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Bucher Porträts
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Dr. Stefan Schwartze
Administrativer Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC)
Verwaltung im Dienste der Wissenschaft
Zehn Jahre lang machte sich der erfahrene Verwaltungsfachmann Dr. Erwin Jost verdient darum, die Verwaltung des 1992 gegründeten Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) aufzubauen. Nach seiner Pensionierung 2001 war die Suche nach einem Nachfolger schwierig, da die neue Verwaltungsleiterin Frau Dr. Waltraud Kreutz-Gers nach nur einem Jahr in ihr Heimatministerium nach Düsseldorf zurückkehrte.
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Seit 2003 liegen nun die Geschicke der Verwaltung des Hauses in den Händen des 39-jährigen Juristen Dr. Stefan Schwartze. Ganz schön jung, denkt man unweigerlich. „Da haben Sie Recht“, sagt Dr. Schwartze. Üblicherweise stehe ein solcher Posten am Ende einer erfolgreichen Verwaltungslaufbahn. Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, es trotzdem zu versuchen. Mit Erfolg, wie die vergangenen zwei Jahre zeigen.
Dabei hatte der gebürtige Wuppertaler zu Beginn seiner Ausbildung weder etwas mit Naturwissenschaften noch mit Verwaltung am Hut. Er war fasziniert von Kunst und Sprache der Alten Griechen und begann Altphilologie und Geschichte zu studieren. Bald wurde klar, dass er damit nicht viel würde anfangen können, und er schwenkte auf Jura um. In seiner Doktorarbeit widmete er sich aber wieder seinem Lieblingsgebiet und promovierte mit einem Thema aus dem mittelalterlichen Kirchenrecht. Das sei auch eine Weichenstellung gewesen, nicht Anwalt zu werden, „denn Anwälte promovieren mit anderen Themen.“
Stefan Schwartze suchte deshalb nach einem Betätigungsfeld außerhalb der klassischen juristischen Berufe und fing 1998 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn an, wo er damals auch lebte. Er betreute ein neues Nachwuchswissenschaftler-Programm, das es jungen Wissenschaftler zum ersten Mal ermöglichte, eine eigene Stelle einzuwerben und eine Arbeitsgruppe aufzubauen. Er lernte hier viel über die Strukturen der Forschungsförderung in Deutschland.
Nach der „Grundausbildung“ bei der DFG begann er als Referent im Haushaltsreferat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und war dort zuständig für die institutionelle Förderung. „Vom Haushaltsreferat aus konnte ich einen Überblick über das ganze Ministerium gewinnen und war u.a. mit der programmorientierten Förderung der Helmholtz-Gemeinschaft befasst, in deren Rahmen auch das MDC gefördert wird. Ein unschätzbarer Vorteil für meine heutige Arbeit“, sagt er. Als schließlich der Vorsitzende des MDC-Kuratoriums, mit der Frage an ihn herantrat, ob er den Posten des administrativen Vorstandes des MDC übernehmen wolle, habe er kurz gezögert: „Schließlich hing der Umzug meiner ganzen Familie daran.“ Aber dann war schnell klar: „Dies ist mein Traumjob!“
Das sieht Dr. Schwartze auch nach gut zwei Jahren noch so. Seine vielfältigen und komplexen Aufgaben am MDC meistert er mit Besonnenheit, Diplomatie und analytischem Herangehen. „Als Jurist lernt man vor allem, den Kern eines Problems zu erfassen. Das kommt mir im Verwaltungsalltag sehr zugute“, sagt er. Nichts sei bei einem solchen Job schlimmer als sich in Nebensächlichkeiten zu verzetteln.
Sein Motto ist: Die Verwaltung ist für die Wissenschaft da, nicht umgekehrt. Er sagt, dass es die Wissenschaftler schätzen, wenn ihnen der Rücken frei gehalten wird. Dies sieht er als gute Ausgangsbasis, wenn doch gemeinsam über verwaltungstechnische oder finanzielle Fragen entschieden werden müsse. Eine große Herausforderung war es für alle, als mit der programmorientierten Förderung im MDC wie in allen Helmholtz-Zentren die Kosten-Leistungsrechnung eingeführt wurde. „Wir können jetzt genau sagen, wie teuer zum Beispiel ein Käfig im Tierhaus ist“, so Schwartze. Das gebe einen Überblick darüber, was Forschung im Einzelnen koste und schaffe auch innerhalb des Hauses Transparenz.
An Herausforderungen wird es auch in Zukunft für Dr. Schwartze und das MDC keinen Mangel geben. Das MDC will nach Auszug der Robert-Rössle-Klinik in dem frei werdenden Gebäude ein „Experimental and Clinical Research Center“ errichten. Hier sollen Grundlagenforscher und Kliniker in so genannten Schnittstellenlaboren gemeinsam forschen.
Eines seiner Steckenpferde versucht Dr. Schwartze auch in seine Arbeit am MDC mit einzubringen. Er engagiert sich für die Kunstausstellungen, die regelmäßig im Foyer des MDC.C stattfinden. Bei jeder Ausstellungseröffnung ist er mit dabei. „Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft hier am Hause hat mich von Anfang an fasziniert“, sagt er.
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