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Bucher Porträts
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Michael Friedrichs-Friedlaender und Aleksandra Koneva
Künstler am Künstlerhof Buch
Damit der Funke überspringt
Wie kommt ein „seriöses“ Künstler-Ehepaar dazu, mit Kindern zu arbeiten? „Die Berliner Philharmoniker fragten uns Ende 2002, ob wir in ihrem Education-Projekt mitmachen wollten, und wir waren sofort dafür“, sagen Michael Friedrichs-Friedlaender (53) und Aleksandra Koneva (32), Künstler auf dem Künstlerhof Buch.
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In dem Projekt arbeiteten Musiker der Philharmonie und die Künstler über mehrere Wochen mit Schülern, Senioren und Patienten gemeinsam in Workshops zum Thema „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi.
Für die Künstler war es nicht das erste Mal, dass sie mit Kindern zu tun hatten. So baute Friedrichs-Friedlaender schon mit 10-jährigen aus Buch Skulpturen für die Bucher Skaterbahn. Und Aleksandra Koneva ist als ausgebildete Kunstpädagogin ein Profi, wenn es darum geht, Kindern Kunst und Kreativität zu vermitteln. Am wichtigsten aber war der Spaß an der Sache und den hatten die beiden von Anfang an. „Wenn man Kunst macht, ist man selbst nie ganz erwachsen geworden“, so Michael Friedrichs-Friedlaender.
Halbwüchsige für Kunst zu begeistern, die sich sonst nur für Computerspiele interessieren, wie geht das? „Kinder haben soviel kreatives Potential, nur man darf sie nicht sich selbst überlassen. Man muss für sie Situationen schaffen, damit der Funke überspringt“, sagt Friedrichs-Friedlaender. Dass dies gelungen ist, zeigen die vier farbenfrohen und phantasievollen Plastiken zu den „Vier Jahreszeiten“, die Bucher Schüler im letzten Jahr unter Anleitung der Künstler gebaut haben. Weil die Zusammenarbeit mit den Philharmonikern so gut lief, statteten die Künstler auch noch das Projekt „Petruschka“ künstlerisch aus.
So ist es gar keine Frage, dass die beiden Künstler auch in diesem Jahr wieder mit dabei sind, wenn die Berliner Philharmoniker in Berlin-Buch das Händel-Oratorium „Belsazar“ zum Thema machen. Friedrichs-Friedlaender hat dafür bereits ein mannshohes Buch geschmiedet, das die Kinder in Anlehnung an den Bibelstoff mit ihren eigenen Erfahrungen zu Themen wie Gewalt oder Diskriminierung füllen sollen. Solche Themen spielten während der künstlerischen Arbeit im letzten Jahr unter den Schülern im Übrigen überhaupt keine Rolle, erinnern sich die Künstler. „Insbesondere wie die Bucher Schüler die Kinder der Körperbehinderten-Schule angenommen und integriert haben, hat uns begeistert“, sagt Aleksandra Koneva.
Michael Friedrichs-Friedlaender stammt aus München und lebt seit den siebziger Jahren in Berlin. Der gelernte Schlosser, dessen bevorzugtes Material Stahl ist, sieht sich in der Tradition der Bildhauer des 18. und 19. Jahrhunderts, wo Kunst im wesentlichen Teil des Alltags war. Er arbeitet deshalb gern mit Architekten zusammen, entwirft Möbel und engagiert sich für Projekte, in denen verschiedene Kunstrichtungen zusammenfließen, wie etwa die Theateraufführungen auf dem Künstlerhof oder eben die Projekte mit den Philharmonikern. Seit 1984 zeigt er seine Werke regelmäßig in Ausstellungen in Deutschland und Europa.
Die erste Ausstellung von Aleksandra Koneva in Deutschland war auch gleichzeitig die erste gemeinsame Ausstellung des Ehepaares – 1997 auf dem Künstlerhof Buch. Die in Kasachstan gebürtige Koneva lebt seit 1996 als freie Künstlerin in Berlin. Hier lernte sie auch ihren zukünftigen Mann kennen, 1997 heirateten sie. Von 1990 bis 1996 studierte sie in St. Petersburg Kunstpädagogik.
In Deutschland, findet Aleksandra Koneva, ist der Stellenwert der Kunst in der Gesellschaft zu gering. Projekte wie das der Philharmoniker müsste es nach ihrer Auffassung viel mehr geben. „Da muss erst jemand aus England kommen um so etwas zu machen“, sagt sie. Gemeint ist Sir Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, auf dessen Initiative die Education-Projekte entstanden. Auch in ihrer Heimat Russland habe Kunst für Kinder einen höheren Stellenwert. Dort sei zum Beispiel die Ausbildung einer Kunstpädagogin viel umfangreicher, so in Fächern wie Malerei, Bildhauerei, Gebrauchsgraphik oder Buchdruck.
Dass diese Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt ist, versteht sie nicht. Die Enttäuschung darüber ist ihr immer noch anzumerken. Künstlerisch ist Aleksandra Koneva sehr vielseitig: Malerei, Druckgraphik, Fotografie und Collagen gehören zu ihren Techniken. Einen Eindruck über ihr Werk vermittelt ihre aktuelle Ausstellung im Neubau der Friedrich-Naumann-Stiftung in Potsdam-Babelsberg vom 31. März bis 30. April 2004.
Was schließlich in diesem Jahr bei der gemeinsamen Arbeit mit den Schülern herauskommt, darauf sind alle in Buch schon sehr gespannt. Eines scheint fest zu stehen: Dies wird nicht das letzte mal sein, dass Michael Friedrichs-Friedlaender und Aleksandra Koneva mit Kindern – für Kinder arbeiten.
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