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forschen / 27.03.2026
Friedrich-Stolz-Preis für das Tubulis-Team
Die Fachgruppe Medizinische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und die Fachgruppe Pharmazeutische/Medizinische Chemie der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) haben den Friedrich-Stolz-Preis 2026 an das Team von Tubulis verliehen – einem Spin-off des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (Leibniz-FMP) und der LMU München. Ausgezeichnet wurden Prof. Dr. Christian Hackenberger vom Leibniz-FMP als Mitgründer und Berater sowie Dr. Jonas Helma-Smets, Mitgründer und CSO, Dr. Marc-André Kasper, VP Chemistry and Early Discovery, und Dr. Annette Vogl, VP Biology and Translational Research, von Tubulis.
Der Friedrich-Stolz-Preis würdigt außergewöhnliches Engagement, wissenschaftliche Entdeckungen oder innovative Technologien mit nachgewiesener Relevanz, die zu substanziellen therapeutischen Innovationen oder nachhaltigen Entwicklungen beitragen und über frühe Forschungsphasen hinausgehen.
Das Tubulis-Team wurde für seine P5-Ethynylphosphonamidat-Konjugationschemie ausgezeichnet, die einen neuartigen Typ von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) ermöglicht. Die Konjugationschemie, auch als P5-Labeling bezeichnet, wurde am FMP in der Forschungsgruppe von Christian Hackenberger entwickelt. Diese neue ADC-Klasse zeichnet sich durch außergewöhnliche Plasma-Stabilität, günstige pharmakokinetische Eigenschaften und starke anti-tumorale Wirksamkeit aus. Darauf aufbauend wurden NaPi2b-bindende Exatecan-ADCs mit besonders stabilen Linkern, reduzierter Off-Target-Toxizität und optimierter molekularer Architektur entwickelt. Höhepunkt dieser Arbeit ist der Entwicklungskandidat TUB-040, der in einer klinischen Phase-1-Studie bei Patientinnen mit platinresistentem Ovarialkarzinom vielversprechende Tumorremissionen, eine breite therapeutische Breite und gute Verträglichkeit zeigt. Damit demonstriert die Forschung, wie innovative Chemie direkt in neuartige, potenziell wirksamere Behandlungsoptionen für schwer behandelbare Krebsarten übersetzt werden kann.
Der Preis wird im Gedenken an den Industrieapotheker und Arzneimittelforscher Friedrich Stolz verliehen, dessen visionäre Innovationskraft als Vorbild für anwendungsorientierte, therapeutisch relevante Forschung dient.
Foto: Auszeichnung mit dem Friedrich-Stolz-Preis 2026: Prof. Dr. Stefan Laufer (GDCh), Prof. Dr. Christian Hackenberger, Dr. Annette Vogl, Dr. Jonas Helma-Smets, Dr. Franz von Nussbaum (von links). © GDCh
Quelle: Mitteilung FMP
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