Er versorgt sie mit Kinderbüchern, Romanen, Gedichtbänden und Sachbüchern. Seinen Buchladen am Röbellweg 14 eröffnete der 51-jährige 1990. „Ich habe Buchhändler von der Picke auf gelernt“, berichtet der Urberliner. „1971 begann ich meine Ausbildung in der Berliner Buchhandelsgesellschaft. Das war ja die einzige, Buchhandelsgesellschaft, die es im Ostteil der Stadt gab.“
Die Buchhandelsgesellschaft hatte mehrere Filialen. Kowarsch war vor allem in der Heinrich-Mann- und in der Kleist-Buchhandlung im Bezirk Pankow eingesetzt. „Da lernte ich auch viele Künstler kennen. Manfred Krug war seinerzeit Stammkunde“, erinnert sich der Buchhändler.
Fast ein Jahrzehnt verkaufte Kowarsch zunächst Bücher. Dann wollte er etwas anderes kennenlernen, sich weiterentwickeln: „Ich merkte, dass mir noch etwas fehlt, wollte mehr über die Arbeit von Buchgestaltern und Lektoren wissen. Auch vermißte ich eine betriebswirtschaftliche Ausbildung.“ So begann er 1979 im Vertrieb des Eulenspiegel-Verlags, wurde dort später Vertriebsleiter.
Der Schritt in die Selbstständigkeit
„Beim Eulenspiegel-Verlag lernte ich sehr viel darüber, wie ein Buch aufgebaut ist, wie es hergestellt wird und an was man alles beim Vertrieb denken muss“ erzählt Kowarsch. Er lernte viele bekannte Autoren kennen, betreute sie beispielsweise auf Buchbasaren. „Sehr gut sind mit aus dieser Zeit Heinz Knobloch und Stefan Heym in Erinnerung.“
Dann kam die Wende. Der Verlag wurde umstrukturiert, der Vertriebsleiter entlassen. „Ich besann mich schnell auf meine Wurzeln“, lächelt Kowarsch. „Seinerzeit gab es in Buch noch keinen Buchladen. Darum fasste ich den Entschluss, mich selbstständig zu machen. Und ein Buchladen in Buch: Das fand ich irgendwie witzig.“
Den Raum für seinem Buchladen fand er am Röbellweg 14. Dort stehen ihm etwa 75 Quadratmeter zur Verfügung. „Auf dieser Fläche kann ich natürlich nur eine kleine Auswahl von dem vorstellen, was an Büchern wirklich erhältlich ist“, erklärt Kowarsch. „Ich habe immer zwischen 7000 und 8000 Bücher im Laden, etwa anderthalb Millionen Bücher sind zurzeit aber lieferbar. Was ich nicht vorrätig habe, kann ich sofort bestellen.“
Was lesen denn die Bucher am liebsten? „Das geht in alle Richtungen“, berichtet der Buchhändler. „Bei den Kindern sind aktuelle Kinderbücher, wie ‚Die wilden Kerle’ oder ‚Die wilden Hühner’ sehr beliebt. Die Mädchen lesen auch gern Bücher, in denen es um Liebe und Aufklärung geht.“
Bücher über Buch sind begehrt
Bei den erwachsenen Buchern werden Hörbücher immer beliebter. „Viele haben aus beruflichen Gründen lange Autofahrten zu absolvieren“, erklärt Kowarsch den Trend. „Da legen sie sich ein Hörbuch in den CD-Player und können beim Autofahren Literatur genießen.“
Bei den Romanen und Sachbüchern orientieren sich viele an den Bestsellerlisten. Besonders freut sich Michael Kowarsch auf das neue Buch von Inréne Némirovsky mit dem Titel „Jesabel“.
„Immer gut laufen in Buch die Sachbücher zur Garten-Themen“, berichtet der Buchhändler. „Aber auch Radwanderkarten sind begehrt.“ Schließlich sind die Bucher nach Meinung von Michael Kowarsch auch sehr heimatverbunden: „Nach wie vor sind die ‚Chronik der Vororte Buch und Karow’ und ‚100 Jahre Buch’ aus dem Jahre 1998 gefragt. Sehr gut läuft im Moment auch ‚Gruß aus Buch’, ein Buch mit Postkarten, das Joachim Nietsch zusammenstellte.“
Mehr über den Buchladen in Buch ist unter Tel. 949 65 59 sowie im Internet www.buchladen-in-buch.de zu erfahren.
An dieser Stelle finden Sie Porträts von Bucher Persönlichkeiten und Einrichtungen, die wir Ihnen vorstellen möchten. Lesen Sie in unserem Archiv die Porträts der vergangenen Monate nach:
Persönlichkeiten:
Einrichtungen:
Juni 2010: Dr. Jens Peter von Kries
Wissenschaftlicher Leiter der Screening Unit am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)