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forschen, bilden / 06.03.2026
Viele Preise bei „Jugend forscht” in Berlin-Buch

Foto: Peter Himsel
Foto: Peter Himsel

Es ging um Teichwasser, Pestizide und Chili im Boden: Beim regionalen Wettbewerb von „Jugend forscht“ präsentierten 85 Schüler*innen auf dem Campus Berlin-Buch 43 Projekte. Unter dem Motto „Maximale Perspektive“ hatten sie sich mit Neugier und kreativen Ideen ganz realen Herausforderungen gestellt.

Carlo ging jeden Tag auf dem Weg zur Schule an einem Teich vorbei. Er fragte sich immer, wie sauber das Wasser darin wohl sei. Cosima wollte wissen, ob Pestizide die Populationen einer Bakterienart dezimieren, die im Boden für die Stickstofffixierung wichtig sind. Und Fin wollte herausfinden, ob Capsaicin – der Hauptwirkstoff von Chili, der auf der Zunge brennt und kribbelt – das Wachstum von Gemüse beeinflussen kann.

Es sind nur ein paar der von Neugier getriebenen Fragen, die Berliner Schüler*innen in Projekte verwandelt haben, die sie am 25. Februar 2026 beim regionalen Wissenschaftswettbewerb „Jugend forscht“ im Max Delbrück Communications Center (MDC.C) auf dem Campus Berlin-Buch präsentierten. 

Um zukunftsorientiertes Denken zu fördern, lautete das diesjährige Motto „Maximale Perspektive“. Die Schüler*innen konnten Projekte aus den Bereichen Biologie, Chemie, Physik oder Technik einreichen, die innovative Lösungen für gesellschaftliche Probleme bieten, und dabei ihr kreatives und kritisches Denken beweisen. 

Spaß und Neugier sind entscheidend

Ulrich Scheller, Leiter des Campus Berlin-Buch, eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßungsrede. Er ermunterte die Schüler*innen, „Spaß zu haben und immer neugierig zu bleiben“. Im Laufe des Nachmittags stellten insgesamt 85 Schüler*innen im Alter zwischen 8 und 20 Jahren ihre 43 wissenschaftlichen Projekte den Jurymitgliedern und dem Publikum vor.

Carlo, ein Sechstklässler, hatte eine schwimmende Plattform mit einem Loch gebaut, durch die er das Teichwasser mit verschiedenen Sonden auf den Säuregehalt und andere Schadstoffe testen konnte. Cosima hatte herausgefunden, dass das Pestizid Glyphosat – ein gängiges Unkrautvernichtungsmittel – eine Bakterienart schädigen kann, die für die Stickstofffixierung im Boden wichtig ist. Und Fin hatte beobachtet, dass Capsaicin, wenn es dem Boden zugesetzt wird, das Wurzelwachstum von Gartenkresse hemmt.

Oft hatten persönliche Erlebnisse die Schüler*innen zu ihren Projekten inspiriert. Ein Team des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums beispielsweise hatte eine Kamerahalterung für eine Drohne gebaut, mit der sich detailliertere Bilder von Menschen aufnehmen lassen als mit vielen handelsüblichen Kameras. Die Idee dazu kam von einem Schüler, dessen Großeltern eine Überschwemmung miterlebt hatten. Die Rettungskräfte hatten die Menschen, die damals evakuiert werden mussten, nur schwer finden können.

Mehrere Schüler*innen äußerten sich bestürzt über die zunehmende Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll – was ihr Interesse geweckt hatte, biologisch abbaubare Kunststoffe zu entwickeln.

Forschung beginnt mit Fragen

Vor der Preisverleihung am Freitag, dem 27. Februar, konnten alle Interessierten an einem Experimentierkurs im Gläsernen Labor und an mehreren Führungen teilnehmen – durch Labore des Max Delbrück Center, des Leibniz-Forschungsi2nstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) und des Campusunternehmens FyoniBio.

Am Nachmittag vergab die Jury die Preise, darunter Geld, Abonnements für wissenschaftliche Zeitschriften und Besuche von Ausstellungen – in zwei separaten Altersgruppen „Jugend forscht Junior“ und „Jugend forscht“ sowie in verschiedenen Kategorien: Biologie, Chemie, Physik, Technik. Außerdem wurde ein Sonderpreis in der Kategorie Interdisziplinär vergeben. Die Erstplatzierten haben sich für den Landeswettbewerb an der Technischen Universität Berlin qualifiziert.

Darüber hinaus gab es mehrere Sonderpreise in allen naturwissenschaftlichen Kategorien und Extra-Kategorien wie Umwelttechnik und Engagement. Gesponsert hatten diese Preise unter anderem das Max Delbrück Center, das FMP, das Experimental and Clinical Research Center (ECRC), das Gläserne Labor und der Campus Berlin-Buch.

„Wir freuen uns sehr, dass wir die Begeisterung junger Menschen für die Wissenschaft wecken können“, sagte Kirsten Bodensiek, die Administrative Vorständin des Max Delbrück Center, während der Feierstunde zu den Schüler*innen. „Wissenschaft beginnt nicht mit Antworten, sondern mit klugen Fragen. Mit euren Projekten leistet ihr einen Beitrag zur Wissenschaft von morgen.“

„Es ist wirklich toll, euch jedes Jahr hier zu sehen“, fügte Dr. Henning Otto, Wissenschaftlicher Referent am FMP, hinzu. „Ihr seid einfach großartig! Wenn ihr eine Karriere in der Wissenschaft anstrebt, dann wählt einen Ort wie diesen – einen wunderbaren Campus mit ganz vielen neugierigen Menschen.“

Die Preisträger:

Biologie

Preisstifterin ist die Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

3. Platz: Marie Thürling, Frieda Kliche, Charlotte Lange
Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium
„Wie verändert sich der Vitamingehalt von Obst durch verschiedene Verarbeitungen?“

3. Platz: Marek Ebert
Käthe-Kollwitz-Gymnasium
„Hydroponik von Anfang an“

2. Platz: Klas Koesling 
Rosa-Luxemburg-Gymnasium
„Verwendung von Kaffeeabfällen zur Herstellung von hochwertigen Tierfutterbestandteilen“

1. Platz: Cosima Höer, Moritz Pasternak
Freie Universität Berlin, Primo-Levi-Gymnasium
„Stickstofffixierende Bodenbakterien – Haben Pestizide und Dünger einen Einfluss?“

Biologie Jugend forscht Junior

3. Platz: Carlo Kühn
Primo-Levi-Gymnasium
„Untersuchung des Kreuzpfuhls“

1. Platz: Leif Neuberger, Oskar Kubitschko, Julian Dietrich
Lessing-Gymnasium
„Stopp den Schimmel – Naturfarben im Test“

Der 2. Platz wurde nicht vergeben.

Chemie

Preisstifter ist der Fonds der Chemischen Industrie im Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI).

3. Platz: Cedric Neuberger
Lessing-Gymnasium
„Atemkalk ­– Unser Klimaretter?“

2. Platz: Pepe Fynn Jost, Sarah Herrmann, Anna Skrabania
Primo-Levi-Gymnasium 
„Eigenbau eines Gaschromatographen“

1. Platz: Giulia-Matilda Oettel
Lessing-Gymnasium
„Self-Healignin – Entwicklung eines faserverstärkenden Thermoplasts auf Ligninbasis“

Chemie Jugend forscht Junior 

1. Platz: Lina Ebert
Heinrich-Roller-Grundschule
„Der Curry-Fleck muss weg!“

Physik

Preisstifterin ist die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

3. Platz: Vico Grollmus, Maria Anufrieva 
Primo-Levi-Gymnasium
„3D-gedrucktes Interferometer für Schülerexperimente“

2. Platz: Magnus Vogel
Robert-Havemann-Gymnasium
„Aufbau, Kalibrierung und Nutzung eines 3m-Radioteleskops“

1. Platz: Kari Linnea Geisinger
Herder-Gymnasium
„Der Teebeutel-Oszillator“

Physik Jugend forscht Junior

1. Platz: Lino Phielipeit, Simon Wiese
Primo-Levi-Gymnasium
„Tischtennis Reloaded“

Technologie

Preisstifter ist der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI).

3. Platz: Rasmus Wilke
Käthe-Kollwitz-Gymnasium 
„Autonomes Messboot zur Erfassung von Gewässerdaten“

2. Platz: Tony Nguyen 
Käthe-Kollwitz-Gymnasium
„FokusPilot – Lernruhe mit Eigensteuerung“

1. Platz: Conrad Speiser
Rosa-Luxemburg-Gymnasium
„Firebug – Bionischer Infrarotsensor zur intelligenten Branderkennung“

1. Platz / Interdisziplinär: Siddharta Kollar, Iulia Dinu
Käthe-Kollwitz-Gymnasium 
„Sentr: die automatisierte Lösung für Warenlogistik im Supermarkt“

Technologie Jugend forscht Junior

2. Platz: Ryan Bartsch, Rodja Cichos 
Primo-Levi-Gymnasium
„Micro-mouse“

Der 1. Platz wurde nicht vergeben.

Quelle: Max Delbrück Center
Viele Preise bei „Jugend forscht” in Berlin-Buch

Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (Max Delbrück Center)

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