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Bucher Porträts
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Dr. Andreas Eckert
Vorstandsvorsitzender der Eckert & Ziegler Medizintechnik AG
Die Kraft des Gründens
„Wissen Sie was überraschend für mein Leben ist“, sagt Dr. Andreas Eckert, „dass ich nie hätte vorhersagen können, wo ich später einmal sein würde.“ So deutete Anfang der Achtziger Jahre, als Eckert in Heidelberg Philosophie und Soziologie studierte, auch nichts darauf hin, dass er einmal Vorstandsvorsitzender einer Medizintechnik AG werden würde. Außer vielleicht sein ausgeprägter Realitätssinn, der ihm schon damals sagte, dass mit diesen Studiengängen wohl kein Geld zu verdienen sei.
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Der 1960 in Westberlin geborene Eckert wählte diese Richtungen trotzdem, weil sie ihn interessierten. Gleichzeitig sah er sich nach Nebenjobs um. Da ihm das Schreiben lag und er gern und oft ins Theater ging, das zu dieser Zeit gerade boomte, begann er als Journalist zu arbeiten und Theaterkritiken für die Deutsche Presse-Agentur zu schreiben.
Mehr aus Zufall bewarb er sich 1985 bei den Vereinten Nationen in New York auf eine Ausschreibung als „Information Officer“ im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und bekam den Job. Die Arbeit war weniger herausfordernd, als er sich erhofft hatte, dafür fand er es umso faszinierender, die amerikanische Mentalität und Gründerkultur kennen zu lernen. „In dieser Zeit in Manhattan kannte ich viele Menschen um die dreißig und die meisten hatten nur ein Ziel – ein Unternehmen zu gründen“, erinnert er sich. Das sei völlig anders als in Deutschland, wo man mit dreißig einen Posten in einem gutsituierten Unternehmen anstrebe, Gründer seien die Deutschen meist nur aus Not. „Die Amerikaner aber gründen aus der Kraft heraus.“
Von dieser amerikanischen Mentalität scheint er einiges aufgesogen zu haben. Als die Mauer fiel, zog es ihn zurück nach Deutschland. Hier standen die Zeichen auf Neuanfang und Eckert sah dies als Chance. „Viele Ostdeutsche wollten oder mussten sich selbständig machen und wussten nicht wie.“ Er gründete eine Businessplan-Schreibagentur und beriet Gründer. Einer davon war der Ingenieur Jürgen Ziegler vom damaligen Institut für Isotopenforschung der Akademie der Wissenschaften in Buch, das sich gerade in der Abwicklung befand.
Das Institut stellte kleinere Mengen schwach radiaktiver Applikatoren für einen speziellen Augentumor her, die das Augenlicht erhalten konnten. Eckert erkannte das Potential dieser und ähnlicher Produkte auf dem weltweiten Markt und gründete 1992 gemeinsam mit Jürgen Ziegler die Berlin-Brandenburgische Isotopen Gesellschaft (BEBIG) mit anfänglich drei Mitarbeitern.
Wie konnte einer, der zunächst weder von Strahlenphysik noch von Betriebswirtschaft eine Ahnung hatte, eines der erfolgreichsten deutschen Medizintechnikunternehmen aufbauen? Andreas Eckert: „Wissen kann sich jeder aus Büchern aneignen – viel wichtiger ist, dass man Biss hat.“ Den hatte er offensichtlich denn heute, zwölf Jahre später ist er Vorstandsvorsitzender der Eckert & Ziegler Medizintechnik AG in Buch, einer Holding von weltweit einem halben Dutzend eigenständigen Tochtergesellschaften mit insgesamt 230 Mitarbeitern. Das börsennotierte Unternehmen hat sich auf schwach radiaktive Strahlenquellen für medizinische und industrielle Zwecke spezialisiert und ist in einigen Bereichen Weltmarktführer. Es wird 2004 einen profitablen Umsatz von etwa 36 Mio. EUR erzielen.
Dr. Andreas Eckert kümmert sich heute vor allem um die Unternehmensentwicklung, trifft strategische Entscheidungen, tätigt Firmenkäufe. Die Dynamik in einem Unternehmen findet er nach wie vor spannend. Er hat sich eine gewisse Leichtigkeit und eine spielerische Art bewahrt, trotz der ernsthaften und schwerwiegenden Entscheidungen, die er oftmals treffen muss. Was sind Eigenschaften eines erfolgreichen Gründers? „Ich kann nur von mir sprechen“, so Eckert „aber ich denke es sind Optimismus, Flexibilität im Denken und Offenheit. Und einen Schuss Gottvertrauen, den braucht man auch.“
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