Im HELIOS Klinikum Berlin-Buch wurde kürzlich erstmals eine Niere durch einen einzigen kleinen Schnitt entfernt. Die sogenannte „Single-Port“ Operationsmethode ermöglicht einen solchen Eingriff mit nur einem einzigen Schnitt. Die Methode ist besonders gewebeschonend. Die Patienten können bereits kurz nach der OP bereits wieder aufstehen.
Der 22-jährige Patient hatte seit seiner Geburt eine sogenannte Wasserniere, das heißt, wegen eines verengten Harnleiters konnte der Harn nicht mehr richtig abfließen und staute sich in der Niere. Dies verursachte bei dem jungen Patienten einen hohen Blutdruck. Um die langfristigen Folgeschäden durch den Bluthochdruck zu vermeiden, entschieden die Ärzte: Die Niere muss entfernt werden. Dabei wurde erstmals die sogenannte „Single-Port“-Operationsmethode angewandt, bei der nur noch ein einziger drei Zentimeter langer Schnitt im Bauchnabel nötig ist.
„Der entscheidende Vorteil einer solchen Methode besteht darin, dass wir kaum noch Gewebe zerstören müssen, um an das Organ zu gelangen“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Gralf Popken, Chefarzt der Klinik für Urologie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch (Foto). „Das hat zur Folge, dass es kaum noch Wundfläche gibt und die Gefahr von Infektionen deutlich geringer ist.“ War früher noch ein Bauchschnitt von 40 cm nötig, kam die laparoskopische Methode schon mit nur vier bis fünf kleinen Schnitten aus. Bei der Single Port Methode ist es nur noch ein einziger drei bis vier Zentimeter langer Schnitt in Bauchnabelnähe nötig. Über diesen Zugang werden alle notwendigen Instrumente – inklusive einer Kamera – eingeführt.
Die gebogenen bis zu 60 Zentimeter langen Greifarme sind nur fünf Millimeter dick und wurden von Dr. Popken und seinem Team in Berlin-Buch mitentwickelt. „Die große Schwierigkeit bei einer solchen Methode besteht darin, dass man durch die eine Öffnung mit den Instrumenten nur sehr wenig Bewegungsfreiheit hat. Das erfordert viel Übung und ein gut aufeinander eingespieltes Team im OP“, erklärt er. Ähnlich wie bei der Laparoskopie muss die Körperhöhle aufgeblasen werden, um an die Organe zu gelangen. Das kranke Organ wird mit einem Kunststoffsack umhüllt und aus der kleinen Öffnung am Bauchnabel herausgezogen.
Der Patient war sofort nach Nachlassen der Narkosewirkung in der Lage, aufzustehen und herumzulaufen. „Früher mussten die Patienten nach einem solchen Eingriff bis zu drei Wochen im Krankenhaus bleiben, jetzt können sie bereits nach zwei bis drei Tagen nach Hause entlassen werden. Dies ist besonders bei älteren Patienten, die Schwierigkeiten haben, nach langer Liegezeit wieder mobil zu werden, ein großer Vorteil“, erklärt Dr. Popken.
In der Klinik für Urologie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch werden alle allgemeinen urologischen Erkrankungen, wie gutartige Prostatavergrößerungen, Harnsteine, Harnröhrenstrikturen oder Harninkontinenz behandelt. Im interdisziplinären Prostatazentrum werden alle gutartigen und bösartigen Veränderungen an der Prostata behandelt. Bei chirurgischen Eingriffen kommen – soweit medizinisch möglich – die schonenden minimal-invasiven Verfahren zum Einsatz. 80 Prozent aller Nierenoperationen im HELIOS Klinikum Berlin-Buch werden laparoskopisch durchgeführt.
Foto (Ausschnitt): HELIOS/Thomas Oberländer
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Quelle: Pressemitteilung HELIOS Klinikum Berlin-Buch
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