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produzieren / 11.06.2018
Verstärkung für Omeicos

 Interview mit dem neuen Geschäftsführer von OMEICOS Therapeutics und CEO von OMEICOS
Ophthalmics Inc., Dr. med. Alexander Gebauer

 

 

 

Herr Gebauer, Sie sind seit Dezember 2017 bei OMEICOS verantwortlich für die klinische Entwicklung und den neuen Bereich der Ophthalmologie. Wie war Ihre bisherige Laufbahn?

Ich habe in Mainz Medizin studiert – schon mit dem Gedanken, in die Forschung zu gehen. Nach meiner experimentellen Doktorarbeit in der Pharmakologie war ich drei Jahre Assistent an der Uni Mainz und habe dann eine Stelle bei Hoechst in Frankfurt am Main angenommen. Ich war dort lange Jahre in der klinischen Pharmakologie beschäftigt, an der Schnittstelle zwischen Präklinik und den frühen klinischen Studien. Nach mehreren Firmenfusionen und Auslandsaufenthalten habe ich die gesamte frühe Entwicklung in Frankfurt geleitet und war am Schluss, nach der Fusion mit Sanofi, zuständig für das weltweite Herz-Kreislauf-Portfolio. 2005 bin ich zur Merz Pharma GmbH gewechselt. Dort habe ich neun Jahre die Forschung und Entwicklung als Geschäftsführer geleitet. Ab 2014 war ich Leiter der Forschung und Entwicklung von Indiens größter Pharmafirma Ranbaxy, die damals mit SUN Pharma fusioniert hatte und damit über 3.500 Mitarbeiter in meinem Bereich beschäftigte. Meine Aufgabe war dort vor allem, zwei ganz verschiedene Unternehmenskulturen zu integrieren.

Was hat Sie am Berliner Start-up OMEICOS gereizt?

Das Projekt ist wissenschaftlich hochinteressant, und die bisherigen Daten versprechen gute Erfolgschancen. Mir gefiel das Team und auch, dass ich sehr gut hineinpasste – als einer der wenigen Industriemediziner, die sowohl Erfahrung im Herz-Kreislauf-Bereich, als auch in der Ophthalmologie haben. Wesentlich ist, dass ich bereits viele Substanzen durch die Phase II und einige bis zur Zulassung gebracht habe, die behördlichen Anforderungen kenne und diesen Hintergrund jetzt für die anstehende Phase II einbringen kann.

Im März hat OMEICOS die klinische Phase I für den Wirkstoff gegen Vorhofflimmern, OMT-28, abgeschlossen. Können Sie schon etwas zu den Ergebnissen sagen?

Von dem, was wir jetzt schon wissen, werden es ausgezeichnete Ergebnisse sein. Die Daten der Pharmakokinetik kennen wir schon, da sie die Entscheidungsgrundlage für die einzelnen Dosiserhöhungen in der Phase I waren. Ansonsten sind Placebo und Wirkstoff noch nicht unterscheidbar, aber da es praktisch keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen in der Studie gab, gehen wir davon aus, dass unsere Substanz keine relevanten verursacht hat. Damit sind letztendlich die Grundlagen gelegt, um in die Phase II zu gehen: OMT-28 wird aufgenommen, verteilt sich richtig im Körper und ist gut verträglich.

Wann startet die klinische Phase II?

Wir wollen Ende des dritten Quartals in die Phase II gehen und die Wirkung von OMT-28 am Patienten zeigen. Die Studie soll nicht nur in Deutschland stattfinden, sondern in mehreren europäischen Ländern, vielleicht auch in den USA. Es sollen deutlich über 100 Patienten eingeschlossen werden, die jeweils fast vier Monate behandelt werden. Wir haben bereits mit zwei europäischen Behörden und der FDA in den USA über den Entwicklungsplan gesprochen. Wenn wir die Daten aus der Phase I ausgewertet und unsere toxikologischen Studien abgeschlossen haben, können wir den Prüfplan bei den Behörden und Ethikkommissionen einreichen.

Könnten Sie schon einen Ausblick zur Dauer der Phase II geben?

Wir wollen bis Ende 2019 wissen, ob es geklappt hat oder nicht.

Werden Sie als CEO der Tochterfirma in den USA zukünftig überwiegend dort arbeiten?

Nein, ich werde häufig in Berlin sein. Für die Indikationen altersbedingte Makuladegeneration und andere Augenerkrankungen läuft derzeit viel Präklinik in vivo, überwiegend in den USA. Unsere Wissenschaftler, die die Versuche entwerfen, sitzen aber hier in Berlin. Wissenschaftliche Fragestellungen, die wir in unseren eigenen Laboren abklären können, etwa, wie unsere Moleküle in vitro an Augenmodellen wirken, bearbeiten wir von hier aus. Auch die Auswahl der akademischen Partner oder von Auftragsforschungsinstituten wird überwiegend von hier gesteuert. Wir haben Expertise zur pharmazeutischen Entwicklung der Augentropfen in den USA, aber ansonsten sitzt der Großteil unserer Experten hier – das werden wir auch so belassen.

Was bietet der Bucher Campus als Standort?

Wir sind natürlich sehr eng verbunden mit dem Max-Delbrück-Centrum, haben Kontakte zur Charité und haben uns auch schon mit anderen Campusfirmen ausgetauscht, etwa zu Finanzierungsfragen. Es ist für uns als kleine Firma wichtig, eine Community vor Ort zu haben, innerhalb derer sich Problemstellungen auf kurzem Weg und persönlich diskutieren lassen. Nicht zuletzt sind wir auf externe Dienstleister angewiesen, deren Nähe wir ebenfalls schätzen.

Interview: Christine Minkewitz / BBB Management GmbH
Foto: Dr. Alexander Gebauer (Foto: privat)

Quelle: BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch

www.omeicos.com

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