Mit seiner kräftigen Stimme kündigte er Modenschauen, Tanzgruppen und Musikdarbietungen an. So seriös, wie man ihn bei diesem Fest erlebte, gibt er sich bei den „Verspielten“ allerdings nicht. Da ist er Komödiant mit Leib und Seele.
Dass er einmal Schauspieler wird, hatte von dem vor 45 Jahren in Buch geborenen Jörg-Peter Malke niemand erwartet. Die Schauspielerei ist bereits seine dritte Karriere. „Zu DDR-Zeiten arbeitete ich ganz seriös in einer Wohnungsverwaltung“ erzählt er. „Nach dem Mauerfall absolvierte ich dann sogar eine Managerausbildung. Danach habe ich Führungskräfte trainiert.“
Irgendwann merkte Jörg-Peter Malke für sich, dass er etwas anderes machen muss, wenn er nicht völlig ausbrennen will. Er beschloss, Schauspieler zu werden. Durch einen Zufall lernte er eine Agentin kennen. „Die riet mir aber ab. Es gibt genug arbeitslose Schauspieler, sagte sie“, erzählt Malke. Sie nahm ihn dann trotzdem in ihre Kartei auf.
„Der Schauspieldirektor“
2001 kam der langersehnte Anruf, der dem Bucher die erste große Rolle bescheren sollte. Ein Regisseur suchte einen stattlichen Schauspieler mit kräftiger Stimme, der in dem Singspiel „Der Schauspieldirektor“ von Mozart den Theaterdirektor spielen sollte. Malke sprach vor – und wurde sofort engagiert.
Nach diesem erfolgreichen Debüt in einer tragenden Rolle hatte der Bucher „Blut geleckt“. Er absolvierte eine Schauspielausbildung und bekam weitere Engagements. Das alles konnte er allerdings nicht mehr neben seinem Führungstrainer-Job leisten. Darum entschied er sich, 2002 freiberuflicher Schauspieler zu werden. Seit dem hat Jörg-Peter Malke auf Bühnen und in Fernsehateliers viel zu tun. Dem Berliner Publikum ist er zum Beispiel im seiner Rolle des Grafen Kuckucksberg noch sehr gut in Erinnerung. In der Musical-Inszenierung des Comic-Klassikers „Ritter Runkel“ spielte er vor drei Jahren den verruchten Gegenspieler des Digedags-Freundes.
Im Fernsehen war der Bucher u.a. als Jäger in „Schloss Einstein“, als Fietje in der Serie „Der Heiland auf dem Eiland“ und als Gisbert Scholz in „Gute Zeiten-Schlechte Zeiten“ zu sehen.
Neben seiner hauptberuflichen Arbeit als Schauspieler kümmert sich Malke seit einigen Jahren auch um die Nachwuchsarbeit. Im Ortsteil Altglienicke im Südosten von Berlin baute er eine Jugend-Theatergruppe auf, die er engagiert betreut. „Ich spielte aber schon lange mit der Idee, auch in Buch eine Theatergruppe aufzubauen“, so der Schauspieler. Diese Idee stellte er vor zwei Jahren bei einer Bürgerversammlung im Ortsteil vor. Dort waren vor allem ältere Menschen von der Idee begeistert. Der damalige Leiter des Jugendklubs „Der Alte“ bot daraufhin Räume für die Proben an.
Mit den Interessierten wollte Malke zunächst ein Schauspieltraining machen und dann eine Inszenierung erarbeiten. „Von Anfang an war für mich klar: Bei allem soll der Spaß am Theaterspielen im Vordergrund stehen.“
„Die Verspielten“
In der Startphase der Truppe, die sich „Die Verspielten“ nennt, kamen vor allem Senioren zu den Proben, aber auch schon einige Jüngere. Bei den Proben merkte manch einer, dass er doch nicht so aus sich herausgehen kann, wie es für das Theater nötig ist. Andere bekamen mit, das Theaterspielen nicht nur Spaß macht, sondern ernsthafte Arbeit ist – und stiegen aus.
Aus der überwiegend für Senioren geplanten Theatergruppe ist inzwischen ein relativ junges Team geworden. Die „Verspielten“ sind zwischen 20 und 45 Jahre alt. „Unser Neuzugang für unser jüngstes Kurzstück ist sogar erst zehn Jahre alt und übernahm die Rolle des Erzählers im Stück ‚Aschenbrötchen‘“, berichtet Jörg-Peter Malke.
In diesem Zwölf-Minuten-Märchen-Spaß gibt sich der Schauspieler als Komödiant mit Leib und Seele. Er spielt, das dunkle Haar unter einer blonden Perücke versteckt, die weibliche Hauptrolle. Schon bei den Proben musste das Ensemble mehrfach wegen heftiger Lachanfälle unterbrechen. Bei der Premiere vor wenigen Wochen trampelte das Publikum vor Vergnügen mit den Füssen und bog sich vor Lachen.
In anderen Szenen des „Verspielten“-Programms werden die Spannungen in zwischen-menschlichen Beziehungen humorvoll dargestellt. Immer geht es dabei äußerst heiter zu. Mit ihrem Programm tritt Malkes professionelle Freizeit-Theatertruppe in Nachbarschaftshäusern, Kirchengemeinden und Seniorenhäusern auf und sorgt auf freundlich heitere Art für Spass und Nachdenken übers Leben.
Zu seinen Proben trifft sich das Ensemble immer mittwochs ab 18 Uhr in der früheren Kita an der Franz-Schmidt-Straße 8. Laien, die keine Scheu davor haben, sich als Schauspieler vor Publikum zu präsentieren, sind als Neuzugang bei den „Verspielten“ immer willkommen.
Weitere Informationen gibt es bei
Jörg-Peter Malke unter
Tel. 030 - 94 953 115
per E-Mail: j.p.malke@t-online.de
oder im Internet:
www.jpmalke.homepage.t-online.de |
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