Dipl.-Ing. Andraes Heuer
Leiter des Heizkraftwerks Buch
"Da habe ich viel Energie hinein gesteckt"
Dieser Sommer war bis jetzt ganz nach seinem Geschmack. Zumindest aus beruflicher Sicht hat Andreas Heuer nichts gegen Regenschauer bei 17 Grad im Juli. Der 39-jährige Energie-Ingenieur ist Leiter des Heizkraftwerks Buch der Bewag AG. Das Werk versorgt Buch und Umgebung mit Fernwärme und Strom.
„Bei solchen Temperaturen erreichen wir die Mindestwärmeleistung, die für den Betrieb der Stromerzeugung erforderlich ist. Das ist in den meisten Sommern nicht der Fall“, sagt er.
Neben dem Heizkraftwerk Buch hat Andreas Heuer noch zehn weitere Heizwerke in ganz Berlin unter sich. Buch ist davon das größte und auch das älteste. 70.000 Wohnungseinheiten versorgen diese Standorte insgesamt mit Fernwärme und teilweise auch mit Strom. Eine große Verantwortung denkt man unweigerlich. Wie kommt man an eine solche Aufgabe? „Ich bin da so reingewachsen“, sagt Heuer bescheiden. Gleich nach dem Studium der Fachrichtung Wärmetechnik in Leipzig-Markkleeberg wurde er 1991 stellvertretender Leiter des Bucher Heizkraftwerkes. „In dieser Zeit nach der Wende wurde in diesem Werk wie überall viel modernisiert und umgebaut“, erinnert er sich. An diesen Prozessen nahm der junge Energie-Ingenieur aktiv teil und konnte dabei viel lernen. Insgesamt 30 Millionen Mark wurden in dieser Zeit in Buch investiert.
Zwischenzeitlich wechselte er aus Buch an andere Standorte, leitete erst drei, dann vier kleinere Heizwerke in Berlin. Schließlich wurden es elf. Kann man bei so vielen Standorten überhaupt den Überblick behalten? „Wenn man gute Mitarbeiter hat, ja“, sagt Andreas Heuer. Und die hat er. Drei Tage die Woche ist der Chef von 38 Mitarbeitern an den anderen Standorten unterwegs. Bei einigen schaut er nur ein Mal im Monat vorbei. Seine Mitarbeiter sind wie er selbst in viele Aufgaben hineingewachsen. „Man muss den Menschen Verantwortung übertragen und ihnen vertrauen“, beschreibt er seinen Führungsstil.
Veränderungen stehen auch in Buch wieder an. Auf Heuers Initiative - „Da habe ich viel Energie hinein gesteckt“ - erhält das Heizkraftwerk Buch im nächsten Jahr eine neue Dampfturbinenanlage. Die alte, die derzeit Strom und Wärme in Buch produziert, stammt aus dem Jahr 1962 und wird von den Mitarbeitern liebevoll Lola II genannt. Die neue Turbine kann das 8-fache an elektrischer Leistung erzeugen und arbeitet nach dem Prinzip der hundertprozentigen Kraft-Wärme-Kopplung. Das bedeutet, es wird nur soviel Strom erzeugt, dass die Abwärme der Dampfturbine vollständig im Heiznetz für die Fernwärmeversorgung genutzt werden kann. „Damit verringern wir die CO2-Emissionen und können entschieden wirtschaftlicher arbeiten“, sagt Heuer. Seine Anlagen immer weiter zu optimieren, ist für ihn zur Leidenschaft geworden. „Die Strom- und Wärmeerzeugung in der Wirtschaftlichkeit zu verbessern, bedeutet auch die Umwelt zu entlasten. Wenn sich das durch Investitionen in neue Technik realisieren lässt, setze ich alles daran, dass aus einer Idee ein konkretes Projekt wird.“
Auch für erneuerbare Energien interessiert sich Andreas Heuer. Die Verbrennung von Biodiesel oder auch von Holz aus dem Bucher Forst hat er schon durchgerechnet. Dies sei derzeit aber noch nicht wirtschaftlich. Solche Projekte will er aber nicht aus den Augen verlieren und unter veränderten Rahmenbedingungen noch einmal neu betrachten.
Und wie wohnt ein Energie-Ingenieur? „Bei der Investition in unser Haus in Schwanebeck habe ich versucht, alle Faktoren zu berücksichtigen, die langfristig ein kostengünstiges Wohnen möglich machen. Unser Haus ist ein normales Niedrigenergiehaus, mit Brennwerttherme und Fußbodenheizung.“ Das Wetter sieht der Vater von zwei Kindern als Privatperson allerdings völlig anders. „Ich mag selbstverständlich lieber warme Sommer.“ Na das kann ja noch kommen.
An dieser Stelle finden Sie Porträts von Bucher Persönlichkeiten und Einrichtungen, die wir Ihnen vorstellen möchten. Lesen Sie in unserem Archiv die Porträts der vergangenen Monate nach:
Persönlichkeiten:
Einrichtungen:
Juni 2010: Dr. Jens Peter von Kries
Wissenschaftlicher Leiter der Screening Unit am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)