Campusrahmenplans entwickelt und soll bei der Verkehrsplanung berücksichtigt werden.

Energiemanagement

Seit Jahren setzt die CBB konsequent auf Energieeffizienz. Dennoch lässt sich an vielen Stellen weiterhin Energie einsparen oder durch erneuerbare Energien ersetzen, um den Ausstoß an Kohlenstoffdioxid zu verringern. Um diese Potenziale zu ermitteln, hat die CBB ihr Energiemanagementsystem an den Standard DIN EN ISO 50001:2018 angepasst. Im Rahmen der Zertifizierung wurden energierelevante Faktoren im BiotechPark analysiert. In der Folge wurden ineffiziente Pumpen im Wärmekreislauf durch stromsparende Hocheffizienzpumpen ersetzt. Dank ihres integrierten Zählers erlauben sie erstmals ein Monitoring der Massenströme. Außerdem wurde der Wärmeverbrauch in der Nacht und am Wochenende gesenkt. Eine wesentliche Einsparung von CO2 konnte dadurch erzielt werden, dass der Campus seit 2020 zu 100 Prozent Grünstrom bezieht. Insgesamt konnten im Vergleich zu 2018 im letzten Jahr 176.473 kWh, also 1.469 t CO2, in den Bereichen Fernwärme und Strom eingespart werden. Allein 1.420 t CO2 wurden durch den Grünstrom eingespart. Seit 2021 bezieht der Campus auch zu 16,8 Prozent Bio-Erdgas.

Im Rahmen eines Verbundprojekts des Bundeswirtschaftsministeriums realisiert die CBB seit Ende 2020 gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin ein dreijähriges Forschungsprojekt zur automatisierten Betriebsoptimierung (Autobop). Gegenstand ist die IT-basierte Regelung von Wärmemengen in Heizungsanlagen von Bestandsgebäuden, die ein hohes Potenzial für Energieeinsparung besitzen. Hierfür wurden zunächst in einem Gebäude des BiotechParks Energieventile eingebaut, die die erforderlichen Daten messen können. Bis zu vier Häuser sollen
als Pilotsysteme untersucht werden.„Wenn Wärme zwischen Systemen übertragen wird, lassen sich je nach Bedarf und Betriebspunkt Massenströme und Rücklauftemperaturen optimieren. Wir prüfen, ob dies erfolgreich automatisiert geschehen kann und ein effizienterer Betrieb möglich ist“, so Projektmitarbeiterin Andrea Ruiz. „Das differenzierte Monitoring versetzt uns in die Lage, den spezifischen Energieverbrauch der eigenen Gebäude kontinuierlich zu erfassen und zu senken und benachbarte Gebäude optional in gleicher Weise zu ertüchtigen“, so Florian Felgentreu, der die Projekte zum Energiemanagement koordiniert.

Für 2022 stehen der CBB Fördermittel für die energetische Modernisierung von Haus 85 zur Verfügung. In den Büros werden Einzelraumregler eingebaut, die die Heizung je nach Anwesenheit automatisch steuern. In Bädern und Teeküchen wird die Abluft künftig ebenfalls nur dann aktiv,
wenn sich darin Nutzer aufhalten. Im kommenden Jahr wird auf Antrag der CBB und in Kooperation mit dem Geoforschungszentrum Potsdam geprüft, ob in Buch – und damit auch auf dem Campus – Geothermie genutzt werden könnte. „Damit ließe sich der Anteil an erneuerbaren Energien deutlich erhöhen und Synergien der Energieversorgung nutzen – auch in Zusammenarbeit mit den umgebenden Quartieren in Buch“, so Florian Felgentreu.

Nachhaltiger grüner Campus

Der Campus bietet mit Parkanlagen, offenen Grünräumen, Waldbestand und Kleinstbiotopen einen unmittelbaren Erholungswert für diejenigen, die dort arbeiten, aber auch für die Anwohner. Orte wie das Kunstwerk„Treated Wood“ oder die zahlreichen Bänke und Tische ermöglichen, im Freien zu arbeiten. Diese Qualität ist ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit des Campus. Gemeinsames Ziel der Einrichtungen ist es darum, die Strukturvielfalt und die ökologischen Nischen zu erhalten und die Biodiversität noch zu erhöhen. In Kooperation mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) entstehen insgesamt zehn Wildblumenwiesen. Auf diesen Flächen ist ein Insektenmonitoring als Citizen-Science-Projekt geplant. Im Fokus steht auch der Erhalt und die Entwicklung der Waldflächen sowie der einzeln stehenden Bäume mit Blick auf die klimatischen Veränderungen. „Bei Neu- oder Nachpflanzungen orientieren wir uns am aktuellen Stand der Liste ‚Zukunftsbäume für die Stadt‘", so Claudia Lühr von der Liegenschaftsverwaltung. „Dazu gehören Magnolien, von denen wir 2018 etliche angepflanzt haben, Kupferfelsenbirnen, Amber- und Maulbeerbäume. Diese Arten sind insektenfreundlich und klimaresilient.“

Dieser Artikel erschien zuerst im Standortjournal buchinside.

www.campusberlinbuch.de

forschen / 09.12.2021
Herz und Darm sind unzertrennlich

Medikamente können die Darmmikroben auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Illustration: Isabel Romero Calvo/EMBL
Medikamente können die Darmmikroben auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Illustration: Isabel Romero Calvo/EMBL

Ein Herz-Kreislauf-Leiden beeinflusst das Leben im Darm. Umgekehrt gilt das Gleiche: Die Keime des Darms wirken sich auf den Verlauf der Krankheit aus. Welche Chancen und Risiken das bietet und welche Rollen Arzneien dabei spielen, berichtet ein Team um die MDC-Forscherin Sofia Forslund in „Nature“.

Vor ein paar Jahren machte Dr. Sofia Forslund eine unerwartete Entdeckung. Gemeinsam mit dem damaligen Team um Professor Peer Bork vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg stellte die schwedische Bioinformatikerin fest, dass das Diabetesmedikament Metformin das Mikrobiom, also die Gesamtheit aller im Darm lebenden Keime, verändert. Wie Forslund herausfand, war der Einfluss dieses sehr oft verordneten Arzneimittels auf die Darmflora sogar stärker als der Diabetes selbst. Der Effekt galt als so überraschend, dass die Wissenschaftlerin ihre Arbeit in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichen konnte.

Bessere Therapien sind das Ziel

„Unsere jetzt publizierte Studie baut auf dieser Entdeckung auf“, sagt Forslund, die seit dem Jahr 2018 am Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) die Arbeitsgruppe „Wirt-Mikrobiom Faktoren in Herz-Kreislauferkrankungen“ leitet. „Wir wollten herausfinden, wie sich kardiometabolische Erkrankungen und das Mikrobiom gegenseitig beeinflussen, welche Rolle die verordneten Medikamente und auch Antibiotika dabei spielen und wie sich die beobachteten Effekte künftig womöglich nutzen lassen, um die jetzigen Behandlungsmöglichkeiten zu verfeinern und zu verbessern.“ Denn viele erwünschte, aber auch unerwünschte Wirkungen von Medikamenten würden im Körper ganz offenbar indirekt erzielt, und zwar über die Veränderung des Mikrobioms, sagt die Wissenschaftlerin.

Forslund ist die Erstautorin der erneut in „Nature“ publizierten Arbeit. Daneben waren auch diesmal das Heidelberger Team des Mikrobiom-Forschers und Letztautors der Studie Peer Bork sowie weitere Gruppen aus mehreren europäischen Ländern, insbesondere aus Deutschland, Frankreich und Dänemark, beteiligt. Finanziert wurde das im Jahr 2012 gestartete Forschungsprojekt mit dem Namen MetaCardis (Metagenomics in Cardiometabolic Diseases), an dem unter anderem klinische Mediziner*innen, Bioinformatiker*innen und Systembiolog*innen mitgewirkt haben, von der Europäischen Union. Zu den kardiometabolischen Erkrankungen zählen zum Beispiel Herz-Kreislauf-Leiden wie die weit verbreitete koronare Herzerkrankung und Typ-2-Diabetes.

Unerwartete Effekte auf das Leben im Darm

Sofia Forslund und das MetaCardis-Team analysierten die Daten von 2.173 europäischen Patient*innen mit einer kardiometabolischen Erkrankung mithilfe verschiedener, zum Teil neu entwickelter statistischer Methoden. Damit konnten die Forscher*innen die Auswirkungen von Arzneimitteln und Krankheiten getrennt voneinander betrachten. „So haben wir herausgefunden, dass Medikamente die Signaturen von Krankheiten maskieren und potenzielle Biomarker oder therapeutische Ziele verbergen können“, sagt Peer Bork. „Eines der wichtigsten Ergebnisse unserer Arbeit ist die Erkenntnis, dass Medikamente – sowohl Antibiotika als auch Nicht-Antibiotika – die molekularen Merkmale des Mikrobioms und des Wirts in einem ähnlichen Ausmaß verändern, wie es die Krankheit und der Lebensstil, etwa die Ernährung und der Faktor Rauchen, zusammen tun“, erklärt Sofia Forslund. Das Ausmaß der beobachteten Veränderungen sei zudem abhängig von der Höhe der Medikamentendosis gewesen.

„Wir wissen, dass das Mikrobiom den Gesundheitszustand eines Patienten widerspiegeln und eine Reihe von Biomarkern zur Beurteilung des Schweregrads von Krankheiten liefern kann. Es wird jedoch oft übersehen, dass die zur Behandlung einer Krankheit eingesetzten Medikamente auch den Zustand des Mikrobioms beeinflussen“, fügt Rima Chakaroun hinzu, eine der Hauptautor*innen der Studie und Wissenschaftlerin am Universitätsklinikum Leipzig. Dr. Chakaroun ist derzeit Postdoktorandin am Wallenberg-Labor der Universität Göteborg. „Darüber hinaus haben wir herausgefunden, dass gleichzeitig eingenommene Medikamente sich in ihrer Wirkung auf das Mikrobiom gegenseitig verstärken können“, sagt Forslund. Manche Arzneien haben dabei einen durchaus positiven Effekt. So konnten die Wissenschaftler*innen beispielsweise zeigen, dass die gleichzeitige Gabe von Betablockern und Diuretika, die beide gegen Bluthochdruck eingesetzt werden, im Darm mit einer steigenden Zahl von Bakterien der Gattung Roseburia assoziiert ist. Diese Keime wirken im Körper antientzündlich, indem sie Ballaststoffe abbauen und daraus kurzkettige Fettsäuren herstellen, die vor entzündlichen Prozessen schützen. „Solch unerwartete Effekte von Medikamenten könnten sich künftig medizinisch nutzen lassen“, sagt Forslund.

Antibiotika zerstören die Mikroben-Vielfalt

Einmal mehr haben die Forscher*innen zudem zeigen können, dass insbesondere wiederholte Gaben von Antibiotika die Vielfalt der Mikroben im Darm nachhaltig zerstören. „Und ganz offenbar wirkt sich der Untergang der Darmkeime auch negativ auf die Entstehung und den Verlauf kardiometabolischer Erkrankungen aus“, sagt Forslund. Antibiotika sollten daher nach Möglichkeit immer nur dann verordnet werden, wenn es aus medizinischer Sicht unumgänglich sei. Auch sei es wichtig, Möglichkeiten zu erforschen, um die zerstörerischen Wirkungen der Antibiotika abzumildern. Diese beschränken sich nicht auf Herz-Kreislauferkrankungen. „Abgesehen von kardiometabolischen Erkrankungen verschlimmert der Verlust der Darmkeime viele andere chronische Krankheiten und schwächt die Wirksamkeit ihrer Behandlung ab“, sagt Co-Autor Professor Stanislav Dusko Ehrlich von MetaGenoPolis, einer Forschungseinheit für Mikrobiomanalyse am INRAE, dem französischen Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt. Stanislav Dusko gehört zu den Forschenden, die 2013 in „Nature“ aufgedeckt haben, dass die Menschen in den Industrieländern ihre mikrobielle Vielfalt im Darm einbüßen.

„Außerdem muss man bei der Konzeption von Biomarker-Studien vorsichtig sein“, sagt Forslund. „Wenn ein bestimmtes biologisches Merkmal, das sich für die Diagnose oder Prognose einer Erkrankung eignen soll, nicht wegen der Krankheit, sondern nur aufgrund der Behandlung existiert, ist es womöglich kein guter Biomarker.“ Hier müsse man gut zwischen den einzelnen Effekten unterscheiden. Dazu seien weitere computergestützte Analysen erforderlich. „Die entsprechende Software entwickeln wir am MDC permanent weiter“, sagt Forslund.

Folgestudien sollen die Ergebnisse validieren

„Wichtig sind nun Folgeuntersuchungen, die unsere Erkenntnisse über den Einfluss von Medikamenten auf das Mikrobiom überprüfen“, sagt Forslund. Um wirklich kausale und nicht nur zufällige Zusammenhänge zu erkennen, seien unter anderem Studien hilfreich, bei denen einzelne Probandengruppen über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet würden. Ein Beispiel dafür ist die BeLOVE-Studie (Berlin Longterm Observation of Vascular Events, auf Deutsch: Berliner Langzeitbeobachtung vaskulärer Ereignisse), die derzeit Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Berlin Institutes of Health (BIH) und des MDC, darunter auch Sofia Forslund, gemeinsam durchführen. Dafür sollen insgesamt 10.000 Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen rekrutiert werden.

Weitere Informationen

Literatur
Sofia K. Forslund (2021): Combinatorial, additive and dose-dependent drug microbiome associations, in: Nature, DOI: 10.1038/s41586-021-04177-9

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft gehört zu den international führenden biomedizinischen Forschungszentren. Nobelpreisträger Max Delbrück, geboren in Berlin, war ein Begründer der Molekularbiologie. An den MDC-Standorten in Berlin-Buch und Mitte analysieren Forscher*innen aus rund 60 Ländern das System Mensch – die Grundlagen des Lebens von seinen kleinsten Bausteinen bis zu organübergreifenden Mechanismen. Wenn man versteht, was das dynamische Gleichgewicht in der Zelle, einem Organ oder im ganzen Körper steuert oder stört, kann man Krankheiten vorbeugen, sie früh diagnostizieren und mit passgenauen Therapien stoppen. Die Erkenntnisse der Grundlagenforschung sollen rasch Patient*innen zugutekommen. Das MDC fördert daher Ausgründungen und kooperiert in Netzwerken. Besonders eng sind die Partnerschaften mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin im gemeinsamen Experimental and Clinical Research Center (ECRC ) und dem Berlin Institute of Health (BIH) in der Charité sowie dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Am MDC arbeiten 1600 Menschen. Finanziert wird das 1992 gegründete MDC zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin. www.mdc-berlin.de

Pressemitteilung auf der Website des MDC:
Herz und Darm sind unzertrennlich

forschen, heilen / 04.12.2021
Warum COVID-19-Kranke lange beatmet werden müssen

Foto: Immunfluoreszenz-Aufnahme der Lunge eines Patienten mit schwerem COVID-19 (Foto: Foto: Uniklinik RWTH Aachen | Saskia von Stillfried)
Foto: Immunfluoreszenz-Aufnahme der Lunge eines Patienten mit schwerem COVID-19 (Foto: Foto: Uniklinik RWTH Aachen | Saskia von Stillfried)

Bei schwerem COVID-19 vernarbt die Lunge meist außergewöhnlich stark, zeigen Forscher*innen aus Berlin, Aachen und Würzburg im Fachjournal „Cell“. Zentral sind dabei Fresszellen des Immunsystems. Die gestörte Narbenreaktion könnte erklären, warum die Lunge so lange funktionsunfähig bleibt.

Bei der Mehrheit der Patientinnen und Patienten mit schwerem COVID-19 vernarbt die Lunge in außergewöhnlich starkem Ausmaß. Das zeigen Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI), des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), der Uniklinik RWTH Aachen und des Robert Koch-Instituts in einer aktuellen Studie. Wie sie in der Fachzeitschrift „Cell“ beschreiben, spielen Fresszellen des Immunsystems eine zentrale Rolle. Einige Prozesse des COVID-19-Lungenversagens ähneln dabei denen der idiopathischen Lungenfibrose, einer bisher unheilbaren Form der Lungenvernarbung. Die gestörte Narbenreaktion könnte erklären, warum die Lunge lange funktionsunfähig bleibt und eine langwierige ECMO-Therapie erfordert.

Die Lunge ist besonders schwer geschädigt

Bei Patientinnen und Patienten mit schwerem COVID-19-Verlauf versagt die Lunge ihren Dienst: Sie ist so schwer geschädigt, dass der Körper nicht mehr genügend Sauerstoff aus der Luft aufnehmen kann. Fachleute sprechen von einem Acute Respiratory Distress Syndrome, kurz ARDS. Nur mit der Gabe von Sauerstoff, einer unterstützenden Beatmung oder sogar dem Einsatz einer künstlichen Lunge – der ECMO – haben Betroffene eine Chance, ein solches akutes Lungenversagen zu überleben. Im Vergleich zu anderen Ursachen für ein Lungenversagen ist die Lungenschädigung bei COVID-19 besonders schwer. „Patientinnen und Patienten mit schwerem COVID-19 haben oft ein sehr stark ausgeprägtes Lungenversagen“, sagt Professor Leif Erik Sander von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité, einer der beiden korrespondierenden Leiter der Studie. „Die weitgehende Zerstörung ihrer Lungenstruktur erfordert eine invasive Beatmung oder sogar eine ECMO-Behandlung über längere Zeit und geht leider mit einer sehr hohen Sterblichkeit von etwa 50 Prozent einher.“

Als Grund für die lange Dauer des Lungenversagens hatte das Forschungsteam unter anderem eine spezielle Form des ARDS im Verdacht, bei der das Lungengewebe vernarbt, dadurch verdickt und unelastisch wird. Schon relativ früh in der Pandemie war bei einzelnen Patient*innen ein solcher als Fibrose bezeichneter Umbau des Gewebes aufgefallen. Die aktuelle Studie des interdisziplinären Forschungskonsortiums aus ganz Deutschland bestätigt nun, dass das schwere COVID-19-bedingte Lungenversagen tatsächlich sehr häufig von einer ausgeprägten Vernarbung des Lungengewebes begleitet wird. „Eine fehlgeleitete Reaktion der Makrophagen, die auch als Fresszellen des Immunsystems bekannt sind, könnte dafür mitverantwortlich sein“, konstatiert Dr. Antoine-Emmanuel Saliba, Arbeitsgruppenleiter am HIRI in Würzburg und zweiter korrespondierender Leiter der Studie.

Proben aus Lungenspülungen und -gewebe

Für die Studie untersuchte das Team die Lungen verstorbener COVID-19-Patienten anhand verschiedener mikroskopischer Aufnahmen. „Bei fast allen Betroffenen haben wir enorme Schäden entdeckt: Die Lungenbläschen waren weitgehend zerstört, die Wände deutlich verdickt. Außerdem fanden wir ausgeprägte Ablagerungen von Kollagen, welches ein Hauptbestandteil von Narbengewebe ist. All dies ist charakteristisch für eine schwere Fibrose“, beschreibt Professor Peter Boor die Befunde. Er hat die Studie am Institut für Pathologie der Uniklinik RWTH Aachen geleitet. „Diese Beobachtungen weisen darauf hin, dass wir es beim COVID-19-Lungenversagen mit einem fibroproliferativen ARDS zu tun haben, also einer besonders schweren Form des Lungenversagens. Das könnte erklären, warum wir die Betroffenen so lange beatmen müssen.“

Der Grund für dieses Phänomen war zunächst unklar. „Bei COVID-19 entwickelt sich ein Lungenversagen typischerweise erst in der zweiten oder dritten Woche nach Symptombeginn, wenn die Viruslast eigentlich schon wieder sinkt“, erklärt Sander. „Das weist darauf hin, dass nicht die unkontrollierte Virusvermehrung zum Versagen der Lunge führt, sondern nachgeschaltete Reaktionen, beispielsweise des Immunsystems, eine Rolle spielen.“ Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten deshalb die Zusammensetzung und Eigenschaften der Immunzellen in Lungenspülungen und -gewebe schwer erkrankter beziehungsweise verstorbener COVID-19-Patient*innen. Dazu nutzten sie modernste Methoden der Einzelzellanalyse. Mit ihnen ist es möglich, jede einzelne Zelle im Detail zu betrachten.

SARS-CoV-2 programmiert die Immunzellen um

Das Team konnte so zeigen, dass sich in der Lunge von COVID-19-Betroffenen, die ein Lungenversagen entwickeln, vor allem Makrophagen in großen Mengen ansammeln. Diese Fresszellen beseitigen zum Beispiel eingedrungene Erreger oder Zellabfall, sind aber auch an der Wundheilung und Reparatur von Gewebe beteiligt. „Überraschenderweise zeigten die Makrophagen bei schwerem COVID-19 ähnliche Eigenschaften wie bei einer chronischen Form der Lungenvernarbung, der idiopathischen Fibrose“, betont Saliba. Bei dieser unheilbaren Erkrankung vernarbt die Lunge unaufhaltsam bis zum Verlust der Organfunktion. Die Ursache ist unbekannt, unter allen Formen der Lungenfibrose hat sie die schlechteste Prognose. „Die Makrophagen treten bei schwerem COVID-19 mit bestimmten Zellen des Bindegewebes in Kontakt, die für die Bildung von Narbengewebe verantwortlich sind. Diese Zellen vermehren sich stark und produzieren große Mengen Kollagen“, ergänzt der Experte der Einzelzellforschung.

In der Zellkultur entdeckten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass SARS-CoV-2 selbst die Fresszellen so beeinflusst, dass sie den Fibroseprozess möglicherweise befeuern. Dazu isolierten sie Fresszell-Vorläufer aus dem Blut gesunder Menschen und stimulierten sie mit dem Virus. Wie eine Analyse von etwa 7000 Proteinen zeigte, produzierten die Immunzellen daraufhin verstärkt Botenstoffe, die Vernarbungsprozesse einleiten, ganz ähnlich wie bei einer idiopathischen Lungenfibrose. „SARS-CoV-2 ist also zumindest ein möglicher Auslöser für die fehlgeleitete Reaktion der Fresszellen“, erklärt Professor Matthias Selbach. Der Proteomik-Experte hat die Studie am MDC geleitet. „Das Virus vermehrt sich dabei anscheinend nicht in den Immunzellen, sondern programmiert sie um. Diesen Effekt konnten wir interessanterweise nicht beobachten, wenn wir die Makrophagen mit einem Grippevirus stimulierten. Das Influenza-Virus vermehrte sich in den Immunzellen stark. Es brachte sie aber nicht dazu, Vernarbungsprozesse zu fördern.“

Warum kann sich die Fibrose zurückbilden?

„Unsere Daten zeigen also eindeutig Parallelen zwischen COVID-19 und der chronischen Lungenfibrose auf“, resümiert Saliba. „Das erklärt vielleicht, warum einige Risikofaktoren für COVID-19 auch Risikofaktoren für die idiopathische Lungenfibrose sind – zum Beispiel Grunderkrankungen, Rauchen, ein männliches Geschlecht und ein Alter über 60 Jahre. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Erkrankungen: Bei COVID-19 ist die Vernarbung zumindest potenziell reparabel.“ Das konnte das Forschungsteam anhand von CT-Bildern nachvollziehen. Bei COVID-19-Erkrankten, die mit der ECMO behandelt wurden, zeigten die Aufnahmen zunächst typische milchglasartige Trübungen, die sich im Verlauf der Erkrankung verdichteten und vernarbten. Bei Betroffenen, die von der ECMO-Behandlung entwöhnt werden konnten und genasen, gelang es dem Körper, die Verdichtungen allmählich aufzulösen – auch wenn in manchen Fällen deutliche Vernarbungsreste zurückblieben.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen nun genauer untersuchen, welche zellulären Prozesse dazu führen, dass sich eine Fibrose zurückbildet. „Wenn wir die Auflösung von vernarbtem Gewebe besser verstehen, können wir in Zukunft hoffentlich nicht nur COVID-19-Betroffenen, sondern auch Patientinnen und Patienten mit bisher unheilbarer Lungenfibrose helfen“, sagt Sander. „Die wichtige Rolle der Makrophagen für beide Krankheiten legt außerdem nahe, dass eine Hemmung der Zellen dazu beitragen könnte, die Vernarbung zu verhindern.“ An der Charité untersuchen Forschungsgruppen beispielsweise die Wirksamkeit einer Blockade von Rezeptoren, die den Fresszellen den Eintritt in das Lungengewebe ermöglichen.

Zur Studie

Die Studie erfolgte im Rahmen eines bundesweiten Konsortiums, der „Deutschen COVID-19 OMICS Initiative“ (DeCOI). Gefördert wurde die Arbeit hauptsächlich durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie im Rahmen des Berliner Proteomik-Forschungskerns MSTARS und verschiedener Verbundprojekte des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und unterstützt durch das Deutsche Register für COVID-19 Obduktionen (DeRegCOVID).

Das NUM wurde auf Initiative der Charité gegründet und wird von ihr koordiniert. Es vereint die Kräfte der 36 Universitätsklinika in Deutschland. Basis für die Generierung der jetzt veröffentlichten Daten war die Studienplattform Pa-COVID-19, die zentrale longitudinale Registerstudie für COVID-19-Patientinnen und -Patienten an der Charité. Sie zielt darauf ab, COVID-19-Betroffene klinisch sowie molekular schnell und umfassend zu untersuchen, um individuelle Risikofaktoren für schwere Verlaufsformen sowie prognostische Biomarker und Therapieansätze zu identifizieren. Das Protokoll zur Studie ist hier veröffentlicht.

Weiterführende Informationen

Pressemitteilung zu DeCOI: „Coronavirus-Forschung mit vereinten Kräften

Pressemitteilung zum Berliner Proteomik-Kern MSTARS: „Massenspektronomie für die Präzisionsmedizin

AG Selbach „Proteom-Dynamik

Coronaforschung am MDC

Einzelzellanalyse am MDC

Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité

Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI)

Uniklinik RWTH Aachen

Robert Koch-Institut

Literatur

Daniel Wendisch, Oliver Dietrich, Tommaso Mari, Saskia von Stillfried et al. (2021): „SARS-CoV-2 infection triggers profibrotic macrophage responses and lung fibrosis“. Cell, DOI: 10.1016/j.cell.2021.11.033

Foto: Immunfluoreszenz-Aufnahme der Lunge eines Patienten mit schwerem COVID-19: In dem stark geschädigten Lungengewebe sammeln sich Fresszellen (Makrophagen, rot) an. Grün angefärbt sind Bindegewebszellen (Fibroblasten). Foto: Uniklinik RWTH Aachen | Saskia von Stillfried