Seit Oktober 2005 arbeitet Peter Scholz als selbständiger Projektmanager für den neuen Investor der Einkaufspassage, die Unternehmensgruppe Widerker. Bei Scholz laufen alle Fäden zusammen: die Interessen des Investors, Wünsche der Mieter, Auflagen der Behörden, Termine der Baufirmen – alles muss er unter einen Hut bringen. Oje, denkt man unweigerlich, was für ein nervenaufreibender, undankbarer Job! Nicht für Peter Scholz. „Natürlich ist es manchmal stressig, aber ich versuche immer die Ruhe zu bewahren.“ Das scheint ihm zu gelingen, dass er das Rentenalter bereits überschritten hat, sieht man dem 67-jährigen nicht an.
Hinter seiner Ruhe steckt vor allem jahrzehntelange Erfahrung beim Bau und der Betreibung von technischen Anlagen und Immobilien. Der in Waldheim geborene Sachse hatte zunächst in Dresden Elektrotechnik studiert und dann ein Wirtschaftsfernstudium in Berlin angeschlossen. Er war im Energiebau tätig, hat Getreidesilos und Kraftfutterwerke gebaut und war technischer Direktor des Kühlbetriebs Berlin. 1975, also vor gut dreißig Jahren, führten ihn seine Wege nach Buch. Er war in der Bauleitung des neuen Krankenhauses in der Hobrechtsfelder Chaussee und wurde dessen technischer Leiter.
Offen sein gegenüber Neuem scheint eine seiner wichtigsten Eigenschaften zu sein. So wie er sich nicht scheute, sich quasi als Rentner noch einmal selbständig zu machen, so ging er Mitte der achtziger Jahre als Verwaltungsleiter an die Botschaft in Peking. „Ich hatte einfach Lust, mal was anderes zu machen“, so Scholz. Natürlich konnte er kein Chinesisch und er hatte auch keinen Bezug zu Asien, es hat ihn einfach die Herausforderung gereizt. Von dieser Auslandserfahrung hat er sehr profitiert. „Immerhin kann ich jetzt chinesisch zählen und einkaufen gehen“, lacht er.
Jemand der fünf Jahre in einem ihm völlig fremden Land arbeitet, in Zeiten wo dies keineswegs üblich war - so jemand sollte mit der Wende wohl auch keine Probleme gehabt haben. In der Tat, mit seinen exzellenten Erfahrungen fasste er auch nach dem Ende der DDR leicht Fuß. So fing er 1990 bei der TRIGON-Unternehmensgruppe an. Diese hatte die ostdeutschen Interhotels gekauft. Für das Unternehmen war Scholz Projektleiter für die verschiedensten Bauobjekte, seine Verantwortung reichte vom Grundstückskauf bis zur Schlüsselübergabe. Einkaufszentren in Bernau und Schwedt gehören genauso zu den von ihm gemanagten Projekten wie der Neubau des Rathauses des Stadtbezirkes Berlin-Mitte oder der Umbau des Hotels Maritim pro arte.
Im Jahr 2000 holte ihn der Konsum, der hier ein Einkaufszentrum bauen wollte, nach Buch zurück. Trotz Insolvenz des Konsums im Jahr 2002 konnte der Bau im November 2003 pünktlich fertig gestellt werden. Auch ein Verdienst von Scholz, der sich mit dafür eingesetzt hatte, dass die Schlossparkpassage aus der Insolvenzmasse herausgehalten werden konnte. Scholz arbeitete zwischenzeitlich für den Insolvenzverwalter und nun für die Unternehmensgruppe Widerker. Es sei ein angenehmes Arbeiten, sagt er. Dass der Auftraggeber nicht in Berlin sitze, sei in Zeiten von E-Mail und Telefonkonferenzen kein Problem.
Was ist das Erfolgsrezept seiner Laufbahn? „Ich kann gut auf Leute zugehen. Manchmal muss man einfach nur zuhören und man darf nicht ausrasten. Gerade in schwierigen Zeiten braucht man so ein pastorales, fast seelsorgerisches Element, insbesondere im Gespräch mit Mietern“, sagt er. Ausgleich findet er auch bei seiner Familie, bei den sechs Enkelkindern, im Garten, beim Radfahren. Zur derzeitigen Diskussion über das Rentenalter sagt er: „Jeder sollte so lange arbeiten, wie er will und kann.“ Ob die Schlossparkpassage in Buch sein letztes Projekt sein wird, weiß er noch nicht. „Aber irgendwann ist Schluss, schließlich will ich nicht mit Hundert noch auf der Baustelle stehen.“ So recht mag man ihm das nicht glauben.
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