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bilden,forschen / 15.03.2019
Stammzell-Begeisterung und Wissenschafts-Faszination

 Warum fahren Jugendliche aus allen Bezirken am Freitag nach Buch zum Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und beschäftigen sich einen UniStem Day lang mit Stammzellen? Weil sie mit einem Herzchirurgen und einem Grundlagenforscher diskutieren können. Weil sie Biotech-Firmen besichtigen, im Labor Zellen untersuchen können, weil sie über Ethik diskutieren und die Gen-Schere CRISPR-Cas9 verstehen wollen.

UniStem Day zieht rund 1500 Jugendliche in 15 Städten in Deutschland in Forschungseinrichtungen. „Wir schaffen hier seit vier Jahren eine Möglichkeit, sich mit aktueller Stammzell-Forschung auseinanderzusetzen, die im Biologieunterricht kaum abgebildet wird“, erklärt Daniel Besser, UniStem-Day-Initiator in Deutschland und Geschäftsführer des German Stem Cell Network GSCN.

Daniel Besser organisiert den Bildungstag am Forschungscampus Berlin-Buch und ist begeistert über die Vielfalt der Angebote. „Am MDC kommen die Schülerinnen und Schüler in Kontakt mit realer Forschung, mit ethischen Fragestellungen, mit Biotech-Firmen als Berufsperspektive und setzen sich mit einer der spannendsten dynamischen Forschungsfelder unserer Zeit auseinander.“

In Vorträgen stellen Herzchirurg Professor Christof Stamm (Deutsches Herz Zentrum Berlin) und MDC-Grundlagenforscher Dr. Baris Tursun ihre Wissenschaft vor. Danach erleben die Jugendlichen in Workshops Laborversuche, diskutieren mit jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, tauchen in ethische Diskussionen ein und vertiefen ihre Kenntnisse über das „Genome Editing“ mit CRISPR-Cas9. Sie lernen das Leben und Arbeiten am MDC kennen.

In Europa nehmen 99 Universitäten und Forschungseinrichtungen in 16 Ländern von Spanien bis Schweden, Griechenland bis Großbritannien und Polen bis Portugal teil und erwarten 30.000 Schülerinnen und Schülern. Der UniStem Day wird 2019 zum ersten Mal weltweit in Kolumbien und Australien durchgeführt.

Stammzellen haben zwei herausragende Eigenschaften: Sie vervielfältigen sich in identische Kopien und sie differenzieren sich in spezialisierte Zellen mit besonderen Eigenschaften. So bilden sich pro Sekunde zwei Millionen rote Blutkörperchen aus Blutstammzellen. Die Stammzellforschung will verstehen, wie diese komplexen Zellsysteme der Organe funktionieren, ob man Ersatzgewebe für einen möglichen Therapieeinsatz herstellen kann, und sie sucht stammzellbasierte Testsysteme für Medikamente.

 

Foto: UniStem Day: Schülerinnen im Labor. Foto: GSCN



Das German Stem Cell Network
(GSCN; deutsches Stammzellnetzwerk) hat zum Ziel, Synergien zwischen allen Bereichen der grundlagenorientierten und angewandten Stammzellforschung zu schaffen und eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Bildung, Politik und Gesellschaft zu bilden. Zentrale Aufgabe des GSCN ist es, die in Deutschland vorhandenen Kompetenzen auf dem Gebiet der Stammzellforschung zu bündeln und Synergien mit den Gebieten der Regenerativen Medizin zu entwickeln, um so neue nationale und internationale Forschungsaktivitäten und Translationskooperationen herbeizuführen. Des Weiteren soll durch Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit eine zielgruppengerechte Information und Aufklärung über diesen Forschungsbereich stattfinden. www.gscn.org


Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de 

Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)

gscn.org

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