Ab dem kommenden Schuljahr 2010/2011 wird die Hufeland-Oberschule eine Sekundarschule sein. Mit dem Start der neuen Schulform ab August 2010 ist auch der Umzug in die Walter-Friedrich-Straße 16-18 in Buch verbunden. Nachdem die Hufelandschule im vergangenen Jahr als Berlins beste Schule, die zur Ausbildungsreife führt, ausgezeichnet wurde, erhält sie jetzt ein verändertes Profil, das den neuen Anforderungen entspricht.
Die Hufeland-Sekundarschule wird offen für alle Schüler sein. Sie bietet sämtliche Abschlüsse von der Berufsbildungsreife über die erweiterte Berufs- bildungsreife und den mittleren Schulabschluss bis hin zum Abitur. Bei bestimmten Voraussetzungen berechtigt der mittlere Schulabschluss zum Übergang zur gymnasialen Oberstufe. Hierfür kooperiert die Hufelandschule zum Beispiel mit der Kurt-Tucholsky-Oberschule oder mit der Kurt-Schwitters-Oberschule, die über eigene Oberstufen verfügen sowie mit dem Oberstufenzentrum Gesundheit II und dem beruflichen Gymnasium Pankow. Praktika und gemeinsame Projekte werden den Schülern ermöglichen, die Oberstufen-Einrichtungen bereits im Vorfeld kennen zu lernen. An den kooperierenden gymnasialen Oberstufen stehen für die Schüler feste Plätze zur Verfügung.
Mit der Entscheidung für den Besuch der Sekundarschule ist ein Wechsel an ein Gymnasium nicht mehr möglich, doch das Abitur der beiden Schulformen hat den gleichen Wert. „Zu den Vorteilen der Sekundarschulen gehört es, dass die Schüler sich bereits früh beruflich orientieren und mit konkreten Zielen den bestmöglichen Abschluss erzielen können“, sagt Christel Hildenbrand, Direktorin der Hufeland-Oberschule (Foto).
Die Hufelandschule zeichnete sich schon als Hauptschule durch besonders gute Berufsorientierung und -vorbereitung ihrer Schüler aus, sie verfügt über eine engagierte Lehrerschaft und zahlreiche Kontakte zu verschiedenen Institutionen in der Region, wie Betrieben, Kammern und zur Stiftung der deutschen Wirtschaft. Projekte im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gehörten zum Schulprogramm. Dieses Kapital fließt in die neue Schulform ein, die das duale Lernen stärken soll.
„Bereits ab Klasse 7 wollen wir beginnen, die Fähigkeiten und Interessen der Schüler zu sondieren und ihre Fähigkeiten zu trainieren. Ab der achten Klasse soll dann die konkrete Berufsorientierung beginnen. Dazu planen wir zum Beispiel Projekte mit Oberstufenzentren, Praktika in Betrieben oder Kurse im Gläsernen Labor“, erläutert die Direktorin. „Die Schüler sollen wissen, wofür sie lernen. Sie sollen ein Ziel entwickeln.“
Um das anspruchsvolle Konzept der Sekundarschule umsetzen zu können, hat sich das Kollegium für das Modell der gebundenen Ganztagsschule entschieden. Vier Tage in der Woche wird zwischen 8.00 Uhr und 16.00 Uhr ein Wechsel von Lern- und Erholungsphasen den Schulalltag bestimmen. Dabei ist die Stundentafel flexibel, Wahlpflichtfächer bieten neben Kernfächern die Möglichkeit, nach eigenen Interessen Schwerpunkte zu setzen.
Individuelle Förderung und Leistungsdifferenzierung stehen an erster Stelle im neuen Schulkonzept. „Bisher haben wir sehr erfolgreich mit dem 2-Lehrer-System pro Klasse gearbeitet. Nach unseren Erfahrungen lässt sich dadurch ein hohes Maß an Motivation erzielen“, so Frau Hildenbrand. Individuelle Wochenpläne, Projektarbeit und Förderkurse bei einer gemischten Schülerschaft und einem Ansteigen der Klassenstärke von 16 auf 25 Schüler setzen neue Maßstäbe.
Zwei Sozialpädagogen sollen voll in die schulische Ganztagsarbeit eingebunden werden. „Entscheidend ist, dass wir adäquate Rahmenbedingungen erhalten“, sagt die Direktorin.
Als Sekundarschule wird die Hufelandschule den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt weiter ausbauen und den Themenbereich „Gesundheit“ aufnehmen. Das duale Lernen wird, wie erwähnt, in ein umfassendes Konzept einfließen, das bei den Interessen der Schüler ansetzt, über die Berufsorientierung bis hin zur Begleitung beim Übergang in die berufliche oder weiterführende Ausbildung reicht. Fortgesetzt wird die Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen und Sprache.
Perspektivisch möchte Direktorin Hildenbrand die Ganztagsbetreuung noch stärker im Ort verankern: „Mit vielen Bucher Einrichtungen wie dem Sportjugendclub Buch oder der Freizeiteinrichtung „Der Alte“ arbeiten wir bereits sehr gut zusammen, doch wir wollen gern weitere Partner gewinnen.“
Der neue Standort der Schule in der Walter-Friedrich-Straße verfügt über zwei große Gebäude. Eines davon wird derzeit mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II des Bundes für den Betrieb als Sekundarschule umgebaut. Das künftig barrierefrei erreichbare Haus wird über naturwissenschaftliche Fachräume, vernetzte Informatikräume, einen Hörsaal, einen Musikraum, Gruppen- und Teilungsräume verfügen. Im Souterrain werden eine Mensa, eine hauseigene Küche sowie Werkstätten für Holz und Textil eingerichtet. Eine Lernwerkstatt für das Produktive Lernen und eine Schulstation wird das neue Domizil ebenfalls bieten. Im Sommer soll sich das von einer Schülerfirma betriebene „Café Mahlzeit“ in den Garten ausdehnen dürfen.
Längerfristig muss auch das zweite Gebäude saniert werden, und dies nicht nur, weil die Zahl der Schüler steigen wird. Eine ansprechende Umgebung drückt auch Wertschätzung aus, weiß Direktorin Hildenbrand: „Wenn wir Schüler gewinnen wollen, dann muss unsere Schule ausstrahlen: ‚Bildung und Erziehung sind spannende Aufgaben; es lohnt sich, sich für die Schüler zu engagieren.‘“
Am 19. Februar 2010 sind interessierte Schüler und Eltern herzlich eingeladen, sich über die Hufeland-Oberschule und ihre Perspektive als Sekundarschule informieren:
09.00 – 12.30 Uhr: Schnuppertag
17.00 – 20.00 Uhr: Tag der offenen Tür
Veranstaltungsort: Karower Chaussee 97, 13125 Berlin-Buch
Foto oben: Christel Hildenbrand, Direktorin der Hufeland-Oberschule
Foto unten: Blick in den Werkraum der Schule
www.hufeland-os.cidsnet.de
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