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Bucher Porträts
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Priv.-Doz. Dr. Monika Schöntube
Chefärztin der II. Kinderklinik Berlin-Buch
Das Kind als ganzen Menschen sehen
Dass das eigene Kind einmal eine schwere Erkrankung wie Leukämie oder Rheuma haben könnte, ist für alle Eltern eine Horrorvorstellung. Wen es aber doch trifft, der wünscht sich eine Kinderärztin wie Dr. Monika Schöntube. Die Wärme und die Sicherheit die von dieser erfahrenen Frau mit den strahlenden blauen Augen ausgehen, vermitteln Hoffnung und Trost in schweren Zeiten. Dr. Schöntube ist mit Leib und Seele Kinderärztin und das sieht und spürt man, wenn man ihr zum ersten Mal begegnet.
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Seit über dreißig Jahren arbeitet Dr. Schöntube in der II. Kinderklinik des Klinikums Buch, heute HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Seit 1991 ist sie dort Chefärztin. Im Juli 2005 wird die 65jährige in den Ruhestand gehen. Sie blickt auf ein erfülltes Berufsleben zurück, bei dem das Wohl der kranken Kinder immer im Mittelpunkt stand.
Ärztin wollte Monika Schöntube schon von Kindesbeinen an werden. „Ich bin praktisch im Krankenhaus aufgewachsen“, erzählt die in Zittau geborene. Der Vater war Chirurg in der Klinik, die Mutter Krankenschwester, man wohnte auf dem Krankenhausgelände. „Bei mir war es wie Goethe schon sagte: Erziehung ist Beispiel und Liebe.“
So studierte sie Medizin in Rostock und machte danach an der Berliner Charité ihre Ausbildung zum Facharzt für Mikrobiologie, das entspricht dem heutigen Facharzt für Infektiologie. Grund für die Wahl dieser Fachrichtung war das Interesse an der Forschung. Insbesondere der Bereich der Immunologie, der damals noch in den Kinderschuhen steckte, wurde zu ihrem Spezialgebiet. Gleichzeitig lag ihr das Schicksal schwerkranker Kinder, für die es zu damaliger Zeit oft keine Heilung gab, am Herzen. In den sechziger Jahren überlebten nur 40 Prozent der an Leukämie erkrankten Kinder, heute sind es 86 Prozent.
Um diesen Kindern helfen zu können, ging Dr. Schöntube 1972 nach Buch und absolvierte hier eine weitere Facharztausbildung - in Kinderheilkunde. „Buch war damals das Mekka der Kinderheilkunde“ erinnert sie sich. Hier war man Vorreiter mit neuen Konzepten zur Behandlung und Pflege von schwerkranken Kindern. Insbesondere ihrem langjährigen Lehrer Dr. Hans Herrmann Schmitz, unter dessen Leitung 1952 die II. Klinik für Kinderheilkunde gegründet wurde, verdankt sie eine hervorragende Ausbildung und die Einstellung, das kranke Kind als ganzen Menschen zu sehen.
Nach der Wende stand das Weiterbestehen der Bucher Kinderkliniken auf der Kippe. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern hat Dr. Schöntube demonstriert, Unterschriften gesammelt und damit erreicht, dass die Klinik weiter bestehen bleibt. Heute hat sich die II. Kinderklinik auf die Behandlung von Neugeborenen, von Kindern mit Rheuma, sowie an Krebs oder Leukämie erkrankten Kindern spezialisiert. Dazu gehören auch ein Sozialpädiatrisches Zentrum, in dem chronisch kranke und behinderte Kinder betreut werden, sowie ambulante Sprechstunden.
Wie geht man damit um, täglich Kinder leiden oder manchmal auch sterben zu sehen? „Ich kann mit meiner Arbeit vielen Kindern - und auch deren Eltern - helfen, das ist eine große Motivation“, so Dr. Schöntube. Für sie sind Kinder eigene Persönlichkeiten, jedes Kind muss man anders ansprechen, da kommt es auf psychologisches Einfühlungsvermögen an. „Und wir haben immer zwei Patienten, das Kind und dessen Eltern“, sagt sie.
Gerade die Eltern seien mit der schweren Erkrankung eines Kindes oft überfordert und am Rand ihrer Kräfte. Um diesen über die Möglichkeiten der Klinik hinaus helfen zu können, hat Dr. Schöntube gemeinsam mit Kollegen und Betroffenen den Verein „ICKE in Buch“e.V., Initiative für chronisch kranke Kinder und deren Eltern, gegründet. Der Verein sammelt Spenden und ermöglicht Eltern kostenlose Übernachtungen in Krankenhausnähe, unterstützt Familien auch finanziell und ermöglicht besondere Therapieformen wie Musiktherapie oder die „Clownsprechstunde“.
Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern und Großmutter von zwei Enkeln verabschiedet sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den Ruhestand. Dinge zu tun, für die sie bis jetzt nur wenig Zeit hatte wie Lesen, in Konzerte, Theater oder Ausstellungen gehen oder ihren Garten in Karow genießen, darauf freut sie sich. An ihren kleinen Patienten hängt sie aber noch und deshalb wird sie sich auch weiterhin im Verein ICKE engagieren und ambulante Sprechstunden weiterführen.
Und was erwartet Dr. Schöntube von ihrem Nachfolger? „Er sollte ein erfahrener Kinderarzt sein, er sollte in der Forschung aktiv sein und – er sollte Kinder lieben.“
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An dieser Stelle finden Sie Porträts von Bucher Persönlichkeiten und Einrichtungen, die wir Ihnen vorstellen möchten. Lesen Sie in unserem Archiv die Porträts der vergangenen Monate nach:
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