Aktuelles

forschen, produzieren, heilen / 27.11.2020
Christina Quensel in den Vorstand des Bundesverbandes deutscher Innovationszentren gewählt

Dr. Christina Quensel, Geschäftsführerin der Campus Berlin-Buch GmbH (CBB), Foto: David Ausserhofer/CBB
Dr. Christina Quensel, Geschäftsführerin der Campus Berlin-Buch GmbH (CBB), Foto: David Ausserhofer/CBB

Erfolgreiche Innovations- und Gründerzentren zeichnen sich durch ihre enge Vernetzung mit Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen aus. Davon profitieren nicht nur die betreuten Start-ups und jungen Unternehmen. Für die Regionen sind die Zentren effiziente Instrumente regionaler Wirtschaftsförderung, denn sie initiieren und unterstützen Neugründungen und Unternehmensansiedlungen, die wiederum Arbeitsplätze, wachsende Steuereinnahmen und strukturelle Entwicklungsmöglichkeiten schaffen. So betreuten die 350 Innovationszentren in Deutschland allein im Jahr 2020 über 5.080 Unternehmensgründungen und trugen bis heute zur Schaffung von 291.980 Arbeitsplätzen bei.

Der Bundesverband deutscher Innovationszentren (BVIZ) vernetzt die Manager und Managerinnen seiner Mitgliedszentren und bietet ihnen die Möglichkeit, sich regelmäßig über Best-Practice-Ansätze der Förderung von Unternehmensgründungen und des Betriebes der Zentren auszutauschen.

Auf der Jahreskonferenz des BVIZ im November 2020 wurde die Geschäftsführerin der Campus Berlin-Buch GmbH (CBB), Dr. Christina Quensel, in den Vorstand gewählt. Die CBB betreibt den BiotechPark Berlin-Buch auf dem Campus Berlin-Buch, der zu den führenden Technologieparks in Deutschland gehört. Buch ist seit rund 100 Jahren renommiert für seine Kliniken und Spitzenforschung und heute einer der größten biomedizinischen Standorte Deutschlands. Über 6.000 Arbeitsplätze bietet allein die Gesundheitswirtschaft, davon fast 3.000 in Einrichtungen der Grundlagen- und klinischen Forschung sowie in Biotech-Unternehmen.

„Ich freue mich darauf, die Arbeit des Bundesverbands deutscher Innovationszentren mitzugestalten. Er ist ein anerkannter Branchenverband, dessen Stimme in der Politik und in der Wirtschaft Gewicht hat“, so Dr. Quensel. „Den Austausch im nationalen Netzwerk der Innovationszentren erleben wir als sehr produktiv, sowohl auf Management-Ebene als auch in den einzelnen Arbeitsgruppen. Wir schätzen auch die Möglichkeit, über den BVIZ Einblick in die Arbeit internationaler Zentren – wie in Dänemark oder der Schweiz – zu erhalten. Für den Erfolg der Innovationszentren ist es wesentlich, voneinander zu lernen und die besten Ansätze zu verwirklichen.“

Über den Wissenschafts- und Biotechnologiecampus Berlin-Buch
Der Campus Berlin-Buch ist ein moderner Wissenschafts- und Biotechnologiepark. Alleinstellungsmerkmale sind der klare inhaltliche Fokus auf Biomedizin und das enge räumliche und inhaltliche Zusammenwirken von Forschungsinstituten, Kliniken und Biotechnologie-Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erforschung molekularer Ursachen von Krebs,- Herzkreislauf- und neurodegenerativen Erkrankungen, eine interdisziplinär angelegte Grundlagenforschung zur Entwicklung neuer Therapien und Diagnoseverfahren, eine patientenorientierte Forschung und die unternehmerische Umsetzung biomedizinischer Erkenntnisse.
Mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und dem Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) als Einrichtungen der Grundlagenforschung, dem gemeinsam von MDC und Charité – Universitätsmedizin Berlin betriebenen und auf klinische Forschung spezialisierten Experimental and Clinical Research Center (ECRC), dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) sowie dem BiotechPark Berlin-Buch hat der Campus ein herausragendes Innovations- und Wachstumspotenzial.

Der BiotechPark Berlin-Buch gehört mit 63 Unternehmen, 800 Beschäftigten und rund 31.000 Quadratmetern Büro- und Laborfläche zu den führenden Technologieparks in Deutschland. Ausgründungen aus den Life Sciences finden hier ideale Bedingungen, vom Technologietransfer bis hin zu branchenspezifischen Labor- und Büroflächen. Die Life Science Community vor Ort ermöglicht einen direkten Austausch und gemeinsame Projekte.

Als Betreibergesellschaft des Campus ist die Campus Berlin-Buch GmbH Partner für alle dort ansässigen Unternehmen und Einrichtungen. Biotechnologieunternehmen – von Start-ups bis zu ausgereiften Firmen – anzusiedeln, zu begleiten und in allen Belangen zu unterstützen, gehört zu ihren wesentlichen Aufgaben.
www.campusberlinbuch.de

Über den Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren e.V. (BVIZ)
Der BVIZ wurde 1988 auf Initiative der ersten Technologiezentren in Deutschland gegründet. Im BVIZ sind aktuell rund 150 Innovationszentren und zahlreiche andere Mitglieder vereint, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Existenzgründungen zu fördern und junge, innovative Unternehmen zu unterstützen.
Die Mitgliedszentren des BVIZ nehmen gründungswillige Unternehmer gern auf, beraten sie qualifiziert in allen Fragen der Unternehmensgründung, betreuen sie in den ersten Wachstumsphasen und bieten ihnen eine hervorragende Infrastruktur - von modernsten Kommunikationsmöglichkeiten bis hin zu komplexen Laborlösungen. Darüber hinaus kooperieren die Zentren häufig mit Forschungseinrichtungen und Universitäten und unterstützen den Technologie- und Wissenstransfer in die Wirtschaft.
Der BVIZ-Bundesverband vertritt in erster Linie die Interessen der Mitglieder gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft. Darüber hinaus bietet er den Mitgliedern neben Erfahrungsaustausch, Know-How-Vermittlung sowie nationalen und internationalen Netzwerken weitere Vorteile und Unterstützung.
www.innovationszentren.de

forschen, produzieren, leben, heilen, bilden / 24.11.2020
Die neue Ausgabe des Standortmagazins buchinside ist erschienen

Cover der Ausgabe 2/2020. Foto: Pablo Castagnola / MDC
Cover der Ausgabe 2/2020. Foto: Pablo Castagnola / MDC

Im Titelthema: So wenig und so schonend wie möglich - Das Preclinical Research Center des MDC schafft die besten Bedingungen dafür, wissenschaftlich notwendige Tierversuche auf ein Mindestmaß zu reduzieren und sie zu optimieren

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

unser Forschungs- und Technologiepark wächst – das ist nicht zu übersehen und aktuell auch nicht zu überhören: Seit August (Spatenstich) wird mitten auf dem Campus wieder gebuddelt, gebaggert und gezimmert. Der BerlinBioCube entsteht, ein Gründerzentrum für junge Biotech und Medtech-Unternehmen, das 2023 eröffnet werden soll.

Gewerkelt wird auch am Lindenberger Weg. Noch. Dort steht das Käthe-Beutler-Haus, und hier geht es bereits um die Inneneinrichtung der Labore. Das Forschungsgebäude gehört zum Berlin Institute of Health (BIH) und wird künftig den Fokusbereich „Translationale Vaskuläre Biomedizin“ von BIH und MDC beherbergen. Im Frühjahr 2021 soll dort Eröffnung gefeiert werden. Solche Zeichen der Erneuerung und des Aufbruchs machen mich froh.

Ein weiteres neues Gebäude übergeben wir vom Max-Delbrück-Centrum in diesen Wochen seiner Bestimmung, und auch darüber freue ich mich: das Präklinische Forschungscentrum (PRC), ein Haus, das Tierhaltung und modernste, tierschonende Untersuchungsmöglichkeiten vereint. Warum brauchen die MDC-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler ein neues Haus für Tierversuche? Wie passt das zu unserer innovativen Forschung, sind Tierversuche nicht etwas von gestern? Soll es zukünftig mehr Tierexperimente oder mehr Versuchstiere am MDC geben? Nein, im Gegenteil. Unsere Forscherinnen und Forscher nutzen immer häufiger Computer-Simulationen und andere Alternativen wie den Einsatz von Organoiden. Aber uns ist bewusst: So lässt sich kein vollständiger Organismus simulieren; und auch Medikamente müssen weiterhin in mehreren Phasen getestet werden – auch an Tieren. Auf absehbare Zeit kann Gesundheitsforschung leider noch nicht vollständig auf Experimente mit Mäusen, Ratten, Nacktmullen oder Fischen verzichten.

Wir werden das neue Gebäude dafür nutzen, unsere Versuche wie schon jetzt mit den besten Methoden, unter höchsten Standards und optimaler Kontrolle so schonend wie möglich vorzunehmen und so wenige Tiere wie möglich einzusetzen. All dies entspricht dem 3R-Prinzip: Replace, Reduce, Refine – auf Deutsch: Vermeiden, Verringern, Verbessern. Diesem Prinzip haben wir uns am MDC verpflichtet. Das neue PRC wird uns helfen, beim Verfolgen dieses Ziels immer besser zu werden. Der Neubau beherbergt modernste Labore sowie Mikro-CT, MRT und PET-Scans für optimale bildgebende und andere, minimalinvasive Verfahren. Künftig sollen sämtliche Tierexperimente des MDC im PRC stattfinden, sodass kein Tier mehrmals transportiert werden muss. Die Versuche können im PRC außerdem besser koordiniert werden, die bildgebenden Methodenermöglichen Untersuchungen und Verhaltensstudien von Tieren über lange Zeiträume.

Mit dieser buchinside möchte ich Sie gerne einladen, das PRC und die Menschen, die dort arbeiten und forschen, ein wenig besser kennenzulernen. Ich hoffe, ich habe Ihre Neugier geweckt. Mehr zur Präklinischen Forschung finden Sie auf den Seiten 4 und 5.Bleiben Sie gesund, wünscht

Ihr
Thomas Sommer
Wissenschaftlicher Vorstand (komm.) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

Lesen Sie die aktuelle Ausgabe hier: https://www.berlin-buch.com/de/buchinside

forschen / 18.11.2020
Überraschungen im Zellzyklus

Diese Wendeltreppe im BIMSB verdeutlicht die spiralförmige Genexpression des Zellzyklus entlang eines hohlen Zylinders, wenn sie mit weiteren biologischen Prozessen kombiniert wird. (Foto: Valentin Popescu, MDC)
Diese Wendeltreppe im BIMSB verdeutlicht die spiralförmige Genexpression des Zellzyklus entlang eines hohlen Zylinders, wenn sie mit weiteren biologischen Prozessen kombiniert wird. (Foto: Valentin Popescu, MDC)

Über kaum einen Prozess des Lebens ist mehr bekannt als über die Zellvermehrung. Dank interdisziplinärer Zusammenarbeit konnten MDC-Teams dennoch neue und unerwartete Erkenntnisse über den Zellzyklus sammeln. Sie sind im Journal „Molecular Systems Biology“ veröffentlicht.

Der Zellzyklus koordiniert die Zellteilung – und er hat sich so entwickelt, dass er möglichst einfach abläuft, indem schlichtweg das Fehlerpotenzial minimiert wurde. Zu diesem Schluss kommt ein interdisziplinäres Forschungsteam des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) im Fachjournal Molecular Systems Biology.

Zellen vermehren sich, indem sie einen Zyklus mit vier Phasen durchlaufen: Sie wachsen, vervielfältigen ihre genetischen Informationen, bereiten sich auf die Zellteilung vor und teilen sich schließlich in zwei Zellen. In Lehrbüchern wird dies in der Regel ohne besonderen wissenschaftlichen Hintergrund durch einen einfachen Kreis dargestellt. Zum ersten Mal zeigt nun eine Studie, dass diese Darstellung tatsächlich gerechtfertigt ist, da Zellen ein kreisförmiges Genexpressionsmuster aufweisen, während sie den Zellzyklus durchlaufen. Das ist kein Zufall, zeigt die neue Studie; dieses Muster reduziert die Anzahl der möglichen Fehler während des Prozesses deutlich – eine evolutionäre Glanzleistung.

„Der Zellzyklus ist einer der am besten untersuchten Prozesse in der Biologie“, sagt Professor Nikolaus Rajewsky, wissenschaftlicher Direktor des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des MDC. „Die Leistungsfähigkeit der ultratiefen Sequenzierung einzelner Zellen in Kombination mit rechnergestützten Ansätzen hat es uns ermöglicht, den Zellzyklus ganz genau zu betrachten. Das Ergebnis waren neue, gänzlich unerwartete Erkenntnisse."

BIG Data

Die Ergebnisse sind Rajewsky und den Molekularbiolog*innen seiner Arbeitsgruppe „Systembiologie von Gen-regulatorischen Elementen“ am BIMSB, dem MDC-Standort in Berlin Mitte, zu verdanken, die sich mit einem Physiker und einem Mathematiker der Arbeitsgruppe „Mathematische Zellphysiologie“ am MDC auf dem Campus in Buch zusammengetan haben.

Rajewsky und sein Team sequenzierten Boten-RNA (mRNA) Tausender einzelner Zellen entlang des gesamten Zellzyklus. Konzentrationen von mRNA geben Aufschluss darüber, welche Gene aktiv sind und was die Zelle gerade tut. Sara Formichetti, Co-Autorin der Publikation und für die ultratiefe Sequenzierung verantwortlich, konnte detailliertere Informationen zur Genaktivität in jeder Zelle gewinnen, als es bisher möglich gewesen war. In der Regel sind Sequenzierungsstudien mit einem Zielkonflikt verbunden: Forschende können entweder viele Zellen sequenzieren oder umfassende Informationen für einzelne Zellen sammeln, aber nicht beides gleichzeitig. Formichetti wollte sich damit nicht zufriedengeben und optimierte den Prozess. Sie erstellte einen detaillierten Datensatz, der den gesamten Zyklus abdeckt.

Formichetti und Rajewsky begannen, die Zellen nach Zellzykluszeit rechnerisch zu ordnen. Formichettis Aufenthalt im Labor von Rajewsky neigte sich jedoch dem Ende zu. Daher wandte sich Rajewsky an Professor Martin Falcke, Leiter des Labors für mathematische Zellphysiologie, sowie an seinen Doktoranden Daniel Schwabe, Erstautor der Studie.

Geometrie in der Biologie

Das Team wollte herausfinden, ob die Datenwolke eine geometrische Form bilden würde, die den Prozess des Zellzyklus widerspiegelt. Sie erwarteten so etwas wie ein völlig verknotetes Wollknäuel, das für die zahlreichen Gene stehen würde, die im Laufe des Zyklus mehrfach aktiviert und deaktiviert werden.

Zunächst war weder ein Muster noch eine Form erkennbar. Also begann das Team, die Datenwolke zu drehen und betrachtete sie aus verschiedenen Perspektiven. Das kann man sich so vorstellen: Man hält einen Becher in der Hand und dreht ihn hin und her, um ihn von allen Seiten anzuschauen, hebt ihn hoch, um den Boden zu sehen und blickt dann von oben in den Becher hinein. Die Forschenden taten im Prinzip genau das und stellten fest, dass die Daten aus einer bestimmten Perspektive einen hohlen Zylinder bilden und – wie bei der Betrachtung des Bechers aus der Vogelperspektive – einen Kreis, der der Darstellung des Zellzyklus entspricht: die einfachste mögliche Form.

„Es gab bislang keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Zellzyklus tatsächlich so einfach sein würde“, sagt Schwabe. „Daraus können wir schlussfolgern, dass jedes am Zellzyklus beteiligte Gen während des Zyklus nur einmal aktiviert und deaktiviert wird.“

Die einmalige Aktivierung und Deaktivierung von Genen trägt dazu bei, das Fehlerpotenzial zu minimieren. Im Laufe der Evolution habe sich der Zellzyklus anscheinend so entwickelt, dass er so einfach und effizient wie möglich ist, meinen die Forschenden. Sie fanden mithilfe von immortalisierten Zelllinien heraus, dass der Zellzyklus grundsätzlich unabhängig von anderen in der Zelle aktiven biologischen Prozessen ist. Dadurch sinkt seine Fehleranfälligkeit weiter.

„Der Grad der von uns beobachteten Optimierung und Isolation ist äußerst bemerkenswert“, sagt Rajewsky. „Einerseits erfassen wir die Biologie des Zellzyklus vollständig in einer zweidimensionalen Kreisbewegung, während die Zellen gleichzeitig durch Prozesse wie Epigenetik und Umgebungsveränderungen entlang einer senkrechten Achse verschoben werden. In Kombination verursachen diese beiden Einflüsse eine spiralförmige Bewegung entlang eines hohlen Zylinders.“

Ganz nebenbei

Die Forschenden machten noch eine weitere unerwartete Entdeckung. Es ist bekannt, dass der Zellzyklus Kontrollpunkte aufweist, mit denen die Zellen sicherstellen, dass alle notwendigen Schritte abgeschlossen sind, bevor die nächste Zyklusphase eingeleitet wird. Das Team ging folglich davon aus, dass sich die Genaktivierung, bei der Gene in mRNA transkribiert werden, vor diesen Kontrollpunkten verlangsamt. So entstünden klar definierte Entscheidungsmomente, die bestimmen, ob es weitergeht. Die Daten zeigten jedoch, dass Gene relativ gleichmäßig und kontinuierlich angeschaltet werden, ohne auffällige Unterbrechungen.

„Das hat mich doch überrascht“, erinnert sich Falcke. „Man würde erwarten, dass die Zelle quasi eine Pause einlegt, wenn sie prüft, ob alle Schritte auf ihrer To-do-Liste abgeschlossen sind. Aber das ist nicht der Fall. Die Zelle erledigt das ganz nebenbei, während der Motor weiterhin läuft.“

Und das Team entdeckte noch mehr. Mit ihrem Forschungsansatz kann das Team die Effekte des Zellzyklus präzise aus Datensätzen eliminieren, sodass nur Unregelmäßigkeiten übrigbleiben. Das ist für Wissenschaftler*innen in ähnlichen Bereichen besonders interessant. Beispielsweise könnte sich so klären lassen, was in einem Zyklus schiefläuft, der zu unkontrollierter Zellteilung und Tumorwachstum führt. Rajewsky und Falcke wollen ihren Ansatz künftig dazu nutzen, den Ursprung der Zellvariabilität zu erforschen – denn sie führt zu sehr unterschiedlichen Genexpressionsniveaus bei klonalen Zellen. Es warten noch viele ungeklärte Fragen auf eine Antwort.

Weiterführende Informationen

Pressemitteilung auf der MDC Website lesen

AG Rajewsky

AG Falcke

Literatur

Schwabe, Daniel et al. (2020): „The transcriptome dynamics of single cells during the cell cycle“. In: Molecular Systems Biology; DOI: 10.15252/msb.20209946

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH ) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

www.mdc-berlin.de

heilen / 17.11.2020
Helios Klinikum Berlin-Buch erneut als eine der bundesweiten Top-Kliniken ausgezeichnet

Das Helios Klinikum Berlin-Buch wurde erneut durch das Magazin FOCUS-Gesundheit als Top-Krankenhaus ausgezeichnet. (Foto: Thomas Oberländer / Helios Kliniken)
Das Helios Klinikum Berlin-Buch wurde erneut durch das Magazin FOCUS-Gesundheit als Top-Krankenhaus ausgezeichnet. (Foto: Thomas Oberländer / Helios Kliniken)

Im deutschlandweit größten Krankenhausvergleich durch das Magazin FOCUS-Gesundheit belegt das Helios Klinikum Berlin-Buch erneut eine der Top-Platzierungen unter den Kliniken in Berlin und zählt zu den 527 besten Krankenhäusern in Deutschland.

Neben der dritten Platzierung unter den Top-Kliniken in Berlin, erhalten auch einzelne Fachbereiche des Helios Klinikums Berlin-Buch eine Empfehlung. Zu den ausgezeichneten neun Fachbereichen gehören: Risikogeburten (Gynäkologie & Geburtshilfe), Darmkrebs, Brustkrebs, Orthopädie, Strahlentherapie, Gefäßchirurgie, Leukämie, Adipositas-Chirurgie, Nuklearmedizin. Das Focus Siegel wird durch das Magazin Focus Gesundheit verliehen.

„Wir freuen uns sehr, erneut in die Focus Liste der besten Deutschlands aufgenommen worden zu sein. Als Maximalversorger in Berlin ist es stets unser Anspruch unseren Patienten und Patientinnen die bestmögliche Behandlung in allen Bereichen bieten zu können. Wir sind stolz, dass unsere medizinische Versorgung diese Wertschätzung erfährt“, betont Daniel Amrein, Geschäftsführer im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Bereits in den Jahren 2018 und 2019 erhielt das Helios Klinikum Berlin-Buch das Siegel der Focus Gesundheit. In diesem Jahr wurden außerdem zwölf Ärzte aus dem Klinikum im Norden Berlins als „Top-Mediziner“ ausgezeichnet und gehören damit zu den führenden Ärzten Deutschlands.
Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im Helios Klinikum Berlin-Buch findet lobende Worte: „Ich bin stolz mit einem so kompetenten Team arbeiten zu dürfen. Die Auszeichnungen spiegeln die qualitativ hochwertige Medizin an unserem Standort wider.“

Die Qualität von Krankenhäusern und Fachkliniken wird durch das unabhängige Rechercheinstitut von Munich Inquire Media (Minq) ermittelt. Dabei wertet das Institut eine umfangreiche Befragung von einweisenden Ärzten aus. Außerdem wird die Auswertung der Qualitätsberichte und externen Qualitätssicherung sowie Patientenbewertungen einbezogen.

 

Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in mehr als 60 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren sowie einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 55.000 stationäre und über 144.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Hauttumorzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit.
Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DDG“ zertifiziert.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.
In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, 128 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro.

Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

 

www.helios-gesundheit.de

leben / 17.11.2020
Internationaler Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“ am 25. November

Ab 20. November Infomaterial in Schönhauser Allee Arcaden

Geschlechtsspezifische Gewalt ist eine der Haupthürden für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern. Es ist jene Gewalt, die Frauen* trifft, weil sie Frauen* sind, und von der sie überproportional stark betroffen sind: sexuelle Gewalt, Menschenhandel, (Cyber-)Stalking, Zwangsverheiratung und häusliche Gewalt. Fast immer haben diese unterschiedlichen Formen von Gewalt den Zweck, Macht und Kontrolle über Mädchen und Frauen und ihre Körper auszuüben. Nach einer Sonderauswertung zur Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes gab es im Jahr 2019 mehr als 142.000 Fälle von häuslicher Gewalt. 80 Prozent der Opfer waren Frauen*. Infolge der Pandemie hat sich die Situation weiter verschärft. Das berichten auch die Beschäftigten der Pankower Beratungs- und Zufluchtseinrichtungen.

Die alljährliche Pankower Öffentlichkeitsaktion „Für ein Zuhause ohne Gewalt“ in den Schönhauser Allee Arcaden ist deshalb gerade in diesen Zeiten wichtiger denn je. Jedoch kann die Aktion in diesem Jahr aufgrund der geltenden Hygiene-Maßnahmen nicht wie bisher mit Mitgliedern von Antigewaltprojekten, der Polizei sowie der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksamtes Pankows stattfinden. Ab dem 20. November liegt daher an der Kundeninformation im Erdgeschoss in den Schönhauser Allee Arcaden umfangreiches Informationsmaterial zum Thema „Häusliche Gewalt“ zum Mitnehmen aus.

Weitere Informationen bei der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksamtes Pankow Frau Gerstenberger unter Tel.: 030 90295-2305 oder Mail: heike.gerstenberger@ba-pankow.berlin.de

leben / 17.11.2020
Neue Sicht auf den Kiez

Plakatierung der besten Bilder auf zwei Riesen-"Smartphones" im Stadtraum 2019 (Foto: meinmeinkiez)
Plakatierung der besten Bilder auf zwei Riesen-"Smartphones" im Stadtraum 2019 (Foto: meinmeinkiez)

"meinmeinkiez" oder kurz "#mmk" ist ein partizipatives Fotoprojekt für den öffentlichen Raum. Es richtet sich offen an alle Bewohner*innen eines Stadtteils, insbesondere jugendliche Menschen und fördert die Beteiligung an etwas Gemeinsamen: Kunst aus der Gemeinschaft, für die Gemeinschaft.

Der Fokus liegt auf dem, was verbindet – der gemeinsam geteilte Kiez. In Foto-Workshops, bei Stadtteilspaziergängen, aus Posts im Internet oder ausgekramten, alten Aufnahmen entsteht ein riesiger Bilderpool mit den unterschiedlichsten Perspektiven auf unser gemeinsames Zuhause.

Jede*r ist eingeladen ihre*seine Sicht auf den Kiez, von Schnappschüssen bis Stillleben zu zeigen. In einem demokratischen Auswahlverfahren werden die „besten“ Bilder zusammen ausgesucht und anschließend draußen auf zwei großformatige Plakatwände in Form von zwei überdimensionierten Smartphones gekleistert und für alle Bewohner*innen ausgestellt.

Im Oktober und November fanden schon sechs Kiezspaziergänge statt, auf denen wir mit Jugendlichen mit analogen Kameras durch Buch gestreift sind.

Am 17. und 19. November findet in der blauen HOWOGE-Box (Alt-Buch 32) das demokratische Auswahlverfahren statt (16-20 Uhr), an dem wir die Bilder aussuchen, die zwischen 1.-24. Dezember auf unsere Mammuthandys gekleistern werden sollen.

Es sind alle herzlich eingeladen ihre Stimme für die besten Fotografien abzugeben. Wir freuen uns auch über weitere Zusendungen von Fotos aus dem Kiez an meinmeinkiez@bueroubekannt.com oder mit einem kurzen Post bei Instagram mit dem Hashtag #mmk2020buch.

Weiter Infos zum Projekt gibt es unter www.meinmeinkiez.de

Quelle: meinmeinkiez

heilen, bilden / 17.11.2020
MSB Medical School Berlin erhält staatliche Anerkennung des Studiengangs Humanmedizin in Kooperation mit dem Helios Klinikum Berlin-Buch

Die MSB Medical School Berlin bleibt weiter auf Wachstumskurs: Mit der Anerkennung des Studiengangs Humanmedizin in Kooperation mit dem Helios Klinikum Berlin-Buch durch die Berliner Senatskanzlei - Wissenschaft und Forschung, erweitert die private, staatlich anerkannte Hochschule für Gesundheit und Medizin ihr interdisziplinäres Studienangebot.

"Die staatliche Anerkennung ist ein Meilenstein nicht nur für die MSB, sondern auch für unseren Hochschulverbund. Wir freuen uns sehr, dass wir in Berlin gemeinsam mit unserem Kooperationspartner dem Helios Klinikum Berlin-Buch starten können. Nachdem bereits der Studiengang Humanmedizin an der MSH Medical School Hamburg - University of Applied Sciences and Medical University seit Wintersemester 2019/20 und an der HMU Health and Medical University Potsdam seit Wintersemester 2020/21 nach einem langen Anerkennungsverfahren angeboten wird, komplettiert die Einführung in Berlin das Angebot an allen Standorten, sagt Ilona Renken-Olthoff, Geschäftsführerin und Gründerin der MSB.

Mit der Anerkennung besitzt die MSB die Berechtigung zur Ausbildung von künftigen Arztinnen und Ärzten auf Universitätsniveau. Das Studium folgt allen Qualitätsanforderungen eines Medizinstudiums in Deutschland. Es schließt mit dem Staatsexamen ab und berechtigt zur Approbation.

"Mit dem Studiengang Humanmedizin möchten wir jedem Bewerber die Chance geben, sich den Traum vom Medizinstudium zu erfüllen - unabhängig von der Note auf dem Abschlusszeugnis", sagt Ilona Renken-Olthoff. Humanmedizin gehört zu den begehrtesten Studiengängen in Deutschland. Obwohl bundesweit Ärztemangel herrscht, ist die Zahl der Studienplätze vergleichsweise gering und der Kampf darum hart. "Die MSB stellt deshalb Engagement und Talent der Bewerber in den Fokus des dreistufigen Bewerbungsverfahrens", betont Ilona Renken-Olthoff. Für einen Studienplatz qualifizieren sich die Bewerber nicht durch einen Numerus Clausus. Stattdessen können sie ihre persönliche Eignung und Motivation in einem Auswahlverfahren - bestehend aus einem schriftlichen Medizinertest, einem Gruppengespräch mit Fallsimulation und einem Einzelgespräch - unter Beweis stellen.

Für den klinischen Studienabschnitt des Studiums Humanmedizin arbeitet die MSB mit dem renommierte Helios Klinikum Berlin-Buch als Praxispartner zusammen. "Die neue Möglichkeit macht uns stolz und ist Teil unserer Strategie, auch in den kommenden Jahrzehnten die bestmögliche Medizin für unsere Patientinnen und Patienten in unserem Klinikum anzubieten", betont Daniel Amrein, Geschäftsführer am Helios Klinikum Berlin-Buch. Das Klinikum Berlin-Buch hat eine lange Tradition und ist heute ein moderner Maximalversorger. "Wir verfügen als Maximalversorger über mehr als 60 Fachbereiche, Zentren und Instituten. Somit sind ideale Voraussetzungen für eine wissenschaftsbasierte Ausbildung gegeben", sagt Prof. Dr. med. habil. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor des Helios Klinikums Berlin-Buch und Rektor der MSB.

Durch den interdisziplinären Behandlungsansatz passt das Helios Klinikum Berlin-Buch hervorragend zum Hochschulkonzept der MSB, die eine Vielzahl von Bachelor-und Masterstudiengänge im Gesundheitsbereich anbietet und großen Wert auf fachübergreifendes Lernen legt. "Arbeiten mit Studierenden, studentisches Leben und Lehren wird das Helios Klinikum Berlin-Buch positiv verändern. Durch die akademische Auseinandersetzung mit jungen, engagierten Menschen bleiben wir immer auf dem neusten wissenschaftlichen Stand und können zukünftige Medizinergenerationen mitprägen. Wir freuen uns auf diese Herausforderung. aber sind uns auch der Verantwortung in Forschung und Lehre im Rahmen des Studiengangs Humanmedizin bewusst", betont Prof. Dr. med. habil. Henning T. Baberg.

Die Regelstudienzeit beträgt 12 Semester und drei Monate. Das Curriculum gliedert sich in drei Abschnitte: einen ersten Studienabschnitt von zwei Jahren, einen dreijährigen zweiten Studienabschnitt und ein Praktisches Jahr (PJ). Die Lehrveranstaltungen des ersten Studienabschnittes finden am Wissenschafts-und Gesundheitscampus der MSB in der Rüdesheimer Straße und der Villa Siemens statt. Die klinische Ausbildung im zweiten Studienabschnitt wird am Campus des Helios Klinikums Berlin-Buch angeboten. Der Ort für das PJ ist individuell wählbar, muss aber den Anforderungen der Ärztlichen Approbationsordnung entsprechen.

Interessierte können sich ab sofort über die Website der MSB bewerben.

Über die MSB Medical School Berlin

Die MSB Medical School Berlin, Hochschule für Gesundheit und Medizin, ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule mit Sitz in der Rüdesheimer Straße. 50 und einem Campus in der Siemens Villa in Berlin Lankwitz. Sie wurde 2012 von der Geschäftsführerin Ilona Renken-Olthoff mit der Fakultät Gesundheitswissenschaften als Fachhochschule gegründet, die sich durch einen hohen Anwendungsbezug auszeichnen. Im Jahr 2014 wurde die MSB als Hochschule mit der Fakultät Naturwissenschaften staatlich anerkannt, die universitäre Studiengänge mit universitärem Abschluss anbietet. Der Studiengang Humanmedizin gehört zur universitären Fakultät. Somit können Studierende aktuell an der MSB zwischen mittlerweile 20 Studiengängen und damit zwischen einem Fachhochschul- oder einem universitären Studium wählen und ihre Karriere ihren Stärken und Talenten entsprechend planen.

Kontakt

MSB Medical School Berlin | Rüdesheimer Straße 50 | 14197 Berlin

Ilona Renken-Olthoff | Mail: Ilona.renken-olthoff(at)medicalschool-berlin.de

www.medicalschool-berlin.de

www.facebook.com/MSBMedicalSchoolBerlin/

https://www.instagram.com/msbberlin/

 

Quelle: MSB Medical School Berlin

heilen / 13.11.2020
Behandlung trotz Verschiebung: OP Corona-bedingt abgesagt? Kliniknetzwerk hilft

Dr. med. Jens Osel, Ärztlicher Direktor des Helios Klinikums Bad Saarow begrüßt seinen Bucher Chefarztkollegen Prof. Dr. Daniel Kendoff (Foto: Thomas Oberländer, Helios Kliniken)
Dr. med. Jens Osel, Ärztlicher Direktor des Helios Klinikums Bad Saarow begrüßt seinen Bucher Chefarztkollegen Prof. Dr. Daniel Kendoff (Foto: Thomas Oberländer, Helios Kliniken)

 Mit #supportBerlin geplante Eingriffe außerhalb Berlins im Spezialisten-Netzwerk der Helios Region Ost durchführen lassen

Der Berliner Senat hat am 6. November verordnet, dass Corona-bedingt nur noch dringend erforderliche Eingriffe durchgeführt werden dürfen. Wie in der ersten Welle der Pandemie müssen daher aktuell wieder viele Patientinnen und Patienten ihre bereits vereinbarten Eingriffe verschieben. Die Helios Region Ost möchte Betroffenen helfen und bietet ihnen mit ihrem Spezialisten-Netzwerk der Region an, diese Operationen sicher durchzuführen.
 
Erste #supportberlin-Eingriffe fanden am 11. November im OP der Traumatologie und Orthopädie im Helios Klinikum Bad Saarow statt.
Der langfristig geplante Eingriff am Herzen, der OP-Termin für die neue Hüfte, die stationäre Behandlung einer rheumatischen Erkrankung oder die geplante Schmerztherapie standen bereits fest – und jetzt das: Der Termin muss verschoben werden. Denn wegen der dynamischen Corona-Entwicklung in Berlin und der damit zum Teil erforderlichen stationären Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten, müssen viele Kliniken ihre Abläufe umstrukturieren und unter anderem den OP-Betrieb umstellen sowie Intensivbetten vorhalten. Auch das Helios Klinikum Berlin-Buch sowie das Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin- Zehlendorf sind hiervon betroffen. Patientinnen und Patienten, die nicht auf ihren Eingriff verzichten wollen und eine entsprechende medizinische Indikation vorweisen, können sich nun in einer der Kliniken der Helios Region Ost außerhalb Berlins behandeln lassen. Dank dieses Spezialisten-Netzwerkes können in der Regel zeitnah Ersatztermine vereinbart werden, beispielsweise in den Helios Kliniken in Bad Saarow, Oschersleben, Zerbst/Anhalt, Vogelsang-Gommern oder dem Herzzentrum in Leipzig.
Unter www.helios-gesundheit.de/supportberlin ist das detaillierte Vorgehen für Patienten zusammengefasst.

Erste Helios-Patienten bereits in Bad Saarow operiert
Patienten von Helios, die einen Ersatz-OP-Termin wünschen, wenden sich ab sofort unkompliziert an den Fachbereich ihrer Berliner Helios Klinik. Dieser kontaktiert die jeweiligen Koordinatoren in den Netzwerk-Kliniken, die sich wiederum innerhalb von 72 Stunden an den Hilfesuchenden wenden, um das weitere Vorgehen zu besprechen: So kann sich der Patient direkt für einen alternativen Behandlungstermin anmelden. Gibt es Unsicherheiten oder Fragen, kann sich der Patient auch im Rahmen einer Video-Sprechstunde von einem Facharzt beraten lassen. Sind sich Patient und Mediziner einig, wird ein zeitnaher Eingriff in der Regel gemeinsam mit den Medizinern aus Berlin in die Wege geleitet. Erste #supportberlin-Eingriffe fanden bereits am vergangenen Mittwoch in der Helios Klinikum Bad Saarow statt. Hier wurden orthopädische Patienten aus dem Bucher Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie unter der Leitung des Chefarztes Prof. Dr. Daniel Kendoff gemeinsam mit dem Bad Saarower Chefarztkollegen Dr. Jens Osel operiert.

Angebot für alle Patienten unter der Hotline 0800/8 123 456

Aber nicht nur Patienten aus den Berliner Helios Kliniken profitieren von diesem Angebot: Patienten, deren Eingriffe in anderen Kliniken abgesagt oder verschoben wurden, können in einem ersten Schritt die rund um die Uhr besetzte Helios-Hotline unter 0800/8 123 456 kontaktieren. Hier werden alle erforderlichen Informationen gesammelt und an die Netzwerk-Kliniken weitergegeben. Binnen 24 Stunden erfolgt ein Rückruf, um die nächsten Schritte zu vereinbaren:
1.    Facharzt-Termin-Vereinbarung innerhalb von 72 Stunden, auch als Video-Sprechstunde möglich.
2.    Nach Video-Anamnese gemeinsame Entscheidung über das weitere Vorgehen.
3.    Bei OP-Wunsch: Organisation aller erforderlichen Schritte in enger Absprache mit dem aktuell betreuenden Facharzt.

Alle Corona-bedingten Maßnahmen bzw. Regeln werden selbstverständlich eingehalten – von der PCR-Testung vor dem Eingriff bis hin zu den Hygieneregeln vor Ort.

„Eine belastende Situation für Patienten ein wenig entlasten“

Für Prof. Dr. Sebastian Heumüller, Regionalgeschäftsführer der Helios Region Ost ist klar: „Nur gemeinsam können wir gut durch diese Pandemie kommen. Mit unserem Angebot zeigen wir uns solidarisch mit allen Patientinnen und Patienten in Berlin, die darunter leiden, dass ihre Eingriffe verschoben werden. Ihnen bieten wir nun eine praktische Lösung an, sich außerhalb Berlins in unseren Kompetenzzentren der Helios Region Ost behandeln zu lassen.“

„Wer sich für einen Krankenhausaufenthalt entschieden hat, macht das nicht aus Vergnügen. Betroffene, die sich mental darauf eingestellt haben, hängen nach dem Verschieben des Eingriffs oft in der Luft. Das haben wir bereits während der ersten Pandemie-Welle festgestellt. Diese Patientinnen und Patienten erhalten mit unserem Spezialisten-Netzwerk ein praktisches und medizinisch fundiertes Angebot,“ ergänzt Dr. med. Christine Marx, Medizinische Regionalgeschäftsführerin der Helios Region Ost.

Dieses Angebot kann nur solange gewährleistet werden, wie die Corona-Pandemie in den übrigen Kliniken der Helios Region Ost nicht dieselben Auswirkungen auf die Patientenversorgung hat, wie auf die Berliner Helios Kliniken. Prof. Sebastian Heumüller zeigt sich aber zuversichtlich: „Auch dann werden wir passende Lösungen finden.“

www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch/

forschen / 13.11.2020
Struktur von Phagen-DNA-Tunnel in atomarer Auflösung aufgeklärt – methodischer Meilenstein gelungen

Phagen können Bakterien vernichten und sind darum für die Wissenschaft von großem Interesse. Grundlagenforscher vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin interessieren sich insbesondere für den Tunnel, durch den die Phagen ihre DNA in Bakterien einschleusen. Nun haben sie zusammen mit Kollegen des Forschungszentrums Jülich und des Universitätsklinikums Jena die 3D-Struktur dieser entscheidenden Phagen-Komponente in atomarer Auflösung aufgeklärt. Die Kombination zweier Methoden – der Festkörper-NMR und der Kryoelektronenmikroskopie – war der Schlüssel zum Erfolg. Die Arbeit ist soeben im Fachmagazin „Nature Communications“ erschienen.

Im Zuge der zunehmenden Antibiotikaresistenzen sind Phagen verstärkt in den Blick der Forschung geraten. Phagen sind natürlich vorkommende Viren, die eine sehr nützliche Eigenschaft besitzen: Sie schleusen ihre DNA in Bakterien ein und vermehren sich dort, bis die bakterielle Zelle schließlich vernichtet wird. Deswegen spricht man auch von Bakteriophagen (dt. „Bakterienfresser“).

Dass sich mit diesem Ansatz multiresistente Keime bekämpfen lassen, wurde bereits gezeigt. Schlagzeilen machte im vergangenen Jahr der Fall eines Mädchens aus England, das mit genetisch modifizierten Phagen von einer schweren, mit Antibiotika nicht mehr therapierbaren Infektion geheilt werden konnte.

Doch von einer breiten Anwendung ist die Phagentherapie noch weit entfernt. Viele Grundlagen sind noch nicht verstanden, die wichtig für die weitere Therapieentwicklung wären. So war bislang unklar, wie die genaue Architektur jenes Tunnels aussieht, über den die Phagen ihre DNA in die Bakterien einschleusen. Nun haben Wissenschaftler vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin gemeinsam mit Kollegen des Forschungszentrums Jülich und des Universitätsklinikums Jena die 3D-Struktur dieser entscheidenden Phagen-Komponente in atomarer Auflösung aufklären können. 

Designt für den Transport von DNA

„Der DNA-Tunnel, der sich an das ikosaeder-förmige Kapsid anschließt, erinnert in seinem Aufbau und seiner Flexibilität ein wenig an eine Wirbelsäule“, beschreibt Prof. Adam Lange vom FMP, eine der neuen Einsichten. „Er scheint perfekt für den Transport von DNA designt zu sein.“

Die faszinierenden Einblicke in die Struktur und Operationsweise dieses raffinierten DNA-Transportwegs – in diesem Fall von einer Variante des Phagens SPP1 – konnten die Forscher gewinnen, weil sie auf eine innovative Weise die Festkörper-NMR und die Kryoelektronenmikroskopie (Kryo-EM) miteinander kombinierten. Die Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) wurde von Langes Arbeitsgruppe speziell für diese Aufgabe im Rahmen eines ERC-Grants weiterentwickelt; die elektronenmikroskopischen Untersuchungen führte Kryo-EM-Experte Prof. Gunnar Schröder vom Forschungszentrum Jülich durch. Zusätzlich waren für die computergestützte Kombination beider Datensätze zur Strukturbestimmung neue Modellierungsalgorithmen notwendig, die von Prof. Michael Habeck vom Universitätsklinikum Jena entwickelt wurden. „Die Kombination der beiden Methoden war der Schlüssel zum Erfolg und ist ein methodischer Meilenstein“, betont Prof. Lange.

Während sich mit der Festkörper-NMR vor allem flexible Strukturen und winzigste Details gut darstellen lassen, erlaubt die Kryo-EM den Überblick über die Gesamtarchitektur. Das sich daraus ergebende Bild zeigt, dass sich sechs gp17.1-Proteine ringförmig organisieren, diese Ringe übereinander sitzen und so einen hohlen Tunnel formen. Hierbei sind die Ringe über flexible Linker miteinander verbunden, wodurch der Tunnel sehr biegsam wird. „Wir können nun verstehen, wie sich die negativ geladene DNA an der ebenfalls negativ geladenen Innenwand des flexiblen Tunnels abstößt und da reibungslos durchgleitet“, erläutert Maximilian Zinke vom FMP, Erstautor der jetzt in Nature Communications erschienen Studie. „Über diesen Weg werden die Bakterien letztendlich zerstört.“

Meilenstein für die integrierte Strukturbiologie

Nach Ansicht von Arbeitsgruppenleiter Adam Lange hat die Arbeit nicht nur die Phagenforschung einen guten Schritt vorangebracht, sondern auch die „integrierte Strukturbiologie“, wie die Kombination der beiden sich ergänzenden Methoden bezeichnet wird.

Dank des neuen Hochleistungs-Elektronenmikroskops Titan/Krios befindet sich die dafür nötige Infrastruktur seit kurzem auch auf dem Campus Berlin-Buch. Zudem sollen die schon vorhandenen NMR-Spektrometer demnächst um ein 1,2 Gigahertz-Gerät ergänzt werden. „Mit der Kryo-EM und dem weltweit leistungsstärksten NMR-Spektrometer werden wir künftig in der integrativen Strukturbiologie sehr präsent sein“, freut sich Adam Lange. „Das sind tolle Aussichten für den Campus und für den Forschungsstandort Berlin.“

Text: Beatrice Hamberger

www.fmp-berlin.de

forschen / 10.11.2020
Christian Hackenberger auf der Berlin Science Week mit einem „Breakthrough Award“ ausgezeichnet

Prof. Dr. Christian Hackenberger (Foto: Silke Oßwald)
Prof. Dr. Christian Hackenberger (Foto: Silke Oßwald)

Christian Hackenberger wurde auf der Falling Walls-Konferenz mit dem „Breakthrough of the year“-Award ausgezeichnet. Die wissenschaftlichen "Durchbrüche des Jahres" in zehn verschiedenen Kategorien wurden am Montag bekannt gegeben. Ausgezeichnet wurde Christian Hackenbergers Forschung in der Kategorie Lebenswissenschaften über proteinbasierte Biopharmazeutika.

Heute hat die Krebsbehandlung durch Chemotherapie noch viele negative Nebenwirkungen, und Behandlungen gegen Virusinfektionen weisen Mängel auf. Die Arbeitsgruppe von Christian Hackenberger fand einen Weg, die Behandlung von beiden zu verbessern. Gemeinsam leisteten sie Pionierarbeit bei der Entwicklung proteinbasierter Therapeutika, die auf der Modifikation und zellulären Freisetzung von Antikörpern gegen Krebs und Virusinfektionen beruhen. Dazu gehört die Entwicklung eines Hemmstoffs gegen die menschliche und die Vogelgrippe und die Entwicklung von sicheren Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten. Diese Forschungserfolge führten zur Gründung des sehr erfolgreichen Start-up-Unternehmens Tubulis.

Die Jury-Vorsitzende Marja Makarow erklärt: "Christian Hackenbergers Durchbruch ist eine Technologie, die es ermöglicht, Medikamentenmoleküle an Antikörper zu binden, die die entsprechenden Stellen in den Krebszellen des Patienten finden und das notwendige Medikament nur dort freisetzen, wo es wirken soll - ohne das normale Gewebe in seinem Verlauf zu schädigen. Die Jury kam zu dem Schluss, dass die Kernidee dieser Wissenschaft faszinierend ist, der theoretische Ansatz hervorragend und das Potenzial hinsichtlich Krebstherapie und Prävention von Virusinfektionen enorm".

Die Falling Walls Foundation veröffentlichte die "Falling Walls Science Breakthroughs of the Year 2020" in einer virtuellen Übertragung. In zehn Kategorien, die von den Biowissenschaften bis zur Geisteswissenschaft reichen, wurden am 9. November, dem Tag des friedlichen Falls der Berliner Mauer 1989, herausragende Forschungsprojekte ausgezeichnet.

Die insgesamt zehn Durchbrüche wurden von einer angesehenen globalen Jury unter dem Vorsitz von Helga Nowotny, der emeritierten Präsidentin des Europäischen Forschungsrats, ermittelt. Die Jurys wählten die wissenschaftlichen Durchbrüche des Jahres aus 940 Forschungsprojekten aus, die von akademischen Institutionen aus 111 Ländern auf allen Kontinenten nominiert worden waren.

https://www.leibniz-fmp.de

produzieren / 10.11.2020
Neunmonatszahlen Eckert & Ziegler: Radiopharmaziewachstum kompensiert Coronaverluste

Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700, TecDAX), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, erreichte in den ersten neun Monaten 2020 mit 17,7 Mio. EUR erneut ein sehr gutes Ergebnis. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging der Konzerngewinn trotz Corona nur leicht um 1,1 Mio. EUR oder 6% zurück. Der Konzernumsatz betrug 126,9 Mio. EUR und lag damit 5% unter dem Vorjahresniveau. Der Minderertrag resultiert im Wesentlichen aus einem schwächeren Ergebnis des Segmentes Isotope Products, während das Segment Medical deutlich zulegte.

Bedingt durch Corona konnte das Segment Isotope Products das hohe Umsatzniveau des Vorjahres nicht halten und erzielte mit 66,8 Mio. EUR einen um 11,6 Mio. EUR oder etwa 15% niedrigeren Umsatz als in den ersten neun Monaten 2019. Umsatzrückgänge trafen insbesondere die lukrativen Komponenten für die industrielle Messtechnik, das Brasiliengeschäft und die Entsorgungsdienstleistungen. Leichte Zuwächse waren lediglich bei Komponenten für medizinische Geräte und im Rohstoffhandel zu verbuchen.

Einen erneuten Wachstumsschub verzeichnete dagegen das Segment Medical, das im Wesentlichen durch anziehende Umsätze mit pharmazeutischen Radioisotopen seine Verkäufe um 5,4 Mio. EUR oder 10% auf 60,1 Mio. EUR steigerte. Auf der Ebene der Hauptproduktgruppen zeigte sich allerdings ein uneinheitliches Bild. Während Laborgeräte und Brachytherapiequellen, darunter auch Jodimplantate, erheblich unter den reduzierten Bestellungen der Krankenhäuser aufgrund von Corona litten, wuchs der Umsatz mit pharmazeutischen Radioisotopen um über 6 Mio. EUR oder fast 30% auf ca. 30 Mio. EUR an.

Angesichts der seit September einsetzenden zweiten weltweiten Welle an Einschränkungen bleibt der Vorstand vorerst bei seiner Jahresprognose für 2020 von knapp 21 Mio. EUR Jahresüberschuss. Dieser Wert entspricht einem Nettogewinn von 1 Euro pro Aktie nach aktueller bzw. 4 EUR pro Aktie nach alter Zählweise (vor dem Aktiensplit). Die Umsatzprognose belässt der Vorstand ebenfalls bei 170 Mio. EUR.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier:
http://www.ezag.com/fileadmin/user_upload/ezag/investors-financial-reports/deutsch/euz320d.pdf

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört mit über 800 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.

www.ezag.com

forschen / 09.11.2020
Falling Walls announces Science Breakthroughs of the Year 2020

Christian Hackenberger, FMP (Photo: Silke Oßwald)
Christian Hackenberger, FMP (Photo: Silke Oßwald)

“Revolutionary new medicines” – “concepts for a more inclusive society”– “energy transmission without loss” – these are three of the ten Falling Walls Science Breakthroughs of the Year 2020.

The Falling Walls Foundation announces the Falling Walls Science Breakthroughs of the Year 2020. In ten categories, ranging from life sciences to science in the arts, outstanding research projects will be honoured on 9 November, the day the Berlin Wall came down peacefully in 1989. The ten breakthroughs were identified by a distinguished global jury chaired by Helga Nowotny, president emeritus of the European Research Council. The juries chose the science breakthroughs of the year from 940 research projects that were nominated by academic institutions from 111 countries on all continents. The breakthroughs will be presented and honoured in a freely accessible livestream on 9 November 13.00 Berlin Time (CET) on the Falling Walls website (www.falling-walls.com).

These breakthroughs mark significant progress in a wide range of fields. For human health the use of modified proteins as Troyan horses to treat cancer and viral infections marks a breakthrough as much as microrobots that move like jellyfish in the human body replacing risky surgery. Other breakthroughs qualify refugees for leadership positions or involve hundreds of thousands of volunteers to solve complex innovation challenges. One breakthrough achieves superconductivity at close-to room temperatures. Another set of breakthroughs addresses global challenges as our perception of nature or the human ability to act in solidarity on a global scale.

Please find a detailed description of the Falling Walls Science Breakthroughs of the Year 2020 at the end of this document. 

Jürgen Mlynek, Chairman of the Falling Walls Foundation: „We were overwhelmed by the global response to our open call for research breakthroughs and by the quality of the work. The pandemic put tremendous stress on the research community, as much as it underscored the global need for research progress.“

From the 940 nominations, 650 finalists were chosen. They provided a short video along with their research publications – published in a growing library on the digital platform of Falling Walls. Ten juries reviewed all finalists in ten categories to identify ten winners per category. The winners were publicly presented in ten live Falling Walls Winners Sessions. Finally, the jury picked the best of the best to become Falling Walls Science Breakthrough of the Year.

„The juries were impressed by the global spread of excellence and we truly enjoyed to see ever more researchers to overcome the boundaries of narrow disciplines,“ says Helga Nowotny, chair of the juries.

„Let us work together to turn this crisis into an opportunity for more innovation, better international collaboration and more effective science communication. This is what the Falling Walls Conference stands for. “, says Anja Karliczek, German Minister for Education and Research and supporter of the Falling Walls Foundation.

Falling Walls Conference

The Falling Walls Conference took place for the first time on 9 November 2009 on the occasion of the 20th anniversary of the peaceful fall of the Berlin Wall. As 9 November marks the first Nazi pogrom in 1938, too, the aim of the Falling Walls Foundation is to celebrate freedom and to commemorate persecution by sharing knowledge. In 2020 the Falling Walls Conference and the Berlin Science Week, which was established to provide a platform for academic institutions worldwide, take place in a digital format which is freely accessible to everybody. Over 200 individual events with over 500 speakers take place from 1 – 10 November 2020. The programme is available and completely free accessible on the website www.falling-walls.com. The programme is made possible by contributions from a wide array of public sources, foundations and corporations.

 

The Falling Walls Science Breakthroughs of the Year 2020

Descriptions and jury statements on the Falling Walls Science Breakthroughs of the Year

 

Physical Sciences: Mikhail Eremets

Breaking the Wall to Room-Temperature Superconductivity

Max-Planck-Institute for Chemistry, Mainz

Jury Chair Daniel Zajfman, Israel Science Foundation

Towards Room-Temperature Superconductivity. Superconductivity, applied to everyday life, would solve numerous problems in the fields of energy and data transmission. For a long time, superconductivity was only achievable at ultra-cold temperatures that could only be created inside a laboratory. Mikhail Eremets, the Belarusian-born physicist, has pioneered experiments that allow superconductivity at temperatures of a common household freezer by using unusual materials such as metallic hydrogen.

Jury Chair Daniel Zajfman: “The breakthrough made by Mikhail Eremets and colleagues is the discovery of room-temperature superconductors, which will allow an electric current to flow without any resistance”.

 

Science in the Arts: Alexandra Daisy Ginsberg

Breaking the Wall to Machine Auguries

Studio Alexandra Daisy Ginsberg, London

Jury Chair: Horst Bredekamp, Humboldt University Berlin

Machine Auguries. Humankind has forced those species that did not extinct to change its behaviour. Birds for example change the time and tone of their songs. The London-based artist Alexandra Daisy Ginsberg created new bird voices to help us understand our negative impact on nature. In dialogue with scientists and experts, she uses emerging technologies such as Generative Adversarial Networks (GANs) to create deep fakes that challenge our perception of nature.

Jury Chair Horst Bredekamp: “Alexandra Daisy Ginsberg is a young, but worldwide lauded London based artist who works at the cross-section between nature and technology, actively developing it further. Using machine learning to recreate a lost version of a Dawn Chorus, she highlights the loss of bird populations. As in her earlier projects, she combines biology with artificial intelligence in a both deeply critical and poetic sense.“

 

Life Sciences: Christian Hackenberger

Breaking the Wall to Next Generation Biopharmaceuticals

Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie, Berlin

Jury Chair: Marja Makarow, Biocentre Finland

Protein-based Biopharmaceuticals. Today, cancer treatment by chemotherapy has many negative side effects and treatments against viral infections have shortcomings. Christian Hackenberger found a way to improve the treatment of both. He has pioneered the development of protein-based therapeutics, based on the modification and cellular delivery of antibodies to target cancer and viral infections. This includes the engineering of an inhibitor against human and avian influenza and safer next-gen antibody-drug conjugates. These efforts led to the foundation of the highly successful start-up Tubulis.

Jury Chair Marja Makarow: “Christian Hackenberger’s breakthrough is a technology that enables drug molecules to be attached to antibodies, which find the broken linkers within the patient’s cancer cells, and release the necessary drug only where it should work – without harming normal tissue in its course. The jury concluded that the core idea of this science is fascinating, the theoretical approach great and the potential concerning cancer therapy and virus infection prevention is huge.”

Prof. Dr. Christian Hackenberger (FMP), finalist in category "Life Sciences", explanates his breakthrough in a video: https://falling-walls.com/remote2020/finalists/breaking-the-wall-to-next-generation-biopharmaceuticals/

 

Social Sciences and Humanities: Margaret Levi

Breaking the Wall to an Expanded Community of Fate

Centre for Advanced Study in the Behavioural Sciences, Stanford University

Jury Chair: Shalini Randeria, Institute for Human Sciences (IWM), Vienna

A Moral Political Economy – A Community of Fate on a Planetary Scale. Global challenges such as climate change and pandemics call for a new political economy. The work of Margaret Levi explores how the concept “community of fate”, that is common to small groups like families, can be implemented on a global scale to address global challenges. By studying the culture of unions and our collective behaviour during the Covid-19 pandemic, she proposes tangible approaches towards a global community of fate.

Jury Chair Shalini Randeria: “Margaret Levi’s brilliant project develops a framework to understand how innovative institutions could help individuals to recognize how their destinies are inextricably entangled with distant strangers. She shows us how to create a new political economy model, that promotes planetary well-being without losing sight of economic productivity and innovation. The jury is highly impressed by Levi’s project, which tears down the narrow walls of national solidarity and sovereignty, whilst advocating for a bold conception of Justice”.

 

Digital Education: Chrystina Russell

Breaking the Wall of Refugee Education

Southern New Hampshire University

Jury Chair: Deborah Quazzo, GSV Ventures, San Francisco

Remote Academic Degrees for Refugees. Tens of millions of people worldwide are refugees with little to no access to education. The Global Education Movement directed by Chrystina Russell created outstanding results in providing degree-level education to refugees. 95 percent of her students graduate and close to 90 percent are employed within six months after graduation. The Global Education Movement unlocks the potential of a new generation of leaders that can take on intractable problems – from poverty and famine to conflict and disease – that once were significant barriers to their success.

Jury Chair Deborah Quazzo: “Chrystina Russell and her Global Education Movement initiative have been awarded for being the organization offering the highest impact with the highest learning efficacy, at the largest opportunity of scale. GEM focuses on millions of displaced people, who are prevented from adequate access to education.”

 

Science and Innovation Management: Jacob Friis Sherson

Breaking the Wall of Hybrid Intelligence

Aarhus University

Jury Chair: Michael Kaschke, Karlsruhe Institute of Technology

The ScienceAtHome Project. The approach by Jacob Sherson to involve hundreds of thousands of people to collaborate with him in addressing complex research challenges marks a breakthrough in Science and Innovation Management. His big idea is to turn a quantum computing issue into a popular video game that – in conjunction with AI – provides insights to researchers from natural, social and cognitive sciences.

Jury member Kumsal Bayazit: “Jacob Sherson and his team bring together hundreds of thousands of citizen science volunteers. ScienceAtHome’s interdisciplinary and collaborative approach combines human and artificial intelligence in an online laboratory, harvesting the power of large-scale human problem-solving. The jury found Jacob’s approach to be a genuine breakthrough for the unique way in which it captures the rich diversity of people – with diverse backgrounds, levels of expertise and perspectives – to solve a problem.”

 

Engineering and Technology: Metin Sitti

Breaking the Wall to Wireless Medical Robots Inside Our Body

Max Planck Institute for Intelligent Systems

Jury Chair: Joël Mesot, ETH Zurich

Medical Microrobots. Conventional surgeries are associated with risks. The observations Metin Sitti made in nature, studying worms and jellyfish, inspired a range of versatile microrobots that can navigate and function safely inside the human body. This breakthrough revolutionizes the way we can deliver drugs, pump fluids, perform biopsies or clear clogged vessels.

Jury Chair Joël Mesot: “Metin Sitti’s research points the way to a revolution in medicine. His micrometer-sized soft robots, which have proven to be multi-talented, could be used for both diagnosis and therapy. The idea that such microrobots will enable therapies within human’s blood vessels with pinpoint accuracy, or perform biopsies, is a step closer to non-invasive treatment and robot-supported medicine. The jury congratulates Sitti for his genuine research approach and engineering solutions”.

The winners in the categories “Emerging Talents”, “Science Start-ups” and “Science Engagement” will be announced during the Falling Walls Grand Finale on 9 November, 13.00 Berlin (CET) time / 7.00 New York time / 21.00 Tokyo time.

Quelle: https://falling-walls.com/de/press/press-releases/falling-walls-announces-science-breakthroughs-of-the-year-2020-in-seven-categories/

forschen / 06.11.2020
Jedischwert und Quantenrechner – Optik-& Photonikforschung in Berlin (Folge 6 des LNDW-Podcasts)

Dirk Döbler, Prof. Ulrike Woggon, Thomas Prinzler und Prof. Günther Tränkle (Foto: Gundula Krause/rbb 2020)
Dirk Döbler, Prof. Ulrike Woggon, Thomas Prinzler und Prof. Günther Tränkle (Foto: Gundula Krause/rbb 2020)

Viele von uns kennen das Laserschwert der Jedi-Ritter, profitieren von Wettersatelliten, verlassen sich auf exakte Zeitmessungen von Atomuhren, bewundern Special Effects in Hollywoodfilmen oder freuen sich auf selbstfahrende Autos in naher Zukunft. All diese Themen verbindet, dass in ihnen viel Optik und Photonik steckt - und eben darüber spricht Thomas Prinzler mit seinen Gästen.

Ob "Internet der Dinge", Industrie 4.0 oder Verkehrswende ­­– nichts von all dem wäre möglich ohne die Forschungen und Entwicklungen aus Optik und Photonik. In der Sendung gehen wir den Grundlagen des Gebiets ebenso nach wie den zahlreichen Anwendungsfeldern, die von superschnellen Computerchips über Lasersysteme für die Industrie bis hin zu Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen (LiDAR-Systemen) fürs autonome Fahren reichen. Gäste der Sendung sind: Frau Prof. Dr. Ulrike Woggon (TU Berlin) – die Brain City Botschafterin erläutert u. a. wie Photone für Quantenrechner in Nanomaterialien entstehen und wie der Nachwuchs im Bereich optischer Forschung gefördert wird. Dirk Döbler von der Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik (GFaI) berichtet, wie sich mit Hilfe der in Berlin entwickelten Akustischen Kamera Lärmquellen sichtbar machen lassen und Prof. Dr. Günther Tränkle (Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH)) zeigt auf, wie selbstfahrende Autos mithilfe von LiDAR-Systemen Wirklichkeit werden und wie Lasersysteme im Weltraum präzises Umweltmonitoring ermöglichen.

Die Aufzeichnung der Sendung fand im Pasteur-Kabinett der WISTA in Berlin-Adlershof statt.

Die Folge ist eingebettet in die Berlin Science Week und Falling Walls, die zwischen dem 1. und 10 November zahlreiche (Online-)Vorträge, Gespräche und Events rund um die Wissenslandschaft in Berlin bietet.

Im Mittelpunkt der siebten Podcast-Folge werden die Folgen der Digitalisierung stehen.

Folge direkt anhören oder herunterladen

Weitere Informationen: https://www.langenachtderwissenschaften.de/news-detail/optik-photonikforschung-in-berlin

Quelle: https://www.langenachtderwissenschaften.de/podcast

forschen / 05.11.2020
Ebbe und Flut in den Hirnkammern

3D-Darstellung der vier Ventrikelvolumina eines Studienteilnehmenden  (Bild: Millward et al., MDC)
3D-Darstellung der vier Ventrikelvolumina eines Studienteilnehmenden (Bild: Millward et al., MDC)

Vergrößerte Ventrikel im Gehirn von Patient*innen mit Multiple Sklerose gelten bislang als Zeichen für Gewebeschwund. Wie ein Team am MDC und ECRC gezeigt hat, geht die Schwellung aber oft zurück. Eine Studie in JCI Insight belegt nun, dass sich die Beobachtungen bei Mäusen auf den Menschen übertragen lassen.

Nicht nur im Herzen, auch im Gehirn gibt es Kammern. Die vier Ventrikel, die mit dem Rückenmarkskanal in Verbindung stehen, sind mit Nervenwasser, dem Liquor, gefüllt. Über die klare Flüssigkeit werden Stoffwechselprodukte der Nervenzellen abtransportiert. Bei Entzündungen des Gehirns zirkulieren darin auch Immunzellen. Zum Beispiel bei Multipler Sklerose (MS), bei der das Immunsystem die körpereigene Schutzschicht der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark angreift. Dies löst eine Entzündung aus, die letztlich Nervenzellen zerstört.

Normalerweise ist das Volumen der Hirnkammern in etwa konstant. 2013 machten Dr. Sonia Waiczies und ihre Kolleg*innen vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin jedoch am Tiermodell für MS eine Entdeckung: Das Ventrikelvolumen veränderte sich während des Krankheitsverlaufs. Lösten sie bei Mäusen mittels eines Antigens eine Hirnentzündung aus, erweiterten sich die Kammern – im MRT deutlich sichtbar. „Jeder sagte, das kommt doch bestimmt durch die Atrophie des Gehirns!“, erinnert sich Waiczies.

Die Schwellung geht wieder zurück

Sind die Hirnkammern stärker geflutet, muss das Gehirn zwangsläufig kleiner werden. Denn wegen des umgebenden Schädelknochens kann es nirgendwohin ausweichen. Entzündungen schädigen zwar das Nervengewebe, aber nicht gleich so sehr, dass es sofort zu einer Atrophie kommt, also zu einem massiven Verlust an Hirnvolumen. Außerdem wäre dieser Prozess nicht reversibel. „Also haben wir weitere tierexperimentelle Reihen beantragt und Hirnvolumina über zwei Monate beobachtet“, erzählt die Neuroimmunologin und Letztautorin der aktuellen Studie. Etwa zehn Tage nachdem die Hirnentzündung induziert wurde, waren die Hirnventrikel der Nager deutlich vergrößert – und wenige Tage später wieder auf ihre normale Größe zurückgeschrumpft. Genau wie die Patient*innen entwickelten sie weitere vorübergehende Schübe, wenn auch milder als die ersten Symptome. Und hierbei vergrößerten sich die Ventrikel erneut.

Eigentlich logisch, meint Waiczies, die auch MR-Wissenschaftlerin ist. „Wenn ich eine Entzündung beispielsweise im Gelenk habe, bildet sich ein Ödem und es schwillt an. Klingt die Entzündung ab, geht auch die Schwellung zurück.“  Das Team interessiert sich für den molekularen Mechanismus dieser Veränderungen. Aber zunächst einmal wollten sie wissen, ob diese Befunde klinisch relevant sind.

Archivdaten bestätigen neue Erkenntnisse

Die Vergrößerung des Ventrikelvolumens bei MS-Patient*innen gilt nach gängiger Lehrmeinung als Zeichen von Gehirnatrophie. Noch nie konnte man beim Menschen beobachten, dass die Ventrikel wieder kleiner wurden. Was bedeutet diese Beobachtung für die Patient*innen? Und ist sie überhaupt vom Tier auf den Menschen übertragbar? Um das zu prüfen, griffen die Forschenden für ihre aktuelle Studie auf umfangreiche MRT-Datensätze von MS-Patient*innen zurück. Sie hatten zwischen 2003 und 2008 an einer klinischen Studie der Charité teilgenommen, um die Wirkung eines neuen MS-Medikamentes zu testen. „Ich war damals in die immunologische Planung und Auswertung dieser Studie involviert und wusste, dass es sehr valide und umfangreiche MRT-Daten gab“, sagt Waiczies.

Neben der Analyse des Liquors, der durch Punktion des Rückenmarks gewonnen wird, sichern MRT-Bilder die Diagnose einer Multiplen Sklerose. Regelmäßige Scans erlauben Prognosen über den Verlauf der Erkrankung. Bei der Studie damals wurden die Teilnehmenden jeden Monat „in die Röhre“ geschoben. Unzählige Aufnahmen galt es nun zu sichten und statistisch auszuwerten. Eine Arbeit, in die sich Erstautor Dr. Jason Millward, Neuroimmunologe an MDC und Charité und begeisterter Statistiker, für die neue Studie hineinkniete.

„Entscheidend war die Häufigkeit der Messung im Laufe der Zeit. Das war eine einzigartige Gelegenheit für uns, festzustellen, ob es ähnliche Trends bei den Testpersonen gab“, erklärt Millward. „Und tatsächlich: bei der Mehrheit der Patient*innen mit schubförmig verlaufender MS sahen wir vergleichbare Fluktuationen des Ventrikelvolumens. Genau wie bei den Mäusen.“ Millward fand heraus: Interessanterweise schienen sich diejenigen Patient*innen mit Veränderungen des Ventrikelvolumens in einer früheren Phase der Erkrankung zu befinden.

„Ventrikelvergrößerungen kennen wir auch von anderen neurodegenerativen Erkrankungen – etwa von Morbus Alzheimer oder Parkinson. Doch dort sind sie nie reversibel, sondern die Expansion nimmt stetig zu“, betont Professor Thoralf Niendorf vom MDC, der auch am Experimental and Clinical Research Centers (ECRC) arbeitet, einer gemeinsamen Einrichtung von MDC und Charité. „Ein regelmäßiges Beobachten des Ventrikelvolumens bei MS-Patient*innen könnte helfen, temporäre Fluktuationen von fortschreitender Hirnatrophie zu unterscheiden.“ Damit ließe sich auch die Therapie auf die Patient*innen individueller zuschneiden.

Professor Friedemann Paul, klinischer Neuroimmunologe an der Charité und neben Waiczies und Niendorf ebenfalls Letztautor der aktuellen Studie, ergänzt: „Aus klinischer Perspektive könnte die Untersuchung von Fluktuationen der Ventrikelvolumina in den Routine-MRT-Scans der Patient*innen ein interessanter Ansatz sein, um den Krankheitsverlauf oder Immuntherapien zu überwachen. Hierfür müssen allerdings noch größere Kohorten über längere Zeit untersucht werden.“ Wichtig sei dabei auch die Assoziation zu klinischen Befunden, etwa der Kognition.

Wie genau es zu „Flut und Ebbe“ in den Hirnkammern kommt, wollen die Forschenden nun auf molekularer Ebene aufklären.


Weiterführende Informationen

Pressemitteilung auf der MDC Website lesen

AG Niendorf am MDC

AG Paul am ECRC

Neue Therapie-Chancen bei MS

Zucker für die Nerven

Literatur

Sonia Waiczies, Jason M. Millward et al. (2020): „Transient enlargement of brain ventricles during relapsing-remitting multiple sclerosis and experimental autoimmune encephalomyelitis“, JCI Insight, DOI: 10.1172/jci.insight.140040

 

forschen, produzieren, heilen / 04.11.2020
Um die Wette geradelt – und gewonnen!

Die besten Teams und Einzelfahrinnen und Fahrer der Campuseinrichtungen bei der Pokalübergabe am 4. November (Foto: Peter Himsel/Campus Berlin-Buch)
Die besten Teams und Einzelfahrinnen und Fahrer der Campuseinrichtungen bei der Pokalübergabe am 4. November (Foto: Peter Himsel/Campus Berlin-Buch)

Campus Berlin-Buch verteidigt Vorjahres-Titel beim Wettbewerb „Wer radelt am meisten?“

Der diesjährige Wettbewerb der Berliner Landesunternehmen „Wer radelt am meisten?“ ist entschieden. Bis zuletzt gab es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen des Titelverteidigers Campus Berlin-Buch mit der Berliner Energieagentur. Schließlich siegten knapp die 311 Radlerinnen und Radler des Bucher Wissenschafts- und Biotechcampus/MDC-Mitte mit 191.572 Kilometern.

Campus-intern waren die besten Fahrerinnen und Fahrer Günther Pätz der celares GmbH, gefolgt von Jürgen Janke und Jessica Berlin vom MDC auf dem zweiten und dritten Platz. Das MDC-Dreierteam „Shut up Legs“ mit Rainer Leben, Jessica Berlin und Holger Gerhardt radelte am meisten. Elias Lowenstein, Lena Immisch, Stephan Dietrich, alle drei ebenfalls vom MDC, traten als Team „WADEN SAMPLES“ kräftig in die Pedale und schafften es auf den zweiten Platz. „Three in a Minion“ mit Steffen Lochow vom MDC, Monique Rönick und Mirko Pleitner der Glycotope GmbH wurden Dritte.

Der Wettbewerb ist aus einer Radfahraktion der Berliner Verkehrsbetriebe mit der Berliner Stadtreinigung und den Berliner Wasserbetrieben entstanden und wird von der Initiative „mehrwert“ ausgetragen. In diesem Jahr wuchs die Zahl der teilnehmenden Institutionen bereits auf 21. Von August bis September sammelten insgesamt 2.103 Beschäftigte ihre Radkilometer. Der Wettbewerb fördert nicht nur eine umweltfreundliche und gesunde Mobilität, sondern möchte Lebensqualität bei gleichzeitiger Kosteneinsparung aufzeigen. Bevorzugt sollen sich Dreierteams bilden, um sich gegenseitig anzuspornen und bei den Kilometerleistungen zu unterstützen.

Jeder Kilometer hilft, CO2 zu sparen
Es gab schier uneinholbare Rekorde: Das beste Dreierteam sammelte über 10.000 Kilometer, der beste Einzelfahrende bot allein fast 9.000 Kilometer auf. Für alle, die sich am Wettbewerb beteiligten, war jedoch das Mitmachen und die Motivation entscheidend, sich aufs Rad zu schwingen und vielleicht noch eine Extratour zu fahren. Jeder Kilometer mit Muskelkraft zählte, ob auf dem Fahrrad oder dem Ergometer. Elektrofahrräder, mit denen man sich fortbewegen kann, ohne selbst in die Pedale zu treten, waren nicht zugelassen.

In diesem Jahr, das von der Corona-Pandemie und Home-Office bestimmt war, legten alle Teilnehmenden gemeinsam eine Strecke von 1.332.042 Kilometern zurück – also rund 33 Mal um den Äquator. Dies ist nicht nur ein beeindruckendes Ergebnis für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt, da die Strecke einer Ersparnis von 253.088 kg CO2 entspricht.

Bestes Berliner Team beim Stadtradeln
Da sich die diesjährigen Wettbewerbe „Stadtradeln“ und „Wer radelt am meisten?“ überschnitten, konnte sich die mehrwert-Initiative mit ihren Radlerinnen und Radlern als Team beteiligen. 1.614 Beschäftigte der Landesunternehmen konnten 320.516 und damit zehn Prozent aller Kilometer beitragen, so dass Berlin auch an der Spitze aller teilnehmenden Kommunen in Deutschland stand. Quelle: www.wer-radelt-am-meisten.de


Weitere Informationen:

www.wer-radelt-am-meisten.de
www.mehrwert-berlin.de
www.campusvital.de

Aktualisiert nach der Pokalübergabe am 4. November.
https://www.mdc-berlin.de/de/news/news/um-die-wette-geradelt-und-gewonnen

 

forschen / 04.11.2020
Künstliche Intelligenz für die Zukunft der Medizin

Am 7. November 2020 laden das Berlin Institute of Health und der Tagesspiegel zum fünften Future Medicine Science Match ein: In diesem Jahr lautet das Thema „Künstliche Intelligenz in der Translationalen Medizin“. MDC-Forscher Roland Schwarz ist Chair der Session zur KI in der Grundlagenforschung.

Die Sprecher*innen haben beim Science Match nur drei Minuten Zeit, um ihre Idee, ihr Projekt oder ihr Produkt vorzustellen. Erstmals findet ein Wettbewerb zwischen allen Sprecher*innen statt: Das Publikum ist aufgerufen, seinen Favoriten aus Akademie und StartUp, aus Medizin und Wissenschaft zu wählen; die wissenschaftliche Jury kürt den Gewinner oder die Gewinnerin des besten wissenschaftlichen Vortrags. Aufgrund der Corona-Pandemie findet die gesamte Konferenz – wie die meisten Veranstaltungen während der Berlin Science Week – online statt.  

Das Programm gliedert sich in drei Teile: Künstliche Intelligenz in der Grundlagenforschung, Künstliche Intelligenz bei der Entscheidungsfindung, und Künstliche Intelligenz in der SARS-CoV-2 bzw. COVID-19-Forschung. „Die modernen molekularbiologischen Methoden produzieren unglaubliche Mengen an Daten, die kein menschliches Gehirn mehr allein erfassen oder gar auswerten kann. Hierzu braucht man die künstliche Intelligenz“, sagt Dr. Roland Schwarz, Gruppenleiter für Genomforschung in der Evolution und bei Krebs am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), und Chair der ersten Session. In den Vorträgen geht es zum Einsatz von KI in der Auswertung von Genomsequenzen, in der Krebsforschung oder zur Vorhersage des Verlaufs von Blutvergiftungen. 

BIH Johanna Quandt-Professorin für Gehirnsimulation am BIH und an der Charité Petra Ritter leitet die zweite Session zur Entscheidungsfindung in der Medizin: „Welche Therapie für welchen Patienten die richtige ist, ist oft nicht so leicht zu entscheiden, gerade wenn sehr viele Parameter zu berücksichtigen sind. Genau hier kann die Künstliche Intelligenz helfen, weil sie viele Dinge gleichzeitig auswerten kann.“ In dieser Session werden KI-Entwicklungen vorgestellt, die das Smartphone Herzversagen erkennen lässt, Hochrisikoschwangerschaften überwachen oder Röntgenbilder von Tuberkulosekranken im ländlichen Südafrika auswerten können.

KI hilft auch der COVID-19-Forschung
In der dritten Session schließlich geht es um Künstliche Intelligenz und ihren Einsatz in der gegenwärtigen Coronapandemie: „Die KI hilft uns dabei, die Ausbreitungswege des Virus in der Bevölkerung nachzuvollziehen, die vielen unterschiedlichen Daten aus der Erforschung des SARS-CoV-2 Virus zusammen zu führen und damit auch so schnell wie möglich aus den Ergebnissen Schlüsse für die Behandlung von COVID-19 Patienten zu ziehen“, sagt BIH-Professorin für Interoperabilität und eHealth Sylvia Thun, die auch die wissenschaftliche Gesamtleitung für das diesjährige Future Medicine Science Match übernommen hat. 

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek im Interview
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek beantwortet im Interview Fragen nach der KI-Strategie des Bundes. Die Keynote Lecture hält Pawel Swieboda, der Direktor des Human Brain Projects, das sich die Erforschung des menschlichen Gehirns mit der Hilfe des Computers und von Künstlicher Intelligenz vorgenommen hat. Swieboda ist ebenfalls Gründungsdirektor von EBRAINS, einer völlig neuen Europäischen Forschungsinfrastruktur, die die nahtlose Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler*innen und Technologieexpert*innen ermöglicht, um die Bereiche der Neuro- und Computerwissenschaften und der Neurologie voranzubringen.

Komplettiert wird die Konferenz durch Grußworte des Vorstandsvorsitzenden des BIH, Professor Christopher Baum, den Beauftragten für Digitale Wirtschaft und Start Ups im Bundesministerium für Wirtschaft, Thomas Jarzombek, sowie Mathias Müller von Blumencron,  Chefredakteur des Tagesspiegels. Future Medicine 2020 ist bereits die fünfte Konferenz zur Zukunft der Medizin, die das BIH gemeinsam mit dem Tagesspiegel und in Kooperation mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem MDC durchführt. Sie findet jährlich am 7. November im Rahmen der Berlin Science Week statt.

Erstmals auch CME-Fortbildung für Ärzt*innen
Im Vorfeld des Future Medicine Science Match findet ebenfalls online eine CME-Fortbildungsveranstaltung für Ärzt*innen zu Anwendungen von Künstlicher Intelligenz in translationaler Medizin statt. Es werden die Grundprinzipien von KI und maschinellem Lernen erklärt und exemplarisch deren medizinische Anwendungsmöglichkeiten aufgezeigt. BIH-Professorin Petra Ritter erklärt im ersten Vortrag, wie Gehirnprozesse von Patient*innen mittels KI simuliert und damit neue Therapieansätze ermöglicht werden können. Im zweiten Vortrag von Professorin Kerstin Ritter liegt der Fokus auf sogenannten Deep Learning-Verfahren, die bereits erfolgreich in der medizinischen (Neuro-)Bildgebung eingesetzt werden. Im dritten Vortrag stellt Dr. Marcel Maik Modelle zur Vorhersage von akutem Nierenversagen vor, zum Abschluss wird Professorin Andrea Volkamer zeigen, wie maschinelle Lernverfahren in der frühen Medikamentenentwicklung hilfreich sind. Alle Vortragenden kommen von der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die wissenschaftliche Leitung hat auch hier BIH-Professorin Sylvia Thun inne.

Future Medicine Science Match 2020 
Samstag, 7. November 2020
Eröffnung der Konferenz: 13:00 Uhr Ende gegen 16:30 Uhr.

Die Mission des Berlin Institute of Health (BIH) ist die medizinische Translation: Erkenntnisse aus der biomedizinischen Forschung werden in neue Ansätze zur personalisierten Vorhersage, Prävention, Diagnostik und Therapie übertragen, umgekehrt führen Beobachtungen im klinischen Alltag zu neuen Forschungsideen. Ziel ist es, einen relevanten medizinischen Nutzen für Patient*innen und Bürger*innen zu erreichen. Dazu etabliert das BIH ein umfassendes translationales Ökosystem, setzt auf ein organübergreifendes Verständnis von Gesundheit und Krankheit und fördert einen translationalen Kulturwandel in der biomedizinischen Forschung. Das BIH wurde 2013 gegründet und wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu zehn Prozent vom Land Berlin gefördert. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH ) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

www.mdc-berlin.de

Quelle: https://www.mdc-berlin.de/de/news/press/kuenstliche-intelligenz-fuer-die-zukunft-der-medizin

heilen / 03.11.2020
Hämatologie-Onkologie im Helios Klinikum Berlin-Buch im „Newsweek“-Ranking vertreten

Dr. med. Bertram Glaß (li) und PD Dr. med. Peter Reichardt freuen sich sehr über die Auszeichnung des Zentrums für Hämatologie und Onkologie. (Foto: Thomas Oberländer / Helios Kliniken)
Dr. med. Bertram Glaß (li) und PD Dr. med. Peter Reichardt freuen sich sehr über die Auszeichnung des Zentrums für Hämatologie und Onkologie. (Foto: Thomas Oberländer / Helios Kliniken)

Das Zentrum für Hämatologie und Onkologie im Helios Klinikum Berlin-Buch wurde im aktuellen Ranking des US-Nachrichtenmagazins Newsweek in der Kategorie «Top Specialized» in die Liste der besten Kliniken weltweit aufgenommen.

Gemäß dem Ranking von „Newsweek“ und „Statista“ ist das Zentrum für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch unter den weltweit 200 besten Fachabteilungen. Das Zentrum besteht aus den beiden Kliniken Klinik für Hämatologie und Stammzelltransplantation und Klinik für Onkologie und Palliativmedizin.

Chefarzt der Klinik für Onkologie und Palliativmedizin ist PD Dr. med. Peter Reichardt. Unter seiner Leitung ist die systemische, also auf den Gesamtorganismus einwirkende, medikamentöse Therapie vor der Operation, nach der Operation oder als alleinige Therapie entscheidender Bestandteil der interdisziplinären Behandlungskonzepte. Zum Einsatz kommen modernste Therapieverfahren mit Antikörpern, zielgerichtete Therapie („targeted therapy“), komplexe Chemotherapien und regionale Tiefenhyperthermie in Kombination mit systemischer Chemotherapie, häufig im Rahmen nationaler und internationaler klinischer Studien. Bei der Behandlung von Patienten mit Knochen- und Weichgewebesarkomen gehört die Klinik zur internationalen Spitze. „Die Tatsache, dass nur drei nichtuniversitäre Kliniken in Deutschland unter den Top 200 der Welt zu finden sind, zeigt, dass im Helios Klinikum Berlin-Buch onkologische Behandlung auf höchstem Niveau angeboten wird“, so PD Dr. med. Peter Reichardt.

Den Bereich Hämatologie leitet seit 2017 Prof. Dr. med. Bertram Glaß als Chefarzt. Besondere Behandlungsschwerpunkte seines Teams sind die Therapie von bösartigen Erkrankungen der Blutbildung (Leukämien) und des Abwehrsystems. Ein besonderer wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Behandlung von malignen Lymphomen (Lymphdrüsenkrebs). Auf diesem Gebiet werden nationale und internationale Therapiestudien in Berlin-Buch geleitet. Es werden alle heute verfügbaren Verfahren der Hämato-Onkologie wie die Stammzelltransplantation und die Therapie mit genetisch manipulierten Abwehrzellen (CART) eingesetzt. Prof. Dr. med. Bertram Glaß betont: „Wir freuen uns sehr über die Platzierung. Sie zeigt, dass wir gerade auch mit neuen Verfahren und Studien dauerhafte Behandlungserfolge erzielen und bestätigt unser Konzept der Verbindung von engagierter Versorgung am Patientenbett mit klinisch-wissenschaftlicher Tätigkeit.“

Onkologisches Zentrum Berlin-Buch

Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist seit August 2014 von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) als Onkologisches Zentrum zertifiziert.

„Wir bieten unseren Patienten mit ihren oftmals lebensbedrohlichen Erkrankungen eine optimale Versorgung und Betreuung auf höchstem medizinischen Niveau. Fachliche Expertise der Teams und eine hochmoderne Ausstattung sind dabei grundlegende Voraussetzungen“, sagt der Leiter des onkologischen Zentrums im Helios Klinikum Berlin-Buch, Herr PD Dr. med. Peter Reichardt.

Daniel Amrein, Geschäftsführer im Helios Klinikum Berlin-Buch, sagt stolz: „Ich freue mich sehr, dass die starke onkologische Expertise im Helios Klinikum Berlin-Buch ausgezeichnet wurde.“ Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im Helios Klinikum Berlin-Buch, ergänzt: „Ein besonderer Schwerpunkt der Hämatologie und Onkologie im Helios Klinikum Berlin-Buch ist die Durchführung klinischer Studien, die im „Berlin Cancer Institute“ koordiniert wird. Das Institut betreut neben weit über 100 klinischen Studien auch weitere Forschungsprojekte in der Krebsmedizin.“

Ranking auf Basis von mehr als 20.000 Experten

Das zweite Jahr in Folge hat sich das wöchentlich erscheinende US-amerikanische Nachrichtenmagazin mit dem Datenportal Statista zusammengetan, um ein Ranking der führenden Kliniken in 21 Ländern vorzunehmen. Nach der Analyse der “World´s Best Hospitals” haben „Newsweek“ und das deutsche Statistik-Portal „Statista“ eine ergänzende Erhebung auf Fachbereichsebene durchgeführt. Das Ergebnis der daraus resultierenden, unabhängigen Analyse sind die Listen der „World’s Best Specialized Hospitals 2021“.

Mehr als 20.000 medizinische Expertinnen und Experten aus über 20 Ländern – darunter Ärzte, Krankenhausmanager und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen – konnten mittels „Newsweek“ und „Statista“ in einer Online-Umfrage Krankenhäuser innerhalb ihrer jeweiligen Spezialisierung empfehlen und bewerten. Die Umfrageergebnisse wurden im zweiten Schritt von einem Gremium renommierter medizinischer Experten validiert. Die jeweils besten 50 Spezialkliniken wurden in einem Ranking dargestellt; ab Platz 51 bis 200 wurden die Kliniken in einer Liste veröffentlicht.
 
Gesamtübersicht des Rankings:
https://www.newsweek.com/worlds-best-specialized-hospitals-2021/oncology

 

Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in mehr als 60 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren sowie einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 55.000 stationäre und über 144.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Hauttumorzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DDG“ zertifiziert.
 Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.
In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 123 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sieben Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland fast 69.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro.
Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch/

forschen / 02.11.2020
Methodologisches Kunststück: Biochemikerin Annita Louloupi erhält Marthe-Vogt-Preis

Dr. Annita Louloupi. Foto: Felix Petermann, MDC
Dr. Annita Louloupi. Foto: Felix Petermann, MDC

Der Marthe-Vogt-Preis des Forschungsverbundes Berlin e.V. (FVB) geht in diesem Jahr an Dr. Annita Louloupi für ihre herausragenden Beiträge zum wissenschaftlichen Verständnis der RNA-Biologie. Annita Louloupi forscht seit Januar 2019 am MDC. Der Preis zeichnet junge Wissenschaftlerinnen aus.

Während ihrer Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (MPIMG) und an der Freien Universität Berlin hat Annita Louloupi gemeinsam mit Kolleg*innen eine neue Methode zur Erkennung und Analyse der Modifikation N6-Methyladenosin (m6A) in Vorläufer-RNA-Molekülen entwickelt. Unter Anwendung dieser Methode zeigte sie, dass m6A das RNA-Splicing beschleunigt. Seit 2001 vergibt der FVB den Marthe-Vogt-Preis an Nachwuchswissenschaftlerinnen, die auf einem Gebiet tätig sind, das von einem der FVB-Institute bearbeitet wird. Die Dissertation muss an einer Forschungseinrichtung in Berlin oder Brandenburg entstanden sein. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Die DNA (Desoxyribonukleinsäure) enthält die genetische Information für die Entwicklung und das Wachstum aller Organismen. Um diese Information zu nutzen, wird die DNA zunächst in RNA (Ribonukleinsäure) umgeschrieben (transkribiert), welche dann in einem zweiten Schritt in das funktionelle Produkt, das Protein, übersetzt wird. Die genetische Information liegt nicht als kontinuierlicher Abschnitt auf der DNA vor, sondern wird durch nicht-kodierende Abschnitte unterbrochen.  Diese nicht-kodierenden Abschnitte (Introns) müssen nach der Transkription aus der Vorläufer-RNA herausgeschnitten werden – ein Prozess, der als RNA-Splicing oder RNA-Reifung bezeichnet wird und ein wichtiger und streng regulierter Schritt während der Genexpression ist.

Wie auch die DNA besteht RNA aus vier unterschiedlichen Nukleotiden. RNA-Nukleotide können während ihres Lebenszyklus biochemisch modifiziert werden. Obwohl solche Modifikationen die genetischen Informationen, die die RNA enthält, nicht verändern, können sie deren Funktionalität beeinflussen. In ihrer Doktorarbeit widmete sich Annita Louloupi einer der am meisten verbreiteten Modifikationen der RNA, dem m6A – einer Methylierung, die an der N6-Position von Adenosin erfolgt. Ihr Hauptziel bestand darin zu verstehen, wie m6A das RNA-Splicing oder genauer gesagt die Geschwindigkeit des Splicings reguliert.

Die Herausforderung, der Annita Louloupi zu Beginn ihrer Doktorarbeit gegenüberstand, war die Entwicklung neuer Analysetechniken. Diese mussten präzise und empfindlich genug sein, um m6A-Modifizierungen auf der RNA im Anfangsstadium, d h. während der kurzen Phase gleich nach der Transkription und vor dem RNA-Splicing, nachzuweisen. „Meine Fragen führten mich zu meinen Methoden“, erklärt die Biochemikerin und beschreibt so ihre Vorgehensweise. Durch die Kombination verschiedener Techniken konnte Annita Louloupi neue Einblicke in die Rolle der m6A-Modifikation bei der RNA-Splicing-Kinetik gewinnen. Befindet sich m6A in einer bestimmten Region innerhalb der anfänglichen RNA, fungiert m6A wie ein „Fast-Track-Ticket“, quasi eine Lizenz zum Überholen in der Verarbeitungsschlange. RNA mit solch einer Lizenz entwickelt sich weiter in „reife“ funktionelle RNA – und zwar schneller als die ohne solch eine Lizenz.

Modifikationen der RNA werden mit verschiedenen Krankheiten in Zusammenhang gebracht, darunter Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, genetische Geburtsfehler, Stoffwechselkrankheiten, neurologische Störungen und Virusinfektionen. Die von Annita Louloupi entwickelte Methode ist ein wertvolles Werkzeug für andere Molekularbiolog*innen. Sie kann angewendet oder angepasst werden, um m6A-Modifikationen unter verschiedenen Bedingungen zu untersuchen, z.B. in Krebszellen oder in Zellen, die von Viren befallen sind, sich in der Entwicklung befinden oder mit Wirkstoffen behandelt werden.

Noch während sie ihre Dissertation fertigstellte, übernahm Annita Louloupi im Januar 2019 eine Postdoc-Stelle in der Arbeitsgruppe „Computational Regulatory Genomics“ am Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). „Wir gratulieren Annitta Louloupi ganz herzlich und freuen uns sehr mit ihr. Der Marthe-Vogt-Preis ist für junge Wissenschaftlerinnen eine tolle Auszeichnung und ein Ansporn, ihren Weg in der Wissenschaft weiter zu gehen“, sagt Thomas Sommer, Wissenschaftlicher Vorstand des MDC (komm.)

Aktuell arbeitet Annita Louloupi an mehreren Projekten, die sich mit verschiedenen Aspekten post-transkriptioneller Genregulation beschäftigen. „Es war ein hektisches und anstrengendes Jahr und ich bin sehr dankbar für den Preis. Er ermöglicht mir innezuhalten, noch einmal meine Promotion zu reflektieren und das zu schätzen, was ich bisher erreicht habe.“

Einladung zur Verleihung des Marthe-Vogt-Preises

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Berlin Science Week am 3. November, 18-19 Uhr, digital statt. Nutzen Sie den folgenden Link, um an unserer Veranstaltung teilzunehmen: https://fv-berlin-virtuell.de/. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.
Einladung und Programm sind verfügbar unter: https://www.fv-berlin.de/infos-fuer/medien-und-oeffentlichkeit/news/einladung-zur-marthe-vogt-preisverleihung

Marthe Vogt Podcast

Im Interview mit Annita Louloupi im Marthe Vogt Podcast erfahren Sie mehr über ihren Weg in die Wissenschaft.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de

forschen / 29.10.2020
Wie sich die Herzen unterscheiden

Erst kürzlich hat ein internationales Forschungsteam den Atlas des menschlichen Herzens erstmals skizziert. Nun wollen die Wissenschaftler*innen das Projekt um eine Dimension erweitern: Diversität. Dafür bekommen sie eine zusätzliche Förderung der Seed Networks der Chan Zuckerberg Initiative. 

Weltweit sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen Todesursache Nummer eins. Für manche Menschen ist das Risiko allerdings höher als für andere – Schwarze in den USA sind beispielsweise deutlich häufiger betroffen als Latinos. Neben der sozioökonomischen Ungleichheit beeinflusst anscheinend auch die genetische Prädisposition, wie die jeweilige Erkrankung verläuft und wie gut sie behandelt werden kann.

Aber was genau verbindet die ungleichen Risiken? Um diese Frage zu beantworten, wird der Human Heart Cell Atlas – koordiniert von Jonathan Seidman, Bugher Professor für Kardiovaskuläre Genetik an der Harvard Medical School und Professor Norbert Hübner vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) – zusätzlich die zellulären und molekularen Signaturen von gesunden Spenderherzen aus diesen Bevölkerungsgruppen charakterisieren. Dazu kooperiert das Projekt zusätzlich mit Partnern in Brasilien und Kanada, nicht zuletzt mit Professor Gavin Oudit vom Mazankowski Alberta Heart Institute von der Universität von Alberta.

„Afroamerikaner bekommen unter anderem seltener Arteriosklerose als Weiße, haben aber öfter koronare Herzerkrankungen. Sie haben öfter Bluthochdruck, aber seltener Herzrhythmusstörungen“, sagt Seidman, „Unsere These ist, dass sich auch das Zusammenspiel von Zelltypen und Zellzuständen unterscheidet und das Herz deshalb anders auf ganz normale Abläufe und Krankheit reagiert. Und das nicht nur bei Afroamerikaner*innen, sondern bei Menschen ganz verschiedener Herkunft.“

Der Ausgangspunkt ist das gesunde Organ

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen das gesamte Spektrum der Herzzellen und ihre Genaktivität analysieren und dann mit den bereits vorhandenen Daten von Europäerinnen und Europäern vergleichen. „Auch hier ist unser Ausgangspunkt zunächst das gesunde Herz“, sagt Norbert Hübner vom MDC, der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Berlin Institute of Health und dem DZHK in Deutschland. Hübner hat den Herzzellatlas gemeinsam mit Dr. Sarah Teichmann vom Wellcome Sanger Institute im britischen Cambridge, Jonathan Seidman und Christine Seidman, beide von der Harvard Medical School in Boston, und Dr. Michela Noseda vom Imperial College London vor rund drei Jahren ins Leben gerufen, um das Herz Zelle für Zelle zu verstehen.

Der Herzzellatlas gehört zur internationalen Initiative „Human Cell Atlas“ (HCA), die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geleitet wird. Die Chan Zuckerberg Initiative (CZI) fördert das Vorhaben als CZI Seed Network für den Human Cell Atlas. Für den Aspekt der Diversität erhöht die amerikanische philanthropische Organisation nun die Förderung. CZI finanziert Diversitätsprojekte von insgesamt zehn solcher Netzwerke zu verschiedenen Geweben und Organen, gab sie am 28.10.2020 bekannt.

„Es ist sehr wichtig, dass wir den Aspekt der Diversität beim Human Cell Atlas beachten, sodass wir aus historischen Versäumnissen und Verzerrungen in der Genomik lernen und daran wachsen können“, sagt Norbert Tavares, CZI-Programmmanager für Einzelzellbiologie. „Diese Projekte sind erst der Anfang einer langfristigen Berücksichtigung der Diversität im HCA. Als erste Pilotprojekte können sie zukünftige Ansatzpunkte für eine tiefere Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen aufzeigen.“

Weiterführende Informationen

Bekanntmachung von CZI

Pressemitteilung „Herzatlas mit Tiefenschärfe“

Pressemitteilung „Mitten ins Herz“

www.mdc-berlin.de

bilden / 28.10.2020
„Märchen erzählt – In deiner Sprache“

Bilinguale Märchentage vom 5. – 20. November 2020

Vom 5. - 22. November 2020 finden die 31. Berliner Märchentage statt. Unter dem Titel "HIMMEL UND ERDE – MÄRCHEN VOM OBEN UND UNTEN" werden Märchen und Geschichten erzählt. Die Pankower Migrant:innenorganisationen beteiligen sich an den Märchentagen und organisieren in Kooperation mit den Stadtbibliotheken die 5. Pankower Bilingualen Märchentage unter dem Titel „Märchen erzählt – In deiner Sprache“. Ob Spanisch, Italienisch, Englisch, Polnisch, Russisch, Portugiesisch, Koreanisch und Chinesisch, Quechua, Hebräisch, Dari oder Arabisch – die Märchen werden jeweils auch auf Deutsch erzählt. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe von zahlreichen Pankower Migrant:innenorganisationen unter dem Dach von Tandem Projekt MIGRAPOWER, MeM e.V. & VIA e.V., die sich gemeinsam mit den Stadtbibliotheken für die Stärkung der Mehrsprachigkeit einsetzen. Die Lesungen sind kostenlos und dauern ca. 45 Min. Anmeldung erfolgt in der jeweiligen Bibliothek. Die Termine der 5. Bilingualen Märchentage Pankow sowie aller Veranstaltungen im Rahmen der 31. Berliner Märchentage sind online zu finden unter https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/information/artikel.1003724.php sowie unter https://berliner-maerchentage.de/. Rückfragen und weitere Informationen bei Susann Kubisch, E-Mail: susann.kubisch@ba-pankow.berlin.de.

forschen, bilden / 27.10.2020
Politik an der Genschere

Mitglieder des Bundestages informierten sich in einem Workshop über CRISPR-Cas, den Science Bridge (Universität Kassel) und das Gläserne Labor auf dem Campus Berlin-Buch gemeinsam ausrichteten (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)
Mitglieder des Bundestages informierten sich in einem Workshop über CRISPR-Cas, den Science Bridge (Universität Kassel) und das Gläserne Labor auf dem Campus Berlin-Buch gemeinsam ausrichteten (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)

Gemeinsame Pressemitteilung der Campus Berlin-Buch GmbH und Science Bridge e.V. (Universität Kassel), 27. Oktober 2020

Am 26.10.2020 hat eine Gruppe von Mitgliedern des Deutschen Bundestages den Laborkittel übergestreift und ein Experiment mit CRISPR-Cas durchgeführt. Unter Anleitung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von Science Bridge (Universität Kassel) und des Gläsernen Labors (Campus Berlin-Buch) erhielten sie aktiv und dialogorientiert tiefere Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen der „neuen Gentechnik“.

Die Genom-Editierung mit CRISPR-Cas hat in letzter Zeit für lebhafte Diskussionen gesorgt und rückte durch die Vergabe des Nobelpreises für Chemie an Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna noch einmal besonders in den öffentlichen Fokus. Um sich über dieses komplexe Thema ein Urteil bilden zu können, muss zunächst einmal verstanden werden, wie CRISPR-Cas funktioniert und in welchen Bereichen diese Methode zum Einsatz kommt bzw. kommen könnte.

„Politikerinnen und Politiker müssen und können vermutlich keine Experten auf diesem Gebiet sein, umso mehr freuen wir uns darüber, wenn sie sich aus erster Hand informieren und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den direkten Austausch treten möchten“, so Kursleiterin Dr. Heike Ziegler von Science Bridge.

Science Bridge hat dafür ein einfaches Experiment entwickelt, das die Funktionsweise der „Genschere“ CRISPR-Cas anschaulich macht und den Einstieg in eine wissensbasierte Debatte erleichtert. In einem halbtägigen Workshop werden Bakterien „geCRISPRt“. Dabei wird ein Gen, das Bakterien blau färbt, mit CRISPR-Cas „ausgeschaltet“, sodass die Färbung verschwindet. Anschließend wird der Erfolg des Experiments mit molekularbiologischen Methoden überprüft. Dieses Experiment wird auch regulär im Gläsernen Labor als Schülerkurs angeboten.

„Die Teilnahme an diesem CRISPR-Versuch ermöglicht es, allgemeine Einblicke sowohl in die wissenschaftliche Vorgehensweise als auch in die Sicherheitsanforderungen an ein gentechnisches Labor zu erhalten“, so Biologin und Kursleiterin Ulrike Mittmann vom Gläsernen Labor.

Katrin Staffler, CDU/CSU, Biochemikerin und Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) und dort unter anderem im Ausschuss Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung tätig, hat den CRISPR-Cas-Workshop für Politikerinnen und Politiker angeregt: „Gute politische Entscheidungen brauchen ein breites Hintergrundwissen. Dieser Labortag zielt darauf, ein solches Basiswissen zu vermitteln.“ Für Kees de Vries, CDU/CSU, und als MdB im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft tätig, ist ebenfalls entscheidend, im Labor genauere Kenntnisse zu erlangen: „Ich möchte hier mehr über CRISPR-Cas erfahren, um meine Kolleginnen und Kollegen im Bundestag überzeugen zu können, dass diese neue Technologie ein Gewinn, und keine Gefahr ist.“ MdB Mario Brandenburg, FDP, Wirtschaftsinformatiker und ebenfalls im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, sagte im Anschluss an die Veranstaltung: „Ich fühle mich bestätigt, dass in der Gentechnik viele Chancen liegen, aber die Gesellschaft ein breiteres Wissen darüber benötigt.“

Wissenschaft transparent und für die Allgemeinheit verständlich zu machen – und das auf möglichst vielen Ebenen – ist eines der Hauptanliegen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Gläsernem Labor und Science Bridge. Neben dem beschriebenen Workshop, der Anfang 2021 auch noch einmal in Kassel für hessische Landes- und Regionalpolitikerinnen und -politiker geplant ist, richtet sich das Lehrangebot insbesondere auch an Schülerinnen und Schüler und die allgemeine Öffentlichkeit.

Mehr zum CRISPR-Workshop am 26.10.2020 und dessen Ergebnis finden Sie hier im Blog von CRISPR-Whisper.

Weitere Informationen unter https://crispr-whisper.de/

Kontakt:

Science Bridge e.V.
Schüler- und Öffentlichkeitslabor
an der Universität Kassel
Institut für Biologie
Heinrich-Plett-Str. 40
34132 Kassel
Email: info@sciencebridge.net
Phone: + 49 561 804-4232

Ansprechpartner:
Heike Ziegler
E-Mail: h.ziegler@uni-kassel.de
Tel.: 0561-804 4232
Wolfgang Nellen
E-Mail: nellen@uni-kassel.de
Tel.: 0152-32705202
 

Gläsernes Labor
Campus Berlin-Buch
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin

Ansprechpartnerin:
Ulrike Mittmann
E-Mail: u.mittmann@campusberlinbuch.de
Tel.: 030-4892932
 

Über das Gläserne Labor

Das Gläserne Labor ist eine außerschulische Bildungseinrichtung auf dem Campus Berlin-Buch, einem international renommierten Wissenschafts- und Biotechnologiepark. Seine fünf Schülerlabore bieten über 20 Experimentierkurse zu den Themen Molekularbiologie, Herz-Kreislauf, Neurobiologie, Chemie, Radioaktivität sowie Ökologie für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe an. Die Kursinhalte sind eng auf die aktuelle Forschung auf dem Campus bezogen, so dass neuestes Wissen vermittelt werden kann.
Mit rund 14.000 kursteilnehmenden Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern pro Jahr zählt das 1999 gegründete Gläserne Labor zu den besucherstärksten Schülerlaboren der Bundesrepublik.
Das Gläserne Labor wird durch die Campuspartner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) sowie die Eckert & Ziegler AG und durch zahlreiche Förderer und Sponsoren unterstützt.
www.glaesernes-labor.de

Über Science Bridge e.V.

Science Bridge ist ein mobiles Schüler- und Öffentlichkeitslabor, das aktuelle molekularbiologische Methoden und Sachverhalte in Schulen bringt und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich macht. Science Bridge versteht sich als Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft und macht Biowissenschaften für jedermann erfahrbar. Das Haupttätigkeitsfeld von Science Bridge ist die Unterstützung von Schulen durch ein Angebot an anspruchsvollen molekularbiologischen Experimenten, die von Science Bridge-Mitarbeitenden im Rahmen ganztägiger Experimentiertage in Klassen der Mittel- und Oberstufe durchgeführt werden. Zusätzlich zu den Schülerkursen bietet Science Bridge akkreditierte Lehrerfortbildungen zu aktuellen molekularbiologischen Themen an und vermittelt interessierten Bürgerinnen und Bürgern bei öffentlichen Veranstaltungen gentechnologische Zusammenhänge.
https://sciencebridge.net
 

Foto: Mitglieder des Bundestages informierten sich in einem Workshop über CRISPR-Cas, den Science Bridge (Universität Kassel) und das Gläserne Labor auf dem Campus Berlin-Buch gemeinsam ausrichteten: (von rechts) MdB Katrin Staffler, CDU/CSU; MdB Mario Brandenburg, FDP; MdB Carina Konrad, FDP; MdB Kees de Vries, CDU/CSU; Prof. Dr. Wolfgang Nellen, Science Bridge e.V.; MdB Ingrid Pahlmann, CDU/CSU; Dr. Heike Ziegler, Science Bridge e.V. (Universität Kassel), Bärbel Riedel (Mitarbeiterin von MdB Katrin Staffler); Ulf Lüdecke (Mitarbeiter von Kees de Vries); Ulrike Mittmann, Gläsernes Labor, und Sandra Wellner, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). 

forschen / 14.10.2020
Organoide, Open Science und Reality TV im Labor – Das MDC auf der Berlin Science Week

Wenn Virusforscher ins Reality-TV gehen, wenn Biologinnen vom Leben ohne Krankheit träumen, wenn Forschende und Laien über Organoide vs. Tierversuche sprechen und Biomediziner*innen über die Chancen von KI diskutieren – dann ist Berlin Science Week. Das MDC lädt dieses Mal zu virtuellen Events.

Wissenschaft braucht das Vertrauen der Gesellschaft und lebt vom Dialog. Das hat sich in diesem Jahr besonders deutlich gezeigt. „Für uns ist die Berlin Science Week eine ausgezeichnete Gelegenheit zum gesellschaftlichen Austausch“, sagt Professor Thomas Sommer Wissenschaftlicher Vorstand (komm.) des Max Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). „Unsere Forscherinnen und Forscher zeigen ihre Arbeit und wollen mit einem vielfältigen Publikum in Berlin und anderswo in der Welt in Kontakt kommen. Wir möchten inspirieren und inspiriert werden. Wir möchten herausfordern und uns Fragen stellen lassen. Für uns ist das Festival eine Chance, herausfinden, was andere, die Bevölkerung oder auch die Politik, von uns erwarten. Mit der Science Week präsentiert sich Berlin als innovative, vibrierende und weltoffene Metropole. Und die Gesundheitsforschung spielt dabei eine wichtige Rolle. Auch das möchten wir zeigen“, sagt Sommer bei der Vorstellung des Programms seines Forschungszentrums. „Wir wollen dazu anregen, die Arbeits- und Denkweise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besser zu verstehen und zu überlegen, wie sich zum Beispiel unsere biomedizinische Grundlagenforschung in Zukunft auswirken könnte. Wir freuen uns darauf!“

Das MDC bietet vom 1. bis zum 10. November fast jeden Tag Events für unterschiedliche Interessengruppen. Fast alle Veranstaltungen sind digital und bieten Möglichkeiten zur Interaktion.


Das Programm des MDC im Überblick


Wie viel Homeoffice verträgt die Wissenschaft?

Die Krise als Chance – Forscher*innen diskutieren über Risiken und Chancen neuer Arbeitsweisen in der Wissenschaft.

Die Pandemie ist für alle eine Ausnahmesituation. Labore waren vorübergehend im Notbetrieb, Kitas und Schulen müssen mitunter schließen, viele Arbeiten sind ins Homeoffice verlagert. Doch wieviel Distanz verträgt die Wissenschaft, die vom ständigen Austausch lebt? Die Gründungskoordinator*innen von BR 50, einem Zusammenschluss der außeruniversitären Forschungsinstitutionen in Berlin, laden ein zu einer ersten Bilanz: Was hat gut funktioniert hat und was nicht, was möchten Forscher*innen auch für die Zukunft bewahren und welche Bedingungen sind vor allem für junge Forscher*innen problematisch?

Mit:  Professorin, Dr. h.c., Ph.D. Jutta Allmendinger (Präsidentin des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB); Professor Thomas Sommer (Wissenschaftlicher Vorstand (komm.) des MDC); Professor Michael Hintermüller (Direktor des Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik, Leibniz-Institut im Forschungsverbund Berlin e.V.); Professor Ulrich Panne (Präsident der Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM)

Eine Veranstaltung von BR50, Zusammenschluss der außeruniversitären Forschungsinstitutionen in Berlin

2. November, 17 bis 18:30 Uhr. Virtuell

 

Künstliche Intelligenz, Organoide, Tiermodelle – Neue Konzepte in der Biomedizin

Was sind die vielversprechendsten Wege, Therapien für Patient*innen zu entwickeln? Unsere Expert*innen berichten, beantworten Fragen und stellen das neue Präklinische Forschungszentrum des MDC vor.

Es gibt mehr als einen Weg, neue Therapien für Patientinnen und Patienten zu entwickeln. Hier präsentieren und diskutieren wir Beispiele aus der MDC-Forschung, die verschiedene Strategien und Technologien kombinieren –  von Künstlicher Intelligenz (KI) und Omics-Technologien über Organoide und menschliche Gewebeproben bis hin zu Tiermodellen, den 3R-Prinzipien und klinischer Forschung. Und wir stellen vor, was unser neues Präklinisches Forschungszentrum (PRC) damit zu tun hat.

Unsere Expertinnen und Experten berichten und beantworten Ihre Fragen im Chat.

Mit: Professor Thomas Sommer (Wissenschaftlicher Vorstand (komm.) des MDC); Professor Michael Gotthardt (Leiter der Arbeitsgruppe „Neuromuskuläre und kardiovaskuläre Zellbiologie“ am MDC); Dr. Uta Höpken (Leiterin der Arbeitsgruppe „Mikroumgebung als Regulator bei Autoimmunität und Krebs“ am MDC); Dr. Agnieszka Rybak-Wolf (Leiterin der Organoid-Plattform am MDC); Dr. Claudia Gösele (Tierschutzbeauftragte, Leiterin Tierhaltung des Präklinischen Forschungszentrums am MDC); Dr. Arnd Heuser (Leitung der MDC- Tierphänotypisierungsplattform am MDC)

3. November von 18 bis 20 Uhr. Virtuell

Anmeldung

 

„Open Science“-Café

Ein Nachmittag, an dem man häppchenweise etwas über Open Science erfahren kann.

Haben Sie schon mal etwas von Open Science gehört und sich gefragt, was das eigentlich ist? Oder gibt es ein Open-Science-Thema, über das Sie gerne mehr wüssten? Kommen Sie in unser Online-Café zu Open Science und erleben Sie einen Nachmittag voller kleiner Veranstaltungen. Fünf Stunden lang servieren wir Ihnen eine Serie von zwanzigminütigen Kurzvorträgen und Aktivitäten zu Open Science. Trinken Sie einen Kaffee, während Sie einen kurzen Wissens-Snack darüber erhalten, wie man verschiedene Aspekte von Forschung transparenter, zugänglicher und verständlicher für alle
machen kann. Oder Sie bleiben gleich den ganzen Nachmittag und werden so Experte für Open Sciene.

Mit: Mit Dr. Luiza Bengtsson, Emma Harris und Zoe Ingram. Die Open-Science-Mikro-Lektionen bieten die Absolvent*innen des Train-the-Trainer-Kurses des ORION-Open-Science-Projekts an, der am MDC  stattfindet.
4. November, 14 bis 19 Uhr. Virtuell

 

LifeTime und eine Zukunft ohne Krankheit

Eine mutige Reise in eine Zukunft ohne Krankheiten. LifeTime-Initiative und The Future Game 2050 laden zu einer virtuellen Live-Performance ein.

Ist eine Zukunft ohne Krankheiten möglich? In einer virtuellen Live-Performance ergründen wir, wie unser Leben in einer Welt aussehen würde, in der die Ziele der LifeTime-Initiative erfolgreich umgesetzt wurden. LifeTime und The Future Game 2050 fordern die Teilnehmer*innen auf, ihre eigenen Zukunftsszenarien zu entwerfen und laden zu einer mutigen Reise ein, eine Zukunft ohne Krankheiten wahr werden zu lassen. Das Erlebnis wird von Interviews mit Expert*innen begleitet, die dieses Zukunftsszenario aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Mit: Professor Nikolaus Rajewsky (Direktor des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie des MDC (BIMSB) und  Dr. Agnieszka Rybak-Wolf (Leiterin Organoid-Plattform am MDC); Dr. Emanuel Wyler (Molekularbiologe am MDC); Friederike Riemer (Mitbegründerin von „The Future Game 2050“); Felix M. Wieduwilt (Mitbegründer von „The Future Game 2050“)

5. November, 16 bis 17:30. Virtuell

 

Reality-TV – ein Tag im biomedizinischen Labor

Wir bieten einen ungeschminkten Einblick in unsere Labore: einen Tag lang Wissenschaft, Spaß und spannende Menschen erleben.

Wir streamen einen ganzen Tag lang das ganz normale Leben in unseren Laboren. MDC-Wissenschaftler*innen erklären, was sie gerade machen, wie und warum. Sie können ihnen über die Schulter schauen, während die Forscher*innen experimentieren. Das Publikum kann Fragen stellen, die wir entweder live oder in einer der Q&A-Kaffeepausen beantworten, egal ob es um unsere Forschung oder um Ausbildung und Karrierewege in der Wissenschaft geht. Zwischendurch gibt es Live- Musik und TikToks und vieles mehr – eben das ganze normale Leben in einem biomedizinischen Labor!

Mit Dr. Emanuel Wyler (Postdoktorand am MDC); Janita Mintcheva (Doktorandin am MDC), Anika Neuschulz (Doktorandin am MDC); Nora Fresmann (Doktorandin am MDC); Dr. Andreas Ofenbauer (Postdoktorand am MDC); Jonas Peters (Doktorand am MDC); Marco Uhrig (Doktorand am MDC); Karla Hajman (Musikerin, Satirikerin, Science Slammerin); Dr. Luiza Bengtsson (Public Engagement und Wissenstransfer am MDC)

In Kooperation mit Wissenschaft im Dialog

6. November, 9 bis 18 Uhr. Virtuell

 

Neue Wege in der Biomedizin: SARS-CoV-2-Forschung

Welche Zellveränderungen entstehen durch die SARS-CoV-2-Infektion und wie wirken sich diese auf den Krankheitsverlauf aus?

Das Virus SARS-CoV-2 beschäftigt derzeit die ganze Welt und beeinflusst unseren Alltag. Auch in Berlin läuft die Forschung auf Hochtouren. Der MDC-Wissenschaftler Dr. Emanuel Wyler untersucht die Veränderungen in verschiedenen Zellen und Organoiden bei einer Infektion. Hierbei wird die Frage geklärt: Welche Veränderungen finden in infizierten Zellen statt und wie entstehen daraus schwere oder milde Krankheitsverläufe? Die Veränderungen in einer infizierten Zelle können von Zelltyp zu Zelltyp unterschiedlich sein. Die untersuchten Modelle sind zum Beispiel Lungenstücke, verschiedene Organoide und unterschiedliche Zelllinien.

Mit: Dr. Emanuel Wyler

9. November, 16 bis 18 Uhr
Ort: Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80
10405 Berlin

Vorlesesungsreihe des Gläsernen Labors
Anmeldung erforderlich: info@planetarium.berlin

 

Organoide des menschlichen Gehirns alias „Mini-Gehirne“ als Werkzeuge zur Erforschung von Krankheiten des Nervensystems

Labor trifft Lehrer virtuell: In dieser Fortbildung erleben Sie den neuesten Stand der Wissenschaft und können sich über Trends in der Life-Science-Forschung informieren.

Organoide sind 3D-Kulturen aus Stammzellen, welche die zelluläre Komplexität und Funktionalität menschlicher Organe „in vitro“ abbilden. Organoide ermöglichen Forscher*innen tiefere Einblicke in die entscheidenden zellulären Prozesse bei der Gewebe- und Organbildung sowie in pathologischen Prozessen. Da das menschliche Gehirn einzigartig ist und selbst Primatenmodelle die Ausbildung neurologischer Erkrankungen des menschlichen Gehirns nicht genau darstellen, ist die Entwicklung der „Mini-Gehirne“ ein entscheidender Durchbruch. In diesem Kurs möchten wir Ihnen die Grundlagen der Mini-Gehirne, ihre Anwendung sowie die Limitationen vorstellen. Die Fortbildung für Lehrer*innen findet in der Arbeitsgruppe von Professor Nikolaus Rajewsky (Systembiologie von genregulatorischen Elementen) statt.

Mit: Dr. Agnieszka Rybak-Wolf (Leiterin der Organoid-Plattform am MDC); Miriam Wandres (Doktorandin am MDC); Dr. Anna Löwa (Postdoktorandin am MDC); Dr. Luiza Bengtsson (wissenschaftliche Leitung „Labor trifft Lehrer”)

11. November, 16 bis 17:30 Uhr
Anmeldung


Weiterführende Informationen

Das vollständige Programm des MDC bei der Berlin Science Week


Pressekontakt
Jutta Kramm 
Leiterin Abteilung Kommunikation 
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) 
+49-30-9406-2140 
jutta.kramm@mdc-berlin.de oder presse@mdc-berlin.de

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de

heilen / 14.10.2020
Apps auf Rezept: digitale Helfer für Patientinnen und Patienten

Dr. Michael Fiedler, Internist und Diabetologe in der Poliklinik am Helios Klinikum Berlin-Buch (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)
Dr. Michael Fiedler, Internist und Diabetologe in der Poliklinik am Helios Klinikum Berlin-Buch (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

Ab sofort können Gesundheits-Apps auch vom Arzt verschrieben werden. Die digitalen Helfer müssen genauso wie Medikamente ein gründliches Prüfverfahren bestehen. Helios begrüßt diese Entwicklung als ergänzendes Angebot für Patienten und wertvollen Baustein im Bereich digitaler Services.

Gesundheits-Apps existieren bereits seit einer Weile in den App-Stores. Aber was macht eine App nun zum verschreibungswürdigen Medizinprodukt? Diese Apps oder digitale Anwendungen, kurz „DiGA“ genannt, müssen einem nachgewiesenen, medizinischen oder gesundheitsförderlichen Nutzen haben. Sie dienen dem Management oder der Therapie einer Erkrankung. Deutschland gilt als erstes Land, in dem man die Apps auf Rezept bekommt.

„Die App auf Rezept kann eine sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Versorgung sein und ist eine Chance für unsere Patienten und Mitarbeiter. In den digitalen Services steckt viel Potenzial. Deshalb begrüßen und begleiten wir die Digitalisierung in der Medizin, wenn sie ganz praktischen Nutzen hat,“ sagt Helios COO Enrico Jensch.

Ähnlich wie bei einer Medikamentenzulassung prüft das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Apps gewissenhaft. Die Apps, welche die Prüfung erfolgreich bestanden haben, werden im „DiGA-Verzeichnis“ auf der Website des BfArM veröffentlicht. Dort können sich dann Patienten und Ärzte über die Apps informieren. Ärzte sowie Psychotherapeuten dürfen diese dann verschreiben. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung.

Für welche Erkrankungen werden sie eingesetzt?  
„Grundsätzlich gibt es keine Einschränkungen bezüglich der Krankheitsbilder. Die meisten Erfahrungen liegen bei Diabetes, Depression oder der Schmerztherapie,“ sagt Dr. Michael Fiedler, Internist und Diabetologe in der Poliklinik am Helios Klinikum Berlin-Buch. Der digital-affine Arzt beobachtet die Entwicklungen am Markt und die künftige Aufnahme von Gesundheits-Apps ins DiGA-Verzeichnis. Bereits jetzt setzt er auf den Einsatz von digitalen Anwendungen bei seinen Diabetes-Patienten. Hier helfen Apps ganz konkret beim Überwachen und Optimieren der Blutzuckerwerte. Der Startschuss für die Apps auf Rezept ist nun mit der Aufnahme der ersten zwei Apps ins DiGA-Verzeichnis gefallen. Die beiden Anwendungen sollen bei Tinnitus und Angststörungen helfen, ein Dutzend weitere werden bald folgen.

Wie kommt die App zum Patienten?
„Wenn der Arzt davon überzeugt ist, dass die Nutzung der App den Krankheitsverlauf beim Patienten positiv beeinflusst und ein passendes Krankheitsbild vorliegt, kann er diese verschreiben. Die Krankenversicherung genehmigt dann die Kostenübernahme und stellt dem Patienten einen Zugangscode für die App bereit. Der Patient kann diese nun für eine festgelegte Anwendungsdauer nutzen,“ erklärt Dr. Fiedler.

Positiver therapeutischer Effekt
„Die Apps haben ganz gezielte Funktionen, die den Patienten zum bewussten Umgang mit den Erkrankungen anleiten. Also zum Beispiel an die regelmäßige Medikamenteneinnahme erinnern oder zum Verändern von ungesunden Lebensweisen wie Rauchen, zu wenig Bewegung oder unausgewogener Ernährung beitragen,“ erklärt Dr. Fiedler weiter. Dieser positive Effekt muss mit wissenschaftlichen Studien zum Zeitpunkt der Zulassung oder spätestens nach einem Jahr beim BfArM nachgewiesen werden.

Digitalisierung der medizinischen Versorgung
„Mit Aufnahme der DiGAs in die Regelversorgung und Kostenübernahme durch die gesetzlichen Versicherungen erhalten rund 70 Millionen Menschen Zugang zu digitalen Angeboten mit nachgewiesenem Nutzen,“ beschreibt Dr. Fiedler die Chance für Nutzer und Hersteller der Apps.
Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), welches Ende 2019 in Kraft getreten ist, wurde der Weg für die DiGAs, die Online-Sprechstunde sowie weitere Maßnahmen zur Digitalisierung im Gesundheitssystem geschaffen.

Weitere Infos auf der BfArM-Website: diga.bfarm.de/de
Digitale Sprechstunde am Helios Klinikum Berlin-Buch:
https://www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch/unser-haus/aktuelles/detail/news/keine-angst-vor-der-online-sprechstunde/

 

www.helios-gesundheit.de

investieren, leben / 14.10.2020
Neubau einer 4-zügigen Grundschule in Berlin-Buch

Am heutigen Montag, 12. Oktober 2020, beginnen im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive (BSO) die Baumaßnahmen am ehemaligen Schulstandort Karower Chaussee 97 im Pankower Ortsteil Buch. In den nächsten zwei Jahren entsteht hier ein neues Schulgebäude in Typenbauweise mit Sporthalle und Außenanlagen.

Im ersten Bauabschnitt erfolgt von Oktober 2020 bis März 2021 die Baufeldfreimachung. Das alte Schulgebäude und die Sporthalle werden zurückgebaut, Altlasten entsorgt, eine Kampfmittelsondierung und notwendige Baumfällarbeiten durchgeführt.

Im zweiten Bauabschnitt beginnen ab April 2021 die eigentlichen Baumaßnahmen mit der Errichtung des neuen Schulgebäudes und der Sporthalle. Im August 2022 soll die Grundschule fertiggestellt sein und Platz für 576 Schülerinnen und Schüler bieten. Die neue Sporthalle steht neben dem Schulsport auch den Vereinen zur Verfügung. Im Zuge der Baumaßnahme wird entlang des Schulgrundstückes in der Ernst-Ludwig-Heim-Straße ein neuer Gehweg angelegt. Der Haupteingang zum Schulgelände befindet sich ebenfalls in der Ernst-Ludwig-Heim-Straße.

Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf 36 Millionen Euro. Die neue Schule wird als eine der ersten im Land Berlin nach dem neuen Raumkonzept, den sogenannten Compartements, gebaut werden. Ein Compartement setzt sich zusammen aus Klassen-, Gruppen- und Teamräumen, die sich um ein Forum gruppieren. Sie ermöglichen unterschiedliche Lernformen und bieten zugleich Platz für Rückzug und Erholung.  
Bis zum Jahr 2010 war die Hufeland-Oberschule an diesem Standort unterbracht. Seit dem Umzug der Hufeland-Oberschule in die nahe gelegene Walter-Friedrich-Straße steht das alte Schulgebäude leer. Die Sporthalle war noch bis Frühjahr 2020 für Vereine nutzbar.

Die Baumaßnahme wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen für den Bezirk Pankow umgesetzt.

heilen / 11.10.2020
Rheuma – was ist das?

Viele denken bei Rheuma an eine Erkrankung im höheren Alter. Aber auch Kinder oder Jugendliche können schon betroffen sein. Der Begriff Rheuma fasst verschiedene Erkrankungen zusammen, wie zum Beispiel entzündliche Verschleißerkrankungen von Gelenken und Wirbelsäule („Arthrosen“) sowie Stoffwechselerkrankungen des Knochens. Wir haben Dr. med. Daniel Haselbusch, Oberarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch und einer der Leiter des Kinderrheumazentrums, anlässlich des weltweiten Rheuma-Tages am 12. Oktober interviewt:

Herr Dr. Haselbusch, was ist Rheuma?
Dr. Haselbusch: Der Name Rheuma stammt aus der Medizin des griechischen Altertums. Es wird von „rheo“, das heißt „ich fließe“, abgeleitet und bezeichnet alle durch den Körper ziehenden Schmerzen. Man nennt Rheuma auch „Die Erkrankung mit den tausend Gesichtern“. Anfangs sind die Beschwerden häufig diskret und vielseitig. Patienten klagen über allgemeine Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Unwohlsein. Die Körpertemperatur kann erhöht sein. Insbesondere bei kleinen Kindern fällt zwischenzeitlich „Laufunlust“ und erneutes „wieder Tragen gewollt werden“ auf. Im weiteren Verlauf sind meistens Gelenksymptome wie Schwellung, Überwärmung, Bewegungsschmerz und Bewegungseinschränkung auffällig. Die chronische Krankheit verläuft in Schüben und kann neben allen großen Gelenken wie Hüft-, Knie-, Sprung-, Schulter-, Ellenbogen- und Handgelenk auch kleine Finger- und Zehengelenke sowie Kiefergelenke und die Wirbelsäule betreffen. Eine Beteiligung innerer Organe wie Herz, Leber, Niere oder Lunge kommt bei einigen Sonderformen rheumatischer Erkrankungen vor.

Wie kann man Rheuma behandeln?
Wichtig ist, die Erkrankung zu erkennen, um den Betroffenen zielgerichtet helfen zu können. In unserem Kinderrheumazentrum verfolgen wir drei Behandlungsziele in der Akut- und Basistherapie: Schmerzen lindern, Entzündungen bekämpfen, Gelenkfehlstellungen vorbeugen. Medikamentöse Behandlung wird durch geeignete Physiotherapie ergänzt. Sie umfasst aktive und passive Bewegungsübungen, Gymnastik, Packungen, Bäder, Elektrotherapie, Massagen, Manualtherapie und Ultraschall. Die Gymnastik steht dabei im Vordergrund.

Was ist das Besondere bei Rheuma, wenn die Erkrankung Kinder oder Jugendliche trifft?
Im Kindesalter sind Krankheiten des rheumatischen Formenkreises erheblich seltener als bei Erwachsenen. Symptome sind oft unspezifisch und nicht auf den ersten Blick erkennbar. Die Kenntnis der Symptome - verbunden mit der umgehenden Diagnose - ist aber wichtig, weil sich mittels frühzeitiger Behandlung Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und dauerhafte Gelenkschäden vermeiden lassen. Unser Team aus Kinderärzten, Kinderkrankenschwestern, Physio- und Ergotherapeuten, Motopäden, Psychologen und Sozialarbeitern bildet seit vielen Jahren eines der bundesweit größten Kinderrheumazentren. Wir betreuen die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen im Alter von 0 bis 18 Jahren in allen Krankheitsphasen und in enger Zusammenarbeit mit unserer kinderrheumatologischen Fachambulanz.

Welche Symptome deuten auf eine Rheumaerkrankung?
Je jünger die Kinder sind, desto unspezifischer können Symptome oder Symptomkombinationen sein. Eltern und Patienten berichten von Abgeschlagenheit, Fieber, Hauteffloreszenzen, Hinken, Bewegungseinschränkung bis hin zur Laufverweigerung. Oft sind auch eines oder mehrerer Gelenke angeschwollen oder überwärmt. Auch die Morgensteifigkeit kann auftreten. Betroffene Kinder hören manchmal, dass sie sich nicht so anstellen sollen und für Rheuma ja viel zu jung sind. Das ist bis zur richtigen Diagnose oft ein schwerer Weg für sie.

Welche Diagnostik bieten Sie an?
Unser Kinderrheumazentrum ist eines der Schwerpunktzentren in Deutschland. Spezifische immunologisch-rheumatologische Labordiagnostik und alle modernen bildgebenden Verfahren, darunter Gelenk- und Weichteilsonographie, Computer-, Kernspintomographie (CT, MRT) und Szintigraphie, gehören zu unseren speziellen diagnostischen Möglichkeiten.

Welche Therapieverfahren gibt es?
Gelenkpunktionen mit intraartikulärer Medikamenteninstillation unter Anwendung schmerzfreier und schonender Narkoseverfahren sowie spezifisch antirheumatische Therapie unter Anwendung konventioneller und biotechnologischer Therapeutika. Ganz wichtig sind Seite Physio-, Ergo- und Mototherapie. Begleitet werden die betroffenen Kinder und Jugendlichen durch Psychologen, Sozialarbeiter und Initiativen wie z.B. der Rheumaliga.

Welche komplementären Maßnahmen können helfen?
Möglich sind die Teilnahme an internationalen multizentrischen Therapieoptimierungsstudien. Eine Übergangssprechstunde für Jugendliche und junge Erwachsene gibt es in Zusammenarbeit mit der Erwachsenen-Rheumatologie. Auch die Kieferorthopädische Mitbetreuung, Rheumaschulungen und Beratung in unserem Elterncafé gemeinsam mit der Rheumaliga Berlin e.V. gehören zum Angebot.

Gut zu wissen: Der Welt-Rheuma-Tag der Deutschen Rheuma-Liga, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, ist 2020 dem Engagement der 10.000 Ehrenamtlichen gewidmet, die für den Verband bundesweit im Einsatz und oft selbst von der chronischen Erkrankung betroffen sind.

www.rheuma-liga.de

Kontakt
Helios Klinikum Berlin-Buch
Kinder- und Jugendmedizin
Chefarzt: Priv.-Doz. Dr. med. Patrick Hundsdörfer
T (030) 9401-14500
Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin

Dr. med. Daniel Haselbusch und Dr. med. Ralf Trauzeddel Oberärzte
Schwerpunkt pädiatrische Rheumatologie
daniel.haselbusch@helios-gesundheit.de
ralf.trauzeddel@helios-gesundheit.de

www.helios-gesundheit.de

heilen / 08.10.2020
Wir lassen uns impfen – #Für Dich!

Im Rahmen der Kampagne #Für Dich! der Helios Kliniken Region Ost werden Mitarbeiter sowie die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen. (Foto: Dorothee Sykora/Helios Kliniken)
Im Rahmen der Kampagne #Für Dich! der Helios Kliniken Region Ost werden Mitarbeiter sowie die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen. (Foto: Dorothee Sykora/Helios Kliniken)

Ärzte raten zur Grippeschutzimpfung

Die Erkältungs- und Grippesaison steht vor der Tür – und es ist noch nicht vorhersehbar, welche Folgen es hat, sich mit gleich beiden Viren zu infizieren - dem Grippevirus UND dem Coronavirus. Damit das Grippevirus im Rahmen der COVID-19-Pandemie nicht zum zusätzlichen Belastungsfaktor wird, empfehlen Helios-Ärzte die Grippeschutzimpfung. Im Rahmen der Kampagne #Für Dich! der Helios Kliniken Region Ost werden Mitarbeiter sowie die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Helios Klinikum Berlin-Buch sind tagtäglich für die Gesundheit der Patienten im Einsatz. Mit der Grippeimpfung schützen sie ihr eigenes soziales Umfeld, sich selbst und ihre Patienten. Entsprechend ruft das Helios Klinikum Berlin-Buch dazu auf, an der kostenfreien Grippeschutzimpfung am Arbeitsplatz teilzunehmen.

„Gerade in diesem Jahr wollen wir stark sein für alle, die uns brauchen. Wir haben ein effektives Sicherheitskonzept, um unsere Mitarbeiter bestmöglich gegen eine Ansteckung mit COVID-19 zu schützen. Mit der Grippe-Imfkampagne #Für Dich möchten wir als Arbeitgeber einen weiteren Beitrag zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten,“ sagt Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im Helios Klinikum Berlin-Buch. „Außerdem möchten wir mit der Grippeschutz-Aktion sicherstellen, dass wir jederzeit die medizinische und pflegerische Versorgung unserer Patienten garantieren können“, ergänzt er.

Warum ist die Grippeschutzimpfung jetzt besonders wichtig?
„In der kommenden Herbst-/Wintersaison ist es wichtig, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Diese Impfung bietet zwar keinen Schutz vor dem Coronavirus. Aber es wird erwartet, dass die Krankenhäuser sich zum Herbst wieder mehr mit COVID-19-Patienten füllen werden - zusätzliche Grippekranke könnten das Gesundheitssystem überfordern,“ sagt PD Dr. Irit Nachtigall, Infektiologin und Regionalhygienikerin für die Helios Region Ost.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Grippeschutzimpfung?
„Am besten im Oktober oder November vor Beginn der Erkältungszeit. Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage bis zum Aufbau eines ausreichenden Schutzes. Danach hält dieser zirca sechs Monate. Eine Auffrischung innerhalb der Saison ist nicht nötig,“ sagt Dr. Nachtigall. Zunächst sei es dabei wichtig, die Risikogruppen zu impfen. „Das betrifft ältere Menschen, Schwangere und solche mit Vorerkrankungen. Es wird auch für Kinder diskutiert, vor allem als indirekter Schutz für die älteren Menschen“, ergänzt sie.

Nachfrage nach Grippeschutzimpfung steigt – Helios hat vorgesorgt
Wenn sich jede Person der Risikogruppen konsequent impfen ließe, müsste laut Robert-Koch-Institut in Deutschland rund 40 Millionen Mal geimpft werden. Auf dem deutschen Markt sind 25 Millionen Impfdosen verfügbar. Helios hat diese Entwicklung frühzeitig erkannt und die Bestellmengen gegenüber den Vorjahren erhöht.
 
#Für Dich: Schütze Dich und andere – lass Dich impfen!
Mehr Infos auch auf der Kampagnenwebsite: www.helios-gesundheit.de/helios-move/krankheitsbilder/grippeschutzkampage-fuer-dich/
 
Grippeschutz-Impftermin vereinbaren
Die Poliklinik am Helios Klinikum Berlin-Buch mit ihren 16 Fachbereichen und mehr als 70 Ärzten bietet medizinische Versorgung auf höchstem Niveau. Bei den Hausärzten der Poliklinik kann jederzeit ein Impftermin vereinbart werden.
www.helios-gesundheit.de/ambulant/berlin-buch-poliklinik-am-helios-klinikum-berlin-buch-fachaerzte/sprechzeiten-und-termine/
 
Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in mehr als 60 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren sowie einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 55.000 stationäre und über 144.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Hauttumorzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DDG“ zertifiziert.
 Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.
In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 123 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sieben Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland fast 69.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro.
Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

www.helios-gesundheit.de

forschen / 08.10.2020
"Corona, Krebs und Co – Herausforderungen der Medizin in der Gesundheitsstadt Berlin" (Folge 5 des LNDW-Podcasts)

Gäste und Moderator der fünften Folge des LNDW-Podcasts, von links: Thomas Prinzler, Prof. Dr. Christian Hackenberger, Dr. Jobst Röhmel und Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger.  (Foto: LNDW/LHLK 2020)
Gäste und Moderator der fünften Folge des LNDW-Podcasts, von links: Thomas Prinzler, Prof. Dr. Christian Hackenberger, Dr. Jobst Röhmel und Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger. (Foto: LNDW/LHLK 2020)

Die Gesundheitsforschung in Berlin gehört zur internationalen Spitze. In den drei Universitäten und den zahlreichen Forschungsinstituten der Stadt werden neue Therapien entwickelt, mit denen Krankheiten schonender und zugleich effektiver bekämpft werden können. In der 5. Ausgabe des LNDW-Podcast stellen wir einige dieser Forschungen vor. Wie es 2020 nicht anders sein kann, werfen wir dabei auch einen Blick auf die aktuelle Corona-Forschung sowie die negativen, aber auch positiven Folgen, die Corona für die Medizinforschung hat.

In der Sendung widmen wir uns dem Trend zur personalisierten bzw. individualisierten Medizin. Wir schauen dabei ebenso auf die aktuelle COVID-19-Forschung in Berlin wie auf Entwicklungen in der Krebs- und Herzforschung. Die Gäste der 5. Ausgabe des LNDW-Podcast sind:

Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger ist Kardiologin und hat eine Universitätsprofessur an der Charité inne mit dem Schwerpunkt Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie, sie leitet die Hochschulambulanz für Kardiologie am ECRC in Buch und ist Leiterin der nicht-invasiven Herzbildgebung im Helios Klinikum Berlin-Buch. Die Forscherin und Medizinerin berichtet in der Sendung, wie der „sanfte Blick ins Herz“ mithilfe der Kardio MRT gelingt, welche Möglichkeiten es gibt, das individuelle Risiko von Herzerkrankungen frühzeitig zu erkennen und wie die Kardio MRT dabei hilft Herzmuskelschäden, die auch COVID-19 auftreten zu können, besser zu verstehen.

Dr. Jobst Röhmel ist Facharzt an der Kinderklinik m. S. Pneumologie und Immunologie an der Charité und Mitarbeiter des Projekts „Der Simulierte Mensch“. In diesem Projekt arbeiten Mediziner*innen und Biotechnolog*innen gemeinsam daran, die Funktionen menschlicher Zellen und Gewebe mit neuen Technologien nachzuahmen, um so Wirkstoffe testen zu können, die besser und auch individueller sind. Das Projekt wird zwar erst ab 2023 mit einem Campus-Neubau in Berlin-Wedding durchstarten, doch gibt es erste Zusammenarbeiten zwischen den Forschenden. Dr. Röhmel berichtet in der Sendung über die „Charité Corona Cross“-Studie, die erstmals Hinweise darauf lieferte, dass Patient*innen, die schon einmal eine Infektion mit einem Coronavirus durchgemacht haben, auch gegenüber Covid-19 zumindest eine Teil-Immunität aufgebaut haben können.

Prof. Dr. Christian Hackenberger ist Chemiker und Leiter des Bereichs „Chemische Biologie“ am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP). Er erklärt in der Sendung, wie mithilfe bioaktiver Moleküle neue Wirkstoffe für die Behandlung, Prävention oder Diagnose von Krankheiten geschaffen werden können. Unter anderem hat er mit seinem Team eine Methode entwickelt, mit der Krebszellen so gezielt bekämpft werden können, dass kaum noch Nebenwirkungen auftreten. Zudem hat er mit Forscher*innen Berliner Universitäten und Institutionen eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe (körperfremde) Viren mit einem (körpereigenen) Virus bekämpft werden können. Mit dieser Methode könnten künftig ebenso Grippe-Viren bekämpft werden wie das neue SARS-CoV-2-Virus.

In der 6. Folge erfahren die Hörer*innen des Podcasts etwas über das Laserschwert der Jedis, über Cobots und was Berlin Adlershof mit Hollywood zu tun hat: Es geht um exzellente Berliner Forschung zu Optik und Photonik.

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06.10.2020
Vom Feind manipuliert

Ein Team am MDC hat eine bisher unerwartete Rolle des Transkriptionsfaktors C/EBP bei der Reifung und immunogenen Funktionalität von dendritischen Zellen (in rot) der Maus entschlüsselt. © AG Rehm/Höpken, MD
Ein Team am MDC hat eine bisher unerwartete Rolle des Transkriptionsfaktors C/EBP bei der Reifung und immunogenen Funktionalität von dendritischen Zellen (in rot) der Maus entschlüsselt. © AG Rehm/Höpken, MD

Bestimmte Zellen des Immunsystems können Tumore für die körpereigene Abwehr gut sichtbar machen – würden Krebszellen sie nicht daran hindern. Forschende u.a. des MDC und ECRC publizieren nun gemeinsam in PNAS, wie Tumore Immunzellen in ihrer unmittelbaren Umgebung blockieren.

Dendritische Zellen sind für die Abwehr von Viren, Bakterien und auch Tumorzellen sehr wichtig, weil sie Merkmale fremder Zellen, die Fremdantigene, aufnehmen, um sie dem Immunsystem zu präsentieren. Aber nur eine ausgereifte dendritische Zelle kann dies –und schafft es darüber eine schützende Immunantwort auszulösen. Ist sie unreif fördert sie dagegen eine Immuntoleranz. In der Umgebung von Lymphomen und Leukämien – Krebserkrankungen des lymphatischen Systems – fand das Team um die Forschenden Dr. Uta Höpken und Dr. Armin Rehm vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) jedoch erstaunlich viele unreife dendritische Zellen.

„Unreif unterstützen sie sogar noch das Tumorwachstum, durch Freisetzung bestimmter Botenstoffe“, erklärt Höpken. In Kontakt mit Tumorzellen sei der Transkriptionsfaktor C/EBPβ hochreguliert, was die Reifung der dendritischen Zellen unterbindet. Der Tumor manipuliert demnach aktiv das Immunsystem von Krebspatient*innen zu seinen Gunsten. Dies zeigt das MDC-Team in Zusammenarbeit unter anderem mit Forschenden der Universitätsmedizin Münster in ihrer aktuellen Publikation im Fachjournal Proceedings National Academy of Science, USA (PNAS). Auch das Experimental and Clinical Research Center (ECRC), eine gemeinsamen Einrichtung von MDC und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, hat an der Studie mitgewirkt. Diese Arbeit wurde von der Wilhelm Sander-Stiftung finanziert.

Molekularer Schalter hält die Balance

Die Mikroumgebung von Tumoren des Lymph- und Blutsystems wird am MDC schon seit vielen Jahren erforscht. Dafür wurden Mausmodelle entwickelt, die Lymphome und Leukämien ausbilden können. Bereits vor einiger Zeit fanden Höpken und Rehm heraus, dass der Transkriptionsfaktor C/EBPβ der entscheidende molekulare Schalter ist, der die Reifung dendritischer Zellen reguliert.

In der neuen Studie zeigen sie, dass bei transgenen Mäusen, denen das Gen für das Schalterprotein fehlt, dendritische Zellen – im Vergleich zu Kontrolltieren – unkontrolliert ausreifen. „Daraus schlossen wir, dass für eine normale Reifung und Funktionalität von dendritischen Zellen dieser Schalter in seiner Aktivität reguliert werden muss“. Ein bestimmter Level des Schalterproteins ist immer vorhanden. „Wir konnten experimentell zeigen, dass ausgereifte dendritische Zellen niedrige C/EBPβ Level aufweisen, während unreife dendritische Zellen hohe C/EBPβ Mengen tragen", erklärt Höpken.

Erst die zeitlich regulierte Entwicklung von einem unreifen in ein reifes Stadium ermöglicht die volle Funktionstüchtigkeit einer dendritischen Zelle: Die unreife Zelle nimmt Fremdantigene auf, die gereifte präsentiert das verarbeitete Antigen.

Der komplette Verlust von C/EBPβ führte dazu, dass dieser Zelltyp unkontrolliert ausreifte, sodass er nur noch verringert Fremdantigene aufnehmen konnte. Tumorzellen können aktiv in diesen Regelungsprozess eingreifen. Sie blockieren die körpereigene Immunabwehr, indem sie durch Hochregulation von C/EBPβ die Ausreifung verhindern. „Die zeitliche Balance dieser Schalteraktivität ist somit ganz entscheidend für die Funktionstüchtigkeit dieser Zellen“, sagt Höpken.

Wirkung der mTOR-Signalweg Hemmung bei Krebs neu interpretiert

Nicht nur dendritische Zellen verfügen über diesen molekularen Schalter. Er reguliert auch Genexpression, Reifung und Vermehrung vieler anderer Körperzellen – so auch der Tumorzellen selbst. Mit Medikamenten wie dem Immunsuppressivum Rapamycin lässt sich C/EBPβ-Produktion regelrecht stilllegen. Denn die Bildung des Schalterproteins wird wesentlich über den mTOR-Signalweg reguliert – und diesen blockiert das Immunsuppressivum.

„Inhibitoren des mTOR-Signalweges wurden in der Krebstherapie wegen ihrer Zellwachstum hemmenden Wirkung schon eingesetzt. Doch bisher dachte man, dass die Wirkung ausschließlich auf die Tumorzellen selbst oder die Gefäßzellen im Tumor beschränkt ist“, sagt Rehm. „Aufgrund unserer Untersuchungen nehmen wir an, dass mTOR-Blocker über den gleichen Mechanismus auch auf die Immunzellen in unmittelbarer Nähe des Tumors wirken.“ Die Unterdrückung der C/EBPβ-Aktivität in dendritischen Zellen hat damit zwei therapeutische Effekte: Zum einen wird so die Ausschüttung von Botenstoffen und Wachstumsfaktoren unterbunden, welche die Lymphomzellen fördern. Zum anderen unterstützt die Ausreifung auch die Aktivierung von anderen schützenden Immunzellen.

Tumor-Mikroumgebung als neues Target für die Krebstherapie

„Wir wissen heute, dass Tumorzellen allein nicht existieren können. Nicht einmal sehr aggressive Lymphome. Sie benötigen Unterstützung aus ihrer nächsten Umgebung, und das wurde lange unterschätzt“, betont Rehm. „Aber die Mikroumgebung des Tumors – so, unsere Hypothese – fördert eben leider auch Rezidive.“ Auch nach einer erfolgreichen Chemotherapie bleiben häufig einzelne Tumorstammzellen zurück sowie Stromazellen, die Stützfunktionen im Gewebe ausüben. In dieser Nische könne die Erkrankung erneut aufflammen. „Möglicherweise wird das Wachstum von versprengten Tumorzellen durch Stromazellen und molekulare Schalter wie dem Transkriptionsfaktor C/EBPb dendritischer Zellen unterstützt."

Die Ausreifung stimulieren

Die Reifung dendritischer Zellen zu unterstützen, könnte ein komplementärer Ansatz für die Krebstherapie sein. Es gibt bereits Medikamente, die den Reifestatus dieser Zellen verbessern, indem sie an Oberflächenrezeptoren, wie den bekannten Toll-like-Rezeptoren, andocken. Eine begleitende, immunstärkende Behandlung mit solchen Mitteln während einer Chemo- oder Antikörpertherapie wäre demnach sehr nützlich. „Das Problem der Reifeblockade von dendritischen Zellen ist klinisch erkannt“, sagt Rehm abschließend. „Wir haben damit ein neues Angriffsziel gefunden und gezeigt, dass es sinnvoll ist in diesen Prozess einzugreifen. Das ist ein Anstoß für Wirkstoff- und Targetscreening von Pharmafirmen.“

Weiterführende Informationen

Pressemitteilung auf der MDC-Website lesen

Der Unterschied bei Lymphdrüsenkrebs

Literatur

Florian Scholz et al.(2020): „The transcription factor C/EBPβ orchestrates dendritic cell maturation and functionality under homeostatic and malignant conditions
“, PNAS, DOI: 10.1073/pnas.2008883117

www.mdc-berlin.de

heilen, bilden / 02.10.2020
Ausbildungsstart am Helios Bildungszentrum Berlin

42 Auszubildenden starten am Helios Bildungszentrum in den Zukunftsjob Pflege. (Foto: Birgit Gugath/Helios Kliniken)
42 Auszubildenden starten am Helios Bildungszentrum in den Zukunftsjob Pflege. (Foto: Birgit Gugath/Helios Kliniken)

42 Auszubildende wollen Pflegefachmann oder -frau werden: Der abwechslungsreiche Unterricht startet im „neuen Normal“Start in Richtung Zukunftsjob zu Corona-Zeiten – das bringt für viele doppelte Aufregung, auch im Helios Bildungszentrum. Zum zweiten Mal beginnt hier die neue generalistische Pflegeausbildung, aber diesmal wieder mit Live-Unterricht – wenn auch mit Masken, Mindestabstand und E-Learning im Gepäck.

Das „neue Normal“ im Helios Bildungszentrum Berlin am Leipziger Platz heißt, dass das Lernen und Treffen mit Lehrkräften und den anderen Azubis wieder möglich ist: Für die künftigen Pflegeberufler gelten im Präsenzunterricht natürlich spezielle Hygieneregeln. Das Team vom Bildungszentrum ist mit modernster Ausstattung bestens auf eine Mischung aus Präsenz- und virtuellen Lehrformen vorbereitet, falls es erforderlich sein sollte. Bereits im April mussten die ersten Azubis Pflegefachmann/-frau ihre Ausbildung in diesem Format starten. „Die vergangenen Monate haben dazu beigetragen, dass dieses wichtige Berufsfeld der Pflegeberufe sichtbarer geworden ist und von großen Teilen der Gesellschaft mehr Wertschätzung erfährt. Ob das Virus letztlich auch bewirkt, dass mehr Menschen eine Ausbildung in einem wirklich systemrelevanten Bereich wie der Pflege absolvieren wollen, wird die Zukunft zeigen,“ sagt Petra Müller, Leiterin Helios Bildungszentrum.

Die 42 neuen Auszubildenden, sowie alle 275 weiteren Azubis in unterschiedlichen Gesundheitsberufen können sich am Bildungszentrum vollkommen auf die theoretischen Inhalte ihrer Ausbildung konzentrieren. In den Praxisphasen geht es auch für die „Neuen“ ins Helios Klinikum Berlin-Buch und ins Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin-Zehlendorf.„Moderne Pflege braucht gut ausgebildete Teamplayer: Wir begrüßen die neuen Teammitglieder ganz herzlich und wünschen eine spannende Ausbildungszeit! Wer jetzt bei uns eine Ausbildung beginnt, weiß genau wie wichtig und abwechslungsreich der Pflegeberuf sein kann. Wir gratulieren zu dieser Entscheidung zum Zukunftsberuf,“ sagt Sylvia Lehman, Pflegedirektorin im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Vielseite Chancen und sicherer Job: die Pflegeausbildung Mit dem aktuellen Jahrgang startetam Helios Bildungszentrum Berlin die zweite Generation Azubis in der generalistischen Pflegeausbildung. Hierbei werden die drei bisherigen Berufsbilder Altenpfleger_in, Gesundheits-und Krankenpfleger_in und Gesundheits-und Kinderkrankenpfleger_in zu einem neuen, generalistischem Beruf gebündelt.

Absolventen erhalten auf diese Weise bessere berufliche Weiterentwicklungs-und Aufstiegsmöglichkeiten, eine höhere Flexibilität in der Jobwahl und eine EU-weite Anerkennung des Abschlusses.„Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, hat einen Beruf mit sichererPerspektive. Helios Ziel ist es, nach erfolgreichem Abschluss die Nachwuchstalente zu übernehmen“, ergänztPetra Müller.

Ausbildung gesucht? Komm ins Team!

Interessierte Schulabgänger oder Quereinsteiger können gerne jederzeit via Online-Express-Bewerbung mit uns Kontakt aufnehmen. Eine Rückmeldung erfolgt innerhalb von 60 Minuten

Link zum Online-Formular: https://www.helios-gesundheit.de/karriere/werde-pflegekraft/expressbewerbung/

Bildungszentrum: www.helios-gesundheit.de/bildungszentrum-berlin

 

leben, bilden / 30.09.2020
Das Schülerlabor wird zum Ferienlabor!

Wolle natürlich färben (Foto: Gläsernes Labor)
Wolle natürlich färben (Foto: Gläsernes Labor)

In den Herbstferien wird im Gläsernen Labor vom Nachwuchs experimentiert und geforscht

Kinder zwischen 6 und 14 Jahren gehen im Gläsernen Labor vom 12. - 23. Oktober wieder naturwissenschaftlichen Fragen auf unterhaltsame und lehrreiche Weise auf den Grund. Im Kurs "Elektronen flitzen" erfahren die Kinder und Jugendlichen, wie man elektrische Energie gewinnen kann. Vor allem dürfen sie in diesem Zusammenhang ausnahmsweise Computer und andere elektronische Geräte in ihre Bestandteile zerlegen, um die Funktion der Bauteile zu testen. Die Kurse thematisieren Keime, und was man gegen sie tun kann, ermöglichen, einen Heißluftballon zu testen oder die winzigen Bewohner von "Megastaaten" unter dem Mikroskop zu beobachten. In einem Kurs begeben sich die Teilnehmenden auf die Suche nach dem verschwundenen Mr. Bean, indem sie naturwissenschaftliche Methoden zu Hilfe nehmen. Weitere Kurse bieten an, Wohlfühlkosmetik selbst herzustellen, Wolle natürlich zu färben oder Helloween mit der Kräuterhexe zu feiern - ganz im Zeichen der Ferien im Herbst.

In zwei der Ganztagskurse sind noch Plätze frei:

14.10.2020  Die bunte Wolle

09:00 bis 16:00 Uhr
Aus was besteht unsere Kleidung und wie erhalten sie die Farben? Wie kann man Wolle natürlich färben? Geht das auch in bunt? Stelle verschiedene Färbelösungen her mit denen du färben und zeichnen kannst. Am Nachmittag wird die fertige Wolle dann verarbeitet.

Für Kinder von 10 bis 14 Jahren.


15.10.2020 Wintervögel

09:00 bis 16:00 Uhr
Was machen Spatz und Storch im Herbst und Winter? Wir lernen mit kleinen Versuchen und Spielen etwas über die beiden Vogelarten.

Für Kinder von 6 bis 10 Jahren.

www.forscherferien-berlin.de