Am 8. Februar 2010 haben Mitarbeiter einer Pflegefirma im Auftrag der Oberen und Unteren Naturschutzbehörde (NGA Pankow) mit Biotoppflegemaßnahmen an der Moorlinse Berlin-Buch begonnen.
Die Landschaftspfleger entnehmen im Uferbereich einige Weiden und schichten mit dem Schnittmate- rial Reisighecken am nördlichen Ufer auf. Es wird jedoch nur so viel Aufwuchs entnommen, dass ausreichend Rückzugsmöglichkeiten für die vielen Wasservögel erhalten bleiben. Der Zeitpunkt ist günstig, denn der starke Frost der vergangenen Wochen erlaubt das Betreten der Eisfläche und die Entnahme der Gehölze von der Wasserseite aus.
Mit der Maßnahme wird der zunehmenden Verlandung durch den starken Aufwuchs von Bäumen Einhalt geboten, der Wasserkörper erhalten und es entstehen „Sichtfenster“, die den vielen Besuchern einen besseren Blick auf die Wasserfläche ermöglichen.
Seit Ende der 1990er Jahre entwickelte sich auf einer Ackerfläche nahe des S-Bahnhofes Buch in einem der Pankeniederung zugehörigen, degradierten Niedermoor ein offenes Gewässer – die „Moorlinse Buch“. Diese wurde 2008 als Teil des Zick-Zack-Grabens mit in das Gewässerverzeichnis von Berlin aufgenommen.
Der NABU Berlin beobachtet die Entwicklung des Gebietes bereits seit vielen Jahren. Um das Biotop als Amphibienlaichgewässer sowie Brut- und Rastplatz für Vögel zu erhalten (Wasserrückhalt), beantragte der NABU bereits 2006 den Einbau einer Sohlschwelle am Auslauf der Moorlinse mit Mitteln des Ausgleichmittelfonds (über die Stiftung Naturschutz Berlin). Der Einbau wurde im Frühjahr 2009 fertig gestellt.
Sowohl das Gewässer selbst als auch die umliegenden Flächen sind ein außerordentlich wertvolles Refugium für diverse Tierarten, insbesondere Amphibien, Reptilien und Vögel. Darunter Arten, die wegen ihrer Gefährdung in Berlin und Deutschland in eine Kategorie der Roten Listen eingestuft wurden bzw. in die Anhänge der europäischen Fauna-Flora Habitatrichtlinie (FFH-RL) und EU-Vogelschutzrichtlinie (RL 79/409/EWG) aufgenommen wurden.
Die Pflegemaßnahmen sind ein weiterer Schritt zum Erhalt dieses kleinen, aber feinen und artenreichen Berliner Schutzgebietes.
www.nabu-berlin.de
Quelle: Pressemitteilung NABU
|